Frage zu Elterngeld und nebenbei Selbstständig?

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Beitrag von dropsi 21.09.08 - 14:49 Uhr

Hallo,

habe eine Frage bzgl. Elterngeld.
War in meinem Job 15 Jahre im Betrieb und erhalte daraus Elterngeld.
Nun habe ich seit gut 2 Jahren einen kleinen Onlineshop.
Diesen würde ich gerne weiterführen.
In der Woche arbeite ich höchstens 15-20 Std. hierfür,
arbeite mit einfacher Einnahmen-Überschuss-Rechnung und somit im Monat durchschnittlich 270€ Gewinn (Zeitraum 12 Monate vor der Geburt)
Wie sieht es nun mit Elterngeld aus?
Wird mir diese Summe abgezogen?
Oder darf ich meinen Shop weiter betreiben????
Danke für euere Hilfe!


Gruß
Katrin

Beitrag von tragemama 21.09.08 - 15:22 Uhr

Hallo Katrin,

schöner Name :-) meine Tochter heißt auch so.

Bei mir war das genauso. Jeder Cent, den Du während Deinem Elterngeldbezug verdienst, wird angerechnet...

Unsere Lösung: Gewerbe wurde auf meinen Mann umgemeldet, fertig. Ich konnte es mir nicht leisten, 1 Jahr meine Kunden zu vertrösten.

Andrea

Beitrag von dropsi 21.09.08 - 15:37 Uhr

Hallo Andrea,

das ist übel... Unter den Bedingungen werde ich meinen Shop wohl schließen müssen.
Mein Mann ist bereits Selbsständig und wenn ich meinen Shop auf ihn übertragen würde,
dann wäre alles viel zu kompliziert.
Dann ist nichts mehr mit einfacher Einnahmen-Überschuss-Rechnung, dann müsste ich mit MwSt., USt usw. anfagen. Das ist es nicht wert.
Und das Geld muss dann auch erst mal verdient werden.
Da verbringe ich die Zeit lieber mit meinem Sohn, nehme das Elterngeld doch nur für ein Jahr, nicht, wie geplant gesplittet auf 2 Jahre und eröffne in einem Jahr neu....
Ist zwar total ärgerlich, habe viel Zeit und Nerven investiert aber ich sehe nicht ein, daß ich was verschenke....
Danke für deine Hilfe

Gruß
Katrin

Beitrag von landmaus 21.09.08 - 20:37 Uhr

"Unsere Lösung: Gewerbe wurde auf meinen Mann umgemeldet, fertig. Ich konnte es mir nicht leisten, 1 Jahr meine Kunden zu vertrösten. "

Vielleicht solltest Du Euren Sozialbetrug nicht auch noch hier rumposaunen. *kotzurbini*

#contra

Beitrag von tragemama 21.09.08 - 21:15 Uhr

Moralapostel-Alarm?

Vielleicht macht mein Mann in der Zeit auch die Arbeit, die das Gewerbe braucht. Woher willst Du das denn wissen?

Nenn es wie Du willst - soll ich Deiner Meinung nach auf viel Geld verzichten, weil ich NICHT 1 Jahr lang faul rumliege und danach Sozialleistungen beantrage, weil meine Kunden weg sind?

Andrea

Beitrag von landmaus 21.09.08 - 23:42 Uhr

Nein, macht er nicht :

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=28&id=1650688

Wie wäre es denn, von der Arbeit die Du machst, zu leben und nicht aus schierer Gier noch Entgeltersatzleistungen einzustreichen. Da kann man wirklich nur hoffen, dass man Euch erwischt.

Beitrag von tragemama 22.09.08 - 09:37 Uhr

Wobei erwischt? Das ist absolut legal und - Du wirst lachen - die Elterngeldstelle weiß davon... die haben uns den Vorschlag nämlich gemacht.

Abgesehen davon ist die Zeit des Elterngeldbezugs längst vorbei und während dieser Zeit habe ich weder Leute gesucht noch sonst irgendwas "öffentlich" gemacht.

Andrea

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 10:33 Uhr

Legal?

Nö, ihr bescheißt sogar jetzt noch die Krankenkasse. Eigentlich müsstet Ihr ein Statusfeststellungsverfahren durchlaufen, bei dem festgestellt würde, dass Du keinesfalls nur familiäre Hilfe leistest, sondern im Gewerbe Deines Mannes zumindest den Arbeitsplatz eines regulären Angestellten blockierst.

Da Du darüber hinaus aber gegenüber Deinem Mann nicht weisungsgebunden bist, sondern einem Selbständigen gleich handelst, wärest Du im Hinblick auf die Krankenversicherung als selbständig einzugruppieren und müsstest dementsprechend entweder als freiwillig gesetzlich Versicherte Beiträge abführen oder Dich privat versichern. Spirich auch hier: Leistungsbetrug.

Ach so, Steuern hinterzieht Ihr auch, da Ihr als Verheiratete besser steht, wenn nur einer verdient.

Beitrag von tragemama 22.09.08 - 14:03 Uhr

Ich bin angestellt im Gewerbe... soviel dazu.

Was wäre Deine Elternzeit-Lösung gewesen? Unsere Ausgangssituation war ja, dass ich angestellt gearbeitet habe und zusätzlich das Gewerbe hatte. Ich wollte Lohnersatzleistung nur für das Angestelltenverhältnis, hätte ich aber das Gewerbe weiter selbst betrieben, hätte ich die nicht bekommen, weil die Gewerbeeinnahmen angerechnet würden.

Andrea

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 14:41 Uhr

Meine Situation war/ist ganz genau so. Ich habe mich vor knapp 2 Jahren selbständig gemacht und weil es vorne und hinten noch nicht reicht, noch 20 Std. angestellt "fremd" gearbeitet. Mein Elterngeld wurde wie bei Dir bzgl. der Selbständigkeit aus dem letzten, naturgemäß schlechteren, Kalenderjahr berechnet. Und selbst in der Zeit in der ich jetzt kaum gearbeitet habe, werden die noch zufliessenden Honorare auf das Elterngeld angerechnet. Zum Ko*****, aber vom Gesetzgeber so gewollt. Meine Lösung war dann deutlich kürzer zuhause zu bleiben, als ich gerne gewollt hätte.

Beitrag von tragemama 22.09.08 - 14:51 Uhr

Siehst Du, so unterschiedlich wars dann gar nicht. Ich hab nur 6 Monate Elterngeld bezogen, danach gings als Angestellte weiter im Gewerbe. Meine Kunden wären definitiv weg gewesen sonst - gesundheitlich hätte ich nach der Geburt aber nicht arbeiten können.

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 15:26 Uhr

Bezgl. des Angestelltenstatus im Gewerbe hab ich ja oben schon mal geschrieben. Die Krankenkasse kann von sich aus die Statusfeststellung betreiben mit unangenehmen Folgen. Vielleicht informiert ihr Euch da auch nochmal.

Ansonsten würde ich deutlich mehr Information empfehlen, wenn Du wieder jemandem empfiehlst, sein Gewerbe einfach auf einen Strohmann umzumelden.

Beitrag von tragemama 22.09.08 - 16:40 Uhr

Das habe ich nicht empfohlen, ich habe lediglich von unseren Erfahrungen berichtet.

Danke, wir sind hervorragend informiert.

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 18:52 Uhr

Du Witzbold, Du sollst nicht Dich informieren, sondern denjenigen, dem Du eine Antwort gibst. :-p

Eine legale Möglichkeit wäre übrigends gewesen, Dich in der Elternzeit arbeitlos zu melden, Existenzgründungszuschuss zu beantragen. Einen Tag ALG I zu beziehen, danach für 9 Monate EGZ in Höhe des ALG I + 300 € Zuschuss zur Sozialversicherung. Wäre vielleicht nicht ganz so hoch gewesen, wie das Elterngeld (ALG I für 30 Stunden/Woche), aber immerhin.

Beitrag von tragemama 22.09.08 - 20:05 Uhr

Ich bin aber in einem Arbeitsverhältnis... mit meiner Ex-Kanzlei

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 20:36 Uhr

Das macht nichts. In der Elternzeit bist Du unwiderruflich freigestellt seitens Deines Arbeitgebers. Das bedeutet, dass Du durchaus beschäftigungslos sein kannst, was die hier problematische Anspruchsvoraussetzungen für "arbeitslos" ist.
Quer stellen könnte sich die AA noch wegen des EZGs, wenn man aber belegen kann, dass man aus wichtigem Grund (sprich wegen der Kinderbetreuung) nach der Elternzeit keine geeignete Teilzeitstelle seitens des AG angeboten bekommen wird, sollte (weil Ermessensentscheidung, sprich einzelfallabhängig) das durchzudrücken sein.

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 18:59 Uhr

Hab ich noch vergessen:

Zusätzlich hättest Du natürlich den Mindestsatz von 300,00 € Elterngeld bekommen.

Damit hättest Du vielleicht sogar besser da gestanden, als jetzt.

Beitrag von landmaus 22.09.08 - 10:36 Uhr

Die Mindeststrafe bei gewerbsmäßigem Betrug, sprich, wenn man durch den Betrug seinen Lebensunterhalt zumindest teilweise sichert, liegt bei 6 Monaten.

Beitrag von ostalblady 22.09.08 - 08:37 Uhr

Also, ich würde jetzt einfach mal ruhig sein.

in dem Link steht sogar Dein Nachname und in Deiner VK ist die PLZ drin.

Wie doof kann man sein????

keine Angst, ich bin keiner der jemanden verpfeift, aber hier die Klappe aufreissen mit den Infos in Netz #klatsch

Beitrag von amory 22.09.08 - 09:22 Uhr

es ist nicht so, dass dir das geld, was du verdienst, 1 zu 1 abgezogen wird.

es wird die differnez zugrundegelegt, von dem, was du vorher insgesamt verdient und dem, was du in der elternzeit verdienst.
davon bekommst du dann 67 %.

beispiel:
vorher 1000 + 270 = 1270.
hinterher: 270

differnez: 1000

davon bekommst du dann 67% (im beispiel also 670 euro) plus die 270, die du verdienst.

es lohnt sich also durchaus, weiter zu arbeiten.....

gruß, amory