Meine kleine Tochter ist da!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von tini250808 19.09.08 - 17:34 Uhr

Nun möchte ich euch die Geschichte von Lauras Geburt erzählen!
Am Samstag den 30.08.2008 fing alles an, ich war schon 5 Tage überfällig und wir hatten immer noch keinen Babysafe für unsere Tochter… Eigentlich fühlte ich mich die letzten Tage viel zu schlapp um etwas zu unternehmen, aber ein Maxi-Cosi ist sehr wichtig, und so beschlossen der Papa und ich in die Stadt zu fahren. Als wir schließlich den passenden Sitz gefunden hatten, war ich schon richtig geschafft, und wollte nur noch nach hause! Dort angekommen, wurde ich so gleich in die Badewanne verfrachtet, ich sollte entspannen, was ich dann auch tat.

So nun muss ich einmal zwischenführen, dass der Papa und ich ja noch nicht zusammen gewohnt haben, damit ihr euch nicht wundert, wenn ich weiter erzähle, dass ich abends zu mir nach hause gefahren wurde. Gegen halb 9 Uhr abends bin ich dann endlich in der Nähe meines heiß geliebten Bettes. Nach einem Zwischenhalt bei McDonalds war ich richtig Satt, und zufrieden in die Waagerechte gestiegen und habe mir ein Buch genommen. Kaum mehr 5 Minuten später zog es auf einmal ganz kräftig im Unterleib. Es fühlte sich an wie Regelschmerzen. Ich dachte mir nichts dabei ich kannte die schmerzen, es war bisher halt nur nicht so doll… naja… und nach weiteren 5 Minuten, zog es noch einmal… und plötzlich dachte ich, ich müsste ganz doll auf Toilette. Ich ging auch aber da kam nichts, *rot werd* - außer Blut!!!
Wir hatten vorher alles ganz genau durchgesprochen, wenn es losging sollte ich mir einen Krankenwagen rufen, und danach den Papa anrufen dass auch er sich auf den Weg in die Klinik machen sollte. (er hat ganz sachlich gesagt, dass er zu aufgeregt sein würde um mich zu fahren)
Nun wie doch alles so schön geplant war, verfiel ich je in wilde Panik und rief statt 112 die nummer des werdenden Vaters. Im immer schlimmer werdenden Heulkrampf versuchte ich über die Lippen zu bringen was passiert war, aber außer „Ich habe Angst!“ und „Was soll ich machen?“ kam nichts raus… Leider wurde dann auch der Papa nervös und versuchte irgendwie mich zu beruhigen um in Erfahrung zu bringen warum ich kaum eine halbe stunde nachdem er mich abgesetzt hatte, völlig aufgelöst am Telefon heulte! Nun irgendwie rang ich um Fassung, und stotterte, „Ich blute!“ und da wusste nun endlich mein liebster worum es eigentlich ging! Er riet mir, ich sollte den Krankenwagen rufen. Woraufhin ich wieder in tränen ausbrach und total verzweifelt wimmerte: „Aber die kommen bestimmt gar nicht!“ nun gut, nach ungefähr 5 Minuten, in denen ich doch wieder beruhigt werden konnte, verabredeten wir uns für die Klinik. Also rief ich 112, und es meldete sich: „Notruf der Feuerwehr?“ und ich antwortete immer noch heulend: „Ja hallo, ich glaub ich brauche einen Krankenwagen!“ und daraufhin sagte der Mann an der anderen Leitung: „Ja wirklich? Wieso denn?“ ich war so durcheinander… ich sagte: „Weil ich blute!“ und dann wurde ich gefragt was mir denn passiert sei, worauf mir einfiel, dass die ja nicht riechen können das ich Schwanger bin, und dann erzählte ich dass ich über Termin bin, mein Name, meine Adresse, und der nette Herr, versicherte mir das in ein paar Minuten ein Krankenwagen kommen wird. Puh… Glück gehabt, dachte ich mir!!! 
Ich stellte die Kliniktasche in den Flur, und setzte mich hin und wartete… Die beiden Jungs waren wirklich total lieb, sie trösteten mich, da ich ja nun immer noch weinte. Und sie fragten ob sie noch irgendwas machen sollten, „Ist der Herd aus? – Was können wir tun?“ Und da fiel mir nichts Besseres ein als der Knopf am Fernseher. Der dann auch sofort ausgeschaltet wurde, und da sagte ich: „Gut, dann darf ich mir jetzt auch zwei stunden länger die Haare föhnen – wenn es nach Mario Barth geht!“ Herzallerliebst, die Kollegen lachten und bugsierten mich in den Krankenwagen.
Im Kreissaal angekommen (ca. 22.00 Uhr) sah ich schon mein Schatz der einen Graben auf dem Balkon in den Boden lief. Als er sah dass mit mir alles in Ordnung ist, viel ihm ein Stein vom herzen! Was man an seinen Gesichtszügen erkennen konnte, die nun mehr oder weniger Garnichts mehr ausdrückten.
So wie es ja meistens ist, wird erstmal CTG geschrieben, mit dem Baby war alles gut, und mir ging’s prächtig, die Wehen wurden nicht aufgezeichnet. Die folgende Untersuchung um ca. 23.00 Uhr, ergab dass der Muttermund schon 2 cm geöffnet war, was mich ins Staunen versetzte, mit diesen lächerlichen 2 kleinen wehen sind 2 cm eine freudige Nachricht gewesen, wenn das so weiter geht hab ich in 5 stunden mein Baby im arm!! Nun ja, wir wurden dann doch nochmal spazieren geschickt, und das war eine gute Idee, diese frische Nachtluft von draußen tat mir sehr gut, und ich habe tief geatmet, und immer gedacht, schön viel Sauerstoff hier draußen!!! Ja die wehen, kamen jetzt alle 5 Minuten, und wurden immer schmerzhafter, ich dachte ja nicht dass es so doll weh tut am anfang… naja ich hab positiv gedacht, das macht den Muttermund ja nur weiter auf, schön wird das! So nach einer Zeit wollte ich doch lieber wieder rein, ich fühlte mich schlapp, und wollte mich hinlegen. Das durfte ich auch, die Hebamme Judith, eine junge, kompetente und einfühlsame frau, verbrachte viel Zeit mit uns und wir konnten reden, und wenn eine Wehe kam hat sie mich so lieb betreut, und mir immer gesagt, hab keine Angst vor der nächsten Wehe, freu dich lieber auf die nächste wehen pause… und das hab ich auch getan!!! Es war unheimlich, ich wimmerte immer schlimmer, und wollte einen Kaiserschnitt (obwohl ich nie und nimmer einen Kaiserschnitt wollte).
Ja endlich, wurde wieder nachgeguckt, wie weit es voran gegangen ist, nach 5 stunden (also es war ca. 4.00 Uhr) dachte ich ja, hätt ich vielleicht schon meine Tochter, aber irgendwas ist da schief gelaufen, der Muttermund war in der ganzen Zeit, unter all den Schmerzen nur weitere 2 cm auf gegangen. Ich war so enttäuscht, und hab jetzt gesagt, ich will definitiv einen Kaiserschnitt. Tja aber als die Hebamme gesagt hat, wenn ich das ernst meinen würde, würde sie jetzt die Anästhesistin rufen, die würde dann mit mir sprechen. Und glücklicherweise war ich dann auf einmal wieder ganz still! Denn ich wollte doch unbedingt eine normale Geburt erleben!
Aber weil das alles so anstrengend war, waren die Hebamme und die Ärzte sich einig, sie gönnten mir eine kleine Pause, ich bekam also eine spritze, die sollte nicht nur die Schmerzen etwas eindämmen, sondern auch den Muttermund weich machen, damit der sich schneller öffnen kann. Super Idee!!! Ich hatte fast eine stunde so eine Ruhe, dass ich nur noch ein bisschen atmen musste während den Wehen, in den Pausen bin ich immer ein bisschen eingedöst und war richtig ausgeruht als es dann weiter gehen sollte. Der Papa ist in dieser Zeit auch eingeschlafen, und als es bei mir wieder losging bin ich sogar raus gegangen damit ich ihn nicht aufwecke! Sind wir nicht lieb zu den armen Männern, was müssen die nur durchmachen, da haben die sich doch ein paar Stündchen schlaf, redlich verdient oder?
Um halb 8 am nächsten Morgen war Schichtwechsel, da bekam ich eine neue Hebamme, ich möchte euch Drill-Instruktor Martina vorstellen, die kurzerhand beschloss mich in eine Wanne zu stecken, obwohl ich das gar nicht gut fand! Sie hielt es auch für wichtig mich danach hin und her zu scheuchen, ich wollte nur noch auf dem rücken liegen bleiben und dieses Kind da raus drücken, aber nach jeder zweiten Wehe, sollte ich mich auf die andere Seite drehen, von links, nach rechts und wieder zurück! Und völlig schockiert hat mich, als sie von mir verlangte in den Vierfüßlerstand zu wechseln, das konnte ich mir unter diesen Schmerzen nun wirklich nicht vorstellen, aber was der Drill-Instruktor vorgibt darf man nicht verweigern!!!  als ich um viertel vor 10, dann sagte mir wäre schlecht und ich wollte gern mit drücken, da sagte sie endlich ja jetzt darfst du ein bisschen mit pressen… gesagt getan, bei der nächsten Wehe, (und die kam hart) wollte ich gerade ein wenig drücken, und da musste ich mich auf einmal übergeben, glücklicherweise ist Martina auf alles vorbereitet und hielt mir gleich eine Schale unter, nun gut, daraus wurden zwei aber das macht auch nichts. Wow sag ich euch, das war echt ätzend! Ich fühlte mich viel zu gehemmt, und sagte zu meinem Schatz: „Ich möchte jetzt lieber, dass du raus gehst!“ Ich meine ich hab zwar gar nicht mehr mitgekriegt dass er da war, aber ich wusste es ja… und als er dann raus war, ging es richtig los, jede Minute eine Wehe, so hat es sich angefühlt, ob es wirklich so war weiß ich nicht mehr. Jedenfalls sollte ich jetzt immer kräftig pressen, was irgendwie gar nicht so einfach war, ein Gefühl der Erleichterung, mit dem ich gerechnet hatte, bekam ich auch nicht. Und es zog sich hin, und die kleine wollte einfach nicht raus kommen, nach jeder Wehe rutschte sie wieder zurück, und irgendwann hat die Hebamme den Arzt gerufen, in der Zeit hat sie meinen Freund wieder rein geholt, was mir gar nicht gepasst hat, ich wollte ihn echt nicht sehen, und ich wollte erst recht nicht dass die Hebamme weg geht, naja da musste ich durch. Gut als dann irgendwann mein Freund raus und die Hebamme und der Arzt rein war, haben die da irgendwas rumhantiert und besprochen, und ich hatte immer noch diese blöden Presswehen die mich aber nicht zum pressen verleitet haben. Komischerweise bekam ich auch schon die ganze Zeit einen Wehen Tropf. Und dann hieß es der Arzt würde mir helfen, er würde das Baby von oben mit schieben. Gut er tat was er versprochen hatte, er drückte und schob was das zeug hält, aber auch er kam an das Ende seiner Kräfte. Und da meinte er, er würde jetzt den Oberarzt anrufen. Mir kam gleich der Gedanke, die wollen doch einen Kaiserschnitt machen, und es schoss Adrenalin durch meine adern… doch die Hebamme zweifelte, und der Arzt fragte sie, was sie denn denke… „Ich bin überzeugt dass das Baby auch so kommt!“ Und dieser Moment war wohl der entscheidende, dass also meine Hebamme so an mich glaubt, und die Aussicht auf einen ungewollten Kaiserschnitt, hat mich so motiviert, ich hab zu mir selbst gesprochen: „jetzt gibst du alles, du drückst so doll du kannst und noch mehr, egal was dabei passiert!“ Und bei der nächsten Wehe, tat ich es, der Arzt kam wieder zu mir und drückte wieder mit und ich vergaß alles um mich rum, mir wurde schwarz vor Augen, ich dachte ich würde mein Bewusstsein verlieren, und ich presste… da merkte ich es zum ersten mal, das köpfen ist weit gerutscht, und in der wehen pause habe ich mich nicht entspannt, ich wollte nicht, dass sie wieder zurück rutscht, die nächste Wehe kam, der Arzt schob, und ich presste, und die Hebamme hatte das Köpfchen, die Wehe war vorbei, aber ich sollte noch weiter pressen, und dann hatte ich es geschafft.
Der Papa wurde reingeholt, das Baby wurde mir auf den Bauch gelegt, und eigentlich hätte ich mich freuen sollen, ich weiß nicht warum ich es nicht tat. Ich schaute teilnahmslos aus dem fenster, und wartete auf das nächste Ereignis!
Dass ich geschnitten wurde und danach noch gerissen war, hatte ich gar nicht mitbekommen, das nähen war auch halb so schlimm wie ich erwartet hatte. Währenddessen lag die kleine bei Papa auf der Brust, und schaute ihn mit einem Auge an. Und als ich fertig war, fragte mich die Hebamme ob ich stillen will. „Ja!“ schoss es aus mir raus, und sie half mir das Baby, zum ersten mal anzulegen, es hat so gut geklappt, sobald sie die Brust berührte, schnappte sie zu und saugte, was das zeug hält. In diesem Moment, in dem, wie ich es gern ausdrücke, die Nabelschnur wieder zusammen geknotet wurde, fühlte ich zum ersten mal diese Glücksgefühle, ich weinte, und freute mich über mein Baby, ich hab es nur angesehen, und da war endlich alles vergessen. Niemals in meinem Leben werde ich diesen Moment vergessen, diese Emotionen! Ich liebe sie!
Immer wieder im laufe der Nacht hatten die Hebammen uns gefragt wie sie denn heißen soll, und immer hatten wir uns daraufhin angesehen und geschwiegen. Wir hatten es einfach satt uns deswegen zu streiten, wir konnten uns bis zum Schluss einfach nicht einig werden. Nun da sie da war, und doch alles so egal war, und die Hebamme uns abermals fragte, ob sie denn nun doch etwas aufschreiben könne, da trafen sich wieder unsere Blicke, und ich fragte: „Und was meinst du jetzt?“ und der stolze Papa sah seine kleine, seine wunderschöne Tochter an, und sagte: „Das ist eindeutig eine Laura!“ schön, „Dann soll es so sein!“ antwortete ich. Sie sollte von vornherein einen zweiten Namen haben, und zwar den von ihrer Uroma, so wie ich den von meiner Uroma habe, und so wurde unsere schöne Tochter Laura Marie genannt!
Sie wurde am 31.08.2008 um 11.15 Uhr geboren. Wog 3770g, war 53cm groß und hatte einen kopfumfang von 35cm.
Die Oma die eine Woche zuvor, gesagt hat das wird ein Sonntagskind (wurde es ja ) die rief am Sonntag den 31.08.2008 um 11.15 auf dem Handy meiner Mutter an, um zu fragen ob das Baby schon da wäre! (Gänsehaut – Dieser Anruf ist im Protokoll gespeichert, ich mache ein Foto davon, und klebe es ins Baby – Poesiealbum!)
www.martina-tovar.de/laura

Beitrag von juligirl 19.09.08 - 18:38 Uhr

Dein Geburtsbericht ist wunderschön zu lesen ! Ich schwanke zwischen Lachen und Tränen in den Augen.

Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Tochter ! #torte

Ich hatte bei meiner zweiten Entbindung auch eine Hebamme mit einer herb-frischen Note. Als ich vor Wehen laut stöhnte fragte sie cool: "Und -wann kommt das Nächste ?" #freu

Sie hatte wirklich einige Sprüche drauf, über die ich heute noch lachen muß. #sonne

Beitrag von babysun1978 19.09.08 - 22:34 Uhr

Na dann mal herzlichen Glückwunsch zu Eurer kleinen Maus!

Dein Geburtsbericht ist so toll geschrieben, ich hab richtig mitgefühlt (und mein Mann musste auch).

Zwischen Lachen und Weinen und Erinnern an die Geburt meiner Tochter vor über einem Jahr. #herzlich

Eine tolle Kennenlernzeit wünsche ich Euch!

LG BAbysun #sonne

Beitrag von tinalein83 20.09.08 - 22:30 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter!
Schöner Bericht!

Wir entbinden im selben KH wie du, freu mich jetzt schon auf Martina...bin bei ihr im GVK. Kann mir gut vorstellen, dass sie echt so ist...oh oh


LG

Beitrag von tini250808 21.09.08 - 13:23 Uhr

Ja, also ich hoffe das ist nicht falsch rübergekommen, martina hat das echt super gemacht... ich meine in dieser ausnahmesituation wissen wir frauen meist garnichts mehr, und sie hat einfach gesagt wo es lang geht... mir hat das gut getan... ich hab mich richtig sicher gefühlt, weil sie eben genau wusste was sie tat!

und auch die station nachher mit den ganzen schwestern und so weiter... die sind alle total lieb! ich hab mich einfach wohl gefühlt! ich wollte garnicht nach hause hehe... aber irgendwann haben sie mich dann im wahrsten sinne... raus geschmissen!

ich wünsch dir alles gute! eine schöne, und einfachere geburt als ich sie hatte! und das ihr beide gesund bleibt!

liebe grüße