An die "Dörfler" unter euch- Ist das bei euch auch so schlimm?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von hoeppy 23.09.08 - 19:02 Uhr

Hallo, (Vorsicht das ist jetzt etwas lang)

wir wohnen jetzt wieder auf dem Land. In einem ganz normalen Dorf.

Ich bin auch in einem solchen aufgewachsen aber früher fiel mir das nicht so arg auf.

Es laufen in den Straßen so viele Katzen rum, die wohl einen Besitzer haben aber dennoch völlig verwahrlost sind.
Hauptsächlich die Bauernkatzen sind betroffen. Die werden weder kastriert noch geimpft.
Sie laufen jedem hinterher, der ihnen auch nur einen Blick zu wirft.
Die armen Tierchen sehnen sich nur so nach Aufmerksamkeit.
Doch machen kann da einer was. Da wär das Tierheim hier sofort überfüllt. Ich spreche nicht von 5 Katzen oder so sondern von mindestens 25.

Unkastriert vermehren die sich logischerweise wie Sand am Meer.
Man sieht den Katzen an, dass sie nicht gesund sind. Doch wenn man einen anspricht dann heißt es-"das sind nicht meine."
Oder: "Wir hatten nur eine- woher die jungen kommen wissen wir nicht"
Oder:" Die sind da um Mäuse zu fressen. Zu nix anderes"

Scheinbar denken die Leute hier ganz anders. Ich bin ja schon froh, dass die Jungtiere von Hund und Katz nicht mehr ertränkt oder erschlagen werden.

Oft kommt es mir vor wie düsteres Mittelalter.

Ist das bei euch auch so?

LG Mona

Beitrag von julinka 23.09.08 - 19:24 Uhr

Hallo,

nachdem ich auch auf dem Dorf wohne kann ich das eigentlich bei uns nicht behaupten. Die meisten bei uns die Katzen haben, die haben entweder eine oder 2. Es gibt bei uns eigentlich nur 2 Bauern die soviele Katzen haben und die auch nicht kastriert. Aber es hält sich in Grenzen muss ich sagen.

Wobei so was auf einem Dorf einem sehr schnell auffällt weil es im Dorf mehr Freigänger gibt als in der Stadt.

Liebe Grüße
Tanja

Beitrag von dominica 23.09.08 - 19:33 Uhr

Huhu!

Jep. Ist bei uns auch so. #aerger
Wir haben ja einen Streuner bei uns aufgenommen, der als Katzenkind mit Katzenschnupfen, völlig verklebten Augen und voll mit Würmer bei uns aufgetaucht ist. Seine Schwester (sieht haargenauso aus) hatte weniger Glück, sie streunt immer noch abgemagert durchs Dorf.
Mir tun die armen Viecher auch so leid. Manchmal denke ich, unser Dorf hat mehr Katzen als Einwohner! Die Bauern hier darauf ansprechen, bringt nichts. Die kümmert das nicht. Ich stell dann immer etwas Futter raus und so haben wir viel Besuch. Hier laufen so viele unkastrierte und ungeimpfte Tiere rum, daß sie sich zwar schnell vermehren, aber natürlich auch schnell Krankheiten ausbrechen. Einige hab ich schon lange nicht mehr gesehen, die früher regelmäßig zum Futter kamen...

Ein Kater hat zB. blutig gekratzte Wunden, vor lauter Parasiten, den hab ich mal mit Frontline behandelt. Aber bei aller Liebe, man kann ja nicht mit jedem Tier zum TA gehen, das es nötig hätte. Und nötig hätten es viele...

Im TH hab ich mich mal nach kostenlosen Kastrationen erkundigt, aber das ist leider auch nicht ohne Weiteres möglich. Außerdem sind viele Katzen scheu, die man auch nicht so einfach einfangen könnte.

Am Ende weiß ich auch nicht, was man da machen kann und ob ich sie überhaupt füttern soll, denn dann ist die Chance doch gleich höher, daß es wieder mehr Junge gibt...

LG

Beitrag von smr 23.09.08 - 19:39 Uhr

Hallo!
Haben mal auf dem Dorf gewohnt und dort war es genauso. Schrecklich! Auch diese Einstellung, die Katzenbabys dann umzubringen, wenn es zuviele sind, dabei ist eine Kastration heute doch wirklich erschwinglich, wenn ich bei einer Katze anfange und nicht zig darumlaufen habe! Ich rege mich immer noch darüber auf!
LG
Sandra

Beitrag von molodaja 23.09.08 - 23:57 Uhr

ruf den tierschutz an die kümmern sich
zumindest bei uns die fangen die kastriern se un lassen se wieder gehn
genau deswegen weil die sich zu sehr vermehren un viele katzenbabys dann ertränkt oder so werden#aerger

Beitrag von kimchayenne 24.09.08 - 08:10 Uhr

Halllo,
ja das ist ein schwieriges Thema,wie Du schon geschrieben hast die Katzen sidn zum Mäuse fangen da,sie gelten nicht wirklich als Haustiere sondern haben Ihre Arbeit zu machen und sonst nix,alles was Kosten verursacht gibt es nicht und wenn eine stirbt dann ist das halt so sind ja genug da.So erlebe ich es hier aber nicht nur mit Katzen sondern auch bei Schafen die nicht mehr aufstehen konnte durfte ich mir dann anhören die sind alt und kommen sowieso zum Schlachter.Bei sowas platze ich,ich finde jedes Tier hat eine anständige Behandlung verdient.Aber es ist halt schwierig das in die oft sturen (Bauern-)köpfe rein zu bekommen.
Noch viel schlimmer finde ich es aber wenn normale Menschen die ein oder zwei Katzen haben sich da auch nicht drum kümmern und da liesst man hier ja genug,da werden Tiere nicht zum TA gebracht wird schon nicht so schlimm sein,Katzen werden unkastriert und ungeimpft nach draussen gelassen,bei der Hundehaltung sieht es oft nicht viel besser aus,ist halt auch oft nur der Hofhund.Wie gesagt schwierig ist es auch da was dran zu ändern,viele Menschen müssten komplett umdenken aber warum sollten sie läuft ja schon seid 50 Jahren so.
Ich habe für mich jedenfals beschlossen das ich nicht die Augen zumachen werde,ich werde mein möglichstes tun damit es auch diesen Tieren besser geht,ich denke das Hauptproblem gerade bei Katzen ist die fehlende Kastration,die Tierschutzvereine krebsen auch oft am Limit rum und haben auch kein Geld um ganze Generationen von Bauernhofkatzen kastrieren zu lassen.Ich versuche gerade mit einer Freundin zusammen ein Netzwerk für soetwas aufzubauen,funktioniert natürlich nur regional aber wir haben schon mit TA hier gesprochen und viele würden mal ne Kastration nru für die Materialkosten machen.Viele Bauern hier würden der Kastration zustimmen solange sie es nicht bezahlen müssen.
Ich könnte noch so viel schreiben aber ich muss jetzt arbeiten.
LG und einen schönen Tag wünsche ich Euch
Kimchayenne

Beitrag von marion2 24.09.08 - 09:31 Uhr

Hallo,

es gibt da ein Problem: Wenn du eine Katze kastrierst, hört sie auf Mäuse zu fangen und wird faul, meistens jedenfalls. Wenn du eine Katze hast, die keine Mäuse fängt, tanzen dir bald nicht nur die Mäuse sondern auch die Ratten auf dem Tisch. Mäuse und Ratten ernähren sich von dem, was bei der Tierfütterung übrig bleibt. Du kannst also deine Mäuse-fangende-Katze nicht kastrieren lassen.

Die Vermehrungsrate von Tieren hängt übrigens von vielen Faktoren ab. Es ist nicht gesagt, dass es bald mehr als 25 Katzen sein werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Fortpflanzungsstrategie

Gruß Marion

Beitrag von molodaja 24.09.08 - 13:08 Uhr

also das stimmt ja gar nicht
meine katze is kastriert und fängt 2-4 mäusle täglich
is halt net jede katze zum mäuse fangen geboren

Beitrag von morjachka 24.09.08 - 22:59 Uhr

Bei uns sind auch alle kastriert und Maeuse, Ratten und Kaninchen bekommen wir regelmaessig geliefert!

Beitrag von marion2 25.09.08 - 10:16 Uhr

Kaninchen auch? Du bist dir sicher, dass du eine normale Hauskatze hältst?

Vielleicht doch ein paar Löwenbabys dabei?

Beitrag von morjachka 25.09.08 - 12:20 Uhr

Hier in Sueditalien haben wir Wildkaninchen die als erwachsene nur knapp 1 Kg wiegen, als Baby dann natuerlich noch weniger. ;-)
Leider bleibt es nicht aus, dass die Katzen ab und zu eins fangen und ein paar Ohren auf der Terrasse liegen:-( (manche sind darauf spezialisiert).
Wir wohnen ziemlich isoliert auf dem Land, die meissten Katzen sind uns zugelaufen und hatten warscheinlich schon ein paar Schwangerschaften hinter sich, als sie kastriert wurden. Zu dem Zeitpunkt war der Jagdtrieb also schon ausgebildet und ist wohl erhalten blieben.

Beitrag von nicci878 24.09.08 - 17:59 Uhr

Wir wohnen ländlich und hier ist das auch so.
Ich mache mir da keinen Kopf drum.
Das war schon immer so, dass Katzen aufm Land frei herum laufen. Der Bestand dezimiert sich ganz von selbst.
Auf den Straßen, durch Hunde, der Förster kann auch nicht immer an sich halten ...
Also was solls, sich Gedanken zu machen.

Natürlich bin ich auch dafür, Katzen kastrieren zu lassen und ihnen eine (auch medizinische) Grundversorgung zuteil werden zu lassen.

Aber man muß sich eben anpassen. Und aufm Land wars eben immer so..

Beitrag von hoeppy 24.09.08 - 19:35 Uhr

Hallo,

ein einzelner kann leider nicht die ganze Welt ändern.
Doch ich finde es schade dass Du so denkst.

"War halt schon immer so"

Diese Einstellung finde ich sowas von daneben.

Wenn es danach ginge dann würden Kinder immer noch misshandelt werden-in der Schule und Zuhause. Zumindest die Berichte aus der Kindheit meiner Mutter und Großmutter lassen darauf schließen das die Bestrafung von Kindern heutzutage als übelste Kindsmißhandlung gelten würde.

Ich bin froh dass unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten schon viel Umgedacht hat. Ich hoffe dass sie es auch noch bei der Tierhaltung tut.

LG Mona

Beitrag von nicci878 24.09.08 - 22:10 Uhr

Also was jetzt ne freilaufende Katze auf dem Land, die glücklich ihr Dasein fristet (denn mir erzählt keiner dass eine Katze draußen unglücklich wäre..) mit einem mißhandelten Kind zu tun hat, das würde ich gerne wissen.

Manche Leute haben Ideen ... *kopfschüttel

Beitrag von hoeppy 25.09.08 - 19:22 Uhr

Es ging in meinem Beitrag nicht um freilaufende Katzen sondern um verwahrloste.
Mir kann keiner erzählen, dass eine Katze, die nur gelegentlich Futter bekommt, keine medizinische Versorgung, keine Beachtung, kein Zuhause- ich könnte ewig weiteraufzählen- glücklich ist.

Und die Augen vor verwahrlosten Tieren zu verschließen finde ich genauso schlimm wie wenn man sie vor verwahrlosten Kindern verschließt.

Ich glaube Du hast mich da falsch verstanden.

Ich habe nichts gegen Freigänger, die ordendlich versorgt werden, denn die sind auch glücklich.

LG Mona

Beitrag von hezna 25.09.08 - 07:41 Uhr

Ich denke, daß deine Meinung, das Jungtiere nicht mehr ertränkt werden, ein Irrglaube ist.

Ich saß gestern mit unserer Katze beim Tierarzt und nebenan saß eine Frau, die einen großen Hund dabei hatte.

Sie sprach mich auf unsere Katze an und erzählte, das sie auf ihrem Hof auch gerade wieder Junge gehabt hätten.
Sie hätten bereits darüber nachgedacht, die Kinder zu "entsorgen", aber durch viel Glück hätten sie alle Kleinen vermitteln können.

Zum Glück wurde ich in dem Moment aufgerufen, sonst hätte ich vielleicht etwas Deutliches dazu gesagt .

Gruß Hezna #klee