unverschämtheit!

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 10:30 Uhr

ich bin wie vor dem kopf gestossen. ich hatte am 19.09.08 eine AS in der 12. ssw und lese schon seit stunden hier im Forum. Ich bin schockiert über einen bestimmten Beitrag aus einem anderen Forum dieser Seite, der meiner sowieso schon unendlichen Wut eins drauf gesetzt hat ( Probelauf,natürliche Auslese, Fakten, Fakten, Fakten...).
Ich kann meine Wut kaum in Worte fassen und fühle mich als wäre es mein Herz das stehen geblieben.
Ich bin die letzten 5 Wochen sowieso schon durch die Höhle gegangen, hatte immer wieder Schmierblutungen und ständig Panik auf die Toilette zu gehen. Habe mich durch sämtliche Foren durchgelesen um mir Mut zu machen, dass ich trotz Blutungen mein Baby nicht verlieren muß.
Unser Zwerg war ein absolutes Wunschkind und ich empfinde es als äußesrt ungerecht dass ich es verloren habe. Es war mein zweites Baby und das esrte musste ich 2003 tot gebären, nachdem auch ihr Herz in der 32. SSW aufhörte zu schlagen.
Es ist so unfair und auch wenn ich diese sch..ß Fakten kenne, verstehe ich nicht warum ich überhaupt schwanger geworden bin, wenn es nicht sein sollte, dass ich meine Babys lebend im Arm halte, und kein Arzt konnte mir bisher sagen warum das passieren musste.
Nachdem ich nun endlich meine bessere Hälfte gefunden habe, war unser Glück perfekt, trotz der Angst die ich Aufgrund meines Verlustes 2003 hatte. Und nun erlebe ich mit, wie es meinem Partner das Herz zerreißt, nachdem er schon seit Wochen mit meinem Bauch sprach und am liebsten das Kinderzimmer schon eingerichtet hätte. Bitte hilft mir! ich weiß nicht mehr was ich tun soll, es tut so weh, auch wenn ich mir bewußt bin, dass es anderen Frauen noch schlimmer ergangen ist als mir.
Ich kann auch dieses "die Natur weiß schon was richtig ist.." nicht mehr hören.
Ich bin dankbar, dass ich hier eine Möglichkeit habe mein Frust rauszulassen und danke auch schon im Voraus den geduldigen Leser meiner vielen und leider niemanden aufmunternden Zeilen. Ich möchte auch wieder aufmunternde Worte sprechen können, wie es meiner Natur eigentlich entspricht, doch im Moment würde ich am liebsten die ganze Welt verprügeln...

Beitrag von mira1984 23.09.08 - 10:37 Uhr

Ich kann dich sooo gut verstehen!!!

Lass dich von solchen Beiträgen nicht verunsichern oder gar ärgern!
Die Leute die soetwas schreiben haben für mich keine Ahnung!
Du musst in die Zukunft blicken!
Du hast einen Partner der zu dir steht,dass ist schon mal sehr hilfreich...Zusammen ertragt man den Schmerz besser!

Und wenn du wütend bist,lass es raus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Es tut auch gut mal einfach alles von sich zu lassen...

Du wirst deine zwei #stern niemals vergessen und niemals wird der Schmerz für immer aufhören,aber du wirst irgendwann mit der Situation zu Recht kommen und deine zwei Mäuse im Herz weiter lieben..

Alles gute für euch

#liebdrueckTanja

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 11:33 Uhr

Tanja, ich danke dir von herzen für deine worte, es hilft zu wissen, dass man verstanden wird. und ja das stimmt, ich habe zum glück einen partner, der mich unglaublich stützt, trotz seiner eigenen unendlichen trauer.
nochmals, wie gesagt, ich danke dir von herzen...

Beitrag von mausileinn 23.09.08 - 10:59 Uhr

ich kann dich sehr gur verstehen, ich hatte auch eine FG und ich war wütend auf gott und welt, aber jetzt 9 monate später denk ich mir , stimmst denn nicht ds die natur eine auslese macht?? ich glaube schon, wenn alles passen würde, dann würde es nicht gehen

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 11:55 Uhr

auch dir danke ich für deinen beitrag und auch wenn ich weiß, dass du vielleicht recht hast, kann ich momentan nicht damit umgehen. ich arbeite seit 10 jahren in einer einrichtung für menschen mit geistiger und körperlicher behinderung und weiß daher, glaube ich, sehr genau was in der schwangerschaft alles schief gehen kann und welche auswirkungen das hat. da ich jeden tag damit konfrontiert werde, ist es für mich natürlich "faktisch" schon klar, dass es für das baby vielleicht besser war, dass da was nicht in ordnung war etc. und obwohl ich meinen beruf liebe und den bewohnern meiner einrichtung versuche nach besten wissen und gewissen gerecht zu werden, seh ich doch welche qualen und leiden sie im laufe ihres lebens durchmachen müssen. dinge, die ich meinem eigenem und keinem anderem baby gewiss wünschen würde, jeder will ja ein gesundes baby...und trotzdem kann ich mich nicht damit abfinden, einfach zu sagen, "die natur weiss besser bescheid". egal wie ich es drehe und wende, bleibt es für mich und meinem partner eine ungerechtigkeit.

Beitrag von mausileinn 23.09.08 - 13:21 Uhr

ich versteh dich wirklich nur zugut, mir gings nicht anders, manchmal kommts auch noch nach 9 monaten hoch, ich habe mich auch zig mal gefragt warum gerade "wir", aber ich glaube wenn man es akzeptiert, kann man vielleicht irgendwann mal abschließen
vergessen wird man das kind nie, das weiss ich

Beitrag von ninepowe 23.09.08 - 11:11 Uhr

Hi Du,


oje... #liebdrueck

Mir geht es oft auch so wie Dir, obwohl ich eigentlich im Inneren schon eher wissenschaftlich angehaucht bin, nach logischen Erklärungen suche und versuche, nicht mit solchen Verlusten zu hadern, sondern sie einfach hinzunehmen. Trotzdem k... es mich manchmal ganz schön an, wenn ich dann auch noch sehen muss, wie andere Frauen mit ihren Schwangerschaften umgehen, sich kaum Gedanken machen und es geht trotzdem alles gut. Das verstehe ich auch nicht recht und mich macht es dann doch ziemlich traurig und betroffen... :-[ #schmoll #heul

Naja, ich gehe schon davon aus, dass irgendein Punkt nicht gestimmt hat, er mag noch so klein gewesen sein. Allerdings ist mir nicht klar, warum es dann in anderen Fällen gut ausgeht, vielleicht kommt dann nicht soviel zusammen?

Es ist trotzdem der falsche Weg, anderen Frauen ihr Glück zu verübeln und ich freue mich ehrlich mit jeder Anderen, die schwanger geworden ist oder glücklich entbindet. Meine beste Freundin erzählt mir viel von ihrer neuen Schwangerschaft und läßt mich offen an allem teilhaben, demnächst gehen wir sogar zu zweit zum Frauenarzt #huepf: das ist so liiieeeb von ihr und ich überlege jetzt schon, was ich zur Entbindung in´s Krankenhaus schleppen soll... #hicks

Zugegebenermaßen kann ich aber wohl auch nur deshalb so locker damit umgehen, weil ich in meinem Herzen genau weiß, dass mein Schatz & ich wahrscheinlich schon bald kerngesunden und strampelnden Nachwuchs im Arm halten werden, wir lassen uns nur noch etwas Zeit, um kräftig um unseren Erstgeborenen zu trauern. Die Sicherheit gibt mir wohl genug Kraft dafür. Erst gestern war ich bei einem neuen Frauenarzt, der mich sehr gut betreut hat und, es ist alles in ausgespochen guter Ordnung, wenn wir wollten, könnten wir sofort wieder loslegen, ein #ei steht schon bereit... #freu Das ist dann doch ein schönes Gefühl und die Freiheit, momentan noch zu warten, nehmen wir uns einfach und fühlen uns sehr gut dabei.

Lass´ den Zorn und die Wut einfach heraus, das ist Dein gutes Recht, Hauptsache, Du schadest damit niemand! Und mit der Zeit wird es besser, auch wenn es trotzdem immer schlimme Tage geben wird, aber das wird es auch, wenn einmal weitere Kinder da sind, das weiß ich jetzt schon... #schmoll

Ganz liebe Grüße,


ninepowe

Beitrag von melanie34 23.09.08 - 11:39 Uhr

wenn Du das Posting meinst, welches ich meine, dann war in diesem von Probelauf 5. - 6. SSW die Rede und nicht bis zur 12. SSW.
Das hat mit Deinem Fall nix zu tun, denn ein Kind in der 32. Woche und eines in der 12. Woche zu verlieren, ist nicht normal, sondern gehört untersucht. Ein Kind ganz bald wieder zu verlieren (1. oder 2. Woche nach Ausbleiben der Mens) ist leider Gottes öfters vorkommend, auch bei mir schon passiert und eben ein Zeichen der Natur, dass evtl. was nicht gestimmt hat mit der Frucht. Was aber nicht heissen soll, dass man dann kein Recht auf Trauer hat, das ist was anderes! Mir hats auch weh getan, obwohl ich es erst am Tag des Abganges erfahren habe, dass ich frühschwanger war. Der Arzt im Klinikum hat mir nur trocken gesagt, so lange sich nix eingenistet hat, ist man nur chemisch schwanger. Naja.....

Lg
Melanie

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 12:04 Uhr

Hallo melanie, trotz aller fakten, wochenangaben etc.
1. meine wut ist derzeit zu groß um rationaler zu sehen und
2. dieser arzt gehört für mich erschlagen.
ich finde es schade, dass ärzte irgendwann ihre menschlichkeit verlieren, ich hoffe nur, dass es nicht zuviele dieser sorte gibt. l.g.

Beitrag von lotte20567 24.09.08 - 19:14 Uhr

'2. dieser arzt gehört für mich erschlagen.'

Aber sowas gehört in ein Familienforum?

Beitrag von feenlicht 23.09.08 - 11:59 Uhr

Liebe Lissibe,

ich weiß nicht wo du das gelesen hast, aber wenn das einer geschrieben hat, der hat sie nicht mehr alle.
Ich möchte dich gerne in den Arm nehmen wenn ich darf. Auch ich hatte eine Fehlgeburt, ich war damals in der 18 Woche und habe es als schlimm empfunden dieses Kind Fehlgeburt zu nennen. All Deine Wut und Verzweiflung kann ich so gut nachempfinden und es gibt keine richtigen Worte dafür. Ich kann einfach nur sagen, es tut mir Leid.
Mir hat damals die Seite Maximilianprojekt geholfen, da geht es um Fehlgeburten, verlust während der Schwangerschaft, vielleicht magst du mal dort reinschauen. Ich wünsche Euch viel Kraft mit diesem Verlust irgendwie zu leben. Mein Sohn ist auch bei den Sternen und als ich dann meinen 2 Sohn bekam und meine Tochter danach, war ich dankbar. Einen Trost waren sie nie, dieser eine Platz wird immer fehlen und frei sein. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.....

Das Buch , wenn das Leben mit dem Tod beginnt kann ich auch empfehlen und das Buch, ich begleite dich durch deine Trauer.

Fühl dich umarmt

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 12:18 Uhr

nachdem ich mich nun schon seit wochen in foren unbeteiligt aufhalte, bin ich froh, dass ich mich überwinden konnte mich "einzuloggen". vielen, vielen dank für eure beiträge, auch wenn sie nicht immer meine eigene meinung wiederspiegeln sollten. wenn ich überlege, dass ich für den ersten beitrag vor lauter wut, tränen und trauer beinahe zwei stunden gebraucht habe um ihn fertig zu stellen,so geht es mir jetzt schon ein bisschen besser zu sehen, wie viel anteilnahme ihr mir engegenbringt. ich weiß, dass ich bestimmt, den einen oder anderen mist von mir geben werde, und faslls ich mal jemand zu nahe tretten sollte, im voraus sorry, aber mein dank sei euch gewiss, den es erleichtert ungemein, mir mein frust von der seele zu quatschen.auch wenn mein partner und ich viel miteinander reden und uns trost spenden, so tut es trotzdem gut im rahmen dieser anonymität sich auszulassen. vielen dank an alle l.g.

Beitrag von lissibe 23.09.08 - 12:22 Uhr

hallo feenlicht, darf ich dich fragen woran dein baby gestorben ist? wenn es dir zu nah geht und nicht antworten magst, ist das ok. lg, Lis

Beitrag von micnic0705 23.09.08 - 13:27 Uhr

Hallo,

ich verstehe die Aufregung um den Beitrag nicht wirklich.
Klar als Einzelschicksal betrachtet ist das immer schlimm (war auch selbst schon betroffen), aber ich persönlich ziehe eben auch die abgeklärte Variante vor.

Es hat mir auch sehr wehgetan, aber ich denke einfach alles hat seinen Sinn (auch wenn der oftmals nicht wirklich ersichtlich ist) und es bringt einfach nichts, sich Wochen oder Monate später sich daran aufzuhängen und immer wieder zu hinterfragen.

Ist meine Meinung und wer für sich eine andere Meinung hat, hat für sich selbst sicherlich auch recht!

Nicole

Beitrag von alinasmama2005 23.09.08 - 13:38 Uhr

Danke! #blume

Du sprichst mir so aus dem Herzen! Ich hatte am 20. August (an dem Tag haben wir geheiratet) eine FG in der 6. SSW ohne AS. Ja es war noch sehr früh und ja es wird irgendwas mit dem Baby nicht gestimmt haben, aber trotzdem kann ich genau das nicht mehr hören :-[
Dieses Kind war so gewollt und es tut so unendlich weh dass es nicht mehr da ist, dass einem diese schlauen Sprüche überhaupt kein bisschen weiterhelfen #schmoll

Lass uns zusammen die Welt verprügeln! #liebdrueck

LG Kristin

Beitrag von lissibe 24.09.08 - 12:19 Uhr

am tag der hochzeit ist natürlich bitter...

nimmst du die schaufel und ich die keule?
wie jede von euch sprichts du etwas aus, was ich nachempfinden kann.
aber vielleicht sollten wir lieber nicht die welt verprügeln... ich habe gestern den staubsauger angeschrien, hat gut getan.
lg.lis

Beitrag von tristep 23.09.08 - 14:46 Uhr

Liebe Lissibe,
ich kann Dir so nachfühlen. Dieses ganze gerede von Vernunft mag zwar stimmen, aber das Herz kann die Vernunft nicht besiegen in der Zeit der Trauer. Ich habe am Samstag 20.09.2008 mein #sternchen verloren. Am Sonntag hätte ich die 8. SSW begonnen. Klar ist das zeitig, aber trotzdem bin ich tief trauig. Heute habe ich einen ganz lieben Brief bekommen.

"... Zwischen Wissen und Fühlen liegt in diesem Moment einer riesige anscheinend unüberwindbare Kluft. Als Mama hat man ... eine innige Liebe und den Wunsch es zu beschützen. Und in dem Moment, wo alles so jäh endet, fällt man in ein tiefes schwarzes Loch. ..."

Ich habe zwar schin wieder mindestens #heul#heul#heul, aber das muss jetzt einfach so sein.

Meine Ärztin wollte mir gestern Mut machen. Ist zwar lieb gemeint, hilft aber zur Zeit nicht wirklich. Was mir wirklich hilft, sind Frauen, die das gleiche erlebt haben und mein Mann, der auch sehr trauert.

In diesem Sinn #liebdrueck und vor allem viel Kraft!

LG Anja

Beitrag von lissibe 24.09.08 - 10:34 Uhr

liebe anja! danke für dein mitgefühl und fühle dich gedrückt. ich brauche, glaube ich, nicht mehr viel zu sagen, da wir das gleiche durchmachen. ich hoffe dass wir, und alle anderen Frauen mit so einer erfahrung, irgendwann endlich auch ein baby im arm halten dürfen!
ganz viele grüße, lis.

Beitrag von gaeltarra 23.09.08 - 15:31 Uhr

Hallo,

dein Wut ist verständlich! Deine Trauer ebenfalls!

Aber ich finde nicht, dass es Unverschämt ist, wenn man nüchtern Fakten aufzeigt. Es IST ja so, auch wenn man es selbst nicht wahrhaben möchte bzw. in dem Moment auch gar nicht wahrhaben KANN! Und dann kommt noch hinzu, dass jede Frau anders gestrickt ist. Ich gehöre der "nüchterne Fakten-Fraktion" an.

Ich hatte einen Abort Ende der 7. SSW, da war ich über 41 Jahre alt und es wäre das erste Kind gewesen. Tja. Jeder weiß: die biologische Uhr tickt.... Ich bin nach der Ausschabung aus der Klinik und gut wars. Ich habe weder getrauert noch gehadert - es war halt so. Es wird auf keinen Fall besser, wenn man sich hineinsteigert, denke ich. Für mich war es ein Trost zu wissen, dass ein Abort in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft bzw. noch bis zur 12., 13., 14. Woche "normal" ist, es vielen anderen Frauen genauso geht und einer weiteren Schwangerschaft aber nichts im Wege steht.

Du siehst, ich habe es "unverschämt nüchtern" gesehen! Und es hat mir geholfen, den Kopf frei zu haben und mich auf eine neue Schwangerschaft einzulassen. Das Problem ist ja, dass man durch sehr lange Trauer und durch "schlechte Emotionen" sich psychisch blockieren kann und es mit einer weiteren Schwangerschaft dann nichts wird.

Jeder Mensch geht anders mit Problemen, Konfliktbewältigung und Trauer um. Daher denke ich, haben BEIDE Sichtweisen - die nüchterne und die emotionale - ihre Daseinsberechtigung. Ich verstehe z. B. nicht, wie sich manche Frauen hineinsteigern können wegen einer FG in der Frühschwangerschaft (sprich bis ca. 12. SSW) und nicht loslassen können und ein Riesendrama um etwas machen, das eigentlich von der Natur her normal ist. Ich verstehe es aber nur deshalb nicht, weil ich anders denke. ABER, und da liegt der Hase im Pfeffer: nicht verstehen bedeutet nicht, dass ich es nicht akzeptiere, dass andere Frauen eben anders denken und fühlen. Daran hakt es doch, an dem gegenseitigen Akzeptieren!! Es kann doch nicht sein, dass man Menschen vorschreibt, wie sie zu fühlen haben?

Beide Seiten haben meiner Meinung nach Recht - jede für sich. Weder ist die eine Seite unverschämt, weil sie mit Fakten aufwartet, noch die andere bekloppt, weil sie sich in ihrer Wut und Trauer "vergräbt".

Ich habe panische Angst vor Spinnen - mein Mann versteht das absolut nicht, keiner in meiner und auch seiner Familie versteht das! Ich kann es andersrum nicht verstehen, warum man MICH nicht versteht, aber wenigstens wird es, wenn auch mit dem hier #augen#klatsch, allgemein akzeptiert und man läßt mich mit meiner Spinnenphobie in Ruhe. Das ist jetzt ein blödes Beispiel, ich weiß, aber ich hoffe, es kommt raus, was ich damit meine.

So Mädel, und jetzt lasse deine Wut, Trauer, Unverständnis usw. raus, das hilft nämlich! Und handele so, wie es für DICH richtig ist, das weißt nämlich nur du selbst! Du bist DU. Was du schon gar nicht bist: anderen Rechenschaft schuldig, wie du mit deiner Trauer, deiner Angst und deiner Wut umgehst. Wichtig ist, dass du wieder "auf die Beine kommst", da helfen dir aber im Moment halt keine nüchternen Fakten, leider, die kommen gar nicht erst im Gehirn an, was doch auch bei vielen ganz normal und menschlich ist! #herzlich

LG
Gael


Beitrag von feenlicht 23.09.08 - 23:47 Uhr

Liebe Gael,

Du schreibst wunderbar! Ich denke das ist der Unterschied zu den Leuten die nüchtern reden, weil sie es selber nie erlebt haben. Deine Worte sind einfühlsam, trotz Deiner "nüchternen" Sicht.

Ich finde es schon schlimm, wenn Menschen einem sagen wie man damit umgehen sollte. Vor allem, da war es nicht in Ordnung! Wer will das wissen?
Manchmal hört das Herz einfach auf zu schlagen ohne das etwas ist. Und "nur" weil es eine Handvoll leben war, ist es halt so?!

Es tut mir wahnsinnig Leid, dass auch Du einen Verlust hattest, und auch wegen Deines Alters. Viell. siehst es auch so nüchtern, weil Du sonst dran verzweifeln würdest, weil die Uhr tickt. Man kann es so oder so sehen. Verstehe mich nicht falsch. Du hast es wunderschön formuliert und ganz toll geschrieben.

Es gibt Dinge die man in so einem Moment nicht hören möchte und ich persönlich finde, seine eigen Meinung sollte man (gerade wenn man jemanden kennt) einfach für sich behalten und für den anderen da sein. Einfach da sein. Jede einzelne Frau hat IMMER RECHT, egal wie sie selber damit umgeht...

Ich wünsche Dir das es viell, doch noch funktioniert und wenn nicht, viel Kraft in einigen Jahren denn ich hoffe es holt Dich nie ein.

Alles Gute für Dich *Knuddler*

Beitrag von gaeltarra 24.09.08 - 10:09 Uhr

Hallo liebe Fee!

Weist du, was ein ganz bedeutender, wunderbarer Satz in deinem Thread war?

Der hier: "Es gibt Dinge die man in so einem Moment nicht hören möchte und ich persönlich finde, seine eigen Meinung sollte man (gerade wenn man jemanden kennt) einfach für sich behalten und für den anderen da sein."

Ja, für den anderen da sein - ohne zu bewerten. Einfach nur in den Arm nehmen und halt gar nichts sagen. So mache ich es bei meiner liebsten Arbeitskollegin immer. Sie wünscht sich schon seit fast 4 Jahren ein Kind und es klappt nicht und sie hatte letzthin, als es endlich einmal funktionierte, einen Abort. Ich nehme sie immer nur in dem Arm.

Und DANKESCHÖN für deine lieben Wünsche und Worte!!! Werde ich ja richtig rot.

ABER: schau mal in meine Visitenkarte!:-D Es hat nämlich nach dem Abort wieder geklappt und alles ging gut. Und sogar ein zweites Mal, obwohl ich da ebenfalls wieder in der 7. SSW heftigste Blutungen bekam und schon zur Ausschabung in der Uni einen Termin hatte, das ist aber eine spezielle Geschichte. Mein Frauenarzt meinte, das hätte er in seiner 30jährigen Berufspraxis noch nicht erlebt! Aber damit konnte man ja vor ca. 3 Jahren nicht rechnen, als ich die FG hatte. Wer wird schon in meinem Alter gleich wieder schwanger.... die wenigstens, würde ich sagen. Insofern hatten wir schon immer die biologische Uhr im Hinterkopf und den Gedanken, ob es, sollte es nocheinmal zu einer Schwangerschaft kommen, gut geht.

Ich darf deine ganz lieben Knuddelwünsche an alle Mädels hier weitergeben, die es wieder probieren???

Ganz liebe Grüße
Gael





Beitrag von lissibe 24.09.08 - 10:20 Uhr

Hallo Gael!

ich hatte deinen zweiten eintrag noch gar nicht gesehen und visitenkarte?was ist das? ich bin neu in der computerwelt, bisher pc nur als bessere schreibmaschine und für das online-banking benutzt.

Ich finde es super klasse, dass es bei dir wieder geklappt hat, den mein schatz und ich haben gestern darüber gesprochen, dass wir es weiter versuchen wollen. " ich platze vor freude", auch wenn ich trotzdem traurig bin über der kürzlichen verlust und mich die erinnerung an mein erstes baby wieder viel frischer sind.

Darf ich fragen, wie lange es nach dem ersten mal wieder bei dir geklappt hat?und wie bist du mit der neuen ss umgegangen?
lg, lis.

Beitrag von gaeltarra 24.09.08 - 14:02 Uhr

Hi Lis,

erst mal Dankeschön für dein liebes Feedback.

Klicke einfach auf den Usernamen (gaeltarra) dann erscheint die Visitenkarte.

Ja, klar darfst du fragen! Wir haben nach der Ausschabung 3 Monate gewartet (die Empfehlung ist eigentlich veraltet, man kann gleich wieder nach einer Ausschabung probieren - allerdings habe ich abgewartet, weil es hätte ja durchaus sein können, dass es tatsächlich sofort klappt und dann vielleicht wieder eine Ausschabung ansteht, und das ist für den Körper sicherlich nicht gut). Nach den 3 Monaten Wartezeit hat es dann gleich im 3. ÜZ geklappt und es ging gut. Klar, ich bin - so wie es wohl jeder Frau geht - beim kleinsten Pieps aufs Klo gerannt und habe bis zur 8. SSW immer damit gerechnet, dass wieder was passiert, vor allem, weil man ja diese Mensschmerzen weiter verspürt. Aber der 12. Woche wurde ich etwas ruhiger. Es stand noch die Amniozentese an, aber da habe ich einfach gedacht, wenn das Baby bleiben will, bleibt es, wenn nicht, kann ich sowieso nichts machen.

Bei der zweiten Schwangerschaft (so gesehen eigentlich die dritte) hatte es im 1. ÜZ geklappt, ich habe aber in der 7. SSW Blutungen bekommen und mir meinen Überweisungsschein für die Uni zur Ausschabung geholt. Trotzdem ging alles gut, obwohl ich nicht damit gerechnet hatte. Ich war im Grunde total relaxt, weil ich mir dachte, mei, was solls, ich habe ja schon ein gesundes Kind. Nun ja, meine "Ausschabung" liegt seit Mai hier im Nest und hält mich auf Trapp.

Ich finde deine Einstellung ist genau die Richtige! Einfach wieder probieren... alles andere führt in eine Sackgasse! Sehe es so: wenn du keinen Lottoschein ausfüllst, kannst du auch nichts gewinnen;-) Aufgeben wäre die schlechteste aller Lösungen.

Meine Schwägerin hatte ihre Zwillinge in der 22. SSW verloren. Das ist wirklich schlimm. Sie hat aber mittlerweile drei Kinder. Eine Arbeitskollegin meiner Freundin hat ihr erzählt, bei ihr war es 1 Kind - 2 FG - 1 Kind - 1 FG - 1 Kind. Kein Mensch weiß, warum sie immer die Fehlgeburten dazwischen hatte.

Ich drücke dir jetzt mal ganz feste die Daumen!! Aaalso, vielleicht klappts ja nicht gleich - es heißt nämlich, dass die Chancen im Frühjahr besser stehen. Aber wenn, dann wäre es doch ein schönes vorgezogenes Weihnachtsgeschenk....#pro Uuuups. Wir haben seit gestern Herbst.#schock:-(

So, meine "Arbeit" ruft - die eine will Fläschchen, die andere hat ihre Vorlesestunde.

#liebdrueck
Gael

Beitrag von lissibe 24.09.08 - 10:09 Uhr

Liebe Gael,
ich kann mich der antwort von feenlicht anschließen, und was ich so schrecklich finde, ist die art wie man etwas sagt. in deiner antwort ist nix von überheblichkeit, man hat nicht das gefühl, dass du dir einfach nur gern zuhörst und dich versuchst mit deinem wissen zu profilieren. DAS ist nämlich das was mich so wütend macht. Frauen, die vielleicht zum Glück sowas nicht durchmachen mussten, und ihr wissen herunter rattern ohne rücksicht auf gefühle oder respekt vor einer anderen meinung.
Ich gehöre selbst ein bisschen der "nüchternen fraktion" an, nachdem ich mein erstes Baby beerdigen musste, habe ich nach einer ganzen weile auch angefangen die dinge etwas "nüchterner" zu sehen.
ich finde deine worte genau auf den punkt getroffen, dass jeder die art des anderen mit den dingen umzugehen respektieren muss.
ich fühle mich heute schon etwas "besser" und fange wieder an ganz vorsichtig nach vorne zu schauen. meine wut ist nicht mehr so lähmend und wieder in den richtigen bahnen. der tod meines ersten babys und die hölle durch die ich damals musste, haben mich irgendwo stark gemacht und hat mich "irgendwie" auf diese hölle jetzt vorbereitet. auch zu wissen, dass ich nicht allein bin mit meinen erfahrungen hilft ungemein, auch wenn ich mir wünsche, dass keine frau das hätte durchmachen müssen.
fühle dich gedrückt und es tut mir aufrichtig leid, dass dir das auch passiert ist.
liebe grüße, lis.

Beitrag von lissy-cat 25.09.08 - 13:33 Uhr

Gael,

erstmal:
ich war die Verfasserin des besagten Artikels und...

zweitens:
Danke, für Deine Worte, Du hast es (besser) beschrieben, was ich zum Teil mit meinem Beitrag ausdrücken wollte.

Einfach mal ein paar nüchterne Fakten zu nennen, ist keine Unverschämtheit oder Dreistigkeit!
Dreist ist, mir zu unterstellen, ich hätte meine "Fehlgeburt" erfunden. Sie war real, genauso wie die anschließende AS.

Manchmal helfen Fakten, die Umstände klarer zu sehen und sie zu verstehen.

Wer von Fakten nichts wissen möchte, muß diese schließlich auch nicht lesen.

Ich habe sie geschrieben, weil es Frauen gibt, die dieses Wissen gerne nutzen würden. Denen es hilft, zu verstehen, was warum passiert ist.

Ich klage hier schließlich auch keine Frau an, die sich in ellenlangen Posts darüber auslässt, weil sie drei Tage überfällig war, glaubte gleich schwanger zu sein und noch ihre Tage (Verzeihung: Fehlgeburt ihres Wunschkindes) hatte. Oder benutze deshalb den blauen Stift, weil mich ein derartiges Getue nervt.
Mal ganz übertrieben gesagt!!!

Grüße, Lissy


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