18.04.08 lang aber herzlich ;o)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von jennifer1987jenny 22.09.08 - 21:41 Uhr

*18.04.2008
Darian Rafael Hartmann

Es ist der 17.04.2008 ein Donnerstag, zwei Tage über den errechneten Entbindungstermin.

Wir waren bereits am 15.04.2008 im Krankenhaus zur Vorsorgeuntersuchung. An dem Tag hatten sie uns schon ziemlich verunsichert. Denn ich wurde untersucht und es wurde Bilder über Bilder vom Kleinen gemacht und dann sollten wir noch eine Weile im Kreissaal warten und auf einmal stand die Ärztin gemeinsam mit dem Chefarzt vor uns. Mir rutschte das Herz in die Hose. Erst dachte ich es sei etwas mit dem Kleinen, etwas Schlimmes und mein nächster Gedanke war, er wird nun geholt.
Beide Gedanken ließen mich verstummen und ich konnte meine Ängste gar nicht ausdrücken sondern verlies kurz darauf gemeinsam mit Michi und dicken Babybauch die Klinik und hatte ein neuen Termin für den 17.04.2008 bekommen.

Wir gingen also nun am Donnerstag (17.04.2008) wieder ins Krankenhaus um ein CTG machen zu lassen. Michi und ich scherzen noch „heute kommen wir nicht nach Hause“.
Naja kurzer Anruf und dann um 11 im Krankenhaus. Zunächst war alles in Ordnung, es wurde ein CTG gemacht und per Ultraschall nachgesehen wie es unseren kleinen Jungen geht. Soweit alles in Ordnung.
Doch als ich dann zu der Ärztin gesagt habe, dass ich das Gefühl habe ihn weniger und seltener zu spüren machte sie ein besorgtes Gesicht und bat uns nochmals im Kreissaal zu warten. In diesem Moment wusste ich nicht so genau was das alles zu bedeuten hatte und ich wusste ebenso wenig etwas mit meinen Gefühlen von Angst, Vorfreude und das Ungewisse anzufangen.
Eine halbe Stunde später kam sie dann wieder und hat uns erklärt, dass von den Untersuchungen her alles in Ordnung sei, aber sie das was ich gesagt habe sehr ernst nehmen würden und daher ein Wehenbelastungstest mit uns machen wollen würden. Sie erklärte uns ausführlich wie dieser von statten gehen soll und was auf uns zukommt.

Der Plan war, dass ich zu diesen Zeitpunkt eine Tablette vor den Muttermund gelegt bekommen würde dann eine halbe Stunde liegen sollte damit die Tablette nicht den Weg nach draußen finden und sich dort vor dem Muttermund auflöst. Danach könnte ich dann 4 Stunden frei bewegen und dann müsste ich erneut zum CTG. Wenn bis dahin alles in Ordnung sei mit dem Baby würde ich eine weitere Tablette vor dem Muttermund gelegt bekommen. Je nachdem was bei diesem Test herauskommt, hätten wir ca. um 23 Uhr nach Hause gehen könne und es wären eventuell weitere notwendige Schritte mit uns besprochen worden.

Dies hörte sich für uns ganz gut an uns wir willigten natürlich ein. Ich bekam die Tablette und wir blieben gute einanhalb Stunden im Krankenhaus, die ersten 45 Minuten lag ich im Bett (so wie es mir gesagt worden ist). Und dann gingen wir im Krankenhaus herum. Michi eine rauchen, zur Cafeteria ein Eis und Zeitschriften kaufen und dann entschlossen wir uns noch einmal nach Hause zu fahren, weil uns so langweilig wurde.
Ich merkte schon zu diesen Zeitpunkt ein leicht unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend, hab dies jedoch nicht als Wehen gedeutet. Uns wurde im Vorfeld schon angedeutet, wenn heute nichts mehr „Geburtstechnisch“ passieren würde, dass sie dann morgen, also am Freitag den 18.04.2008 die Geburt künstlich einleiten wollen würden. Darüber machten wir uns auf dem Weg nach Hause gar keine große Gedanken. Wir saßen eine Weile bei Kerstrin und Michael auf dem Sofa und quatschten ein wenig. Doch nach einer Weile wurde das unangenehme Gefühl in der Bauchgegend stärker und irgendwie fühlte ich mich zu Hause nicht mehr wohl und sicher und forderte Michi auf wieder ins Krankenhaus zu fahren.

Naja so wie das dann ist, wollten wir beide uns noch Cola und irgendwas Schönes bei Penny rausholen, weil wir ja wussten, dass wir so in etwa bis 23 Uhr im Krankenhaus bleiben werden müssen.
Auf dem Weg zu Penny fühlte ich mich schon wohler, da ich wusste dass ich gleich wieder in einer „sicheren“ Umgebung bin. An der Kasse bei Penny passierte es dann.
Michi stand schon an und ich schaute mir die Babyartikel bei Penny an und auf einmal zog es im Bauch mehr und doller als zuvor und es machte „Klick“. Dieses Klick fühlte sich irgendwie so an (und hörte sich auch in mir so an) als wenn ein Ballon platzen würde. Es wurde warm zwischen den Beinen, (so als wenn man sich in die Hosen pinkeln würde). Ich ging zu Michi und sagte „Schatz, ich glaub meine Fruchtblase ist geplatzt“. Er schaute mich mit großen Augen an und gab mir den Autoschlüssel und sagte ich solle schon mal zum Auto gehen.
Dies tat ich dann auch, auf dem Weg dort hin zog es schon recht doll im Bauch (zumindest ab und an), ich fühlte mich unwohl und wollte so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Ich fühlte noch schnell ob meine Hose nass sei, und sie war es. Und schon war Michi auch am Auto und wir fuhren los, mir war diese Situation irgendwie unangenehm. Im Krankenhaus angekommen machte uns keiner am Kreissaal die Tür auf, sodass Michi über die andere Station in die Kreissaale kam und mir die Tür öffnete. Ich ging erst einmal auf die Toilette und er suchte die Hebamme.
Als ich dann fertig war, warteten die beiden schon vor der Tür, die Hebamme guckte sich die Flüssigkeit, die ich mittlerweile mehr und mehr je nach Bewegung verlor an und stellte fest, dass es sich um Fruchtwasser handelte, welches schon leicht verfärbt sei.
Wir wurden in den Kreissaal gebracht und ich zog mich um und machte es mir erst einmal auf den riesigen Bett bequem.

Verfärbtes Fruchtwasser, bei dem Gedanke schoss mir gleich der Begriff „Schwangeschaftsvergiftung“ in den Kopf und es versetzte mich zunächst einmal in Panik, was ich mir aber nicht anmerken lies. Die Hebamme entschloss gemeinsam mit der Ärztin mir nun schon die zweite Tablette zu geben und auf jeden Fall nun nicht mehr auf den morgigen Tag zu warten mit eventuellen Einleitungsmaßnahmen.
Also lag ich da nun wieder mit so einer Tablette.
Michi fuhr in der zwischenzeit in der ich ja wieder liegen bleiben musste schnell nach Hause und zum Chinaimbiss um uns etwas zu essen zu holen, wir aßen und scherzten, denn es ging mir recht gut. Bis auf leichtes ziehen mal hier und dort ging es mir so wie die Tage zuvor. Ich musste ständig auf die Toilette, wusste nicht wie ich liegen oder sitzen sollte, also der ganz normale Hochschwangerewahnsinn.
Michi legte sich zu mir ins Bett und wir beschlossen ein wenig zu dösen, denn den ganzen Tag im Krankenhaus zu sein strengte uns schon an, vor allem aber mich.

Wie lange wir dort lagen ohne dass etwas passierte kann ich nicht mehr sagen, ich weiß nur dass die Wehen dann so um 20 Uhr anfingen.
Zunächst konnte ich noch recht gut mit ihnen umgehen, doch es wurde zunehmend schwerer. Das Manöver Toilettengang wurde zu einem Horrotrip, alle paar Schritte bekam ich eine Wehe, doch ich war stark und hielt durch, da ich dachte, wenn Wehen regelmäßig und häufig kommen, dann kann es nicht mehr lange dauern.
Doch schon bald machten sie mich so kaputt dass ich nicht mehr gegen die Wehen ankam. Also sagte ich zu der Hebamme, dass es Zeit werden würde was gegen diese unheimlichen Schmerzen zu tun. Sie untersuchte mich erneut und stellte fest wie weit mein Muttermund geöffnet sei (ich weiß es um ehrlich zu sein nicht mehr wie weit er zu diesen Zeitpunkt geöffnet war).
Sie sagte sie würde nun Übergabe machen und dann noch schnell gemeinsam mit der Hebamme, die in der Nacht da sein würde über mögliche Schmerzbehandlungen sprechen. Okay dann war ich zunächst beruhigt. Doch die Wehen kamen nun schon ungefähr 3 Stunden lang, ohne großen Erfolg aber sehr oft und sehr stark. Ich hatte eigentlich schon im Minutentakt oder eher unter einer Minute Abstand Wehen und das machte mich so kaputt, dass ich die Schmerzen wohl mehr und mehr für heftiger empfand. Nach einer Weile, die mir eine Ewigkeit vorkam kam dann die neue Hebamme und erzählte mir etwas von einem möglichen Schmerzcoctail und Unterschrift und lauter solche Sachen, doch in der Zeit hatte ich schon wieder so starke Wehen dass ich zu ihr sagte „und was ist mit der Möglichkeit einer PDA?“ Die Hebamme wollte mich zunächst davon abbringen, doch ich blieb stur und wollte nun dieses verdammte Ding haben.
Also informierte sie die zuständige Ärztin und lies mich so ein Infoblatt unterschreiben. In der Zeit in der ich auf die Ärztin warten musste, ging mir eigentlich nur durch den Kopf, das es jetzt wo die Wehen über einen so langen Zeitraum in einem kurzen Zeitabstand so stark kommen ja nicht mehr lange dauern kann bis ich mein kleinen Sonnenschein in den Arm halten kann.

Irgendwann nach einer Weile kam dann endlich die Ärztin (die Zeit kam mir vor wie 200 weitere Wehen). Millerweile hatte ich auch schon so ein schickes Flügelhemd und so eine Netzunterhose mit so einer riesigen dicken Einlage an. Sie erkläre mir noch schnell die möglichen Risiken und Nebenwirkungen und dann wollten wir auch schon anfangen. Doch da ich so oft hintereinander sehr schmerzhafte Wehen hatte, konnte sie bis auf Desinfizieren nicht wirklich was machen, also wurde beschlossen mir ein Wehenhemmer zu verabreichen.
Ich weiß noch wie die Hebamme sagte „ Achtung, davon bekomm sie Herzrasen, nicht erschrecken“. Aber das war mir zunächjst egal, weil ich dachte, dass ich dadurch eine Weile „Ruhe“ vor den Wehen habe. Aber nix da. Dieses Zeugs hat mich fast vom Hocker gerissen und keine Minute später kam schon wieder die nächste Wehe. Das Medikament bekam ich während die Ärztin die PDA setze drei mal in den Tropf gespritz.
Nach einer halben Ewigkeit saß die PDA und ich konnte von diesem unbequemen Holzstuhl aufstehen und sollte mich ins Bett legen.
Medikament angeschlossen und dann hieß es abwarten und wenn in 10 Minuten die Wehen erträglicher geworden sind, sei alles gut gelaufen.

Und tatsächlich zehn Minuten später fühlte ich mich wie am Morgen, keine Schmerzen dennoch sehr erschöpft. Die Hebamme meinte dann zu uns, wir sollten diese Zeit nutzen und uns ein wenig ausruhen um neue Kraft zu tanken. Es wurde das CTG angeschlossen und ich versuchte mich ein wenig auszuruhen.

Irgendwann (mir kam es vor, als wenn nur eine halbe Stunde vergangen wäre) setzten die Schmerzen wieder ein, noch heftiger wie am Anfang. Auch dieses Mal war ich zunächst stark. Ich kämpfte mich mit Michis Hilfe durch jede einzelne Wehe. Probierte Positionen über Positionen aus. Die Hebamme untersuchte mich immer wieder und sagte auch immer wieder „Sie haben es bald geschafft“ (ja das erzählen sie mir schon seit Stunden, dachte ich mir).
Irgendwann kam dann auch die Ärztin dazu und schaute nach dem Rechten, sie ging gemeinsam mit der Hebamme auf den Flur. Doch da ich wie fern gesteuert durch den Kreissaal lief und nicht wollte dass die Hebamme weg geht ging ich zu Tür und hörte wie sie darüber sprachen, ob man nicht evt. Ein Kaiserschnitt machen sollen würde.
In diesem Moment dachte ich erst „Ja, gleich bist du da mein Schatz“ und dann machte ich mir doch eher Sorgen, dass es ihm nicht gut geht.
Ich versuchte mir erneut zusammenzureißen und kämpfte mit jeder Wehe.
Mittlerweile war es schon ca. 6 Uhr. Denn die Frühschicht kam schon. Die beiden Hebammen und die Ärztin überlegte und berateten sich kurz und dann entschloss sich die „neue“ Hebamme eine andere Technik zu testen, damit die Geburt voran geht.
Also stand ich da nun mit höllischen Schmerzen. Die Ärztin rechts von mir, die eine Hebamme vor mir, die andere krakelte irgendwo im Zimmer herum und Michi auf meiner linken Seite. Nun sollte ich aus dem Stand wenn ich eine Wehe bekomme mich in die Hocke fallen lassen und das so oft wie möglich. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.
Nach einer Weile hielt ich die Schmerzen nicht mehr aus und wollte dass Michi mich in ein anderes Krankenhaus bringt. Doch dazu kam es dann doch nicht. Michi ging raus und sprach mit der Hebamme. Diese telefonierte kurz und kam dann wieder in den Kreissaal und erzählte mir, dass ich nun noch einmal was gegen die Schmerzen bekommen würde.

Okay dachte ich, Hauptsache es ist bald vorbei. Ich wusste mittlerweile schon gar nicht mehr ob ich weinen, schreien oder einfach nur lachen sollte über diese ernormen Schmerzen.
Also kam die Ärztin von der PDA nochmals und bemerkte dass die Hebamme aus der Nacht die Medikamente falsch angeschlossen und eingestellt hatte und dass die PDA deshalb nur so eine geringe und kurze Wirkungsdauer hatte. In dem Moment wäre ich gerne aufgestanden und hätte die blöde (sorry) Hebamme gesucht und sie von hier bis nach Afrika gejagt. Naja ich bekam dann die Dosierung, die sie bei einem Kaiserschnitt verwenden. So merkte ich nur noch ein ganz dollen Druck am Popo. Dieser war jedoch zunächst sehr erträglich und ich konnte kurz ein wenig Kraft tanken.

Doch dann ging es erneut los. Und diesmal dachte ich mir nur. „So und nun los, du packst das schon“ Gesagt und getan. Es dauerte gar nicht mehr alt so lange und schon waren endlich die lang ersehnten Presswehen da.
Die fand ich echt erträglich, denn da konnte man mitwirken und wusste dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit nun nicht mehr lange dauern kann.
Zunächst versuchten Michi, die Hebamme und die Ärztin es im Bett, doch da ich mich leider bei jeder Wehe verkrampft hatte, konnte der Kleine sich nicht ins Becken drehen, also zwangen sie mich auf diesen blöden Hocker. Mittlerweile war mir selbst die Luft zum nörgeln und protestieren ausgegangen ich versuchte alle Kraft die ich noch hatte in die Presswehen zu setzten. Kurz vor Neun fragte ich dann die Hebamme wie viele Wehen dann noch. Sie gab mir dann die Antwort, dass es maximal nur noch sechs seien dürften. „Okay ich nehm sie beim Wort nach der Sechsten mach ich nicht mehr mit“
Michi saß die ganze Zeit hinter mir auf dem Bett und stütze mich. Ich Saß auf dem Hocker vor dem Bett und hielt mich an seinen Beinen fest. Die Hebamme hockte vor mir auf einer Matte und erzählte mir dass der Kopf nun schon zu sehen wäre.
Das hätte sie mir nicht sagen brauchen, denn das merkte ich. Am liebsten hätte ich in dieser Wehenpause weitergepresst aber ich durfte nicht.
Doch nach der vierten abgezählten Presswehe war mein kleiner Mann endlich ganz auf der Welt. Es war 09:05 Uhr am 18.04.2008. Er Hatte ein Gewicht von 3830 Gramm, eine Größe von 52 cm und einen Kopfumfang von 36 cm.
Die Hebamme nahm ihn zu sich, trocknete ihn ab. Ich ließ mich erleichtert auf den Popo fallen vor dem Hocker und war ganz gerührt von dem Anblick meines Sohnes.

Michi und ich waren zu diesem Zeitpunkt über glücklich. Ich hab ihn kurz auf dem Arm bekommen und konnte es kaum fassen, dass dieses kleine Wesen ein Teil von mir war. Ich hab mich sofort in ihn verliebt.
In diesem Moment ist die ganze Anstrengung und Anspannung von mir gefallen und ich wusste wofür ich diese „Strapazen“ auf mich genommen habe.
Nun kam die Ärztin auch wieder, auch sie schaute sich schnell den Kleinen an, den die Hebamme mittlerweile gemeinsam mit Michi im anderen Kreissaal versorgte (absaugen usw). Mir wurde nun geholfen, dass ich ins Bett komme. Da lag ich nun und man brachte mir mein kleinen Sonnenschein. Ich war echt Überwältigt.
Dann noch die Nachgeburt, für die sollte ich noch mal Pressen, aber nix passierte. Ich hatte keine Kraft mehr. Ich dachte ich presste wie wild doch die Ärztin sagte nur, ne das geht so nicht machte irgendwas und schwup war das auch erledigt, dann noch genäht und fertig war ich.
Und da war nun auch wieder mein Sohn. Mittlerweile schrie er ganz fürchterlich und hörte gar nicht mehr auf. Die Kinderkrankenschwester von der Wöchnerinstation kam und gratulierte mir. Und sie beschloss gemeinsam mit der Hebamme ihn mit rüber zu nehmen und dort zu beobachten. In diesen Augenblick fing ich an mir Sorgen zu machen. Als ich dann in ein neues Bett kam (mein Bett) wurde mir gesagt, dass er immer noch schreien würde und nun gleich der Kinderarzt kommen würde und sich ihn anschauen würde. Okay.
Mittlerweile war Kerstin auch schon da und saß bei mir in diesem „Zwischenzimmer“. Es verging eine Weile und dann wurde ich auf mein Zimmer gebracht. Aber irgendwie war mein Sohn nicht da. Also fragte ich nach, wieso er nicht bei mir im Zimmer sein kann. Sie erklärten mir, dass der Kinderarzt ihn gerne mit nach Lüneburg ins Kinderkrankenhaus nehmen würde, aber er gleich kommen würde um alles mit mir zu besprechen. Zwei Minuten später war Michi mit dem Arzt bei mir.
Er wollte kein Risiko eingehen und würde ihn aufgrund dessen, dass er zum Anfang wohl Atemschwiriegkeiten und bestimmte Werte außerhalb der Norm liegen würden und nun trotz Milch, Schnuller usw. nicht aufhören würde zu schreien ihn mitnehmen wollen. Ich willigte selbstverständlich ein, weil ich nur das Beste für ihn wollte. Und man sagte mir schon im Vorfeld, dass man mich mit verlegen würde, damit ich bei ihm sein kann.
Michi war nun draußen und telefonierte, benachrichtigte alle möglichen Leute und fuhr kurz Richtung Stadt um meine Mutter dort in den Empfang zu nehmen.
In der Zeit hieß es für mich abschied von meinem Kleinen nehmen. Man brachte mich ins Schwesternzimmer, wo das Babyzimmer angeschlossen ist. Schon auf dem Flur hörte ich ihn ganz bitterlich und fürchterlich schreien.
Man hat ihn mir auf den Arm gegeben und er schrie und schrie.
In diesem Moment konnte ich mich nicht mehr halten und fing mit an zu weinen. Dieses kleine Wesen schrie und schrie und keiner konnte ihm helfen, er tat mir so leid. Es tat mir wirklich im Herzen weh. Dann nahmen sie ihn und machten ihn für den Transport fertig. Als er dann weg war wurde ich dann wieder auf mein Zimmer gebracht indem eine andere Frau glücklich mit ihrer Tochter im Bett lag. Ich legte mich ins Bett und lies meinen Gefühlen freien lauf., Irgendwann sclief ich dann ein.
Kurze Zeit später war Michi mit meiner Mutter da, ich versuchte ganz tapfer zu sein. Sie waren nur kurz da, weil sie gleich im Anschluß gemeinsam mit Michis Eltern nach Lüneburg fahren wollten.
Also legte ich mich wieder schlafen.

Am Abend kam Michi wieder, er erzählte mir, was die Ärzte dort machen usw. Und auch dass, das er immer noch schriebn würde. Ich fragte sofort nach, wieso ich da nicht auch hingekommen bin. Man hat mir dann erklärt, dass es nichts bringen würde, da man dort auf die Intensivstation eh erst ab 12 Uhr Mittags darf und man vorgesehen hätte mich Morgen am Samstag zu entlassen. Okay.
Michi half mir beim duschen und anziehen, ich hatte enormen Muskelkater. ER blieb noch eine Weile und aß mein Abendbrot, da ich kein Appetit hatte und dann machte auch er sich auf dem Weg nach Hause. Und ich bleib mit meinen Gedanken und Gefühlen allein im Krankenhaus. Die Schwestern und Ärzte kümmerten sich ganz rührend um mich und um 20 Uhr legte ich mich dann zum schlafen hin.
Nächsten Morgen wusch ich mich und ging zum Frühstück, ich hatte nicht wirklich viel geschlafen, da ich Schmerzen hatte und das Baby meiner Zimmernachbarin ständig wach wurde. Danach packte ich meine Sachen.Die Ärzte haben mich nur mit Medikamenten und ein Termin zur Kontrolle für den Sonntag gehen lassen.
Michi kam und dann sind wir nach Hause gefahren. Es war ein doofes Gefühl nach Hause zu kommen ohne Baby. Ich machte mich noch kurz frisch und wie aßen was und dann fuhren wir los nach Lüneburg, dort angekommen sah ich mein Kleinen unter lauter Frühchen in einem Brutkasten. Ich wusste weinen war dennoch glücklich. Die Ärzte erklärten, dass er ca. fünf bis sieben Tage dort bleiben müsste zur Antibiotikabehandlung. Mir viel es schwer, doch auch dort willigte ich ein.
Wir besuchten ihn jeden Tag. Schon am Sonntag lag er in einem normalen Bettchen und machte sich super. Es stellte sich am Ende der Woche heraus, dass er durch die lange Geburt ein Erstlingsinfekt gehabt hatte.
Am Freitag (eine Woche nach seiner Geburt) den 25.04.2008 war es dann endlich so weit. Michi und ich sind schon vor 12 Uhr da gewesen und ich hab ihn nach hause geh fertig gemacht. Dann noch das Arztgespräch und dann endlich um 17 Uhr waren wir zu Hause.
Und das mit Baby !!!


P.s. Man sagt ja immer, dass all die Strapazen und Schmerzen vergessen sind, sobald man sein Kind auf dem Arm hält. Darüber hab ich mal nachgedacht. Und ich muss sagen es stimmt.
Es ist mir zum Teil echt schwer gefallen so detailiert aufzuschreiben wie die Geburt abgelaufen ist
Na klar weiß ich noch ganz genau, dass ich Schmerzen hatte, dennoch kann ich nicht mehr sagen wie diese sich anfühlten.
Auch wenn es sich in diesem Geburtsbericht nicht immer danach anhört (ich habe den Bericht versucht so Gefühlsecht wie möglich zu schreiben), aber die Geburt meines Sohnes war das schönste Erlebnis meines Lebens.

Beitrag von 19angelina80 23.09.08 - 13:27 Uhr

Hallo und #herzlichGlückwunsch!!!!!
Ich finde deinen Bericht echt toll. Hast dir offensichtlich sehr viel Mühe gemacht uns an deiner Geburt teil haben zu lassen.
Ich finde du hast trotz der beschriebenen Strapazen super Durchgehalten. #pro
Muss verdammt schwer sein, seinen Engel nach der Geburt nicht bei sich zu haben!!
Ich wünsche deiner Familie eine wunderscheine Zeit
zu Dritt!!!!

Monika mit Leon im Bauch 28 SSW

Beitrag von hundejulia 23.09.08 - 14:21 Uhr

Der schönste Geburtsbericht, den ich hier je gelesen habe..
Mir sind richtig die Tränen gekullert, weil ich deiner Erzählung genau mitfühlen konnte....
DANKE für diesen detailierten Bericht!!!#liebdrueck

Wünsche euch, dass sich alles gut entwickelt!!#klee#blume

#hundjulia mit Finn 28.SSW

Beitrag von snoopy86 23.09.08 - 16:17 Uhr

Wow. Das war ein tolelr Geburtsbericht. Bisher der schönste den ich da gelesen hab.

Hast du dann auch Milch abgepumpt?

glg Kristina mit Simon 14 Monate (der 5 Wochen im Krankenhaus war)

Beitrag von jennifer1987jenny 23.09.08 - 16:28 Uhr

Ne mein Kleiner ist ein "Flaschenkind". Nicht nur wegen Krankenhaus, sondern weil ich noch meien Ausbildung zu ende gemacht habe und es eigentlich n ciht geplant war, dass ich ihn mit zur schule nehmen kann und von soher wäre ich dann zu lange aus dem haus gewesen wegen abpumpen...