Erfahrung mit Verhaltenstherapie

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von mykaefer 24.09.08 - 11:02 Uhr

Hallo,

wie oben schon steht, ich suche Erfahrungen mit Verhaltenstherapie.

Wie läuft das ab, wie lange (wahrscheinlich unterschiedlich) schon, vielleicht traut sich ja jemand was zu erzählen.

Ich finde es schade, dass kaum jemand dazu steht. Kommt bestimmt einfach vom Klischeedenken, wer zum Therapeut geht hat einen an der Klatsche #augen

Würd mich über Antworten freuen.

LG
Mykäfer

Beitrag von -avenahar- 24.09.08 - 12:31 Uhr

Hallo....

ich selbst arbeite zwar tiefenpsychologisch, aber zum Thema VT kann ich dir folgendes sagen:

Bei einem psychologischen Psychotherapeuten übernimmt die Gesetzliche KK 25h für eine Kurzzeit und 50Stunden für eine normale Therapie.

In der Regel hat man noch ca. 3-6 Probestunden, um herauszufinden, ob das Therapeuten-Klienten-Verhältnis stimmt.

VT ist z.B. bie Phobien indiziert. Hier wird an unserem erlerneten Fehlverhalten angesetzt und dieses wird mittels diverser Techniken umprogrammiert.

LG
Anja

PS: Ich finds nicht schlimm.... Psychohygiene ist das Stichwort und sollte nicht verpöhnt werden.

Beitrag von mykaefer 24.09.08 - 12:35 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.

Hat mir schon sehr weitergeholfen!

LG
Mykäfer

Beitrag von nudelmaus27 24.09.08 - 12:40 Uhr

Hey Mykäfer!

Ich finde nicht, dass man einen an der #klatsche hat wenn man zum Therapeuten geht, viel mehr finde ich ist man blöd wenn man nicht geht und dann total verrückt wird.

Also ich habe vor Jahren mal eine Verhaltenstherapie gemacht. Nach zahlreichen Migräneanfällen habe ich Panikattaken bekommen und habe mich echt nicht mehr alleine raus getraut. Jedenfalls bin ich irgendwann zu meiner Ärztin und von da aus zur Therapie. Zuerst spricht man ganz viel, warum und wieso man so oder so reagiert, bis man schließlich an den Punkt gelangt, sich zu sagen, dass die Sache die man macht völlig unlogisch ist. Hat man das kapiert #schein, kommt die Konfrontationstherapie mit Situationen in denen man nicht klarkommt, also bei mir wars so, dass die Therapeutin mit mir raus ist und mich z. B. in der vollen Stadt alleine gelassen hat (natürlich zuerst mit Sicherheitsabstand #schwitz). Später habe ich dann Hausaufgaben bekommen, wie z. B. alleine Bahnfahren usw.! Nach 2 Jahren und etlichen Sitzungen, die übrigens die Krankenkasse problemlos übernahm bin ich wieder fit!

Für mich steht fest, wenn es wieder mal so weit kommt werde ich wieder Hilfe in Anspruch nehmen. Ist doch keine Schande!

#liebdrueck, Nudelmaus

Beitrag von mykaefer 24.09.08 - 12:51 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort.
Wünsche Dir weiterhin alles Gute.

LG
Mykäfer

Beitrag von knochenmaid 24.09.08 - 20:15 Uhr

Hallo!

Ich hab Verhaltenstherapie als tolles Kurzzeit"medikament" erlebt. Bin nach einem totalausraster stationär in einer Klinik gekommen, die Verhaltenstherapie anbietet.

Es gab zum großen Teil Gruppentherapien, die mir extrem gut getan haben.
Dazu gehörte:
- Verhaltenstraining (1 Person hat eine schwierige Alltagssituation und stellt die mit Hilfe einer anderen Person nach. Die anderen achten auf die Signale, die die "Spieler" aussenden und werten die zum Schluss aus, danach wird geschaut, wie man die Situation hätte besser meistern können.)
- Reittherapie
- Progressive Muskelrelaxation (Entspannungstechnik)
- Gruppengespräch

Na und dann gabs einmal die Woche eine "Visite" (einzelgespräch, wo der Behandlungserfolg festgehalten wird) und extra Einzelgespräche, wenn man danach verlangt hat. Die haben aber sehr wenig gebracht, weil ich dafür nicht geeignet bin...

Wie gesagt, für mich war das was für den Notfal und ich bin nochmal um Antidepressiva rumgekommen. Aber die Wirkung der Therapie war nach 4 Monaten wieder verflogen, weil ich mich auch nie getraut habe, mir eine ambulante Therapie zu suchen.
Ist also wichtig mehr Zeit einzuplanen und nicht die Therapie sofort abzubrechen, wenn man sich wieder gut fühlt.

Beitrag von mykaefer 24.09.08 - 21:57 Uhr

Vielen Dank für deinen abschließenden Tipp!
Alles Gute.

LG
Mykäfer

Beitrag von sniksnak 26.09.08 - 10:14 Uhr

Hi :)

Also, soweit ich weiss, ist es krankheitsbildabhängig, wieviele Stunden die Kasse übernimmt...
Allgemein finde ich, ist die Verhaltenstherapie eine gute Sache - in akuten Situationen. Wenn man allerdings wissen will, woher die Probleme (Depressionen, Panikattacken und was auch sonst so...) kommen, sollte man eher tiefenpsychologisch arbeiten, denk ich.
Oder halt beides ;) Muss man glauch ich auch immer sehen, was einem mehr liegt und was man braucht!

Und einen an der Klatschen haben wir doch alle :-D (Oder keiner...)

LG
sniksnak