Ich kanns nicht verarbeiten , kanns nicht vergessen , es holt mich ...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von daniko_79 19.09.08 - 18:33 Uhr

immer wieder meine Vergangenheit ein !

Hallo
Angefangen hat es vor knapp 5 Jahren . Mein Mann bekam eine Hirnblutung , hat aber alles gut überstanden . Er ist nicht mehr der Selbe aber damit kann ich Leben auch wenn es manchmal sehr schwer fällt . 5 Jahre später , letztes Jahr im November bekam mein Vater eine Hirnblutung , er wollte Kämpfen aber er hats nicht geschafft , im Febr. diesen Jahres ist er gestorben . Ständig holt ich meine Vergangenheit ein , ständig werde ich an die schlimmen Zeiten erinnert , ständig werde ich mit ein und dem selben Thema ob Fernsehn , Gespräche von Fremden die ich am Rande zufällig mit bekomme und so weiter konfrontiert . Ich komme garnicht dazu das alles zu verabeiten . Von meiner Freundin der Vater hatte schon die 2. Hirnblutung , das erste mal damals im November als mein Vater auch im Kh lag , das 2. mal vor ein paar Wochen . Sie bat mich ,mit ins Kh zu gehn .. ich dachte Ok vielleicht kann ich es dann irgendwann besser verarbeiten , es hat mir auch irgendwie gut getan obwohl Ihr Vater im selben Zimmer liegt in dem mein Mann lag . Ich habe Angst das mir so etwas passiert oder das meinem Mann es nochmal passiert , ich habe Angst das meine Kinder irgendwann auf davon betroffen sind ... Ich weiss garnicht wie ich das alles verarbeiten soll, vergessen wird man es wohl nie können ! Verdrängen , nur so lange man nichts mehr davon hört und mit bekommt ...

Dani

Beitrag von daskleinefrauchen 19.09.08 - 18:54 Uhr

hallo dani!

erstmal möchte ich dich ganz lieb #liebdrueck#liebdrueck
du schreibst,dein mann wäre nicht mehr derselbe,meinst du damit das er sich komplett in seinem wesen verändert hat?
mein papa hatte einen schweren schlaganfall,seitdem ist er auch irgendwie verändert:-(
irgendwie nicht mehr der alte,aber schwer zu beschreiben!


ich wünsche dir das es dir bald besser geht:-)


glg heike

Beitrag von daniko_79 19.09.08 - 19:44 Uhr

Hallo Heike

Hmm nicht mehr der selbe ... er überspielt sehr viel mit Witz und rumalbern , weisst Du was ich meine ? Er tut so als wäre er immer gut gelaunt , lacht viel , reisst Witze , kann einfach nicht Ernst sein auch wenn es oft um sehr ernste Themen geht da lacht er auch noch drüber und schmeisst einen Witz rüber .. ist schwer damit klar zu kommen . Er ist nach der Arbeit sehr fertig , man kann kaum etwas mit Ihm anfangen .. er ist gelangweilt , macht nur das wozu er Spass hat egal ob es den anderen dann gefällt oder nicht.. ist echt schwer zu erklären ..
Er achtet auch nicht mehr auf Sich und sein Äusseres , ich muss ihn oft daran erinnern das er , wenn er aus dem Haus geht nicht seine Haare gekämt hat , er würde auch früh nicht duschen gehn wenn ich Ihn nicht daran erinnern würde , er vergisst es nicht er hat nur keine Lust aus sich etwas zu machen , darauf hat er auch keine Lust . Er unternimmt am aller liebsten etwas nur mit seinen Kindern , selten mit der Familie .. er schafft seine Arbeit gerade so .. ich könnte unendlich auf zählen , es würde kein Ende geben ...

Dani

Beitrag von daskleinefrauchen 19.09.08 - 19:49 Uhr

hallo!

ja,sowas kenne ich!mein vater lacht heut über dinge,wo ich mich frage"hä?was ist denn daran komisch??
hat er vorher nie gemacht!ich denke,dies hat mit dem schlaganfall zutun!
ich muss wohl sagen,waschen und dies alles,das macht er !
er hat einen teil seines lebens quasi vergessen,aber nicht alles!schwer zu beschreiben,ist schwer zu wissen das er niemehr der alte sein wird!ich vermisse die gespräche mit meinem vater!:-(

geht dein mann normal arbeiten?also volle 8 stunden?

Beitrag von daniko_79 19.09.08 - 19:56 Uhr

Hallo

mein Mann geht schon sehr lange wieder voll arbeiten , mehr wie 8 Std. Er wurde sehr schnell wieder in seine Arbeit eingegliedert . Er arbeitet von 8Uhr bis meistens 18 aber sehr oft auch bis 21 Uhr , kommt darauf an , was in der Firma seines Vaters so an fällt .
Ist echt schwer es zu akzeptieren das er nicht mehr der alte ist und es auch nicht mehr wird, obwohl ich die Hoffnung nicht aufgebe das er doch wieder immer mehr der Alte wird . Er hatte damals echt Glück obwohl die Ärzte keine Hoffnung hatten da er sehr lange halbseitig gelähmt war und kein Kurzzeitgedächtnis mehr hatte . Die Reha hat Ihm wirklich sehr geholfen , wir können eigentloich froh sein das es so ausgegangen ist aber wer Ihn kannte vermisst den Alten .

Dani

Beitrag von spinat76 19.09.08 - 21:15 Uhr

Hallo Dani,

oh wie gut ich Dir nachfühlen kann!!!! Ich denke immer ich bin die einzige mit solch einer Angst.

Meine Mutter hatte vor 10 Jahren ganz plötzlich Hirnbluten. Ein Anorisma war die Ursache. Danach bekam sie 2 Schlaganfälle. Sie war da 45 Jahre (jung). Ich war damals gerade als Au Pair in London. Ich vergesse nie den Schock.

Das ist nun 10 Jahre her. Meine Mutter lebt noch, aber sie ist ein Pflegefall. Sie hat seit dem nie mehr gesprochen, kann nicht mehr aufstehen (ab und zu setzt mein Vater der sie zu Hause pflegt in den Rollstuhl), hat nen Katheter, ne Magensonde für die Nahrung und so weiter. Keiner weiß was sie ncoh versteht. Mein Vater glaubt daran das sie sehr viel versteht, ich bin da weniger optimistisch. Es ist sone schwere Sache dort zu sein weil man nie weiß wie man sich verhalten soll. Ich kann mit ihr kaum reden, weil ich eben nicht weiß was ankommt. Alle sagen ich soll einfach drauf los reden, aber das ist für mich nicht leicht. Eigentlich liegt sie immer nur da im Bett und manchmal passiert es sogar das man sie gar nicht so beachtet. Ich habe dann ein ganz ganz schlimmes Gewissen...

Und ich habe eine fürchterliche Angst das mir das auch passiert. Meine Kinder sind noch so klein. 1,5 und 3,5 Jahre alt... siehste schon jetzt fällt es mir schwer mir vorzustellen was wäre wenn.... Jedesmal wenn mich Kopfschmerzen plagen bekomm ich Panik. Hab Angst das es vererbar ist. Ich habe aber auch Angst meinem Mann könnte was passieren oder sogar den Kindern. Es ist schrecklich.

Die Sache beeinflußt sogar meine Meinung darüber sich Eigentum anzuschaffen. Meine Eltern hatten damals genau ein halbes Jahr zuvor eine Wohnung in der 3 Etage gekauft (und sie bis heute nicht losbekommen). Meine Mutter war Hauptverdiner...kannst Dir ja das finanzielle Fiasko vorstellen...

Ich weiß leider auch gar nciht was man gegen diese Angst tun kann. Vor vielen Jahren hatte ich meinen Kopf röntgen lassen, damals wurde nichts unnormales festgestellt. Das ist aber lange her... was wenn sich jetzt die Blutgefässe verändert haben. Sowas geht mir durch den Kopf und ich frage mich ob man das irgendwann nochmal machen kann oder eben bei meinen Kindern machen kann.

Meine Schwester hat übrigens auch solche Ängste, wobei wir irgendwie kaum darüber reden.... es fehlt alles schwer und macht Angst.

Ich wünsch Dir alles Liebe und Gute und ganz viel Kraft und bewundere Dich wie Du das mit Deinem Mann alles schaffst. Ich sehe ja 2 mal pro Woche was mein Vater zu tun hat...

Anja

Beitrag von daniko_79 19.09.08 - 21:24 Uhr

Hallo Anja

wenn ich so etwas lese oder höre was Du mir gerade schreibst dann weiss ich immer erst wie gut es uns eigentlich geht und was für ein Glück wir hatten .
Mir gehts aber wie Dir , bei jedem kleinen Schmerz im Kopf bei meinem Mann oder bei mir kommt die Angst wieder . Ich habe auch sehr viel Angst wenn die Kinder mal fallen oder als der Kleine in der Anfangszeit als er Laufen lernte oft auf den Kopf gefallen ist . Damals die Ärzte sagte das ein Aneurysma schon vererblich sein kann aber nicht das es so sein muss . Er hat uns geraten die Kinder nicht untersuchen zu lassen , denn wäre etwas auffällig würden sie eh nichts machen denn es muss ja nicht zum Platzen kommen , man kann selbst mit einem Aneurysma 90 werden .. keine Aufmunterung aber es macht etwas mehr Mut .
Ich habe höllische Angst davor einen Schlaganfall zu bekommen ... bei uns gabs das Gott sei dank nie in der Familie , bei uns sind die , die gestorben sind alle sehr alt geworden und normal gestorben .

Es ist schon nicht einfach das Leben .. aber es heisst doch so schön .. " Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter " und daran sollte man sich meistens schon halten .

Dein Vater ist ein sehr starker Mann , solche Menschen beneide ich sehr die es schaffen einen Menschen zu Pflegen , ich weiss nicht ob ich es könnte !

Dani

Beitrag von spinat76 19.09.08 - 21:47 Uhr

Ja ich bewundere meinen Vater auch. Ich könnte das nciht. Er geht noch in TZ arbeiten. Also Mittwoch bis Freitag. Wenn er weg ist pfelgt meine Tante meine Mutter. Aber sobald er von der Arbeit kommt ist er wieder dran. Mal weggehen ist selten drin. Meine Mutter kann nie alleine bleiben. Urlaub kennt mein Vater gar nicht mehr. Er lebt nur dafür. Kaum vorstellbar. Man hat uns damals geraten sie ins Heim zu geben aber das kam für meinen Vater nie in Frage. Ich bewundere es wirklich wahnsinnig. Er tut mir aber auch sehr sehr leid. Er wirkt gar nicht so stark. Ist ein ganz ruhiger schüchterner Mann, aber innen ist er wahrscheinlich stärker als jeder Bodybuilder.

Ich wünsch euch alles Gute und hoffe das weder bei uns noch bei euch noch etwas schlimmes passiert.

Alles Liebe Anja

Beitrag von vicky75 20.09.08 - 10:29 Uhr

Hallo Dani,

ich kann auch sehr gut nachfühlen, was bei dir los ist. Meine Mutter hatte letztes Jahr im Januar einen schweren Schlaganfall. Meine Mutter...die seit ich denken kann niemals im Krankenhaus war...

Am Anfang konnte uns keiner sagen, ob sie wieder ein normales Leben führen kann oder ein Pflegefall wird. Heute ist meine Mutter wieder relativ fit, sie kann zwar nicht mehr arbeiten, weil die linke Seite nicht mehr die volle Kraft hat (sie war Masseurin), jemand der die Geschichte nicht kennt, wird es nicht wirklich merken, dass sie einen Schlaganfall hatte. Aber ich merke es! Sie ist anders, ich kann aber garnicht so wirklich gut beschreiben, was anders ist. Klar sie vergißt viel, hängt auch mit dem Schlaganfall zusammen...aber auch so.

Seit dem hab ich auch total Angst, wenn jemand aus meiner Familie, mein Freund oder ich Kopfschmerzen hat oder sich nicht gut fühlt. Ich werde da richtig panisch :-(

Lg Vicky

Beitrag von gedankendreher 20.09.08 - 12:07 Uhr

Liebe Dani,

verständlich, dass Du Angst hast. Wenn Deine Angst allerdings so groß ist, dass sie Dein ganzes Leben beeinflusst und Dich überhaupt nicht mehr loslässt, solltest Du Dir vielleicht professionelle Hilfe holen.
So eine Angst wird hinterher chronisch und lässt Dich überhaupt nicht mehr in Ruhe leben.
Sprich doch mal Deinen HA an, vielleicht weiß der einen Rat?
LG und Alles Gute, Alex**

Beitrag von pearl79 20.09.08 - 12:36 Uhr

Hallo Dani

Als ich deine Zeilen gelesen habe dachte ich hey die schreibt von dir und deinen Gefühlen.

Mir wurde im letztem Oktober ein Gehirntumor entfernt ,leider konnten die Ärzte nicht alles entfernen denn sonst wären wesentliche Bestandteile meines ICHS nicht mehr gegeben.
Seitdem verfolgt es mich,leider.
Wenn der Tumor wächst dann war es das für mich !

Ich bin seit 3 Tagen mit meinem Sohn im Kh und schaffe es nicht über Nacht bei ihm zu bleiben.
Jedesmal wenn ich ein Kh sehe wird mit schlecht.

Wir sind zum Röntgen gegangen und kamen an einem CT vorbei,mir wurd es heiß und Kalt meine Tränen kamen,das war so schrecklich.

Zum Glück habe ich einen Partner der mich Unterstützt wo er kann,Danke#herzlich
Er ist auch über Nacht im Kh bei meinem Sohn geblieben.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft diese Zeit zu überstehen.#klee#herzlich

Ganz lieben Gruß pearli#herzlich

Beitrag von frechdachs1 21.09.08 - 17:23 Uhr

Ich wünsche dir viel Kraft und Hilfe bei der Verarbeitung deiner Sorgen und Ängste.#herzlich
Frechi