Weiß nicht weiter - Kind wird gemobbt!

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von zwickel 24.09.08 - 11:34 Uhr

Hallo,

Mein Sohn (12) hat zur Zeit große Probleme mit einigen Jugendlichen aus unserem Ort. Er wird von ihnen mit wachsender Begeisterung beschimpft, geschlagen und gepiesackt wo es nur geht. Das ganze zieht sich, wenn man so zurückblickt, schon durch seine ganze Schulzeit, aber jetzt wird es richtig schlimm. Ein Jugendlicher ist dabei, der es wirklich fies anstellt. Er erzählt anderen, dass mein Sohn über sie schlecht redet und die verprügeln dann meinen Sohn. Ich kann mir vorstellen, das sich so mancher fragt, woher ich wissen will, das er das nicht doch getan hat, aber er ist mittlerweile so eingeschüchtert, dass ich mir das nicht vorstellen kann.
Ich habe dann mit dem Vater des Schlägers gesprochen und er war auch wirklich sehr gesprächsbereit und hat mir erzählt, dass er wohl auch schon das eine oder andere gehört hat. Er hätte seinen Sohn auch schon vorgewarnt, er solle sich auf keinen Fall an diesen Sachen beteiligen.
Der Jugendliche, der das Ganze angezettelt hat ist natürlich ungeschoren davongekommen. Ich weiß ganz genau, dass die Eltern mir kein Wort glauben werden. Zuhause ist er der allerliebste Junge, der immer hilfsbereit und wohlerzogen ist. Ich habe fürchterliche Angst, dass sie es nicht glauben, mich auslachen und das damit alles noch schlimmer wird. Ich habe auch schon mit meinen Geschwistern gesprochen, die die Eltern noch viel besser kennen als ich und mir mit meiner Annahme recht geben. Auch mit Lehrern habe ich schon gesprochen, aber ich glaube, es ist auch für die schwierig irgendwas zu machen, da er ja immer nur aus der Deckung heraus agiert.
Vielleicht weiß von euch noch jemand einen Rat an den ich noch nicht gedacht habe. Ich wäre auf jeden Fall sehr dankbar.

Liebe Grüße
zwickel

Beitrag von hanni1963 24.09.08 - 12:17 Uhr

Hallo,

wir haben das auch alles durchgemacht.

Ich kann leider aus deinem Posting nicht richtig erkennen ob in der Schule oder in der Freizeit gemobbt und geprügelt wird.

Dein Sohn ist in der 5. oder 6. Klasse?
Welche Schule besucht er, Hauptschule, Realschule oder Gym.?
Ich frage nur nach der Schulform, falls ein Wechsel notwendig wäre.

In welchem Bundesland lebt ihr?
Bei uns in Bayern ist einiges schwieriger wenn es in der Schule passiert, ist leider so.

Würde deinem Sohn und dir gerne helfen, denn wie gesagt mein Sohn hat auch schon vieles durchgemacht und wurde dadurch krank.

Jetzt geht es ihm wieder gut nachdem wir über ein Jahr für ihn gekämpft haben.

Bitte antworte mir!

LG

Hanni

Beitrag von zwickel 24.09.08 - 18:48 Uhr

Hallo Hanni,

Er geht in die 6. Klasse einer Realschule in NRW. Nebenan ist gleich das Gymnasium auf das dieser besagte Junge geht. Noch problematischer wird die Sache dadurch, dass wir Grenzgänger (NDS) sind. Die anderen Jungs sind auf anderen Schulen in NDS verteilt, fahren aber alle früher oder später im gleichen Bus nach Hause. Der Haupttatort ist die Bushaltestelle, aber wenn er ihnen am Nachmittag über den Weg läuft, auch dann.
Die Lehrer seiner Schule sind sehr bemüht ihm zu helfen, nur dadurch, dass sie alle in unterschiedliche Schulen gehen, ist das gar nicht so einfach.

Ein Wechsel in eine andere Schule würde an der Sache überhaupt nichts ändern.

LG

zwickel

Beitrag von shalom 24.09.08 - 20:50 Uhr

Hallo,

leider haben wir auch schon die Erfahrung gemacht, mein Sohn ist genauso alt wie deiner und hatte die Probleme vor einem 1/4 Jahr.

Ich würde trotzallem versuchen, die Eltern drauf anzusprechen. Manchmal kann auch ein älterer Bruder helfen.

Wir haben unseren Sohn in einen Selbtverteidigungskurs getan. Nur damit er das Gefühl bekommt nicht ganz wehrlos zu sein.

Ansonsten, Anzeige bei der Polizei.

VG Shalom

Beitrag von kawatina 24.09.08 - 19:40 Uhr

Hallo,

zeig die Brut an wenn sie dein Kind schlagen.
So ein Schuss vor den Bug schadet nicht.

LG
Tina

Beitrag von zickenbabe08 24.09.08 - 20:00 Uhr

hallo habe das alles schon durch. kann fühle wie dein sohn sich fühlt. bei mir war es in der schule. es war totsal schlimm, hatte im januar 2004 in soizid versuch. weil es so schlimm war habe sogar droh anrufe gehabt. leider stand meine damalige lehrerin hinter den tätern und die schule auch musste dann die schule wechseln. danach höre es auf... leider kann ich dir keinen tipp geben. aber geht mal zum psychologen damit er es verarbeiten kann und net das er irgendwann versucht sich das leben zu nehmn....


liebe grüße janina

Beitrag von leiahenny 25.09.08 - 09:04 Uhr

Ist schwierig, aber vielleicht kannst du ja versuchen:
a) Die Polizei anrufen und bitten zum Schulschluss an der Bushaltestelle verstärkt Streife zu fahren, da es zu erheblicher Gewalt kommt
B) Anzeigen
c) Hier in Berlin bietet die Polizei auch teilweise für Jugendliche eine Art "Opferberatung"
d) Wenn gar nichts hilft - schauen ob dein Sohn nicht mal öfter von 2 möglichst Großen Junges abgeholt wird - nach meiner Erfahrung suchen sich die Täter oft die vermeintlich Schwachen und werden unsicher, wenn sie das Risiko sehen auf Wiederstand zu stoßen. Ist zwar nicht die feine Art so zu handeln, aber manchmal enorm hilfreich.
Alle Gute für deinen Sohn.

Beitrag von anees 25.09.08 - 12:35 Uhr

Jetzt ist es ganz wichtig das Du zeigst ,das du dein Kind über alles Liebst,und seine Stärken an ihm Schätzt.

Und Sage ihm TÄGLICH wie sehr du ihn Liebst.
Und SAGE ihm TÄGLICH wie toll ER ist,nur das kann ihn aus seiner Miesere raushole und Aufbauen.

Tuh es jetzt.
Warte nicht so lange.

Beitrag von sunflower18121982 27.09.08 - 11:35 Uhr

Hallo,
also wenn irgendwas noch vorfällt würde ich Anzeige erstatten, weil gemobbt werden braucht wohl keiner!

LG Lena

Beitrag von manavgat 27.09.08 - 12:48 Uhr

Ich finde Du verhälst Dich nicht zielführend.

Wenn ein Kind von anderen geschlagen wird, dann ist das ein Straftatbestand. Er heißt: Körperverletzung.

Hier hilft: Attest vom Arzt, Anzeige bei der Polizei, Zivilklage auf Schmerzensgeld sowie Mitteilung an die Krankenkasse wer der Täter war (die nehmen den dann in Regreß).

Ich weiß wovon ich rede. Wir hatten das mit verschiedenen Tätern (die sich nicht kennen) 2 Mal, beim 1. Mal war meine Tocher 13. Mein Vorgehen hat dazu geführt, dass mein Kind wieder unbehelligt seines Weges gehen kann. Die Täter saßen auf den Kosten und machten Sozialstunden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von hummelinchen 27.09.08 - 16:15 Uhr

Hey,
hab mich schon gefragt, was du dazu wohl sagen würdest...

Ich habe das so nicht gewusst... Wieder was dazu gelernt...
#danke

lg Tanja

Beitrag von zwickel 28.09.08 - 18:57 Uhr

Das war es, was ich insgeheim schon längst gewusst habe. Schön, dass ich es jetzt auch schwarz auf weiß sehen kann. Wir wohnen in einem winzig kleinen Dorf und so "drastische" Maßnahmen macht man da eigentlich nicht. Aber die halten sich ja auch nicht an die ungeschriebenen Gesetze.

Ich weiß jetzt, was ich beim nächsten Mal zu tun habe.

Gruß

zwickel

Beitrag von qayw 30.09.08 - 13:49 Uhr

Naja, grundsätzlich hast Du ja recht.

Aber ich habe einen Bekannten, der in einem Laden arbeitet, vor dem öfter Kinder und Jugendliche von anderen zusammen geschlagen und ausgeraubt werden. Denen ist noch nie mehr passiert, als daß sie Ladenverbot bekamen und von der Polizei nach Hause gebracht wurden, was weder die Schläger noch deren Eltern groß interessiert.

Beitrag von annalina 29.09.08 - 22:02 Uhr

Hallo Zwickel,

wir haben das in der Klasse meines großen Sohnes (12 J.) auch erlebt.

Wenn Du Pech hast, schlägt das mit den Eltern nochmehr negative Wellen. Nicht alle Eltern reagieren einsichtig und arbeiten dagegen. Wenn aber die Eltern einsichtig sind und mitarbeiten umso besser:

Ich kann Dir nur raten- alle in "netter" Runde an einen Tisch. Eltern und Kinder zu Kaffee und Kuchen zusammenbringen. Und das am besten im Haus des Mobbers. Und offene Gespräche ohne Vorwürfe.

Das trifft einen Mobber ins persönliche, in sein Reich. Damit rechnet er nie und nimmer.

Alle Vorwürfe und Verbote sind eh ohne Wirkung. Das war bei uns das was zog. Damit hatte der Agressor nicht gerechnet!

Hoffe die Eltern ziehen mit.

Liebe Grüße

annalina mit 3 Kids



Beitrag von qayw 30.09.08 - 14:03 Uhr

Hallo,

mein Mann hatte früher auch dieses Problem. Es wurde geredet und geredet, mit Lehrern, Eltern und Tätern. Gebracht hat es gar nichts.
Mein Mann hatte irgendwann sogar einen Nervenzusammenbruch wegen diesen Idioten.
In der Oberstufe wurde es dann durch das Kurssystem etwas besser.

Mein Mann sagt jedenfalls, das einzige, was was gebracht hätte, wäre gewesen die Schule zu wechseln, was seine Eltern damals irgendwie nicht wollten.

Ich hoffe, Ihr kriegt das irgendwie in den Griff. Sowas ist wirklich ganz schlimm fürs Selbstbewußtsein. (Ich kenne das von früher auch noch. Allerdings war es bei mir noch relativ harmlos.)

LG
Heike

Beitrag von why-is-me-so-dumb 02.10.08 - 14:01 Uhr

Hallo Zwickel,

ich bin angehende Sozialpädagogin (noch mitten im Studium) und arbeite nebenbei in einer Einrichtung der Jugendhilfe.
Aus meinem Arbeitsalltag kenne ich diese Situation und möchte Dir und Deinem Sohn folgenden Rat geben:
- Erkundigt Euch, ob es ein Jugendzentrum in Eurer
Gemeinde gibt. Das pädagogische Personal dort kann
zwischen den "Parteien" vermitteln. Wir laden dazu beide
"Parteien" zu uns ein und treffen eine verbindliche
Abmachung. Die könnte z.B. so aussehen: Die Täter
entschuldigen sich bei Deinem Sohn. Jeder der Täter
bringt 10€ auf, um Deinem Sohn gemeinsam einen
bestimmten Wunsch zu erfüllen (als Wiedergutmachung)
(z.B. ein Modellflugzeug oder Karten für ein bestimmtes
Konzert usw.), jeder Täter muss 1x bei Euch rasenmähen.
Dazu haben die Täter einen bestimmten Zeitraum zur
Verfügung. Halten sie die Abmachung nicht ein oder
belästigen und misshandeln sie Deinen Sohn erneut,
kommt es sofort zur Anzeige bei der Polizei.
- Begleite Deinen Sohn auf dem Schulweg und lass Dir die
"Täter" zeigen. Habe keine Angst davor, Deinen Sohn
damit zu blamieren. Er ist mit seinem Problem zu Dir
gekommen, weil er alleine damit nicht fertig wird. Gib ihm
Deine volle Unterstützung und zeig ihm, dass Du zu ihm
stehst. Spreche die Täter an und verbiete ihnen, Deinen
Sohn zu misshandeln. Lass Dich nicht auf große
Diskussionen ein, es geht nur darum, Dich selber klar zu
positionieren. Damit signalisierst Du Deinem Sohn, dass
Du ihn ernst nimmst und es nicht zulässt, dass ihn
jemand so behandelt. Du zeigst ihm, dass diese Jungs
nicht übermächtig sind, sondern vor Dir plötzlich doch
ganz kleinlaut werden... Du zeigst ihm, dass er sich nicht
in die Opferrolle begeben muss.
Den Tätern zeigst Du, dass ihr "Opfer" nicht alleine ist
und dass er ein Mensch ist, der von anderen Menschen
geliebt und geschätzt wird (klingt blöd, aber die
vergessen das manchmal...). Und Du machst ihnen klar,
dass ein solches Verhalten nicht tolleriert wird und für sie
selber Folgen haben wird (Verweis auf Gespräch mit
Sozialpädagogen oder Polizei). Lass Dir in dem Gespräch
gleich alle Namen und Telefonnummern geben, das macht
Eindruck.
Wenn Du meine Antwort überhaupt noch liest, dann schreib mich doch über vk an, ich hätte da noch ein paar Ideen.
Viele Grüße,
Sophie

Beitrag von katrin06 05.10.08 - 22:46 Uhr

Es muss an der Schule doch auch Vertrauenslehrer geben. Ich würde nicht locker lassen. Es gibt unterdessen alle möglichen Programme zur Konfliktvermeidung und würde von den Lehrern konkrete Maßnahmen einfordern. Lass Dich nicht mit einem "da können wir nichts tun" abspeisen. Frag regelmäßig nach und sei unbequem.
Ein Vertrauenslehrer kann den Jungen auch im Unterricht aus der Klasse ziehen und fragen, was da läuft und ihm deutlich sagen, dass sowas nicht geduldet wird. Er kann auch eine Aussprache zwischen Deinem Sohn und dem Jungen in die Wege leiten.
Vielleicht kannst Du Deinen Sohn für eine Kampfsportart (Judo o.ä.) anmelden, einfach, um sein Selbstvertrauen zu stärken, dass er lernt, dem anderen gegenüber zu treten.
Ausserdem rate ich Dir, auch mit mehr Selbstbewusstsein und nicht so konfliktscheu an den Tag zu treten. Ja, es gibt diese Eltern, die meinen, ihr Sohn sei "ein Engel". Bei manchen wird es Zeit, sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
Sprechen würde ich an Deiner Stelle mit folgenden Personen: Klassenleiter, Schuldirektor und Vertrauenslehrer. Diese Personen hat dieses Problem zu interessieren und das sind auch die, die was tun können und müssen. Lass Dich nicht abwimmeln.
Je länger Ihr wartet, desto schlimmer wird es.
Katrin