Warten oder nicht?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von rat-los 22.09.08 - 08:47 Uhr

Ich habe mich vor ein paar Monaten von meiner Freundin getrennt. Bin also eigentlich "Single". Aber wir leben noch in der gemeinsamen Wohnung zusammen. Die Beziehung mit meiner Freundin ging über mehrere Jahre, allerdings war es die letzten 2 Jahre nur noch eine sehr gute Freundschaft, eher eine Geschwisterbeziehung, als eine Liebesbeziehung.

Ich habe eine Frau kennengelernt, in die ich mich sehr verliebt habe. Und sie sich auch in mich. Klingt gut, oder? ;-) Sie lebt allerdings nicht in meiner Nähe, ist verheiratet und hat Kinder. Dadurch sehen wir uns nur sehr selten. Eine Trennung kommt für sie nicht in Frage. Die Gründe sind die Kinder und die finanzielle Sicherheit (um es mal grob zu schildern). In ihrer Vorstellung bleibt es so: sie bleibt bei ihrem Mann (er weiß von mir) und ich bin die geduldete "Liebschaft". Ein gemeinsames Leben mit ihr wird also nicht stattfinden. Man wird sich halt alle paar Monate für ein paar Tage treffen. Wir werden uns nicht spontan sehen können. Wenn es ihr schlecht geht, werde ich nicht einfach da sein können und umgekehrt auch nicht. Sie mal eben mit einem Besuch zu "überraschen" ist nahezu unmöglich.

Ich stelle mir die Frage, ob ich dafür geschaffen bin. Für mich ist diese Situation neu. Ich kenne so ein Leben nicht und habe Angst, dabei auf der Strecke zu bleiben. Nun kennen wir uns noch gar nicht so lange. Und keiner von uns weiß, ob wir überhaupt für ein gemeinsames Leben taugen würden. Den jeweiligen "Alltag" des anderen haben wir bisher kaum kennengelernt. Ich ihren ein bisschen, sie meinen noch gar nicht. Aber haben wir überhaupt eine Chance, mehr von uns kennenzulernen, wenn wir uns nur selten sehen und dann eigentlich auch nur hauptsächlich uns in Hotels treffen?

Sicher könnte ich sagen, ich warte mal ab und hoffen, dass sich das alles "für uns" entwickelt, für ein gemeinsames Leben. Aber wo bin ich nach 2 Jahren Warterei? Oder nach 5 Jahren? Oder nach 10 Jahren?
Geht man nicht kaputt daran, wenn man so lange auf etwas (eventuell vergeblich) hofft? #kratz

Ich habe mich von meiner Freundin getrennt, weil ich in den letzten Jahren gemerkt habe, dass ich mich in dieser Beziehung zu sehr verloren habe. Ich habe mich zu sehr verändert, ihr zu Liebe, und bin damit zum Schluss nicht mehr klargekommen. Es war nicht ihre Schuld, eher meine. Ich habe nun Angst, dass ich schon wieder auf meine Bedürfnisse verzichte. Einerseits denke ich, ich sollte einfach das "nehmen", was ich bekommen kann, auch wenn es wenig ist. Es ist besser als gar nichts. Andererseits dachte ich immer, ich sei mehr wert.

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, was das Richtige ist für sie und für mich. #gruebel


Tipps? Ratschläge? Erfahrungen? Könnte ich jetzt gut brauchen! :-)

Beitrag von nick71 22.09.08 - 08:59 Uhr

Du könntest es ausprobieren. Aber wenn du jetzt schon Bedenken hast, dass du damit dauerhaft nicht klarkommst, wäre es vielleicht besser, das zu canceln...gerade wenn auch Gefühle im Spiel sind, macht das die ganze Sache ja noch wesentlich komplizierter.

Diese Frau hat ne klare Ansage gemacht und darauf, dass sie ihre Meinung im Laufe der Zeit ändert, würde ich an deiner Stelle nicht bauen...es kann im Grunde genommen nur nach hinten losgehen, wenn du nicht die nötige Gelassenheit/Lockerheit besitzt, eure gemeinsame Zeit zu genießen, ohne Erwartungshaltung und ohne dir selber damit wehzutun/das Leben schwerzumachen.

Das ist meine ganz persönliche Sicht der Dinge...die Entscheidung kann dir natürlich niemand abnehmen, aber ich kann dir nur raten, genauestens in dich reinzuhorchen ("will ich das/will ich das nicht") und bei dir zu bleiben.

Beitrag von rat-los 22.09.08 - 09:09 Uhr

"wenn du nicht die nötige Gelassenheit/Lockerheit besitzt, eure gemeinsame Zeit zu genießen, ohne Erwartungshaltung und ohne dir selber damit wehzutun/das Leben schwerzumachen."

Kann man diese Gelassenheit/Lockerheit erlernen? Ich scheine sie ja nicht zu haben, sonst würde ich mir nicht solche Gedanken machen. #gruebel

Ja, ich weiß. Die Entscheidung kann mir niemand abnehmen. Ich hoffe einfach, hier einiges zu lesen, was mir in meiner Entscheidung weiterhilft. Ich komme da einfach alleine nicht weiter.

Danke :-)

Beitrag von nick71 22.09.08 - 09:38 Uhr

Wenn man keine Gefühle für denjenigen hat, ist das mit der Gelassenheit sicher einfach...aber das ist bei euch ja nun nicht der Fall.

Beitrag von paulfort35 22.09.08 - 09:01 Uhr

Lass die Finger davon. Dieser Frau will für sich alles in Anspruch nehmen: Ehemann, trautes Heim, finanzielle Sicherheit, liebevolle Familie - und eine Beziehung neben der Ehe. Was hast Du? Gar nichts. Und darfst Dir auch noch vorstellen, wie sie in den Armen des Ehemanns liegt. Diese Frau ist gewissen- und skrupellos und äusserst egoistisch. Sie benutzt Dich und ihren Mann.

Beitrag von rat-los 22.09.08 - 09:11 Uhr

Nein, so einfach ist es nicht. Wenn es so wäre, hätte ich hier keinen Beitrag schreiben müssen sondern hätte schon die Flucht ergriffen ;-)

Beitrag von schlumpfine2304 22.09.08 - 09:20 Uhr

doch ... leider ist es so einfach!

wenn man sich verliebt hat, pfeift man auf "finanzielle sicherheit" und die ganzen anderen netten ausreden!

ich persönlich halte nix von fernbeziehungen, gleich welcher art. ich hatte selber eine. meine große liebe ... sie zerbrach an der entfernung.

so wie du schreibst, scheint sie sich nicht wirklich für dich zu interessieren, sonst würde sie dich mehr an ihrem leben teilhaben lassen und mehr an deinem teilnehmen wollen! ehemann/kinder hin oder her.

ich möchte bezweifeln, das sie dich liebt. ich möchte eher sagen, dass sie sich (endlich mal wieder?) begehrt fühlt und dieses gefühlt genießt sie ... ich würds zumindest.

wenn du das leben führen willst, was du selber schon geschrieben hast ... alle paar wochen mal sehen, immer in hotels etc. ... dann tu es. aber ich denk nicht, dass du jemals ein leben mit dieser frau führen wirst. es sei denn, ihr ehemann setzt sie vor die tür ... dann wird sie schnell angerannt kommen.

lg a.

Beitrag von paulfort35 22.09.08 - 10:25 Uhr

Du solltest die Lage eher nach den Fakten und den Taten der Frau, nicht nach ihren Worten beurteilen. Nur so siehst Du die Wahrheit.

Beitrag von missses 22.09.08 - 09:13 Uhr

Guten Morgen
nach zwei ,fünf oder zehn Jahren warterei,bist Du noch an der selben Stelle wie jetzt.Nichts wird sich geändert haben.
Du bist dabei auf der Strecke geblieben,weil Du Dich und Dein Leben aufgegeben hast,aufgegeben um in einer Warteschleife darauf zu hoffen,dass Sie mal Zeit hat,alle paar Monate für ein paar Tage.
Ist es das was Du Dir für Deine Zukunft wünscht?
Du bist dabei Dich noch viel mehr aufzugeben,als Du es in der Beziehung zu Deiner Ex-Freundin getan haben könntest.
Wenn Du möchtest schick ich Dir einen Link für ein Forum in denen Du Dich mit betroffenen austauschen kannst.
Hilft vielleicht wenns Dir besonderst schlecht geht.
LG #tasse

Beitrag von batzi71 22.09.08 - 09:17 Uhr

Hallo und Guten Morgen....

Da ist guter Rat teuer.....
An Deiner Stelle würde ich mir gut überlegen, ob Du "nur" der geduldete Liebhaber sein willst.
Die Frau hat Dir klar zu verstehen gegeben, dass Du geduldet bist (so kommts bei mir an) und nur um Ihren unausgelebten Trieben nachzukommen, bist Du im Spiel.:-(
Ich glaube einfach, dass Du zu schade bist, um Dich einfach so billig an jemanden "abzugeben" .
Es ist schwer, wenn Gefühle im Spiel sind, aber bau nicht darauf, dass sie ihre Meinung ändern wird.
Wenn sie so viel darauf gibt, finanzielle Sicherheit zu haben und der Mann Dich duldet, hast Du schlechte Karten, dass das mal eine ernsthafte Sache wird.
Mach Dir Gedanken, ob Du das möchtest oder nicht.
Tip von mir, lass es lieber bleiben, wenn Du zu tief drin steckst, bleibst Du auf der Strecke..
LG und alles Gute...

Beitrag von stemirie 22.09.08 - 09:54 Uhr

Hallo Du,

ist es nicht einen Versuch wert abzuwarten und die (wenige) Zeit die man miteinander hat zu genießen?? Oder bist Du emotional noch so beherrscht dass Du sagen kannst, eine Beendigung/Trennung würde Dir jetzt noch leicht fallen, aber in einem halben Jahr weniger!?! DANN würde ich es jetzt beenden! Ansonten weißt Du nicht wie die Dinge sich entwickeln. JETZT will sie ihre Welt so fortsetzten wie sie ist........vielleicht rückst Du so tief in ihr Herz, dass sie in einem Jahr darüber ganz anders denkt und es für Euch doch eine gemeinsame Zukunft gibt!

Du schreibst dass Du immer dachtest, dass Du mehr wert bist!!! Darüber solltest Du Dir 100% sicher sein. Ängste dass Du dabei auf der Strecke bleibst sind logisch, aber es sind Ängste.......sollte daraus eine Tatsache werden, dann müßtest Du die Sache neu überdenken.

5 oder 10 Jahre würde ich definitiv NICHT investieren, aber ich würde auch nicht schon nach ein paar Monaten aufgeben.......!!!

Alles Liebe. Michaela

Beitrag von snoopy777777 22.09.08 - 09:54 Uhr

du verzichtest auf alles, das ist nichts für dich,lass sie laufen....

gemeinsame zukunft gibt es nicht und weihnachten und festtage bist du allein, geburtstage auch....fast immer außer die paar tage....du wirst vor einsamkeit eingehen wie eine pflanze

Beitrag von istso 22.09.08 - 12:08 Uhr

Ich schreib mal aus der Sicht der Ehefrau, denn ich bin genau in ihrer Situation...

Ich führe eher eine WG artige Ehe und bin nicht stolz auf den Umstand, dass ich seit 1 1/2 Jahren einen Freund habe.

Anfangs hätte ich auch nie gedacht, dass ich so etwas tun könnte.
Ich war unglücklich in meiner Ehe (mein Mann ist nicht gerade der Ehrlichste) und habe diesen anderen Mann kennen gelernt.
Vorher habe ich alle Menschen verabscheut, die so zweigleisig fahren können.
Es kann auch glaube ich niemand wirklich nachvollziehen, der es nicht schon mal erlebt hat...

Keine Ahnung wie es Deine "Freundin" macht, aber mich macht diese Situation dauerhaft nicht glücklich. Man kann so keinem wirklich gerecht werden...
Es ist ein ständiges "Hin und Her" gerissen sein!

Ich habe auch 2 Kinder und war immer der Meinung, dass es nur sie sind, die mich in der Ehe halten (wir sind 10 Jahre verheiratet, 15 Jahre zusammen).
Aber im Grunde ist es nicht so.
Ich habe schon auch Angst vor der Veränderung, die auf mich wartet,
die eingefahrenen Gleise, die man damit verlassen würde...
der Gedanke, diesen Lebensabschnitt hinter sich zulassen, schmerzt!

Ich aus meiner Erfahrung kann nur sagen, ich hab definitiv geteilt.
Ich habe mit meinem Mann Urlaube, Geburtstage Konzerte etc erlebt.
Es war ein besseres WG Leben, aber kein völliges Nebeneinander her leben. Geht auch gar nicht, wenn man Kinder hat.
Teilweise bereichert eine Liebschaft auch die eigene Beziehung, weil man sich begehrt und geliebt fühlt und das irgendwie auch weiter gibt.

Was ich damit sagen will. Wenn Deine "Freundin" schon definitiv sagt, dass sie sich nicht trennen wird, dann ist diese Art von Beziehung nichts für Dich.
Die Zeit des Wartens ist zwar unglaublich lang (WARTEN wird in dieser Beziehung Deine Hauptbeschäftigung sein), aber trotzdem gehen Deine Jahre dahin und am Ende stehst Du wohl immer noch allein da...

Wenn sie noch nicht mal am Anfang der Beziehung, wo die Schmetterlinge noch fliegen, die Überlegung einer Trennung vom bisherigen Leben hat, wann soll sie die denn bekommen?

Offenbar wird Deine Freundin in ihrem Tun von ihrem Mann (der es weiß) und von Dir unterstützt. Ihr tolleriert diese Situation.
Die Frage ist, ist sie so glücklich oder nur zu feige etwas zu ändern?

Mein Freund stellte mir kürzlich die Frage warum ich ihm sagen würde wieviel er mir bedeute, wenn ich doch gar nicht danach handel.
Mit einem Menschen den man liebt möchte man Zeit verbringen, sich jeder Zeit "anlehnen" können und nachts ran kuscheln...
Er fragte was wäre, wenn er mal einen Unfall hätte und im Krankenhaus liegen würde. Würde ich ihn da besuchen, wie es eine geliebte Freundin tun würde?

Ich für meinen Teil kann nur sagen ich möchte definitiv so nicht mehr leben.
Ich bin an einem Punkt wo ich selbst todunglücklich bin.

Aber ich wußte von Anfang an, dass ich dafür nicht geschaffen bin.
Erst wollte mein Freund nicht, dass ich die Karten auf den Tisch lege (er wußte nicht was aus uns wird) und dann waren es die äußeren Umstände und plötzlich wußte ich dann irgendwie auch nicht mehr was richtig und falsch war.

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Kindern eine unglückliche Mama nichts nützt, dass ich in meiner Ehe nicht die Ruhe und Zufriedenheit finde, die ich in den wenigen Momenten bei meinem Freund finde...

So wie ich momentan lebe will ich definitiv nicht alt werden!

Ich hoffe Dir ein paar Denkanstöße geliefert zu haben und wünsche Dir viel Glück!

#klee

Beitrag von vielleicht hilfts.... 22.09.08 - 13:26 Uhr

Hallo,

Dein Text könnte auch direkt von mir geschrieben worden sein, nur dass ich es sich bei mir um einen Mann handelt; und bei mir die Ansage bezüglich des Verlassens /oder auch nicht seiner Freundin + Kinder „noch“ nicht gemacht worden ist. Wir also derzeit in einer Art „wischi-waschi“ Situation sind.

Diesbezüglich kann ich Dir also leider keinen Tipp geben, sondern evt. nur einen kurzen Erfahrungsbericht. Ich denke, vom Grund her weiß man schon im Tiefsten Inneren ob man ein Typ für eine solche Art von Beziehung ist. Ich z.B. kann von mir aus sagen, dass ich es definitv nicht bin. Könntest Du damit leben, dass sie in den Urlaub mit Ihrem Mann fährt? Und nicht mit Dir? Dass sie voraussichtlich trotz allem/ wenn auch nicht so oft Sex mit Ihrem Mann hat? Usw………?????

Was das warten angeht, bin ich ganz ehrlich: Ich „warte“ bereits seit einem Jahr; bei uns ist noch nichts sexuelles gelaufen, aber ich warte trotzdem, - derzeit auf jeden Fall noch – ich weiß nicht, wie lange ich das noch kann, aber derzeit weiß ich für mich, dass ER der Mann ist und wir uns lieben, auch wenn mich vermutlich hier viele köpfen werden, aber genau so wie man weiß ob man der Typ für eine solche Beziehung ist, weiß man m.E. auch wann es was ernsteres wird. Wir wissen auch nicht ob wir für den Alltag „geschaffen“ sind, aber ich hoffe wir werden es raus finden.

Ich an Deiner Stelle würde so lange „warten“ bis entweder sich die Situation geklärt hat oder aber Du damit wirklich nicht mehr umgehen kannst, denn sind wir mal ehrlich: Selbst wenn Du jetzt sagst, du willst nicht warten, wirst Du (sofern Deine Gefühle für sie echt sind) eh die ganze Zeit an sie denken und dir evt. in den Hintern beißen, warum Du nicht ein wenig geduldiger warst..

LG

Beitrag von numb3rs 22.09.08 - 13:41 Uhr

Wie jetzt?
Du wartest seit einem Jahr auf einen Mann wo Du noch nicht mal weißt wie er im Bett ist?
Nicht, dass es DAS WICHTIGSTE wäre...
Dir nehme ich ab, dass Du ihn wirklich liebst und er es in Deinen Augen wert ist zu warten, aber Du kannst nicht wirklich in ihn hinein schauen.

In dem Fall schließe ich mich den Vorschreibern an...

"Sagen kann man viel! Lass Taten sprechen" würde ich diesem Mann sagen!

Ich will ihn nicht vorverurteilen, kenne ihn und seine Lebensunstände nicht, aber was Du beschreibst sieht nicht nach absehbarer Entscheidung in Deinem Sinne aus...

Vermutlich steht er noch auf dem Standpunkt, er brtrügt ja nicht, weil ihr noch nichts sexuelles miteinander hattet, womit er ja auch irgendwo recht hat!

Trotzdem viel Glück!