Viele Fragen an die Ofenbesitzer

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von tiffysb 19.09.08 - 19:04 Uhr

Hallo und guten Abend,

mein Mann und ich haben uns überlegt eventl. einen Ofen zu kaufen. Nun hätte ich vorher aber noch ein paar Fragen :

- was kostet eigentlich Holz ?
- gibts Alternativen zu Holz, also dass man alles im selben Ofen verfeuern kann ?
- wo bekommt man es (das Holz und eventl. die Alternativen) her ?
- kann man das auch liefern lassen ?
- das gekaufte Holz, muß das noch trocknen oder kann man es gleich verfeuern ?
- wieviel Holz sollte man immer auf "Vorrat" haben, wieviel qm Lagerfläche benötigt man dafür in etwa ?
- wie sieht es mit der Wärme aus ? eher gleichmäßig verteilt ? oder eher so, dass man in unmittelbarer Umgebung Sauna-Feeling bekommt ?
- wie oft muß man so einen Ofen "füttern"
- kann der Ofen auch brennen, wenn man nicht zu Hause ist ? oder zu gefärhlich ?
- wie hoch ist der tägliche / wöchentliche Aufwand für die Reinigung ?
- wie sieht in Umgebung des Ofens aus ? rußig ?
- wie lange dauert ist, bis man die Wärme fühlt, wenn man den Ofen angeworfen hat ?
- heizt das Kamin evtl. die darüber liegenden Räume mit ?

Fragen über Fragen... und hoffentlich viele Antworten.

Liebe Grüße
Tiffy



Beitrag von doucefrance 19.09.08 - 20:43 Uhr

Wir haben einen Specksteinofen von Tulikivi. Der hatte zwar seinen Preis, ist aber so ausgelegt, dass er gute 70qm allein heizen kann. Gewicht: 1900kg, das musste in der Statik damals berücksichtigt werden.

Speckstein hat den Vorteil, dass er langsam die Wärme abgibt. Wir heizen, wenn es richtig derbe Minustemperaturen hat folgendermaßen: am ersten Abend über drei vier Stunden immer wieder nachlegen, dann ist der Ofen so heiß, dass er am nächsten Tag nicht mehr befeuert werden muss oder nur eine Ladung voll. Feuern wir ihn nicht, dann ist er am übernächsten Tag immer noch gut lauwarm.
Sind moderate Wintertemperaturen, dann feuern wir jeden Abend so 2 bis 3 Ladungen.
Dadurch dass wir abends heizen, stellt sich für uns nicht die Frage, ob wir weg gehen können während Vorgangs.

In einem Specksteinofen kann jede Holzart verfeuert werden, das ist (wie wir von Bekannten wissen) in anderen Öfen nicht möglich.

Specksteinöfen geben eine Strahlungswärme ab, das ist eine ganz anders gefühlte Wärme als so ein dänsicher Ofen "Bullerjahn".

Wir haben immer gerade das Holzmaterial gekauft, das wir günstig bekommen konnten: Buchenholz, so ein gepresstes Holz, das wie Ministämme aussieht mit einem Loch in der Mitte, z.Zt. haben wir Holzbrikett

Vorteil von diesem Pressholz u. den Holzbrikett ist, dass man sie nicht trocknen braucht und wurde bei uns bis vor die Türe geliefert.
Buchenholz hatten wir im Vorjahr für das kommende Jahr gekauft (bei uns kann man auch noch selbst aus dem Wald holen, sind allerdings Meterabschnitte, die man dann noch hacken muss... - Holz heizt dreimal: 1.beim Holen, 2. beim Hacken, 3.beim Feuern;) ). Es muss ja auch noch nachtrocknen.

Wir benötigen von den Holzbrikett knapp 1 Europalette in der Heizperiode von ca. Ende September bis April, dafür fährt die Fußbodenheizung automatisch runter. Dadurch das es gepresstes Holz ist, hat es einen höheren Brennwert (heißt das so?) als ein Holzscheit aus z.B. Buchenholz

Für das Holz hat mein Mann so einen kleinen überdachten Anbau aus diesen Holzsichtschutzelementen längs der Garage gemacht, gut die halbe Garagenlänge und ein Element tief. Überdacht hat er das mit Dachziegeln die wir noch übrig hatten. Vorn zum Zumachen hat er im Baumarkt feste Plane gekauft, so ist das weitgehenst vor Regen geschützt.

Rußig ist bei uns nichts. Selbst nach fast 15 Jahren sieht man kaum etwas an der weißen Wand dahinter und auch nicht an der Decke.

Unser Fazit: Wir würden immer wieder einen Specksteinofen kaufen. Wir haben vorher viele verschiedene Ofenarten verglichen, aber der Specksteinofen hatte für uns die meisten Vorteile. Freunde haben einen "Bullerjahn" und werden sich im kommenden Jahr einen Sprecksteinofen kaufen, weil sie viel zu viel und oft feuern müssen, denn sobald ca. 2 Stunden nicht mehr gefeuert wurde, ist der Ofen schon fast kalt und gibt keine Wärme mehr ab. Sie haben eine wesentlich kleinere Fläche zu heizen mit ihrem Ofen aber einen wesentlich höheren Verbrauch an Holz...

Wenn Bullerjahn, dann wenigstens so einen, der mit Speckstein verkleidet ist, das bringt wohl schon einiges mehr an Wärmeabgabe.

Beitrag von trollmama 19.09.08 - 21:27 Uhr

*Klugscheißmodusan*
Es heißt Bullerjan und der kommt aus Kanada.
*Klugscheißmodusaus*
Der Bullerjan heizt mit Konvektionswärme. D. h., er saugt die kalte Luft an, erwärmt sie im Brenner und gibt dann die heiße Luft ab. Die Luft ist dadurch in Bewegung, der Raum erwärmt sich schneller und die Wärme verteilt sich viel besser.
Wir haben mit einem Bullerjan unseren Wohnflur, die Küche und die beiden Ki-Zimmer beheizt. Bei mehr als 10 Grad konnten wir auch noch das Wohnzimmer und den Eingangsflur mit beheizen. Und wir hatten einen Resthof mit entsprechend großen und hohen Räumen. Trotzdem haben wir es schön warm bekommen.
Ich denke, es kommt immer darauf an, welcher Raum beheizt werden soll. Mit einem Specksteinofen hätten wie die Räume nicht bis in die letzte Ecke warm bekommen, mit dem Bullerjan schon.
Soll aber nur das Wohnzimmer und evtl. noch ein angrenzender Raum warm werden, reicht ein Specksteinofen vollkommen aus.
Bzgl. des Holzverbrauchs muß man sich im Klaren sein, daß ein 11 kw Bullerjan eben mehr Holz verbraucht, als ein 5 kw Specksteinofen. Schließlich verbraucht ein 180 PS Mercedes auch mehr Sprit, als ein 90 PS Golf.
Mir ist allerdings nicht ganz klar, wieso ein Bullerjan nach 2 Std. schon wieder kalt gewesen sein soll. Ich habe bei uns gegen Abend nachgelegt und hatte am nächsten Morgen immer noch Glut.
Die Specksteinverkleidung beim Bullerjan ist nur dafür da, die Strahlungswärme länger zu halten. Mehr Wärme gibt er dadurch nicht ab.
Ach ja, ich fand es immer sehr gut, daß ich nur alle 6 - 8 Wochen etwas Asche entfernen mußte. Und ein Bullerjan ist wartungsfrei, weil er keine Schamottesteine hat, die kaputt gehen und ausgetauscht werden müssen.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von mami98 20.09.08 - 22:36 Uhr

Hallo Tiffy,

kann dir nur von unserem Ofen und unserer Erfahrung berichten. Wir haben auch einen Specksteinofen. Der war sauerteuer (3.600 EUR) und wir haben echt lang überlegt, ob wir uns nicht einen billigen vom Baumarkt holen. Unser Ofen heißt Atika und der Speckstein hat eine wunderschöne Maserung (*übrigens Rechtschreibfehler darf behalten, wer sie findet *g*).
Der Griff wird niemals so heiß, dass man die Tür mit Handschuh öffnen müßte. Am Anfang müßen wir schon viel reinlegen, bis er richtig heiß ist. Aber bei uns ist das Wohnzimmer (45 qm) schon schön warm nach 30 minuten. Wir heizen von ca. September bis ca. April und brauchen ca. 6-7 Festmeter Holz. Ich habe den Eindruck Eicheholz brennt länger. Kann aber auch Einbildung sein. Geht man selbst in den Wald muß man es 3 Jahre lagern und braucht sehr viel Platz, schließlich kommen ja dann für die kommenden Jahre auch noch Holz dazu. Wir haben es bisher bringen lassen von einem Feuerwehrmann der es nebenher macht. Aber 70 EUR der Festmeter! Ist schon happig.
Wir wollen unseren Ofen nicht mehr missen. Er heizt Wohnzimmer, Kinderzimmer, Flur und Küche. Wir haben 8 kw meine ich. Dreck macht er leider schon. Wenn´s arg kalt ist muß ich schon 1-2mal die Woche einen Teil Asche raus tun. Und bei uns ist auch nach 4 Jahren die Wand hinter dem Ofen etwas russig. Hat aber eher mit meiner mangelden Fähigkeit zu tun, Holz zum brennen zu bringen....., aber Qualm kann ich hervorragend machen.....*g*.
Würde immer wieder einen Specksteinofen kaufen. Hier ist es auch wichtig auf die kg zu achten. Weil eine dünne Spechsteinschicht, ist glaube ich nicht wirklich effektiv. Bei uns ist am nächsten Tag noch viel Glut im Ofen.

Lg Myri

Beitrag von tiffysb 20.09.08 - 22:48 Uhr

vielen lieben Dank für Eure Antworten...