Gestern sein erster Geburtstag ohne ihn

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von kja1985 21.09.08 - 22:24 Uhr

Mein Bruder hatte gestern Geburtstag. Zwanzig Jahre wäre er geworden, wenn er nicht im Mai gestorben wäre. Ich hab so oft ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht mehr dauernd weine, aber meine Kleinen geben meinem Leben so viel Inhalt.

Ich konnte gestern leider nicht bei meiner übrigen Familie sein, die den Tag zusammen verbracht haben. Ich hab nur versucht mich abzulenken und schon wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn einfach verdränge.

Aber es ist kaum auszuhalten wenn ich an ihn denke. Mein kleiner Bruder war eine der wichtiges Personen in meinem Leben. Er hat meine Kindheit massgeblich geprägt.

Ich will doch nur wissen wie es ihm geht.

Beitrag von anna1002 21.09.08 - 22:35 Uhr

es geht ihm gut ....garantiert #liebdrueck

Beitrag von vicky75 22.09.08 - 06:55 Uhr

Hallo,
du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, weil du nicht mehr ständig weinst. Tränen sind nicht das einzige Zeichen für Trauer. Dein Bruder würde sicher auch nicht wollen, dass du nur noch traurig bist. Wichtig ist, dass er einen Platz in deinem Herzen hat, ist viel wichtiger als Tränen!

Es geht ihm sicher gut und passt als Engel auf dich und deine Familie auf.

Fühl dich #liebdrueck

Vicky

Beitrag von wolkiga 23.09.08 - 10:48 Uhr

Das ist echt tragisch. Eigentlich schön für jemanden, wenn er so vermisst wird. Kannst du denn auch schon schöne Erinnerungen genießen oder überschattet die Trauer dies alles?

Viele Grüße

Beitrag von kja1985 23.09.08 - 17:07 Uhr

Hallo,

es gibt tausend schöne Erinnerungen an ihn. In der Woche nach seinem Tod haben wir zwar sehr viel geweint, aber gleichzeitig auch sehr viel gelacht. Er war ein sehr humorvoller lieber Mensch, da gibts so viel zu erzählen und das obwohl er erst 19 Jahre alt war.

Wir sind alle unendlich dankbar, dass wir diese Zeit mit ihm hatten, trotzdem hinterlässt er einfach eine riesengrosse Lücke, die sich nie wieder schliessen wird. Unsere Leben werden nie wieder perfekt sein können. Egal wie schön alles ist - einer wird immer fehlen.

Beitrag von wolkiga 23.09.08 - 21:39 Uhr

Hallo Kja,

das erinnert mich an den Sommer 1994. Dort starb mein Vater. Es war ein heißer Bilderbuchsommer, wir saßen viel auf dem Balkon und lachten und redeten. Die engste Familie war anwesend. Es war eine sehr intensive Zeit.

Leider haben wir uns nie wieder so viel Zeit genommen, da wir in 3 verschiedenen Städten wohnen. Haben das nicht kultiviert.

Alles gute.

Beitrag von kja1985 23.09.08 - 22:59 Uhr

Hallo,

so war das bei uns auch. Es war die Woche zwischen Tod und Beerdigung wunderschönes Wetter. Wir sassen alle zusammen, ständig kamen Freunde und Verwandte, mein Bruder aus Mauritius kam genauso schnell wie ich aus einem anderen Bundesland. Ich hab glaub ich noch nie eine dermassen intensive Zeit mit meiner Familie verbracht.

Mein Sohn wurde am Tag der Beerdigung geboren und auch da war quasi die ganze Familie dabei. Meine Familienmitglieder haben sich abgewechselt damit mir beizustehen, während die anderen auf der Beerdigung waren.

Es war alles furchtbar traurig und wunderschön zugleich. Als mein Sohn geboren wurde hab ich gelacht und geweint gleichzeitig. Er war so wunderschön und ich hätte ihn so gern meinem kleinen Bruder gezeigt. Er hat seinen Namen als Zweitnamen bekommen.

Man, ich vermiss ihn einfach so. Es wird nie mehr so wie früher werden können :-(

Alles Gute für dich *drück*

Beitrag von wolkiga 24.09.08 - 10:05 Uhr

Das ist super mit dem Zweitnamen... Hätte ich auf jeden Fall auch so gemacht.

Viele Grüße!