Sie geht mit ihren Sachen so nachlässig um :o(

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von happy1520 22.09.08 - 16:55 Uhr

Hallo, ich habe ein Problem mit der Nachlässigkeit meiner Tochter, 8 Jahre. Dazu ein Beispiel;-). Zum Zeugnis der 2. Klasse bekam sie von mir zur Belohnung ein Cap das sie sich schon längere Zeit gewünscht hatte, aber mir, für einfach so, zu teuer war. 3 Wochen später war das Cap weg...wohin?...keine Ahnung. Und es scheint ihr auch nix weiter auszumachen. Mich treibt das langsam in den Wahnsinn#aerger. Ständig muss ich neue Sachen kaufen, weil mal wieder was verlegt wurde, oder vergessen wo es ist. Sie kapiert einfach nicht das ich nicht unendlich Geld habe um immer wieder alles nachzukaufen. Und dann immer dieser fordernde Ton...Mamaaa, ich brauch dies und das#augen. Was kann ich tun um sie zu mehr Verantwortung zu erziehen? Ich wills auch nicht falsch anpacken. Meckern und schreien hilft ja auch nix. Eine wirksame Idee um sie zum Nachdenken zu bringen fehlt mir. Habt ihr da Erfahrungen? Danke schonmal und LG Olivia

Beitrag von risala 22.09.08 - 17:16 Uhr

Hi!

Einfach nicht nachkaufen. Oder vom Taschengeld abziehen. Oder "abarbeiten" lassen, falls sie noch kein Taschengeld bekommt.

Nachkaufen würde ich grundsätzlich nur Dinge, die für die Schule wichtig sind. Und dann eben nicht die Wunschvorstellung erfüllen sondern das günstigste kaufen.

LG
Kim

Beitrag von halbnomadin 22.09.08 - 17:21 Uhr

hallo,

hat sie denn überhaupt schon gelernt (im sinne von "verinnerlicht"), was Geld ist und wie das funktioniert?

Bekommt sie regelmäßig Taschengeld?
Muss sie Kleinigkeiten wie Süßkram selbst finanzieren?
Gibt es Vorschüsse und Extra-Geld wenn sie das will oder muss sie mit der zugewiesenen Summe auskommen?
Hat ihr schon mal jemand gezeigt, wieviel Geld Ihr im Monat zur Verfügung habt und was noch übrig bleibt, wenn alles notwendige bezahlt ist?


Solange sie keinen Begriff von Geld hat, kann sie gar nicht kapieren, warum es nicht unendlich sein sollte. Und selbst dann - es dauert unter Umständen etliche Jahre, bis sie mit Taschengeld so viele Erfahrungen gemacht hat, dass sie den Wert des Sparens erkennt. Wenn ich heut dran denke, was ich für Bravos und Pommes und Magnum-Eis verscherbelt habe - das war echt ne Stange Lehrgeld...


Grüße
halbnomadin

Beitrag von katzeleonie 23.09.08 - 12:07 Uhr

Hi,

unsere Tochter ist ähnlich. Weder daß wir ihr Taschengeld genommen haben noch sonst was hilft.

Leider auch keinen Schimmer, ich hoffe immer das gibt sich.

@halbnomadin
Ich würde unserer Tochter niemals bis ins Detail unsere fin. Situation schildern, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß das für ein Kind in dem Alter bestimmt ist. Man kann sagen, es ist alles teuer und z..B. wir haben nur einen Verdienst, mehr aber auch nicht.

lg
Anja

Beitrag von hummelinchen 22.09.08 - 19:30 Uhr

Hey Olivia...

Das erinnert mich daran, dass ich mal zu meiner Tochter gesagt habe, dass wir kein Geld mehr hätten. Daraufhin sagte sie:"Dann geh doch zur Bank und hole dir neues..." #hicks (da war sie aber noch wirklich ganz kurz..)

Das Wort Wertschätzung spielt eine große Rolle in der Erziehung und das lernen Kinder nur durch Verzicht und aufmerksamer Umgangsweise...
Kinder, die alles bekommen was sie wollen, lernen das leider nicht.

Tipps:
- Die Dinge, die sie verbummelt, sollte sie selber von ihrem Taschengeld nachkaufen.
- Dinge, die sie soooo gerne haben will, darauf soll sie sparen (solche Dinge werden mit einem viel höheren Wert belegt, darauf wird sie aufpassen).
- Wenn ihr auf der Kirmes (oder sonstiges) seid, gebt ihr etwas Geld (ca 5€) und damit muss sie auskommen.
Da wird sie schnell an ihre Grenzen stoßen und merken, mit was für Gefühlen sowas verbunden ist
- nimm sie mit zum Einkaufen und erkläre ihr alles genau

Meine hatte mal zwei Adventskalender - und ich finde einer reicht. Darum hat sie einen verschenkt, an einen Jungen, damals bei uns im Haus, der hatte keinen...

Und natürlich musst auch du wertschätzend mit Dingen umgehen, denn nichts ist wichtiger als die Vorbildfunktion (nur ein Tipp / ich bin sicher, du machst das auch ;-))

Das dauert ein bisschen aber es wird Früchte tragen. Vor allem wird sie am Anfang motzen, weil ihr die Felle davon schwimmen#schein. Das ist normal...

Und bis du dein Verhalten veränderst hast, kann auch ein wenig dauern... #blume

lg Tanja


Beitrag von bessi 22.09.08 - 19:30 Uhr

Hi,

ich lernte meinen jetzigen Lebensgefährten kennen, da war seine Tochter auch in diesem Alter und es könnte fast sein, als würdest Du von ihr sprechen. Mir ging das auch fürchterlich auf den Keks, weil ständig irgendwas verloren oder verlegt wurde.

Ich würde es auch so handhaben wie meine Vorrednerin. Vom Taschengeld abziehen oder wenn möglich einfach nicht nachkaufen, wenn es sich um Dinge handelt, die nicht unbedingt notwendig wären.

Bei meiner Stieftochter hat es sich im Verlauf gebessert, obwohl sie heute noch ein ziemlicher Schussel ist, aber da ist wahrscheinlich jetzt die Pubertät (14 J.) mit dran Schuld. Aber entschuldigen würde ich solche Dinge auch nicht ständig damit.

LG Bessi

Beitrag von hummelinchen 23.09.08 - 18:15 Uhr

Teilen wir uns ein Stiefkind? Ist sie das WE wenn sie nicht bei uns ist, bei euch??;-)

War ne Stange harte Arbeit... #cool:-)

lg Tanja

Beitrag von bessi 23.09.08 - 20:02 Uhr

;-)

Beitrag von alpenbaby711 22.09.08 - 19:41 Uhr

Wieso kaufst du ihr dann immer wieder was. Dann sag ihr doch das sie nichts mehr kriegt wenn sie nicht besser aufpassen kann. Das machste ein paar Tage dann kann sie wieder eine Chance kriegen. Oder sie muss dafür was tun wie jemand vorschlug.
Ela

Beitrag von katzeleonie 25.09.08 - 12:57 Uhr

Schwierig wenns für die Schule ist, denn für die Lehrer bist du verpflichtet, dafür zu sorgen, daß alles da ist, nicht das Kind, weils ja ein Kind ist.

lg

Beitrag von alpenbaby711 25.09.08 - 13:01 Uhr

Stimmt schon, aber irgendwie muss man das Kind indirekt ja auch mal bestrafen dafür das es draus lernt. Sonst gehts ja gerade so weiter. Ne Absprache mit dem Lehrer wäre in solchen Fällen aber wohl ganz hilfreich.
Ela

Beitrag von katzeleonie 25.09.08 - 15:42 Uhr

Wenns einmal ist ja,ist bei uns aber ständig. Da macht kein Lehrer mit.

lg

Beitrag von happy1520 22.09.08 - 22:35 Uhr

Vielen Dank für all eure Antworten. Ich weiss ja das ich wohl selbst auch Schuld dran habe das sie nicht richtig zu schätzen weiss was sie alles hat. Sie hat halt bisher durch mich gelernt das sie alles (naja fast) bekommt was sie gerne hätte. Ich versuche eben immer die Wünsche der Kinder zu erfüllen#schein, so ist wahrscheinlich jede Mutter. Leider hab ich dann aber verpasst ihr auch mitzuteilen das wir nicht unendlich Geld auf dem Konto haben. Ich meine, daß ich ihr natürlich schon erklärt habe das man für Geld arbeiten muss, aber bisher musste sie halt noch nie auf was verzichten. Langsam werden ihre Wünsche jetzt größer, und nicht alle sind zu erfüllen. Und nicht alle will ich auch erfüllen, weil ich einiges schon als Quatsch abtue, z.B. das BMX-Rad was sie UNBEDINGT braucht#augen obwohl sie ja ein Fahrrad hat. Sie bekommt auch Taschengeld, jetzt in der 3. Klasse sind das 3 Euro in der Woche. Davon muss sie ihre Süßigkeiten ausser der Reihe und ihre Zeitschrift, die sie jetzt zu interessieren anfängt, bezahlen. Leider bin ich auch da nicht immer konsequent und fordere das Geld dafür, was ich ihr beim einkaufen eben noch "geliehen" habe, nicht zurück#hicks. Da zieht sie natürlich auch ihre Schlußfolgerung draus. Ich muß mich wohl selbst auch erstmal bessern, sonst hab ich bald ne verzogene kleine Zicke hier sitzen#schock. Eure Tipps find ich super und freue mich schon auf das Gesicht meiner Tochter bei der Umsetzung#schein. LG Olivia

Beitrag von gh1954 22.09.08 - 23:39 Uhr

Ich habe so viele Ratschläge bekommen, mein Sohn war auch so..und ist immer noch so..mit 16 Jahren.
Geodreieck, Zirkel, Lineal, Klassenarbeitshefte..alles löst sich wundersam auf, es ist zum Verzweifeln.

Beitrag von jarmina 24.09.08 - 23:34 Uhr

Hi,

meine Mutter hat immer am Anfang des Schuljahres die Schulmaterialien für das ganze Jahr gekauft, also Hefte, Patronen, Tintenkiller usw. Genug, dass es für das ganze Jahr reichen musste.

Brauchte ich Sachen für die Schule nach, weil ich zu sorglos damit umgegangen bin, dann musste ich dass vom eigenen Taschengeld bezahlen.

Ich weiß nicht, ob es dass heute noch gibt, aber wir haben immer am Ende des Schuljahres eine Liste bekommen, was man für das nächste Schuljahr braucht an "Spezialmaterial" wie Kieserblock, Klassenarbeitshefte (waren bei uns so schwarze Hefte (keine Ahnung mehr wie die hießen)), Zirkel, Geodreieck usw.

Die restlichen Verbrauchsmaterialien wurden geschätzt.

Vielleicht hilft das auch bei Euch.

Liebe Grüße

Jarmina