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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von knuddelsuschen 22.09.08 - 16:49 Uhr

Hallo,

ich habe folgendes Problem.
Ich bin Zahnarzthelferin und schwanger. Hab sofort ein BV bekommen. Ich arbeite seit dem 01.04. in der Praxis. Am 25.08.08 habe ich meiner Chefin gesagt das ich schwanger bin.
Ich habe in der Zeit vom 01.04-25.08. 4 Wochen Urlaub gemacht. Sie natürlich auch, Praxis war geschlossen. Jetzt wo ich schwanger bin ist das Verhältnis sehr angespannt. Sie hat mir jetzt 250 Euro von meinem Gehalt abgezogen, weil sie meint ich habe mehr Urlaub gemacht als mir zu steht. Aber mir steht bis Ende des Jahres Urlaub zu, oder???
Sie hat mir jetzt einfach 10 tage unbezahlten Urlaub abgezogen. Das ist doch nicht rechtens, oder????

Bitte helft mir!!!

Vielen Dank!!!

Beitrag von risala 22.09.08 - 17:04 Uhr

Hi,

den Urlaub kannst Du Dir doch ausrechnen:

01.04. - 19.04.09 = 9 Mon 2008 / 3,5 mon 2009

Jahresurlaub : 12 * 9 = Anspruch 2008

das gleiche für 2009

bei 24 Tagen Jahresurlaub wären das 18 Tage 2008.

Gruß
Kim

Beitrag von phoe-nix 23.09.08 - 05:10 Uhr

Guten Morgen,

ich habe das jetzt nicht nachgerechnet, sage also nichts zu den Zahlen, ABER sie kann ja Urlaubsansprüche für 2009 nicht in diesem Jahr bereits entnehmen!

Wenn es also von der Anzahl der Tage hinkommt, dürfte die Chefin schon im Recht sein.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum man das vorher nicht klärt - man bleibt doch nicht nach Gutdünken 4 Wochen weg, ohne das abzustimmen?!

LG

Beitrag von risala 23.09.08 - 09:12 Uhr

Hi!

Natürlich kann sie den Urlaub für 2009 nicht in 2008 nehmen (außer es gibt entsprechende Abmachungen). Ich wollte nur keinerlei Wertung abgeben, sondern ihr nur zeigen, wieviel Urlaubstage sie in diesem Jahr hätte. Alles andere kann sie sich selbst ausrechnen.

4 wochen können ja bei dem einen 24 Tage sein, beim anderen sind es nur 20 oder 16 - je nach dem, wie viele Tage gearbeitet werden. Und 10 Tage abziehen - das scheint mir - egal wie - nicht rechtens.

Und so wie ich es verstanden habe, waren die 4 Wochen Betriebsferien, d.h. Praxis zu. Da scheint die TE keine Wahl gehabt zu haben.

Aber um genauer darauf einzugehen, dafür fehlen Angaben dazu, viel Tage sie arbeitet, wieviel Jahresurlaub vereinbart war, etc.

Gruß
Kim

Beitrag von uns_uwe 22.09.08 - 17:05 Uhr

Deshalb gibt es die Regelung in den ersten 6 Beschäftigungsmonaten keinen Urlaub zu planen.
Wobei es natürlich nicht Deine Schuld ist wenn es um Betriebsurlaub geht.
Ist es ein unbefristetes Dienstverhältnis?
Wann ist der voraussichtliche Entbindungstermin?

Trotz der unvollständigen Angaben schaut es so aus das der Abzug nicht rechtens ist.

Wo woll das Missverständnis liegt:
Du hast vollen Anspruch für alle Monate des Beschäftigungsverbotes und Mutterschutzes.
Urlaub darf nur abgezogen werden sobald Du Elternzeit nimmst.

Vielleicht hilft Dir auch bei der Argumentation das Deine Chefin Kosten voraussichtlich die Kosten für Beschäftigungsverbot und Mutterschutz durch das Umlageverfahren bei der Krankenkasse erstattet bekommt.

Beitrag von knuddelsuschen 22.09.08 - 17:20 Uhr

Es ist ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und der ET ist der 19.04.09

Beitrag von uns_uwe 22.09.08 - 17:58 Uhr

lol
achso ich muss erst Dein Profil anschauen.
Ich nehme an es ist ein Missverständnis.
Man (oder Chefin) könnte vermuten das Dir für die Zeiten von Beschäftigungsverbot oder Mutterschutz kein Urlaub zustehen (da Du ja nicht arbeitest).
Dem ist nicht so.
http://bundesrecht.juris.de/muschg/__17.html
Somit steht Dir das ganze Jahr 2008 und sogar bis voraussichtlich inklusive Juni 2009 der Urlaubsanspruch zu.
Konkrete Berechnung richtet sich nach dem Tarifvertrag und der Tage/Woche.

Beitrag von phoe-nix 23.09.08 - 05:12 Uhr

Moin Moin!

Sie hat aber erst zum 01.04. in der Praxis begonnen, somit steht Ihr nicht der volle Jahresurlaub für 2008 zu, ich denke, das hast Du überlesen.

LG

Beitrag von uns_uwe 23.09.08 - 10:07 Uhr

Nee ich hatte das schon gelesen.
Aber ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Es steht Jahresurlaub für das ganze "restliche" Jahr 2008 zu. Wollte ich zum Ausdruck bringen.

Der Beschäftigungsbeginn 01.04.2008 steht ausser Frage. Sicher auch das es keinen Anspruch für das erste Quartal gibt.

Nochmal meine Kombination.
Die meisten Tarife gehen von 5-6 Wochen Urlaub aus.
Beschäftigungsbeginn 01.04.
Beschäftigungsverbot im August 2008.
Urlaub genommen 4 Wochen

Sollte die Chefin den Urlaubsanspruch irrtümlich nur von April bis August anerkennen, dann würde sie 2 Wochen Urlaub abziehen.
Also denke ich das dies der Fall ist.
Also geht es schlichtweg darum das ein Urlaubsanspruch auch für Beschäftigungsverbote und Mutterschutz besteht.
Also auch für den Zeitraum August bis Dezember 2008.
Also für das gesamte, restliche Jahr 2008.

Beitrag von karin3 22.09.08 - 17:17 Uhr

Hallo,

wieviele Urlaubstage stehen in deinem Vertrag?
Der gestzliche Mindestanspruch sind 4 Wochen (24 Werktage, Mo-Sa).
Auf jedenfall hast du dieses Jahr nur einen Anspruch von 9/12 -> das sind 3 Wochen Mindestanspruch.

#kratz Aber da die Praxis geschlossen war, war das ja "Zwangsurlaub" und daher MÜSSTEN alle 4 Wochen bezahlt werden. 10 Tage darf sie dir nicht abziehen, aber ich weiß nicht ob sie dir eventuell 5 Tage abziehen darf. Aber selbst die 5 Tage währen meiner Meinung nach eine Freistellung und nicht unbezahlter Urlaub. #gruebel


Gruß
Karin

Beitrag von uns_uwe 23.09.08 - 10:57 Uhr

Ich habe keine Ahnung warum immer vom Mindesturlaub ausgegangen wird.
Ich denke mal das es in der Regel bessere tarifliche Bestimmungen gibt.
Vermutlich gilt:
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=1.99.3478.3860.3869.5855
Weitere Berechnungen erspare ich uns.
Ich gehe auch davon aus das die Berechnung des zustehenden Urlaubs für Deine Chefin kein Problem ist,
sofern klar ist das kein Abzug für Beschäftigungsverbot und Mutterschutz erfolgen darf.