Berufliche Entscheidungshilfe

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von urbani 24.09.08 - 10:11 Uhr

Hallo,
ich habe eine feste Anstellung als Verwaltungsangestellte mit 50 %. Durch einige Umstrukturierungen innerhalb der Behörde habe ich jedoch immer weniger zu tun bis hin zum Nichtstun. Das ist auch beim Vorgesetzten bekannt. Allerdings habe ich tolle Arbeitszeiten, die sich optimal mit meinen 3 Kindern vereinbaren lassen. Ich muss 4 Tage in der Woche 5 Stunden arbeiten, gehe jedoch tatsächlich 6 Stunden, so dass ich mir wöchentlich ein Zeitguthaben von 4 Stunden anspare. Diese kann ich in ganzen Tagen abfeiern und somit hatte ich z. B. in diesem Jahr ganze 12 Wochen Urlaub - vorzugsweise in den Ferien wegen meiner Kinder.

Ich fühle mich hier eigentlich total fehl am Platze und ungebraucht und würde gerne eine Aufgabe haben, die mir Spaß macht. Allerdings sitze ich hier fast ausschließlich mit männlichen Kollegen, die sehr nett sind - sprich das Betriebsklima ist super.

Eigentlich könnte ich ja zufrieden sein. Andere beneiden mich darum, fürs "Nichtstun" auch noch Geld zu kassieren. Und dadurch, dass ich eben auch absolut entbehrlich bin, bekomme ich immer dann Urlaub, wann ich ihn brauche.

Jetzt wird innerhalb der Behörde eine Stelle angeboten, die mich vielleicht interessiert. Ich wäre als Sachbearbeiterin angestellt und für Statistiken zuständig, müsste laufend mit Zahlen und Tabellen arbeiten. Diese Stelle ist nicht sehr beliebt. Die meisten sagen, sie würden bekloppt werden, den ganzen Tag nur mit diesen Zahlen zu arbeiten. Mich reizt diese Arbeit aber. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob ich das nach Monaten und Jahren auch noch sage, aber eigentlich kann es für mich beruflich ja nur noch besser werden.

Beim Vorstellungsgespräch wurde mir direkt mitgeteilt, dass ich in den Sommerferien max. 3 Wochen Urlaub erhalte (am liebsten jedoch überhaupt keinen Urlaub während der Sommerferien, da dann die meiste Arbeit anfällt). Auf mein 4-Tage-Arbeitsmodell würde man sich einlassen. Ob ich jedoch - so wie jetzt - täglich eine Stunde Plus machen könnte, ist fraglich, denn wenn ich da wirklich gebraucht werde, würde ich sicher nicht einfach so 12 Wochen Urlaub im Jahr bekommen. Auch weiß ich nicht, wie das Betriebsklima in dieser Abteilung so ist. Beim Betreten des Raumes haben die dort Beschäftigten mich nichtmal eines Blickes gewürdigt.

Finanziell wäre es das Gleiche.

Wie würdet ihr euch entscheiden. Lieber den Job fast ohne Arbeit und mit netten Arbeitskollegen und Super-Arbeitszeiten bzw. Urlaubszeiten oder einen Job, wo ich gebraucht werde, jedoch nicht weiß, wie das Betriebsklima ist und ich sicher nicht mehr den Urlaub so bekomme, wie ich ihn brauche. (Im nächsten Jahr kommt mein Jüngster in die Schule und der ist dann ja noch ferientechnisch sehr auf mich angewiesen).

Meine jetzigen Arbeitskollegen versuchen mir abzuraten. Hier wäre es doch klasse und ich bekäme demnächst auch wieder Arbeit (das höre ich jedoch schon länger). Aber irgendwie habe ich auch Angst vor dem Schritt.

Vielleicht kann mir einfach jemand sagen, wie er an meiner Stelle handeln würde, um mir meine Entscheidung zu erleichtern.

urbani

Beitrag von tati_plus_wuerstchen 24.09.08 - 10:20 Uhr

Hallo,

also vorweg (bitte nicht übelnehmen!!!):
Sowas gibt es auch nur in der Verwaltung: Nix zu tun und ständig Überstunden machen, um freie Tage rauszuschinden. #schein:-p

Jetzt zu Deiner Schilderung:
Wenn Dich der neue Job reizt und Du darunter leidest, nichts zu tun zu haben, würde ich definitiv wechseln!

LG
Tati

Beitrag von urbani 24.09.08 - 10:29 Uhr

Hallo,
das hat nichts mit Überstunden zu tun, sondern mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell. Es gibt hier Gleitzeit und ich kann sozusagen kommen und gehen wann ich will. Ich würde theoretisch gerne auf 3 Tage pro Woche wechseln, aber das schaffe ich noch nicht ganz aufgrund der Betreuungszeiten meines Sohnes. Dann hätte ich noch mehr Tage "frei". Ich muss täglich nur 2 Stunden anwesend sein, der Rest ist völlig freie Arbeitszeitgestaltung.

urbani

Beitrag von urbani 25.09.08 - 13:15 Uhr

Hallo,
wollte dir nur mal mitteilen, dass ich mich entschieden habe, den neuen Job zu machen. Ich bin nämlich nicht der Typ, der einfach nur rumsitzt. Ich brauche Arbeit und das Gefühl, dort auch gebraucht zu werden.

urbani

Beitrag von tati_plus_wuerstchen 25.09.08 - 16:29 Uhr

Hallo,

hätte ich auch so gemacht! GLückwunsch und alles Gute!

LG
Tati