Er zwickt, haut, beisst. 15 Monate. Etwas länger

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von duppie852 19.09.08 - 20:42 Uhr

Hallo zusammen,

bin im Moment etwas ratlos. Mein Kleiner hat vor einer Weile das hauen entdeckt, dann kam hinzu das beißen bis ich blute und nun kommt noch das zwicken dazu. Aber so richtig, mit Fingernägel. Hab schon etliche blaue Flecken am Körper, im Moment noch eine abheilende Bisswunden auf der Backe (die hat echt wahnsinnig weh getan und auch sofort geblutet). Ich setz ihn immer gleich auf den Boden wenn er das macht. Nur manchmal ist es halt so, daß er z. b. auf die Straße laufen will, ich renn ihm dann nach und trag ihn zurück und patsch... schon haut er mich, beißt mich oder zwickt mich. Mittlerweile trau ich mich gar nicht ihn hochzunehmen in solchen Situation, da in meinem geistige Auge schon der Film abläuft wie er mich wieder beisst ect.

Er macht das auch in Geschäften, in der Öffentlichkeit. Jeder guckt schon so abfällig auf mich.

Bei Papa macht er das nicht. Der wenn ihn von der Straße holt (wir haben momentan noch kein Hoftor) lacht er. Selbst wenn er das zehnmal macht. Bei mir wird er richtig wütend, stampft, brüllt und zornt ohne Ende.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht das Mauerblümchen das nicht schimpfen kann. Im Gegenteil, ich bin der einzige der mit ihm schimpft. Er rennt mir dann ja auch immer heulende hinterher und ruft Mama.

Mein Mann sagt der kleine hat mangelnden Respekt vor mir, da ich zu wild mit ihm umgehen (ich scherze sehr oft mit ihm und da kanns schon etwas laut werden, ich behandle ihn halt nicht wie ein rohes Ei. Wir machen Kissenschlacht, ich kitzle ihn voll durch, schmeiss ihn aufs Bett ect. Er lacht sich dabei immer voll kringelig und kriegt gar nicht genug davon. Ich setzt mich halt ab und zu mit meinem Sohn auf gleiche Stufe und spiel nicht die Mama sondern tolle halt auch voll mit ihm durch die Wohnung)

Auch sagt mein Mann das er bei ihm nie so auf Ideen kommt wie bei mir. Bei mir will er meine Ketten, mein Make up, die Fernbedienung ect. Alle was ich ihn die Hand nehme will er auch sofort. Bei meinem Mann nicht so. Bei ihm hängt er auch nicht so an den Füssen wenn er z. B. sich die Zähne putzt.

Nun ehrlich: Was mach ich alles falsch. Oder besser gesagt: Was könnt ich an meinem erziehungsstil verbessern. Wie macht ihr das.

So, sorry fürs zutexten.

Glg
duppie852

Beitrag von stolzemutsch 19.09.08 - 20:54 Uhr

woher kennt er denn sowas wie beissen, hauen und zwicken?

Versteh ich nicht, irgendwo muss er sich das abgeguckt haben. Und erst wenn diese "vorzeigesituation" aus der welt geschafft ist, hast du wahrscheinlich auch eine chance, dass er das lässt.

Lg
Mutsch mit nico, der den ganzen tag am kuscheln und knutschen ist und hauen,kneifen und beissen garnicht kennt.

Beitrag von arnissa80 19.09.08 - 21:04 Uhr

Naja ich kann mir kaum vorstellen, daß sich siene Eltern den ganzen Tag am hauen und zwicken und beissen sind.
MAchen wir auch nicht mit meinem Mann und sonst keiner in unserer Umgebung, und unsere macht es auch.
Ich dneke mal das ist der eigene Wille der da durch kommt beim Kind, der halt ausgeprägter ist als bei anderen.
Kuscheln und küssen kann christina auch superviel. das eine schliesst das andere ja nicht aus.

Beitrag von stolzemutsch 19.09.08 - 21:22 Uhr

mhm...ja, aber kinder kommen doch nicht mit dem wissen zur welt, dass man sowas tut, wenn man nicht das bekommt, was er will.

Dachte vielleicht vom spielplatz oder spielgruppe, gabs alles schon.

Wenn unser bockig ist, jammert er. Aber sonst nichts.
Selbst dann sag ich: nico jetzt ist schluss. Und dann hört er auch auf. Ich lass ihn ruhig bocken, denn so bekommt er mit, dass es nichts bringt. Und heute bockt er nur noch selten.

Tja, anscheinend hat ihr mann recht, dass ihr kind kein grossen respekt hat.

Aber da hilft nur konsequenz. Vielleicht merkt er, dass sie springt, wenn er bockt und sie somit ihm unterlegen ist.

Beitrag von arnissa80 19.09.08 - 21:30 Uhr

jA klar, er testet grad siene Grenzen, völlig normal..da muss man echt konsequent sein..
aber ich finde auch jedes Kind ist anders..habe kinder kennengelernt, die sind einfach vom Wesen und Charakter viel ruhiger als andere...
wenn christina bockt, das ist echt anstrengend....sie ist super ausdauernd.
ich ignoriere sie dann völlig und dann hört sie auf, kommt drauf an was sie gerade will und warum.
mit 15 monaten muss er den respekt erstmal noch lernen...die sind noch sooo klein...
kinder kriegen ist leicht, erziehung dagegen schwer...:-)

Beitrag von stolzemutsch 19.09.08 - 23:30 Uhr

Oooohhh jaaaaa!

Aber man wächst mit seinen Aufgaben :-D

Beitrag von ena71 19.09.08 - 22:55 Uhr

sorry wenn ich dass so direkt kommentiere, aber ich möchte verhindern,dass ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wo es nicht sein muss.


das muss er nirgendwo gesehen haben!

das sind Affekthandlungen, die kommen aus dem Bauch heraus.... warte auf die Trotzphase (jedes Kind was die auslässt ist nicht normal!) dann verstehst Du was dabei mit den Kindern passiert.

Liebe Grüße
ena
mit manchmal trotziger Johanna

Beitrag von stolzemutsch 19.09.08 - 23:14 Uhr

hallo,

vielleicht hast du es überlesen, unser ist auch bockig/ trotzig aber er jammert dann nur.

Gerade wenn wir einkaufen sind und er am Kassenregal alles einpackt und ich es wieder auspacke. Dann fängt er auch an zu bocken und das nicht gerade wenig. Aber er haut, zwickt und beisst nicht.

Und die Kleine (2 Jahre) von meiner Freundin tut sowas auch nicht, und die Kleine (14 Monate) von meiner Bekannten auch nicht und glaub mir, ich habe sie alle schon bocken gesehen. Ob es darum ging, dass sie nicht mehr in den Wagen reinwollen oder dass sie etwas nicht bekommen etc.!

Ich hab mich als Kind genauso verhalten, hab zwar geschrien oder gejammert aber nie gehauen oder so.


Der Kleine von einer alten Schulkameradin, haut auch schnell zu, kratzt usw. Seine Eltern sind dort aber auch nicht zurückhaltend.

Aber das muss ja nicht heissen dass der Sohn von der TE gehauen wird. Das ist Quatsch. Er kann das im TV gesehen haben, auf den Spielplatz oder in der Spielgruppe. Die Kleinen schnappen schnell etwas auf.

Deswegen fangen Kinder auch mit Krippen- oder Kindergartenstart an sich zu verändern.

Als ich mit unsern Mittwoch in der Spielgruppe war und das eine Mädel die ganze Zeit mit einer rausgestreckten Zunge durch die Gegend gesaust ist, rat mal, wer das nachmachen wollte...ja genau, die kleine Knuspertüte, die gerade schläft ;-)

Es ist nicht leicht, Kinder von solchen Dingen fernzuhalten, eigentlich unmöglich.

Aber trotzdem hilft dort nur Konsequenz.
Und auch, wenn du der Meinung bist, finde ich, dass unser und die beiden Mäuse, die ich oben nannte, trotzdem normale Kinder sind.

Ein Kind was haut, kratzt, beisst, zwickt...ist normal, alle anderen, die sowas nicht tun, sind unnormal...???#kratz

Das ist absoluter Quatsch!

LG

Beitrag von ena71 19.09.08 - 23:45 Uhr

Klar ist das Quatsch und das habe ich nicht gesagt!

ich wollte dir nicht zu nahe treten, habe eben nur kurz den ersten Post und Deinen direkten Kommentar darauf gelesen, das konnte ich nicht so stehen lassen. (ich habe keine anderen Kontext hier zu Verfügung gehabt)

Ich meine nicht, dass eine Trotzphase mit schlagen einhergehen muss, sondern dass sie (also die Trotzphase) stattfinden muss!
Jedes Kind reagiert im Trotz anders, das hängt vom Temperament ab.

das wäre eine "unnomale" Entwicklung, ich diffamiere keine Kinder, ich behandel Kinder mit Entwicklungsstörungen, das ist mein Beruf.

Das Nachahmen ist ein anders Thema, das wird uns noch lange begleiten, eben nicht zu viel Aufmerksamkeit darauf verwenden...wird dann langweilig...

Hoffe ich konnte es so klären
LG ena





Beitrag von stolzemutsch 19.09.08 - 23:53 Uhr

;-) jawoll! :-)

Beitrag von arnissa80 19.09.08 - 21:02 Uhr

Hallo duppie852,

also was du shcreibst deckt sich fast gleich mit meiner kleinen.....christina hat auch ca mit dem Alter angefangen mich zu beissen und zu kratzen und so..hauen ist noch nicht so ihr ding, gottseidank!
Bei meinem Mann macht sie das nicht so in dem Maße wie bei mir...
sie sieht ihn halt auch seltener durchs arbeiten.
Ich bin noch vollzeit zuhause und verbringe den ganzen Tag mit ihr.
Das Problem ist auch bei uns, daß sie das auch bei anderen Kindern macht.
Zur Zeit finde ich, sie markiert irgendwie den Boss in der Runde. Sobald ihr einer ein Spielzeug weg nehmen will, kneift sie sofort ins Gesicht.
Kommt ihr einer zu Nahe, kneift sie ins Gesicht.
Ich schimpfe und nehm sie aus der Situation raus und kümmere mich nur noch um die Verletzten, trotzdem hilft nix.
Wenn sie mir weh tut einfach so, dann dreh ich mich um und gehe.
Sie weiß genau, dßa sie das nicht darf...ich hoffe sie stellt es bald ab, ich finds auch langsam furchtbar.
Sie ist mittlerweile 19 Monate und versteht alles was man zu ihr sagt...sie ist halt ien Rabauke, damit beruhige ich mich immer..hoffe daß sie wenn sie richtig sprechen kann, sie sich dann mit Worten wehrt.
Mal sehen...ich bin mit meinem Latein auch am Ende!
Man muss schon sehr geduldig sein............
bin gespannt auf deine Antworten.....
Alles Gute
lg
arnissa

Beitrag von darkblue6 19.09.08 - 21:08 Uhr

Hallo!

Ich denke es ist ganz normal, dass sich die Kleinen bei Mama mehr trauen als bei anderen Personen. Es ist glaub ich oft so, dass sie bei anderen (z.B. bei Oma oder auch bei ganz fremden Leuten) die liebsten Vorzeigekinder sind und zu Hause dann die kleinen Teufelchen rauskommen;) Irgendwo ist das somit ja auch eine Art Vertrauensbeweis, als mangelnden Respekt würde ich das jedenfalls nicht unbedingt auslegen!

Wegen dem Beißen usw.: Sarah hatte in diesem Alter auch mal so eine Phase, in der sie mich ab und zu ganz schön gezwickt hat (meistens dann, wenn sie schon etwas müde war). Sie hatte dann oft schon so einen gewissen Blick drauf und ich wusste schon, was sie vorhat.

Ich habe dann immer versucht, aus der Situation herauszugehen so dass es erst gar nicht zu irgendwelchen "Übergriffen" kommen konnte.

Wenn sie mich dann doch gepackt hat hab ich ihr kurz und deutlich zu verstehen gegeben, dass mir das sehr weh tut und hab mich dann erst mal kurz von ihr abgewendet. Wenn sie dann wieder zu mir wollte habe ich sie aber schon wieder an mich rangelassen.

Ich vermute, Du machst das eigentlich ganz ähnlich und ich finde das auch ok so. Wichtig ist denke ich, dass man kein Riesen-Theater drum herum macht; die Kleinen finden es sonst vielleicht erst recht spannend wenn sie merken, dass sie bei Mama so eine heftige Reaktion auslösen können.

Wenn er so tobt und schreit: lass ihn einfach machen, bis er sich wieder beruhigt hat; biete ihm ggf. zwischendurch auch mal an, ihn zu trösten.

Bei Sarah war diese Phase nach einigen Wochen dann auch wieder vorbei und hat sich bis jetzt nicht mehr wiederholt.

LG,
darkblue

Beitrag von nityanandi 19.09.08 - 23:25 Uhr

ein sehr guter beitrag.
ich glaube, als betroffene ist es schwer, diese verhaltensweisen nicht als angriff zu erleben, aber vielleicht hilft deine sichtweise ja weiter.
vertrauensbeweis, that's it!

Beitrag von selaphia 19.09.08 - 21:39 Uhr

Das klingt ziemlich böse und ich glaube, dass das verdammt doll weh tun muss.
Ben hat das bis jetzt nicht in dem Maße gemacht aber wird auch "bockig" wenn er nicht auf die Strasse darf. Ich nehme ih dann hoch und sage, dass er entweder hören soll, an der Hand laufen muss oder eben in den Buggy kommt wenn er nicht auf mich hört.
Kann sein, dass er dann weint aber ich bleibe konsequent wenn er nicht hört. Aber bis jetzt klappt es ganz gut und meißt ist es nur kurze Wut in ihm, wenn er nicht das machen darf was er will...hauen, beißen oder kratzen musste ich bis jetzt nicht spüren.
Bei uns ist es auch so, dass wir viel toben und er mir am "Rockzipfel" hängt, da ich noch zu Hause mit ihm bin aber er darf auch recht viel machen insofern es nicht gefährlich für ihn ist. Daher gitb es nur selten Situationen in den ich ihm etwas verbiete. Bei meinem Freund ist er auch etwas anders und Ben kommt dann immer zu mir wenn Stefan etwas macht wo der Kleine nicht dabei sein kann. Aber wenn ich es gern hätte das Ben zu Stefan geht, klappt das nicht.
Jedoch ist jedes Kind anders und es ist schwer zu beurteilen wie Du es besser machen kannst...da ich nur das kenne was Du geschrieben hast. Ich hoffe nur für Euch, dass diese "Phase" bald vorbei ist.

Beitrag von ena71 19.09.08 - 23:10 Uhr

Hallo
mache Dir da keine Sorgen! Das ist der Beginn der Trotzphase, es gibt da zahlreiche Abhandlungen und Bücher...

in den Situationen in denen er Begrenzung erfährt (er nimmt sich etwas vor und kann oder darf nicht) kommt es dabei zu einer psychischen "Überschussreaktion" , die Wut entläd sich in Hauen, um sich schlagen, Treten etc...
etwas anderes ist das Reaktion testen, Ich haue, Beisse und Zwicke, wie reagiert mein Gegenüber, auch das gibt es....

Das Kind lernt so Empathie, die es evtl dann bis 2 begriffen hat.

Klar verunsichert das, bei Vater trauen sich Kinder weniger, weil der Vater oft eben weniger "durchschaubar" ist, daher als "Lernobjekt" nicht so geeignet ist.

Sei klar mit deinen Handlungen und deinen Reaktionen, erkläre nicht zu viel.
AUA und NEIN , evtl wegsetzen oder Hand festhalten sollte die einzige Aufmerksamkeit sein, die Gewalthandlungen begegnet.

NIE schreien, erklären, lamentieren... das hilft nicht.

Beim Trotz nicht, weil der Trotz nicht böse gemeint ist und beim Testen weil das eben unerwünscht ist und nicht durch Aufmerksamkeit belohnt werden sollte ( auch negative Aufmerksamkeit ist ein Verstärker)

Sooo genug Fachgesimpelt, zeige deinem Kind weiter das Du ihn liebhast... Sei klar und liebevoll..

Liebe Grüße
ena