Frage an Pflegfachkräfte

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von sully0904 20.09.08 - 19:30 Uhr

Hallo!

Habe schon mehrmals mitbekommen, dass hier auch noch einige andere Pflegekräfte sind. Habe mal eine fachliche Frage.

Wie hoch darf eine Ernährungspumpe (PEG) höchstens stehen?

Einer Angehörigen wurde gesagt, dass sie höchstens auf 200ml/h stehen darf. Ich meine aber, dass man sie auch höher stellen darf, schließlich isst man ja auch mehr.
Der Ehemann hatte jetzt zwar schon 2 Mal eine Aspirationspneumonie, aber das war vor der PEG-Anlage. Er verträgt die SK gut und musste sich noch nicht übergeben oder sonstiges.

LG Susanne

Beitrag von belala 20.09.08 - 19:38 Uhr

Hallo Susanne,

ich bin zwar keine PEG Fachkraft, aber eine Fachkraft von Intensivpatienten.
Wir verabreichen Sondenkost kontinuierlich (sowohl über Magensonden als auch PEG Sonden) und dies nach einem erstellten Ernährungsplan.
Bolusgaben werden unseren Patienten nicht mehr verabreicht und aus früherer Zeit kenne ich sogar Bolusgaben von 500ml alle 4h.
Vielleicht wird es zuhause aber anders gemacht?

Abgesehen davon ist Ernährung immer als sehr individuell zu betrachten.

Warum kam es zu den Aspirationspneumonien?
Hat dein Angehöriger eine drei Lumen Sonde, so daß ggf. Magensekret oder Luft abgeleitet werden kann?

LG belala















































LG belala

Beitrag von sully0904 20.09.08 - 19:49 Uhr

Hallo!

Er ist nicht mein Angehöriger, sondern ein Patient von mir. Ich arbeite aushilfsweise in der ambulanten Pflege und habe schon lange nichts mehr mit Ernährung über PEG zutun gehabt. Deshalb meine Frage!

Die Pneumonie kam dadurch, dass er von seiner Frau immer wieder Essen gereicht bekam und sich dabei verschluckt hat! Daher auch die PEG, weil die Ernährung nicht mehr gesichert ist!

Nein, er hat nur eine einfache Anlage!

Beitrag von kleinemaus166 20.09.08 - 19:39 Uhr

Hi Susanne!

Ich bin Krankenschwester und wir haben am Anfang der SK-Ernährung immer eine Einschleichphase. Evtl wurde den Angehörigen deshalb diese Menge genannt.

Den Maximalflow bestimmt i.d.R. der behandelnde Arzt oder die Ernährunsfachkraft, oder?

Ich kenne keine allgemein festgelegte Obergrenze!

Gruss Nicole

Beitrag von sully0904 20.09.08 - 19:53 Uhr

Mir ist auch keine Obergrenze bakannt, aber 200ml/h finde ich schon wenig! Und meine Erfahrung war, dass die Pat., die lange über Peg ernährt werden und langsame Flowraten hatten, immer langsamere Raten brauchten, weil sie erbrachen. Die Pat., die aber alles relativ schnell bekamen und auch Nachts Pause hatten, so wie bei einer normalen Ernährung, vertrugen es länger ohne zu erbrechen!

Beitrag von aluro 21.09.08 - 08:25 Uhr

Hallo

Also ich bin eine Pflegefachkraft und habe täglich damit zu tun.
Wichtig ist vor allem dass es nicht zu schnell läuft.Die meisten Patienten reagieren darauf mit erbrechen.

Beitrag von celestine84 22.09.08 - 11:43 Uhr

Hallo Susanne,

wichtig wäre zu wissen wie lange Er die PEG-Anlage bereits hat.
Bei uns ist es so das die Pumpen während der Sondenkostgabe auf 150 ml /h laufen.
Allerhöchstens auf 200 ml/h.
Dabei ist es zu beachten das der Patient mit etwas erhöhtem Oberkörper liegt, damit Er nicht erbricht oder falls doch nicht daran erstickt.

Manche Patienten vertragen die Sondenkost gut, auch mit einem höheren flow, andere brechen bereits bei 100 ml/h.

Wenn Du Dir unsicher bist, lasse die Flussrate vom Doc anordnen, so bist Du immer auf der sicheren Seite, und Du haftest nicht im Falle einer Aspriration.

LG Cel#blume