Meine Geschichte und Gedanken

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von usajulie 23.09.08 - 01:18 Uhr

Hallo,

Ich wollte euch mal meine Geschichte erzählen und meine Gedanken dazu.


Ich war schwanger, von jemanden, der nichts davon wissen wollte. Ein Australier, der in London lebt.
Als ich die Schwangerschaftstests gemacht habe, war er auch nicht da. Ich konnte es ihm nur übers Internet erzählen. Dann hab ich gesagt ich habe in 2 Wochen nen FA Termin. Und er hat sich nie wieder gemeldet.
Also nicht mal nach dem Termin um zu wissen ob es nun wirklich so ist.

Ich bin lange (4Jahre) rumgereist, kam wieder nach Deutschland, hab bei meiner Mutter gewohnt, bei der ich nich lange bleiben konnte, keine Arbeit gehabt und vorgehabt wieder ins Ausland zu gehen.

Kurz und knapp, ich hatte nichts als nem kleinen Büro als Zimmer und 2 Koffer mit Klamotten.

Aber ich wollte für den Blödsinn den ich gebaut habe gerade stehn und habe mir gesagt, dass man alles schafft wenn mans will. Man bekommt Hilfe und nicht ist Ausweglos.Ich finde Abtreibung nicht generell schlecht, aber als gesunder Mensch mit halbwegs normalen Lebensumständen, ist es für mich nur eine Flucht vor der Verantwortung für das was man verbockt hat aufzukommen. (Habe aber die Pille genommen, lag vielleicht am Party machen mit Kater am nächsten morgen und "rückwärts trinken")

Ich hatte mich schon drauf eingestellt dass ich in ein paar Monaten zu zweit bin, habe mich angefangen zu freuen.

Als ich dann die erste Untersuchung beim Arzt hatte, hat sich rausgestellt, dass MEIN Baby tot ist.
Ich musste noch 2 TAge auf die Ausschabung warten.

Ich war am Boden zerstört. Es war so unendlich schlimm für mich, dass ich quasie unwissentlich am Tod MEINES Babies beteiligt war (Schlafmangel,ungesundes Essen, viele Zigaretten und viel zu viel Party für einige Wochen)
Ich habe mich GEHASST, wie ich so etwas nur machen konnte, Jeder, ob Ärzte, Freunde, Familie hat gesagt, dass ich nix dafür kann weil ichs nicht gewusst habe und es auch wenn ich sehr gesund gelebt hätte, hätte passieren können.
Aber ich werde das NIEMALS vergessen und fühle mich imemrnoch Schuldig.
Ich wollte in den nächsten Jahren kein Männliches Wesen in meiner Nähe haben.Dann bin ich nach 3 Wochen gezwungen worden mit meiner besten Freundin auszugehen, damit ich wieder normal werde.

An dem Abend habe ich den tollsten Menschen der Welt kennengelernt. MEINEN MANN. Und wir planen für nächstes Jahr ein Baby.

Es kann nunmal nicht alles einfach sein und so wie man sich es grade wünscht.
Aber wenn man alles so einfach "wieder gut machen" könnte wäre das Leben ja toll.
Was machen denn die Leute, die durch nen Unfall, beide Arme und Beine verlieren?

Bitte seid nicht böse, ich verurteile wirklich niemanden, aber manche könnten es sich doch mal überlegen, ob das schlimmste der Welt wirklich das Baby ist, was ihr gezeugt habt.
Damit meine ich, niemanden, der wirklich überhaupt keine Chance hat, oder sonst etwas schlimmes passiert ist.
Sondern einfach Leute wo es eben grade mal nicht ins Leben passt.
Trotzdem muss jeder selber wissen was er tut.


Ganz Liebe Grüße
Julie

Beitrag von binchen-tara 23.09.08 - 09:32 Uhr

Hallo julie!
ich kann dich gut verstehen!
denn ich hatte innsgesammt 6 fg und jedesmal habe ich mich gefragt was ich falsch gemacht habe. bei meiner tochter war ich in einer ähnlichen situation wie du,wenn auch der vater voll und ganz hinter mir und dem baby stand so hatte ich trotzdem den gedanken wie es wäre abzutreiben,da ich ja schon mit meinem sohn alleine war und vom papa meiner tochter schon getrennt bevor ich wusste das sie da ist. ich habe mich dann für SIE entschieden und leider eine sehr schwierige schwangerschaft. lag oft und lange im kh weil ich ständig blutungen und wehen hatte. immer wieder habe ich mich gefragt ob es wohl daran liegt das ich diese gedanken am beginn der ss hatte.
jetzt ist sie 6 jahre alt und ich bin täglich aufs neue froh das ich sie behalten habe. mein mann und ich basteln nun schon seit 1 1/5 jahren an unserem würmchen, aber leider bisher ohne erfolg und auch heute noch frage ich mich jeden monat wenn die mens kommt ob es wohl daran liegt das ich damals daran dachte das mir geschenkte mäuschen NICHT zu bekommen...
ich hoffe du und dein mann könnt euch euren wunsch nach einem baby bald erfüllen!
liebe grüsse sabine

Beitrag von sinali 23.09.08 - 14:35 Uhr

hallo julie,
ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, wie es ist ein baby zu verlieren, weiss aber, dass dies wohl eines der schlimmsten dinge ist..
ich habe 2 kinder und wurde beim ersten ungeplant ss..
im gegensatz zu dir hab ich nicht verhütet, hab aber voll die sau rausgelassen, alkohol, zigaretten.. und dann ss..
mein sohn ist jetzt 3.5 jahre und kern gesund..
mach dir keine vorwürfe, dein baby war einfach nicht gesund und das nicht wegen deiner vorgeschicht..
und auch wenn es so wäre, wir sind menschen die fehler machen, menschen die durch ihre fehler wachsen.. und gewachsen bist du ja anscheinend sehr, sonst wärst du nicht verheiratet, hättest nicht ein geregeltes leben und würdest immer noch non stop party machen.
vielleicht hat dir dein baby einfach den weg für ein besseres leben gezeigt, hat aus dir eine zukünftig gute mami gemacht.. auch wenns einem schwer fällt, aber manche sachen müssen sein um wachsen zu können..
lg sina und viel spass mit deinem zukünftigen, kerngesunden baby..