1.300 Euro monatl. (ohne Gebuehren) fuer Eigenheim???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 08:16 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Mann und ich haben gerade begonnen, uns mit dem Thema Eigenheim auseinander zu setzen.

Kurz zu unserer Situation:
Wir haben ein Kind, 5 Monate alt, wuenschen uns noch ein bis drei weitere.
Ich befinde mich derzeit in Elternzeit, bekomme noch gesplittetes Elterngeld und werde wohl auch vorerst weiterhin in Elternzeit bleiben.
Mein Mann ist Ingenieur.
Wir sind nicht reich, koennen uns aber schon ein bisschen was leisten.

Nun hatten wir uns just for fun mal ein Musterhaus angesehen und der Fritze hat uns natuerlich gleich mal ne Finanzierung aufgestellt. Und ich muss sagen, ich hab mich doch etwas auf den Hosenboden gesetzt.
Laut Finanzierung haetten wir die kommenden 30 Jahre monatlich ca. 1.300 Euro zu zahlen. Und da sind keine Ruecklagen oder Gebuehren bzw. Abgaben drin!

Jetzt mal an alle Eigenheim-Finanzierer... Kann das wirklich sein?
Das ist ein Betrag, bei dem wir uns echt ueberlegen muessen, ob wir uns das leisten koennen. Vor allem im Hinblick auf unsere Familienplanung. Das letzte, was ich moechte, ist, dass ich mich irgendwann fragen muss, ob wir uns noch ein Kind oder das Haus weiterhin leisten...
Mir ist klar, dass ich ja wieder arbeiten koennte. Darum soll es nicht gehen. Ich will nur wissen, ob solch eine Belastung realistisch ist, ob wir wirklich mit solchen Summen rechnen muessen.

Vielen Dank fuer Eure ernstgemeinten Antworten!
LG
Barbara

Beitrag von galeia 24.09.08 - 08:22 Uhr

Ich geh mal davon aus, ihr habt kein Eigenkapital? Dann kann es schon sein!

Was war das für ein Finanzierungsmodell? Mit LV als Sicherheit, mit Bausparvertrag oder wirklich nur Zins und Tilgung?

LG H. #klee

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 08:42 Uhr

Stimmt, das war ohne Eigenkapital gerechnet.
Selbst, wenn wir EK haetten... Es ist doch so, dass EK die Finanzierungssumme reduziert, oder hab ich da eine falsche Vorstellung?
Die Finanzierung wuerde ja schon laufen, bevor das Haus steht und wir einziehen koennen. Das heisst, wir haetten vorher noch die Doppelbelastung Finanzierung neues Haus / Miete alte Wohnung. Von daher braeuchten wir im Vorfeld schon Geld, dass nicht auf die Finanzierung angerechnet werden kann.

Das Modell war ein Bausparvertrag, ansonsten nur Zins und Tilgung.

Wir sind inzwischen soweit, dass wir gesagt haben, wir warten noch 2 Jahre. Dann ist unser Auto abbezahlt und wir haben etwas mehr Luft. Bis dahin koennen wir ausserdem noch schoen was sparen und sehen vielleicht auch schon was sich bei uns in Sachen Familienplanung konkret ergibt.
Zwischenzeitlich werden wir uns bei unseren hauseigenen Finanzberater Rat holen (ggf. Bausparen bzw. Kapital-Leben abschliessen) und zur Verbraucherzentrale mal gehen. Die informieren wohl sehr gut und unabhaengig, auf was man achten sollte.

LG
Barbara

Beitrag von phoe-nix 24.09.08 - 10:16 Uhr

Natürlich ist das realistisch bei der entsprechenden Laufzeit und Kaufpreis ohne Eigenkapital.

Wie hoch wäre denn der Kaufpreis?

LG

Beitrag von katinka72 24.09.08 - 11:56 Uhr

Hallo, bitte unbedingt einen Termin bei der Verbraucherzentrale machen!! Kapitallebensversicherung und Bausparvertrag ist die denkbar ungünstigste Variante, weil ihr nur Zinsen zahlt und nichts tilgt und dadurch locker ein paar (zehn) Tausender extra zahlt auf die gesamte Laufzeit! Das werden die Damen und Herren der VZ sofort sagen! Ansosnsten mehrere Angebote aller verfügbaren (Online) Banken einholen und dort die Verträge checken lassen! und ggf. mit der hausbank nachverhandeln. Die Darlehenszinsen sind ja nicht sooooooooo hoch im Moment!

LG

katinka

Beitrag von bettibox 24.09.08 - 08:40 Uhr

Hallo Barbara,

ohne oder mit geringem Eigenkapital ist dieser Betrag sicher nicht abwegig. Habt Ihr Euch auch mal eine Finanzierung über eine Bank ausrechnen lassen? Da gibt es ja auch recht grosse Unterschiede in Bezug auf Zinsen und Zinsbindung.

Mit dem 1.300 Euro mtl. ist es ja auf Dauer auch nicht getan, die ganzen Nebenkosten vom Haus, Rücklagen, etc. kommen ja auch noch. Was ist wenn einer von Euch beiden krank, arbeitsunfähig oder arbeitslos wird? Könnt ihr die Belastung mit einem Einkommen tragen? Das kann alles passieren.

Ich empfehle Euch erstmal ein Gespräch mit Eurer Bank.

Viel Glück

LG

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 08:47 Uhr

Hi,

ja, eben, Du hast vollkommen recht, da kommt ja noch einiges mehr auf einen zu.
Alleinverdiener ist mein Mann uebrigens dann schon. Optimalerweise wuerde unsere finanzielle Situation also durch meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben besser werden. Andersrum... Was ist aber, wenn ihm was passiert?
Wir werden das auf jeden Fall auch noch abklaeren und ggf. absichern. Fuer solche Risiken sind wir einfach beide viel zu vorsichtig.

Danke fuer deine Antwort!
LG
Barbara

Beitrag von wemauchimmer 24.09.08 - 09:00 Uhr

Es gibt eine sogenannte Restschuldversicherung. Das ist eine Risikolebensversicherung, deren Auszahlungsbetrag immer in etwa dem entspricht, was noch nicht abbezahlt ist. Das ist nicht teuer (bei mir z.B. ca. 200€/Jahr) und stellt sicher, daß im Todesfall des "Ernährers" die Hütte bezahlt werden kann...

Beitrag von christinamarie 24.09.08 - 08:41 Uhr

Je nach Kaufpreis, Darlehenssumme, Eigenkapital kann das schon sein.

Lasst euch doch erstmal bei euer Hausbank beraten. Die Hausverkäufer sind keine Banker.

LG
Christina

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 08:45 Uhr

Hallo Christina,

danke fuer deine Antwort!

Der Fritze war von der BHW, also vom Fach. Zu unserer Bank wollten wir unabhaengig davon aber auch noch. Und natuerlich zu unseren hauseigenen Finanzmenschen.
Wir wollten jetzt auch nicht gleich kaufen, eigentlich nur mal schauen. Ich haette nur nicht gedacht, dass sowas dabei rauskommt...

LG
Barbara

Beitrag von christinamarie 24.09.08 - 09:52 Uhr

Natürlich ist der BHW-Berater teilweise vom Fach, aber natürlich mit dem Fokus und Eigennutz euch eine Finanzierungsvariante mit Bausparen zu verkaufen.

Wir hatten uns damals auch erst bei der BHW informiert, deren Vorschlag war nicht passend für uns. Danach noch bei 3 verschiedenen Banken (jeder schlug etwas anderes vor....) und schlussendlich waren wir dann ganz gut informiert und haben das für uns beste genommen. Und sind nach wie vor zufrieden.

LG
Christina

Beitrag von schmusebaerle 24.09.08 - 08:44 Uhr

Hi,

das kann schon sein, dann habt Ihr aber nicht viel angespart, oder die Hütte kostet ein ganz schönes Sümmchen.

Ich würde Euch auch mal ein Gespräch mit der Bank empfehlen. Die sagen Euch dann auch noch was Ihr an Rücklagen (Dachsanierung, Heizung, Fenster usw.) jeden Monat noch sparen müsst und was an Nebenkosten kommt.

Lg
Andrea

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 08:48 Uhr

Hi Andrea,

ach, das ist ja interessant. Wir hatten uns schon gefragt, woher wir diese Infos bekommen. Vielen Dank fuer den Tipp!

LG
Barbara

Beitrag von kira90 24.09.08 - 08:53 Uhr

Muß es denn ein Haus für ca 250.000 sein?
Ich weiß nicht wo ihr wohnt aber ich denke überall in Deutschland gibt es "billigere" Häuser.
Wenn ihr natürlich unbedingt ein Neues Haus haben wollt werden es 180.000 + Euro sein.
Bei einem älteren Haus muß man mehr Arbeit investieren aber meist hat sowas mehr "Charme" und ist individueller:-)

Beitrag von siebzehn 24.09.08 - 08:59 Uhr

Naja, "billigere" Häuser mag es ja schon geben, aber nicht unbedingt das Grundstück dazu. In unserer Gegend (Großstadt) zahlt man pro Quadratmeter Grundstück ca. 300 bis 400 Euro - bei meinen Eltern nur etwa 80 Euro. Das sind schon ganz enorme Unterschiede.

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 09:06 Uhr

Hi,

das Haus selber kostet ca. 180.000 Euro. Uebererfuellt aber dafuer auch den Energiestandart, der kommendes Jahr gesetzlich Pflicht wird. Und da wir mit dem Gedanken Eigenheim genau aus dem Grund spielen, Energiekosten zu sparen, macht das schon Sinn fuer uns.

LG
Barbara

Beitrag von wemauchimmer 24.09.08 - 08:53 Uhr

Hallo Barbara,
natürlich kann das ohne weiteres sein, es geht ja schließlich um enorme Beträge beim Hausbau.
Nimm einmal Deine Wohnungskaltmiete, abzüglich ca. 10% (Miete enthält ja auch Reparaturen!), und den Betrag ziehst Du von den 1300 ab. Dann siehst Du, wieviel Du realistisch an Mehrbelastung für das Eigenheim hast.
Aber: Die Miete wird in den angenommenen 30 Jahren vermutlich kräftig steigen. Die Rate bleibt (bei entsprechender Gestaltung der Kreditverträge) immer die Gleiche. D.h. durch die Inflation wird sie relativ immer kleiner (kleinerer Anteil von Einkommen, das ja allmählich steigen wird). Und so wird die anfänglich hohe Mehrbelastung immer weniger und irgendwann wird's vielleicht sogar günstiger. (Du musst ja eigentlich auch nicht mit Deiner jetzigen Miete vergleichen, sondern mit der Miete für so ein Häuschen).

Und schließlich: Nach den 30 Jahren hast Du halt einen stolzen Besitz und wohnst fast kostenfrei. Während Du nach 30 Jahren Mietzahlungen nichts hast und schön weiter Miete zahlen musst...

Beitrag von kanakilu 24.09.08 - 11:54 Uhr

Hallo!

Wieso steigen denn die Mieten in den nächsten Jahren kräftig. Auf welchen Informationen bezieht sich denn deine Vermutung?

Auch das das Einkommen steigen soll und daher die Mehrbelastung sinkt, kann ich nicht nachvollziehen. Die Reallöhne sinken seit Jahren!! Auch hier hätte ich gerne mal deine Informationen bzw. eine genauere Erklärung.

Ich kann deine Rechnung echt nicht nachvollziehen. Wenn ich jetzt eine Miete von 700 Euro habe und dem gegenüber 1.300 Euro für ein Haus (+ Rücklagen) monatlich für die nächsten 30 Jahre zahlen muss, sehe ich keinen Vorteil. In meinen Augen steht man besser da, wenn man den Differenzbetrag anlegt.
Vielleicht habe ich ja einen Denkfehler, also korrigiere mich doch, wenn ich mich irre.

LG kanakilu

Beitrag von wemauchimmer 24.09.08 - 13:30 Uhr

Hi Kanakilu,

wir reden hier doch von langen Zeiträumen. D.h. Du mußt Dir vor Augen führen, wieviel Miete man vor 20 Jahren (z.B) bezahlt hat. Das war schon, absolut gesehen, nur ein kleiner Teil der heutigen Miete, oder? Klar gibt es Gegenden, wo die Bevölkerung stark rückläufig ist, es somit ein Überangebot an Wohnraum gibt und folglich die Mieten nicht steigen. Nur wird dann in den Erhalt des Wohnraums auch nicht mehr investiert.

Zu den Einkommen: Die Reallöhne sind die Nettolöhne inflationsbereinigt. D.h. der Nettolohn steigt, die Inflation sorgt für noch stärkere Preissteigerungen, der Reallohn sinkt. Aber das gilt ja nicht für die Kreditrate, die unterliegt nicht der Inflation, sondern ist festgeschrieben. Ergo sinkt sie relativ bei jeder Nettolohnerhöhung. Außerdem hat nicht die Threaderöffnerin geschrieben, ihr Mann sei Ingenieur oder so? Da muß das mit den sinkenden Reallöhnen ja nicht unbedingt gelten.

Klar hast Du recht, es kann durchaus sein, sogar sehr gut sein, daß Du mit einer anderen Geldanlage eine höhere Rendite einfährst. Kommt sicher auch drauf an, wie sich der Wert der Immobilie entwickelt. Ein Eigenheim zu besitzen, hat halt auch noch psychologische Aspekte, die man nicht beziffern kann.

Mir ging's doch aber mit meinem Beitrag darum, der Eröffnerin, die ja offenbar völlig fremd in der Materie ist, ein bisschen zu erläutern, warum das überhaupt sein kann daß Leute solche Beträge über einen langen Zeitraum aufbringen und sich logischerweise auch viele andere Sachen erstmal verkneifen. Daß da durchaus am Ende des Tages auch ein paar handfeste Vorteile stehen.

LG

Beitrag von cat_t 24.09.08 - 08:58 Uhr

Hallo Barbara #blume

ich bin mir sicher, daß das sein kann.

Aber 1300 € mtl. für 30 Jahre...das sind mal locker 468.000 € für ein Haus, geschätze 218.000 € Zinsen für die Bank.

Ich würds nicht machen, mir wäre aber auch die finanzielle Belastung mit 1300 € zzgl. Nebenkosten viel zu viel und 30 Jahre viel zu lang , aber wenn man die Kohle hat und risikofreudig ist, warum nicht?

#liebdrueck
Sanne #sonne

Beitrag von urbani 24.09.08 - 09:51 Uhr

Hallo,
habe gerade gesehen, dass du in meiner Nähe wohnst. In NRW gibt es doch Fördergelder für Bauherren mit Kindern und nicht ganz so großem Einkommen. Vielleicht fallt ihr ja da noch rein?

Wir haben unser Haus in der Zeit gekauft, als ich gerade in der Elternzeit mit meinem Jüngsten Sohn war. Damals haben wir 83.000 Euro zinslos (Verwaltungskosten 0,5 %) erhalten. Ich musste mich damals allerdings verpflichten, mindestens 2 Jahre nicht erwerbstätig zu sein. Für uns waren diese Fördermittel DIE Möglichkeit, uns unseren Traum vom Haus zu erfüllen. Unser Haus hat alles in allem ca. 230.000 Euro gekostet. Und durch ein wenig Eigenkapital (40.000 Euro) und eben dieses Darlehen beläuft sich unsere monatliche Kreditrate auf knapp 600 Euro.

Lieben Gruß

urbani

Beitrag von bibuba1977 24.09.08 - 15:35 Uhr

Hallo urbani,

vielen Dank fuer Deine Antwort!
Ja, so wuerde ich mir das auch wuenschen.
Leider fallen wir fuer die Foerderungen raus. Mit einem Kind verdient mein Mann viel zu viel, um dort noch unter der Grenze zu liegen. Ich glaube, selbst mit zwei Kindern liegen wir noch drueber. Leider reicht das Geld dann trotzdem nicht fuer Lebensunterhalt samt Versicherungen, Auto, Kinder und Haus inkl. Abgaben und Gebuehren, wenn die monatliche Belastung so hoch ist.

LG
Barbara

Beitrag von bummerle78 24.09.08 - 14:01 Uhr

Jep, das zahlen wir auch.
Muss ich dazusagen, dass ich nach der Elternzeit sofort wieder arbeiten gehen muss?

Lass es dir von der Bank nochmal durchrechnen, die Zinsen fallen ja in der nächsten Zeit wieder. Villeicht könnt ihr am Haus selber ja noch was sparen??

Beitrag von nick71 24.09.08 - 18:39 Uhr

1300 Euro monatliche Rate ist ne Menge Holz...kommt halt drauf an, wieviel dein Mann verdient, was ihr ansonsten noch an Fixkosten habt und wie euer "Lebensstandard" so ist.

Am besten mal durchrechnen...dabei nicht vergessen, dass mit einem Eigenheim noch weitere Kosten auf euch zukommen, die man bei einer Mietwohnung NICHT hat (Grundsteuer, Versicherungen, Schornsteinfeger, Müllgebühren, Abwasser etc) und man am Besten auch noch Rücklagen für evtl Reparaturen usw. bilden sollte.

Beitrag von zwiebelchen1977 24.09.08 - 19:55 Uhr

Hallo


Also diese ganzen Sachen muss man in einer Mietwohnung auch zahlen, die sind in den NK drin. Aber die Versicherungen sidn höher als bei einer Wohnung. Und bei einer Wohnung braucht man nur ne Haftpflicht, beim Haus auch Gebäude, Elementar, Glas.

Bianca