Besonders berliner Eltern oder Schüler gefragt!!!???

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von selaphia 19.09.08 - 22:16 Uhr

Ich bin seid mehr als 10 Jahren in Berlin und mein Kleiner ist erst 1 Jahr alt.#baby
Mein Partner ist erst anfang des Jahres nach Berlin gekommen und wir wollten nun zusammen ziehen.

Er sagte aber oft in letzter Zeit, das wir nur für ein paar Jahre in Berlin bleiben werden und er lieber an den Stadtrand möchte oder besser woanders hin, da er sich nicht vorstellen kann,dass unsere Kinder(wir wollen gern noch 1 oder 2) in Berlin zur Schule gehen.#gruebel
Er hat Angst, dass der "schlechte" Einfluss ihnen nicht gut tut. #klatsch

Nun ja, man kann ja nun nicht gerade behaupten, dass alle Berliner Drogen nehmen, sich schlagen, schwänzen oder den Abschluss nicht schaffen, Es kommt ja auch auf den familieren Hintergrund, sicher auch ein wenig auf den Bezirk oder das Kind selber...etc... an wie es sich entwickelt.

Er möchte dennoch lieber aus Berlin raus. Ich denke, dass ein Kind auf dem Land ohne Perspektive(beruflich, etc.) auch eine dunkle Laufbahn einschlagen kann und ich finde an Berlin so toll, dass gerade für Kinder ein riesiges Angebot für die Freizeit besteht. Im allgemeinen liebe ich diese Stadt und würde noch nicht einmal dne Bezirk(F´hain) wechseln wollen :-p

Wie seht ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Welche Argumente kann ich bringen um ihn auch in Zukunft von Berlin überzeugen zu können? Bin natürlich auch für andere Meinungen offen...vielleicht lasse ich mich ja doch auf´s Landleben ein #cool

Beitrag von joulins 19.09.08 - 23:58 Uhr

Hallo Selaphia!

Ich denke, es gibt sowohl gute Gründe, in Berlin zu bleiben, als auch, aus Berlin rauszuziehen. Fr´hain beispielweise wäre mir persönlich zu zugeschissen (sorry) und zu jugendkult(ur)geprägt für eine junge Familie - aber vielleicht findest du ja gerade das gut.

Dein Kind ist jetzt ein Jahr, also in einem Alter, wo er gerade anfängt zu tippeln und du ihn noch im Kinderwagen rumschiebst. Bald will er allein laufen, und dann bist du nur noch am hinterherrennen, von Hundehaufen wegzerren und rumbrüllen, wenn er im Stechschritt auf die Linie 23 zujagt. (Fährt die da noch? Bin 2001 aus dem Fr´hain weggezogen.)

Spätestens im nächsten Sommer sitzt du auf dem großen Spielplatz auf Traveplatz und sammelst Scherben und Kippen aus dem Sand, damit dein Schatz sich das nicht in den Mund steckt. - Das Problem hättest du nicht, wenn er in seinem eigenen kleinen Sandkasten in einem Haus in einem Speckgürtelkaff spielen könnte. Aber natürlich würde er dann auch keine bereichernden Sandkastenfreundschaften zu Erkan, Luca, Luca2, Luca3 und Konstantin-Maximilian pflegen (ich hoffe, ich bin jetzt dem Fr´hainer Ist-Zustand nahegekommen #freu).

Also, ich denke: ihr müßt nichts überstürzen. Aufs Land ziehen kann man immer noch. Die Gefahr auf dem Land: man schlägt sich mit Leuten herum, die sich ihre Weltanschauung zum Preis eines Eigenheims erworben haben und sie verbissen verteidigen. Du wirst das anhand der Bemerkungen zu spüren bekommen, die die Kinder der Nachbarn auf der Kindergeburtstagsfeier so von sich geben ... Nachbarn, ähnlich wie Verwandte, kann man sich nicht aussuchen. Da ist Berlin WESENTLICH liberaler. Hier interessiert es keinen, ob dein Mann lila Nagellack trägt oder ob euer Kind länger Windeln trägt als andere Kinder.

Vorteil auf dem Land: man kann sie wochenends allein raus in den Garten lassen. Im Sommer verbringt man bei schönem Wetter den Tag komplett draußen - in der Stadt schirrt man sie zwei mal für 2 Stunden an, und hockt den Rest des Tages doch drinnen. Außerdem ist man schneller richtig in der Natur. Und wenn sie größer sind, dürfen sie auch mal RICHTIG laut sein - im eigenen Garten.

Letztlich ist es eine Stilfrage, wie man das löst. Wir haben es derzeit so eingerichtet, daß wir unter der Woche in der Stadt leben und arbeiten (Pankow) und das Wochenende in unserem WE-Haus im Speckgürtel verbringen. Die Packerei, Fahrerei und Logistik ist anstrengend - aber die gewonnene Mütterfreiheit wiegt das alles auf. #cool

Ich wünsche euch alles Gute! #klee

Joulins

Beitrag von colle 20.09.08 - 01:11 Uhr

#pro

gruss aus lichtenberg#cool

Beitrag von selaphia 20.09.08 - 10:16 Uhr

<<bist du nur noch am hinterherrennen, von Hundehaufen wegzerren und rumbrüllen, wenn er im Stechschritt auf die Linie 23 zujagt.>>

<<auf dem großen Spielplatz auf Traveplatz und sammelst Scherben und Kippen aus dem Sand>>

Das Problem haben wir jetzt schon udn das ist das was mich nervt. Lieber würde ich auch die Tür aufmachen udn den Kleinen in unserem Garten spielen lassen. Doch hier gibt es soooo viele andere Kinder un auf dem Land würde mir das fehlen, da es sicher nicht mehr die Anzahl an Kindern in seinem Alter gibt als hier?!?


<<Erkan, Luca, Luca2, Luca3 und Konstantin-Maximilian pflegen (ich hoffe, ich bin jetzt dem Fr´hainer Ist-Zustand nahegekommen ). >>

Na ja nicht ganz aber lustig ;-):-p
Ist im Moment eher sowas wie Ben, Arthur, Max, Jakob #bla

Dank Dir für den Tipp mit dem Häuschen als Rückzugspunkt aber ich glaube die Schlepperei am We würd eich mir dann doch lieber sparen wollen. Mal schauen was wird...in den nächsten 3-4 Jahren wird sich das entscheiden :-)

Beitrag von joulins 20.09.08 - 00:04 Uhr

Schau mal - diese Meinung hatte ich vor 2 Jahren zu diesem Thema:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=9&tid=558460&pid=3605039

#freu

Ach, und dann wollte ich noch sagen (da dein Freund den Kriminalitätsaspekt ins Feld führt): es gibt keine Sicherheit, daß unsere Kinder sich so entwickeln, wie wir uns das wünschen - nicht in der Stadt und nicht auf dem Land. Wenn ihr euer Kind liebt und stark macht, dann hat er die besten Voraussetzungen, um Drogen usw. in der Frühpubertät die Stirn bieten zu können.

Beitrag von anyca 20.09.08 - 12:26 Uhr

Berlin ist eine Riesenstadt und es ist überhaupt nicht vergleichbar, ob man in Wannsee oder in Neukölln-Nord aufwächst ... übrigens, viele Familien, die an den Stadtrand (bzw. gerade etwas außerhalb von Berlin) hingezogen sind, versuchen nun jeden Meldetrick, um ihre Kinder auf die Berliner Schulen zu bekommen und nicht auf die in Brandenburg.

Ich arbeite in der außerschulischen Bildungsarbeit und auch wenn es gemein klingt, unser "Horror" sind immer die Klassen aus Brandenburg ... also das Landleben als Ideal hängt auch seeeeehr stark vom Bundesland ab.

Beitrag von gelberkrokus 20.09.08 - 13:27 Uhr

Warte erstmal ab. Wir haben Freunde in Berlin, die haben ihre Kinder nach langem Hin und Her auf eine Privatschule geschickt, weil es für die Kinder die bessere Alternative war.
Ich habe nach einigen Besuchen dort gemerkt, wie gut es uns geht, denn Berlin wäre nichts für uns, als Familie. Aber wenn man daran gewöhnt ist und/oder dort aufgewachsen ist, ist es sicherlich etwas anderes.

LG

Beitrag von nico13.8.03 21.09.08 - 14:18 Uhr

HUHU

Ich lebe seid 26Jahren in Berlin mein Mann seid 32Jahren,ich bin in Köpenick groß geworden mein Mann in Marzahn.
ZUsammen haben wir einen 5Jährigen Sohnemann der nächstes Jahr in die Schule kommt.
Wir wohnen in Marzahn(ja ich weiß viele denken schlecht darüber).Ich muß sagen mein Sohnemann geht in ein guten Kindergarten(unser Meinung nach) und wir versuchen alles das sein Leben so is wie wir das möchten.Bis jetzt muß ich sagen das ich keine Negativen Erfahrung gemacht haben was Berlin angeht.
Hinziehen würde ich auch nicht überall in Berlin.Wir wohnen 2Minuten von Brandenburg entfernt haben auch sehr viel Grün vor der Haustür.
In unsere Buddelkasten liegen keine Kippen oder Glasscherben-den es gibt auch Leute die den Spielplatz 2mal die Woche sauber machen.(sowas is Interesse das Vermieters)
Letztendlich muß halt jeder für sich entscheiden wo er Lebt und wo nicht.
Ich denke das wir unsere Kid´s nicht vor allen Einflüßen beschützen können oder müßen.
Ich bin jedenfalls gerne in Berlin.

LG niki aus Marzahn :-)