Kündigung in Probezeit bei SS

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von travelagent 22.09.08 - 11:53 Uhr

Hallo

kennt sich jemand aus wie das mit dem Kündigunsschutz in der Probezeit (6 Monate)
ist, wenn man schwanger ist.

Kann man da auch einfach entlassen werden?

Danke

Beitrag von jumper 22.09.08 - 12:02 Uhr

Ich hatte 6 Monate Probezeit und bekam zum Ende der Probezeit wegen schlechter wirtschaftlicher Lage (oder sowas) gekündigt und 2 Wochen später erfuhr ich von der (geplanten) Schwangerschaft.


Leider war mein Vetrag auf die Probezeit zeitlich befristet und wäre auch ohne Kündigung beendet, wäre durch Weiterbeschäftigung aber unbefristet verlängert gewesen.

Steht das so nicht im Vetrag, darf man glaube ich nicht gekündigt werden im falle einer ss.

Beitrag von anja96 22.09.08 - 12:11 Uhr

Hallo,

wenn der Vertrag nicht von vornherein auf die Probezeit befristet ist, kannst Du nicht gekündigt werden.

LG, Anja

Beitrag von mannu 22.09.08 - 13:04 Uhr

Probezeit ist Probezeit.
Da können beide Seiten, ohne das nennen von Gründen, den Arbeitsvertrag kündigen.

Ich denke die SS macht da auch keine Ausnahme.

Beitrag von mannu 22.09.08 - 13:50 Uhr

Krass...

Ich wunder mich ja schon länger nicht mehr warum ein AG lieber einen alleinstehenden Mann einstellt als eine Frau.

Aber da müssen wir uns alle nicht wirklich wundern oder?

Beitrag von mel1983 22.09.08 - 13:10 Uhr

Hallo,

ist es ein unbefristeter Vertrag mit 6 Monaten Probezeit bist du meines Erachtens nicht kündbar, wenn eine SS vorliegt.

Ist es ein Vertrag, der auf die Probezeit befristet ist, läuft er aus.

LG Mel

Beitrag von johanna1972 22.09.08 - 13:48 Uhr

Hi,

habe mal gegoogelt und folgendes dazu gefunden:

Für Arbeitnehmerinnen, die innerhalb der Probezeit schwanger werden, gelten die besonderen Regelungen des Mutterschutzgesetzes. Während der Dauer einer Schwangerschaft ist die Arbeitnehmerin vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geschützt. Nach § 9 Mutterschutzgesetz darf der Arbeitgeber während der gesamten Dauer der Schwangerschaft und bis zu vier Monaten nach der Entbindung nicht kündigen.

Dieses Kündigungsverbot greift dann, wenn der Arbeitgeber vom Vorliegen der Schwangerschaft weiß oder Sie ihm innerhalb von zwei Wochen nach Ausspruch der Kündigung mitteilen.

Unerheblich ist, in welcher Weise der Arbeitgeber Kenntnis von der Schwangerschaft bzw. der Entbindung erlangt hat. Fehlte es dem Arbeitgeber an einer entsprechenden Kenntnis, so kann die Arbeitnehmerin die Schwangerschaft bzw. Entbindung ihrem Arbeitgeber noch zwei Wochen nach Zugang der Kündigung nachträglich anzeigen, um sich so den Kündigungsschutz zu erhalten.

Die Arbeitnehmerin ist insoweit im vollen Umfang darlegungs- und beweispflichtig. Die Schwangerschaft muss in diesem Fall unverzüglich nach Kenntniserlangung dem Arbeitgeber angezeigt werden. Auch für die "Unverzüglichkeit" ist die Arbeitnehmerin darlegungs- und beweispflichtig.

Im Ergebnis heißt dies, dass Sie Ihrer Angestellten in der Probezeit nur mit Zustimmung der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde gekündigt werden. Die zuständige Behörde bestimmt sich hierbei nach den Regelungen in dem betreffenden Bundesland.

Das Ihre Angestellte möglicherweise schon bei der Einstellung von einer Schwangerschaft gewusst hat spielt insoweit kein Rolle.

Allerdings sollten Sie darauf hinweisen, dass Ihre Angestellt im jetzigen Stadium der Schwangerschaft ihrer Darlegungs- und Beweispflicht nur nachkommt, wenn sie den Originalpass vorgelegt.

Im Anschluss an den Kündigungsschutz der Schwangeren bzw. der jungen Mutter (vier Monate nach der Entbindung) gewährt die Elternzeit der betroffenen Mutter weiteren Kündigungsschutz.

Unter engen Voraussetzungen kann einem Arbeitgeber ausnahmsweise die Kündigung einer Schwangeren oder einer in Elternzeit befindlichen Person gestattet werden (Härtefallregelung). Hierzu bedarf es der Zustimmung der oben genannten Behörde.


Ausnahme:

Der Kündigungsschutz während der Schwangerschaft kommt immer nur dann zum Tragen, wenn das Arbeitsverhältnis tatsächlich durch eine Kündigung beendet werden soll.

Wenn im Arbeitsvertrag vereinbart ist, dass die Probezeit zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet ist und zur Fortführung des Arbeitsverhältnisses ein neuer Arbeitsvertrag abgeschlossen werden müsste, dann kann eine Kündigung zum Ende der Probezeit zulässig sein (sogenannte "endbefristete Probearbeitsverhältnisse").

Ist beispielsweise für die Dauer der Probezeit im Arbeitsvertrag vereinbart worden, dass das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Probezeit automatisch endet, so besteht kein Kündigungsschutz, auch nicht nach dem Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitsvertrag wird ungeachtet der Schwangerschaft aufgrund der Befristung beendet.

Sie müssten prüfen, wie der Arbeitsvertrag ausgestaltet ist, soweit eine schriftliche Fassung besteht.