Geplanter Kaiserschnitt / Geburt meiner süssen Lea Aline

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von engiwook 22.09.08 - 23:01 Uhr

Am 04.07.2008 sassen wir ganz gespannt in der Praxis des Gynäkologen um die Geburt unserer Tochter zu planen. Wir wussten, dass sie sich noch immer nicht gedreht hatte und in einer unmöglichen Position in meinen Bauch sass. Sie hatte die Füsschen im Gesicht und die Nabelschnur zweimal um den Hals. Dass sie sich noch dreht, war praktisch unmöglich. Also beschlossen wir einen geplanten Kaiserschnitt machen zu lassen. Dieser sollte in der 39 SSW vorgenommen werden. Am 16.07.2008 07:30 soll es losgehen.

Ich musst einen Tag vor der OP in die Klinik, denn diverse Untersuchungen und Gespräche standen an. Ich blieb über Nacht gleich dort, weil ich schon um 06:00 Uhr in den Kreissaal musste. Ich habe vor lauter Aufregung kein Auge zugetan. Um 06:00 Uhr wurde ich von meiner Hebamme abgeholt und in den Kreissaal gebracht. Dort hat sie mich auf die OP vorbereitet. Ich wurde rasiert, eine Infusion und ein Harnkatheter (tut nicht weh) wurden gelegt. Mein Mann kam um 07:00 nach.

Ich wurde auf einem Bett in den kalten OP gerollt, wo bereits der Anästhesist auf mich wartet. Ich zitterte vor Kälte und Angst vor der PDA. Der Anästhesist war zum Glück ein sehr netter und einfühlsamer Mensch und er hat die Narkose, für mich völlig schmerzfrei, gelegt. Es war schon etwas seltsam als ich von den Rippen an abwärts plötzlich taub wurde. Aber mit der Taubheit kam auch eine angenehme Wärme und zitterte nicht mehr.

Mein Mann kam mit den Ärzten in den OP und es ging los. Ich habe gespürt, wie an mir herumgerüttelt und gezogen wurde, aber es tat absolut nicht weh. Als mein FA die Fruchtblase geöffnet hatte, sagte er noch er sauge nun das Fruchtwasser ab und schon hörte ich meine Kleine schreien. Das war sehr speziell, weil ich sie in mir und ausserhalb gehört habe... Man hatte mich vorgewarnt, dass es etwas unangenehm sei, wenn sie mir auf den Oberbauch drücken mussten, um das Baby nach unten zu drücken. Also Unangenehm ist nur der Vorname... Aber der Schmerz war so schnell vergessen wie er kam. Meine Kleine hat geweint und mir viel ein Stein vom Herzen und ich vergass völlig wo ich war und heulte mit meinem Mann zusammen. Er durfte auch die Nabelschnur durchschneiden und ich bin sehr stolz auf ihn, dass er es gemacht hat, weil mein Bauch ja noch offen war und er die offene Wunde sehen konnte. Danach durfte mein Mann die Kleine sofort halten und hat sie mir gezeigt. Ich konnte sie leider nicht berühren, weil mein einer Arm an einem Blutdruckgerät angeschlossen war und der andere an die Infusion. Ich konnte sie „nur“ Küssen. Mein Mann und die Hebamme brachten Lea in den warmen Kreissaal, wo sie untersucht wurde (den APGAR hat sie mit 9 10 10 optimal bestanden) und danach gleich auf die nackte Brust meines Mannes durfte. Mir erging es in der Zwischenzeit nicht so gut im OP. Eine Schwester spritzte mir ein Mittel, das brannte wie Feuer und danach bin ich mal schnell weggetaucht. Als ich wieder zu mir kam, sah ich in das besorgte Gesicht des Anästhesisten. Ich hatte Mühe mit dem Atmen und in meiner Brust stach es, als hätte ich Scherben darin... Das Piepsen der Apparate war wohl auch nicht ganz so regelmässig, wie es hätte sein sollen... Nach ca. 20 Minuten waren meine Werte aber wieder ok und ich wurde aus dem OP geschoben. Als ich in den Kreissaal kam wurde mir Lea an die Brust gelegt und sie saugte sich gleich daran fest ;-) Was für ein überwältigendes Gefühl!
Nach 1 Stunde wurden wir wieder auf die Station gebracht und wir konnten unsere Tochter geniessen und kuscheln. Mir ging es nur noch gut.
8 Stunden später liess die Narkose nach und die Schmerzen kamen. Ich bekam Schmerzmittel, aber ich konnte mich kaum bewegen. 12h nach der OP sollte ich aufstehen und zur Toilette gehen, das ging aber gar nicht gut und mein Kreislauf machte schlapp. Mit Hilfe der Schwester kam ich wieder ins Bett, wo ich frustriert und den Tränen nah bleiben musste. Da war ich das erstemal froh einen Harnkatheter zu haben, weil ich sonst wohl oder überl die Bettpfanne hätte benutzen müssen. Mein Mann ging dann um ca. 23:00 Uhr nach Hause und ich musste mich schweren Herzens in der ersten Nacht von meiner Kleinen trennen und sie den Schwestern überlassen, weil ich solche Schmerzen hatte, das ich sie nicht einmal aus ihrem Bettchen heben konnte. Ich tat mich auch mit den ganzen Schläuchen die aus mir raus hingen ziemlich schwer. Eigentlich hätte ich mich erholen und mich ausschlafen sollen, aber ich schlief nun schon die zweite Nacht in Folge nicht und war richtig froh, als mir meine Kleine wieder gebracht wurde. Sie hatte friedlich die ganze Nacht geschlafen.
24h nach der OP wurden alle Schläuche und Nadeln entfernt und ich fühlte mich wieder richtig gut. Ich konnte mich selbständig um Lea kümmern und 3 Tage nach der OP konnte ich mich wieder richtig gut bewegen. 5 Tage nach der OP gingen wir glücklich und stolz wie Oskar nach Hause.

Die Schmerzen wurden jeden Tag weniger und nach 10 Tagen war ich fast schmerzfrei.
Weil ich aber immer Angst hatte, die Narbe könnte aufplatzen, fühlte ich mich erst 6 Wochen nach der OP wieder richtig wohl.

Lea kam am 16.07.2008 um 07:35 zur Welt.
Sie war 49cm lang und 3400g schwer. Ihr Kopfumfang war 36cm

Zuerst war ich total traurig, dass ich einen Kaiserschnitt bekommen sollte. Es fühlte sich für mich irgendwie falsch an und ich wünschte mir doch so eine natürliche Geburt erleben zu dürfen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich richtig entschieden habe und keine unnötigen Risiken für Lea und mich eingegangen bin.

Liebe Grüsse
Baba

Beitrag von juligirl 23.09.08 - 07:14 Uhr

Der Kaiserschnitt war eine richtige Entscheidung, aber dass Du traurig bist, kann ich verstehen. Aber anders ging es nunmal nicht.

Herzlichen Glückwunsch zu Eurer kleinen Tochter.

#sonne#klee#fest#glas#torte

Beitrag von engiwook 23.09.08 - 09:15 Uhr

Hi Juligirl

Vielen Dank für Deine lieben Worte!
In der Zwischenzeit bin ich mit mir im Reinen. Ich bin froh ist Lea gesund und munter! Wie sie auf die Welt kam ist Nebensache geworden.

Liebe Grüsse
Baba