Gerichtsvollzieher, Pfändung

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Beitrag von sissy66 19.09.08 - 18:56 Uhr

Hallo,

ist jemand hier der sich mit solchen Sachen auskennt? Wenn ja wäre es super wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Meine Frage: Wenn es zu einer Zwangsvollstreckung kommt und der Gerichtsvollzieher nach Hause kommt um zu Pfänden, und ich wohne mit meinem Lebensgefährten zusammen, wie läuft das dann ab? Schließlich kann der Gerichtsvollzieher nicht wissen was mir und was meinem Freund gehört, wenn also alle halbwegs wertvollen Dinge meinem Freund gehören, was kann er dann pfänden?
Die Dinge meines Freundes nicht oder?
Ich arbeite bald auf 400Euro Basis und bekomme noch 154Euro Kindergeld, von diesen 554Euro muss ich aber noch Nebenkosten, Strom, usw. bezahlen, da ist mein Lohn doch nicht pfändbar oder?

LG

Beitrag von scullyagent 19.09.08 - 19:19 Uhr

Halte einfach die Kaufbelege bereit für die Gegenstände, die Deinem Freund gehören.
Sind diese nicht mehr vorhanden, lass deinen Freund eine eidesstattliche Versicherung unterzeichnen, in der er sein Eigentum benennt.

Da Du auch mit 400 € Job mit Deinem Einkommen weit unter der Pfändungsgrenze liegst, wird in letzter Konsequenz die Abgabe der EV folgen.

Warum arbeitest Du nicht halbtags und machst dann einen vernüftigen Ratenplan mit dem Gerichtsvollzieher aus?

Scully

Beitrag von nick71 19.09.08 - 19:28 Uhr

"Der Gerichtsvollzieher ist nicht verpflichtet, die Eigentumsverhältnisse der in der Wohnung des Schuldners vorhandenen Gegenstände zu prüfen. Er darf vielmehr vermuten, dass die Gegenstände in der Wohnung, in der der bzw. die Schuldner/in lebt, dem Schuldner auch gehören. Dies gilt auch dann, wenn er bzw. sie die Wohnung nicht allein bewohnt.

Diskussionen mit dem Gerichtsvollzieher über die Eigentumsverhältnisse an einem Gegenstand lohnen daher nur dann, wenn man schriftlich belegen kann, dass die Stereoanlage oder der Videorecorder wirklich einem Dritten gehören.

Wird das Eigentum eines Dritten gepfändet, bleibt diesem nur, im Wege einer sogenannten Drittwiderspruchsklage sein Eigentum auf dem Rechtswege zurückzufordern."

Quelle: http://www.zsb-stuttgart.de/beratung_infos_07.htm

Beitrag von phoe-nix 20.09.08 - 08:31 Uhr

Ihr lebt mit gemeinsamem Kind zusammen als Familie.
Wie kann es da sein, dass Dein Freund Dinge von Wert besitzt und Du den Gerichtsvollzieher nicht bedienen kannst?

Warum regelt Ihr solche Dinge nicht wie eine Familie, in der einer für die Probleme des anderen einsteht, auch auf die Gefahr hin, dass dann teurer Schnickschnack geopfert werden muß, um Deine Schulden zu tilgen?

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von shopgirl68 20.09.08 - 09:21 Uhr

Heutzutage gibt es auch die Gütertrennung! Da muss man nicht für die Schulden des anderen eintreten. Das hat den Hintergrund dass bei einer Scheidung z.B. jeder mit dem geht mit dem er auch gekommen ist, also der eine kann sich nicht am Zugewinn des anderen bereichern!

Für einen Zugewinnausgleich bräuchte man nämlich genau eben diese Belege/Rechnungen die auf den entspr. Namen ausgetellt sein müssen damit man nachweisen kann wem es tatsächlich gehör. Wer das schon mal hinter sich hat kann ein Lied davon singen...kann ewig dauern.

Hat alles seine Vor- u. Nachteile.

Beitrag von phoe-nix 20.09.08 - 09:34 Uhr

Das ist mir völlig bewußt und darum ging es mir überhaupt nicht, sondern ganz allein um die moralische Seite.

Wenn es tatsächlich so ist, dass für sämtliche Gegenstände von Wert eindeutige Belege vorhanden sind, ist doch alles gut.

Beitrag von paulfort35 20.09.08 - 09:58 Uhr

So sehe ich das auch