Vorfall im Kindergarten

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 14:38 Uhr

Hallo zusammen!

Erstmal sorry, mir ist keine bessere Überschrift eingefallen!

Folgende Situation:
mein Sohn hatte heute seinen 11.Kindergartentag. Die Eingewöhnung hat super geklappt, meistens wollte mein Sohn (2 Jahre 3 Monate 19 Tage ;-)) auch noch länger im Kindergarten bleiben als zur vereinbarten Abholzeit.

Als ich heute zum Abholen kam, waren alle Kinder inkl. Erzieher draußen auf dem Kindergartenspielplatz. Mein Sohn wäre (wie meistens) zwar lieber noch länger geblieben (obwohl er sich gefreut hat, mich zu sehen ;-)), aber durch gutes Zureden durch eine Erzieherin und mich, hat er sich überzeugen lassen, mit mir friedlich nach Hause zu gehen.

Fertig angezogen war er ja schon, wir mussten nur noch seine Tasche aus dem Gruppenraum holen (der ja leer war, weil alle draußen waren). Plötzlich stürmt ein Kind (3 oder 4 Jahre alt) aus der Gruppe meines Sohnes rein, läuft auf meinen Sohn zu, der in der Nähe des Gruppentischs stand (und mit dem Rücken zu dem anderen Kind) und schubst ihn aus vollem Lauf mit ausgestreckten Armen um. Mein Sohn fällt natürlich um und heftig gegen einen Stuhl.

Meine erste Reaktion war, dass ich dem Kind sagte „Hey, das war böse!“ (was Besseres fiel mir nicht ein, da ich einfach nur geschockt von dem Überraschungsangriff war), ich bin dann raus in den Flur, weil ich wusste, dass da die Mutter dieses Kindes war (hatte ich vorher gesehen), und habe voll unterdrückter Wut gestammelt, dass ihr Sohn meinen heftig gegen einen Stuhl geschubst hat #hicks (ich war fassungslos und geschockt).
Kinder, die zarter gebaut sind als mein Sohn, hätten eventuell eine Platzwunde davon getragen.

Ich dann zu meinem Sohn hin, hab ihn auf dem Arm genommen und versucht zu beruhigen. Ich dann wieder raus auf dem Flur (wo die andere Mutter mit dem Kind war), weil ich unbewusst vermutlich eine entschuldigende Geste (Blick, Worte, o.ä.) der anderen Mutter erwartet habe (meine Erwartungshaltung ist mir gerade jetzt erst bewusst geworden).

Auf jeden Fall bekomme ich mit, wie diese Mutter ihren Sohn fragt „Hast du geschubst?“ und das Kind mit Stolz, Freunde und strahlendem Gesicht geantwortet hat „Jaaaaa!“
Diese Mutter (die ihren Sohn auf dem Schoß hatte) hat dann gesagt „das macht man aber nicht!“ und das war’s.

Mich schockiert zum einen das fehlende Schuldbewusstsein des Kindes und das mangelnde Sozialverhalten der Mutter (ich an ihrer Stelle hätte mich bei ihr für das Verhalten meines Sohnes entschuldigt).

Ich war selber ein SEHR aggressives Kind, aber mir war wenigstens nach meinen Attacken gegen andere Kinder klar, daß ich was falsch gemacht habe und hätte entsprechend kleinlauter reagiert als dieses Kind.

Und was sollte die Frage, ob ihr Sohn geschubst hat?!??!? Hatte ich ihr ja gesagt. Meint die gute Frau, ich lüge sie an, nur damit ich einen Grund für das Geschrei meines Sohnes habe???

Nicht falsch verstehen:
ich weiß, dass Schubsereien, Ärgereien, Rangeleien zwischen Kindern dazu gehören. Und ich bin sicher keine Mutter, die einen Aufstand macht, wenn ihr Kind mit einem blutigen Kratzer aus dem Kindergarten kommt (weil ich davon ausgehe, dass die Erzieher im Kindergarten, von denen ich sehr begeistert bin, das dann schon geregelt haben).

Aber ich kann auch nicht gleichgültig daneben stehen, wenn ein erkennbar älteres Kind meinen Sohn offensichtlich grundlos so brutal und gefährlich (wegen des Tisches und der Stühle, die da standen) umschubst.

Wäre mein Sohn nur auf dem Boden gefallen, hätte ich das Kind nur ermahnt, und die Sache danach abgehakt, aber so wie es gelaufen ist (inkl. Verhalten der anderen Mutter), bin ich irgendwie noch auf 180.

Dazu kommt, dass mein Sohn, der bisher ohne größere Proteste mit mir nach Hause gegangen ist, nach dem Vorfall so einen Trotzanfall bekommen hat, dass ich ihn letztendlich bis zum Auto tragen musste. Dabei hat er so gezappelt, dass erst ein Schuh runter gefallen ist und seine Hose über den Popo gerutscht ist.

Die andere Mutter ist übrigens 5 Minuten nach der Attacke ihres Kindes an mir vorbei, als ich neben meinem am Boden trotzenden und brüllenden Kind vor dem Kindergarten stand. Auch da hatte sie es nicht nötig, wenigstens mal entschuldigend rüber zu schauen.

Wie hättet ihr euch an meiner Stelle verhalten? Findet ihr das Verhalten des anderen Kindes und seiner Mutter normal? Bin ich diejenige, die nicht ganz normal ist?

Mir ist klar, dass die Mütter, deren Kinder schon häufig verbeult oder zerkratzt aus dem Kindergarten kommen, das gelassener sehen als ich. Für mich war es das 1.Mal, dass mein Kind so attackiert wurde.

Und ich möchte nochmals betonen, dass es für mich einen Unterschied macht, ob ich so eine Situation live miterlebe oder ob es in meiner Abwesenheit passiert, da ich dann nicht beurteilen kann, wie viel Schuld mein Sohn selbst an der Attacke hatte.

LG,
Juniorette

P.S.: nachdem ich alles aufgeschrieben habe, geht es mir schon besser

P.P.S.: mir ist klar, dass mich jetzt einige für eine hysterische Kuh halten. Das ist okay, aber gerade von denen wüsste ich gerne, wie sie sich an meiner Stelle gefühlt hätten.

Beitrag von smr 24.09.08 - 14:55 Uhr

Hallo!
Ganz klar, mein Herz hätte auch geblutet, aber ganz so dramatisch hätte ich es wohl doch nicht gesehen und so viel erwartet auch nicht.

Ich hätte erwartet, daß die Mutter ihrem Sohn sagt, daß er sich zu entschuldigen hat, so wird das auch bei uns im Kiga gehandhabt und ich finde es gut, daß die Kinder sich für "Fehlverhalten" entschuldigen müssen und sich (hoffentlich ) dadurch ihres Fehlverhaltens bewußt werden. Daß die Mutter sich entschuldigt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Hm, als sie gesehen hat, wie Du mit Deinem Sohn zu "kämpfen" hattest, hätte sie evtl. nochmal fragen können, ob denn alles ok ist.LG
Sandra

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 15:20 Uhr

Hallo Sandra,

danke für deine Antwort!

"Ich hätte erwartet, daß die Mutter ihrem Sohn sagt, daß er sich zu entschuldigen hat"

Ja, sicher, hätte die Mutter das gemacht, hätte ich wenigstens das Bemühen ihrerseits gesehen, ihren Sohn zu erziehen. Hat sie aber nicht.

Sie hat ihrem Sohn gesagt, daß es nicht okay war, aber ich bezweifle, daß bei einem Kind, das auf seine Attacke noch stolz ist, das irgendeinen Nutzen hat.

Wobei ich persönlich kein Fan von "erzwungenen" Entschuldigungen bin. Entweder, ein Kind merkt zumindest im Nachhinein (am Geschrei meines Sohnes, und mein Sohn ist sicher keine Heulsuse, das wegen jeder Kleinigkeit heult), das es falsch gehandelt hat, und entschuldigt sich deswegen oder das Kind kann es gleich lassen.

Ehrliches Schuldbewußtsein ist mir wichtiger als das Wort "Entschuldigung".

"Daß die Mutter sich entschuldigt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. "

Ich sage ja nicht, daß es die Pflicht einer Mutter ist, sich jedes Mal für das Fehlverhalten ihres Kindes zu entschuldigen, aber wenn ich sehen würde, daß eine andere Mutter wegen des Fehlverhaltens meines Sohnes plötzlich ein hysterisches Kind hat, würde ich mich alleine schon wegen der Arbeit, die die Mutter hat, um das Kind zu beruhigen, entschuldigen.

Daß es nicht die Mutter war, die mein Kind geschubst hat, ist mir natürlich klar ;-)

"Hm, als sie gesehen hat, wie Du mit Deinem Sohn zu "kämpfen" hattest, hätte sie evtl. nochmal fragen können, ob denn alles ok ist."

DAS hätte ich sehr nett gefunden, und hätte mir erspart, meinen Frust in einem ellenlagen Thread bei Urbia ablassen zu müssen ;-)

Nochmals danke für deine Antwort!

LG,
J.

Beitrag von smr 24.09.08 - 17:24 Uhr

#liebdrueck
LG
Sandra

Beitrag von sriver 24.09.08 - 15:13 Uhr

Hallo,

vorsichtig gesagt, würde ich sagen, dass du zuviel von der Mutter erwartet hast. Natürlich tut es weh, wenn ein deinem Kind wehgetan wird, aber im Kindergarten geht es im Allgemeinen manchmal nicht so behütet zu, wie zuhause. Ich hätte mich nicht für meinen Sohn entschuldigt, sondern hätte von meinem Sohn verlangt ,dass er sich entschuldigt. Dann hätte ich zuhause in aller Ruhe nochmal mit ihm über den Vorfall gesprochen, ohne die anderen Zuhörer im Kindergarten. Vielleicht war die andere Mutter von deiner offensichtlichen Wut auch so geschockt, dass sie erst mal nicht wusste, wie sie reagieren sollte. Und vielleicht spricht sie zuhause auch mit ihrem Kind. Mangelndes Sozialverhalten zu unterstellen, finde ich schon etwas heftig. Und ich an ihrer Stelle hätte auch meinen Sohn gefragt, ob er geschubst hat, nicht um dir eine Lüge zu unterstellen, sondern um ihn die Chance zu geben ,die Sache zu erklären.

Ich glaube, dass du die Sache etwas überbewertest und du einfach auf 180 warst, und die andere Mutter auch zu überrascht von deinem Angriff war, um so zu reagieren, wei du es erwartet hast.

LG Sriver

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 15:24 Uhr

Hallo sriver,

auch dir vielen Dank für deine Antwort!

Ja, vielleicht habe ich zu viel erwartet :-(

"Ich glaube, dass du die Sache etwas überbewertest und du einfach auf 180 warst, und die andere Mutter auch zu überrascht von deinem Angriff war, um so zu reagieren, wei du es erwartet hast. "

Hmm, ich habe die Mutter nicht angegriffen. Ich war stocksauer, das hat sie mit Sicherheit auch gemerkt, aber ich habe mich mühsam beherrscht, damit ich NICHT das sage, was ich in dem Moment über ihren Sohn gedacht habe ;-) (ja, ich bin sehr emotional teilweise)

Aber ich finde es gut, daß du mir deine Sicht geschildert hat, danke!

LG,
J.


Beitrag von ue3 24.09.08 - 15:19 Uhr

hallo
ich frage meinen sohn auch immer selber wenn etwas vorgefallen ist, nicht weil ich anderen leuten unterstelle zu lügen, sondern, weil ich möchte das ich mit meinem kind darüber rede, bevor ich ihn übergeh und ihn ermahne, weil mir jemand anderes etwas über ihn sagt.

aber ich hätte auch keine erwartungshaltung wenn ich rausgeh weil dort die mutter sitzt.
denn die mutter saß draussen und das kann dir auch mal passieren, das du drin oder draussen bist und dein kind irgendwas blödes macht.
ja, es war sicher blöd, aber es kommen unendlich viele kinder und erwachsene zusammen in der KITA und ich habe längst aufgegeben, von allen zu erwarten , das sie genauso handeln würden wie ich es tun würde.
sicher hätte sie einmal sagen fragen können ob alles okay ist und das es blöd war.
l.g.

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 15:29 Uhr

Hallo ue3,

danke für deine Antwort!

"aber ich hätte auch keine erwartungshaltung wenn ich rausgeh weil dort die mutter sitzt.
denn die mutter saß draussen und das kann dir auch mal passieren, das du drin oder draussen bist und dein kind irgendwas blödes macht. "

Ja, ist schon klar, daß mein Sohn auch Mist bauen kann, und irgendwann wird er derjenige sein, der Kleinere schubst, ohne Frage.

Ich hab mich bis jetzt immer für das Fehlverhalten meines Sohnes entschuldigt, wenn ich es mitbekommen habe.

Kann natürlich sein, daß ich dieses Verhalten irgendwann aufgebe, weil ich abstumpfe ;-)

"sicher hätte sie einmal sagen fragen können ob alles okay ist und das es blöd war. "

DAS hätte mich sehr gefreut, und wie ich oben schon geschrieben habe, hätte ich in diesem Fall diesen Thread nicht eröffnet.

Aber ich sehe an den Antworten, daß ich übertrieben reagiert habe und gehe davon aus, daß ich bei den nächsten (ähnlich gearteten) Vorfällen gelassener reagiere, weil man sich an alles gewöhnt (und weil mein Sohn ja auch mal das "böse" Kind sein wird).

Die bisherigen Meinungen haben mir geholfen, klarer zu denken, danke!

LG,
J.

Beitrag von janamausi 24.09.08 - 16:52 Uhr

Hallo!

Wenn irgendetwas vorfällt, was ich selber nicht gesehen habe, frage ich auch erst meine Tochter. Ich kann ja nicht ("nur" weil ich es von anderen gehört habe, es aber selber nicht gesehen habe" meine Tochter gleich beschuldigen. Daher würde ich das nicht persönlich nehmen, das sie es dir nicht glaubt...

Ich entschuldige mich auch nicht für meine Tochter. Das muß sie selber machen (weil sie es ja auch lernen muß). Ich rede dann halt mit meiner Tochter und "ermutige" sie, das sie sich entschuldigt.

Im großen und ganzen finde ich den Vofall zwar nicht schön, aber auch nicht so dramatisch. Ich glaube wirklich, je länger die Kinder in den Kiga gehen, desto gelassener sieht man sowas als Eltern.

Ich würde den Vorfall abhaken und vesuchen, das positive daraus zu ziehen, in dem Du deinem Sohn an dem Beispieol erklärst, das es gefährlich ist von hinten zu schubsen und das es nicht schön ist, wenn man sich nach einem Fehler nicht entschuldigt, weil das andere Kind sich sonst so fühlt wie er in dem Fall.

LG janamausi

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 17:27 Uhr

Hallo janamausi,

"Daher würde ich das nicht persönlich nehmen, das sie es dir nicht glaubt... "

ja, ich hab eingesehen, daß ich da zu empfindlich reagiert habe, da habt ihr alle Recht gehabt.

"Ich entschuldige mich auch nicht für meine Tochter. "

Ich muß dazu sagen, daß mein Sohn für sein Alter recht schlecht spricht (2-Wort-Sätze fangen seit dem Kindergartenstart so langsam an) und ein kompliziertes Wort wie "Entschuldigung" oder 3 Wörter am Stück "Tut mir leid" kann ich von ihm noch nicht erwarten.

Aber ich würde ihn natürlich an die Hand nehmen, zu dem anderen Kind gehen und ihm sagen, daß er sich entschuldigen soll (müssen ja keine Worte sein).

"Ich würde den Vorfall abhaken und vesuchen, das positive daraus zu ziehen, in dem Du deinem Sohn an dem Beispieol erklärst, das es gefährlich ist von hinten zu schubsen "

Das habe ich schon getan :-)

"das es nicht schön ist, wenn man sich nach einem Fehler nicht entschuldigt, weil das andere Kind sich sonst so fühlt wie er in dem Fall. "

Wie weiter oben schon geschrieben:
eine erzwungene Entschuldigung finde ich doof, ich hätte es schöner gefunden, wenn das Kind bzw. die Mutter wenigstens Schuldbewußtsein gezeigt hätte.

Aber das Kind war von seiner Attacke ganz begeistert und furchtbar stolz darauf.

"Ich würde den Vorfall abhaken "

Ich denke, ich werde unserer Cheferzieherin morgen von dem Vorfall erzählen. Sie hatte zwar während der Zeit des Vorfalls keine Aufsichtspflicht mehr, weil beide Kinder schon unter der Aufsicht ihrer Mütter standen, aber falls mein Sohn plötzlich Angst vor dem anderen Kind hat, weiß sie wenigstens, warum das so ist.

Vielleicht bin ich dann in der Lage, abzuhaken.

Ich danke auch dir für deine Antwort!

LG,
J.

Beitrag von ma14schi 24.09.08 - 19:58 Uhr

Ich finde deine Art zu antworten vorbildlich.

Man geht auf die Antwort ein, bedankt sich auch bei Andersdenkenden und reflektiert.

Danke.

Du hast mir gezeigt, dass es hier auch anders geht.

In der Sache möchte ich mich nicht äussern, da es bei 3 Kindern in jeder Altersstufe wahrscheinlich Fauxpas meinerseits jederzeit ungemerkt gab.

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 20:07 Uhr

Liebe ma14schi,

mir ist ja klar, daß ich als Mensch und als Mutter auch schon viele Fehler gemacht habe, die ich selbst gar nicht wahrgenommen habe und die mir bis heute nicht bewußt geworden sind, aber so Basics wie

"Ich zeige Mitleid für ein Kind (und seine aufgebrachte Mutter), das gerade von meinem Kind ziemlich heftig geschubst worden ist"

kann man doch erwarten.

Oder auch nicht, wenn ich die meisten Meinungen hier lese.

Hier geht es ja nach dem Motto

"Warte ab, dein Kind wird auch mal schubsen"

(was ich ja auch nicht bezweifle, aber wenn ich live dabei bin, dann entschuldige ich mich dafür)

Danke für dein Lob, tut mir gut, ich fühle mich noch ziemlich groggy von dem Tobsuchtsanfall, den Junior zwischen Kindergarten und Auto abgeliefert hat (und über 15 zappelnde schreiende Kilos zu schleppen) #schwitz

LG,
J.

Beitrag von goldauge 24.09.08 - 15:54 Uhr

Hallo Juniorette,

ich weiß garnicht wie ich genau reagieren würde, wenn ein anderes Kind meinen Sohn schuppst. Aber allein bei dem Gedanken daran kommt mir schon so die Wut hoch, dass ich das Drecksbalg (denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!!) total zusammenbrüllen würde. Niemand fasst mein Kind an!

Irgendwie stell ich grad fest, dass ich ne Löwenmutter bin

Alles gute für dich und deinen Sohn jedenfalls. Hoffentlich will er trotzdem weiter so gerne in den Kindergarten gehen wie vorher.

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 16:03 Uhr

Hallo goldauge,

danke für deine Antwort.

"denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!"

Füge noch das Wort "asoziales" davor, und du weißt, was ich in dem Moment nach der Attacke über das Kind gedacht habe.

Ich bin unheimlich stolz auf mich, daß mir die zwei Worte nicht in Gegenwart der Mutter rausgerutscht sind #schein

Ich hatte ja weniger Probleme mit dem Schubsen an sich (das machen Kinder halt mal), sondern mit der Wucht des Schubsens und daß es in der Nähe von harten Möbeln passierte.

Fassungslos war ich über den Stolz, mit dem der Junge vor seiner Mutter zugab, daß er meinen Sohn geschubst hat #schock Zumindest ICH habe den Eindruck, daß bei der Erziehung des Jungen irgendwas schief gelaufen sein muß, wenn er in der Situation nicht mal ein kleines bißchen kleinlaut wird.

"Hoffentlich will er trotzdem weiter so gerne in den Kindergarten gehen wie vorher. "

Das hoffe ich auch, werde ich ja morgen sehen. Daß auch unangenehme Erfahrungen auf ihn zukommen werden, wußte ich ja vor der Anmeldung in den Kindergarten, aber nicht, daß ich diese Erfahrungen gleich live miterleben muß #aerger

Danke für deinen Zuspruch, das tat meiner geschundenen Mutterseele ;-) sehr gut!

LG,
J.

Beitrag von lucy15 24.09.08 - 19:31 Uhr

Ja klar, ein dreijähriger überlegt erst, bevor er jemand schupst: " Sind da jetzt harte Möbel in der Nähe, oder ist das jetzt OK wenn ich den mal nur so schupse"

Mensch, ihr werdet euch noch mal umschauen, was eure "lieben kleinen" mal noch machen werden!!!!

Und ganz ehrlich: wenn du oder jemand anderes "assoziales Drecksbalg" zu einem meiner Kinder sagen würdest, dann hättest du ein ernsthaftes Problem!

Geh du ruhig morgen zur KiGa-Leitung, dann ist die gute Frau wenigstens gewarnt. NICHT vor dem schupsenden Kind- sondern vor einer absolut hysterischen Übermutter!

Wenn du nur halb so aufgebracht rüberkamst wie hier, dann kann ich verstehen, dass die andere Mutter nur das nötigste mit dir geredet hat.

Noch was: wie kannst du allen ernstes erst zu dem anderen Kind rennen, bevor du dein eigenes Kind tröstest????? Zumindest klingt das in deinem ersten Posting so. Wenn also dein Sohn nicht mehr gerne hingehen sollte, dann vielleicht auch, weil du das ganze so maßlos dramatisierst.

Lucy

Beitrag von valentina.wien 24.09.08 - 17:01 Uhr

"denn wer mein Kind schuppst IST ein Drecksbalg!!!"

Dann hoffe ich für dich, dass dein Kind nie ein anderes schupsen wird.

Beitrag von smr 24.09.08 - 17:27 Uhr

Hallo!
Also Deine Aussage finde ich schon echt heftig. Auch Du kannst Dich nicht dafür verbürgen, dafür gebe ich Dir Brief und Siegel, daß DEIN Kind nicht auch mal ein anderes Kind schubst, aus Gründen, die Du nicht nachvollziehen kannst.

Mir tut es auch in der Seele weh, wenn ich sehe, daß mein Kind oder ein anderes Kind geschubst oder gehauen wird, aber Kinder müssen den Umgang miteinander auch erst lernen und da kommt sowas leider vor.

Genauso weh tut es mir aber auch, wenn ich Deine Aussage lese und hoffe, daß nie jemand sowas über Dein Kind sagt.
Kopfschüttelnde Grüße
Sandra

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 17:48 Uhr

Hallo Sandra,

nun ja, ich kann goldauge insofern verstehen, weil ich in dem Moment, wo mein Kind erschrocken, mit Schmerzen und hilflos am Boden lag genau dieses Wort im Kopf hatte.

Allerdings muß natürlich allen Eltern klar sein, daß
1) geschubst werden zur Kindheit dazu gehört (wobei ich das, was ich heute gesehen habe, nicht zu dem normalen Schubsen zähle)
2) das eigene Kind selbst mal andere Kinder schubsen wird

Insofern war ihre Aussage sicherlich sehr emotional und nicht zu Ende gedacht. Aber man darf ja auch mal emotional werden (werde ich immer wieder, und dann werde ich unsachlich und ungerecht).

Übrigens hier meine Definition von normalen Schubsen:
- nicht von hinten
- nicht zu doll
- nicht gegen harte Sachen schubsen

Alle drei Dinge trafen auf die von mir erlebte Situation nicht zu, deswegen war ich ja so geschockt.

Nun gut, ich hoffe, ich habe mich bis morgen wieder beruhigt.

LG,
J.

Beitrag von valentina.wien 24.09.08 - 18:10 Uhr

An sich kann ich dich verstehen- deine Wut und deine Angst um dein Kind und die Gedanken, die einem in diesem Moment durch den Kopf gehen.


ABER:
"Übrigens hier meine Definition von normalen Schubsen:
- nicht von hinten
- nicht zu doll
- nicht gegen harte Sachen schubsen "

Woher sollen Kinder wissen, dass "von hinten schubsen etc." in unserer Gesellschaft als "feige" und "hinterhältig" gilt? Ich nehme an, dass für Kleinkinder die "Schubsseite" nicht relevant ist.
Kinder haben außerdem noch nicht so die Kontrolle über ihre Kraft. Ich kenne Kinder, die für ihr Alter sehr groß und stark sind, dies aber selbst nicht abschätze können. Ein lustiges Schubsen "im Spiel" kann da meine Tochter (die sehr zart ist) um einen Meter versetzen.
Und weiters denke ich, dass Kinder die Richtung ihres Schubsens auch noch nicht kontrollieren können. Ich meine, dass sie vermutlich noch nicht abschätzen können in welche Richtung das andere Kind stürzen wird.
Davon abgesehen, dass Schubsen meistens im Affekt passiert.

Ich will damit sagen, dass solche Reglements meist nicht viel bringen.
Meine Tochter geht seit sie zehn Monate alt ist zu einer Tagesmutter und seit einem Jahr in eine Kindergruppe.
Ich habe umdenken müssen und dazulernen musste ich auch.

Lg Valentina

Beitrag von juniorette 24.09.08 - 18:45 Uhr

Hallo Valentina,

natürlich hat ein "das Schubsen ist gerade noch erlaubt, das dann nicht mehr"-Katalog bei Kindern sinnlos.

Ich wollte nur deutlich machen, daß dieses Kind meinen Sohn ziemlich stark UND von hinten UND an einen harten Gegenstand geschubst hat (das sind ja drei Dinge auf einmal ;-)). Ich fand diese Kombination einfach heftig.

Natürlich weiß ich, daß Kinder nicht von Geburt an verkorkst sind.

Aber wenn ich mir das Verhalten des Kindes ansehe und das (in meinen Augen) desinteressierte Verhalten der Mutter, dann werde ich halt sauer. Auf das Kind, weil es meinem Kind grundlos wehgetan hat und auf die Mutter, die ursächlich für das Verhalten ihres Kindes verantwortlich ist. Dieses Kind hat sicher nicht zum 1.Mal geschubst, und wären die Eltern des Kindes eindringlicher darauf eingegangen, wäre vielleicht heute nichts passiert.

Übrigens, im Affekt hat dieses Kind nicht geschubst, sie hatten ja in den 5 Minuten bis zu der Attacke keinen Kontakt miteinander ;-)

"Ich habe umdenken müssen und dazulernen musste ich auch. "

Natürlich muß auch ich dazu lernen. Ich bin ja ganz neu im Job "Kindergartenkind-Mami".

Deswegen habe ich diesen Thread eröffnet, um eure Meinungen gebeten und die Überschrift nicht "dieses asoziale Rotzblag" genannt ;-)

Ich denke, morgen werde ich mich etwas beruhigt haben (aber wenn ich das Kind sehe und keine Zeugen dabei sind.... #schein - war ein Spaß)

LG,
J.

Beitrag von mari75 24.09.08 - 19:10 Uhr

"Übrigens, im Affekt hat dieses Kind nicht geschubst, sie hatten ja in den 5 Minuten bis zu der Attacke keinen Kontakt miteinander"

... und wer sagt dir, dass nicht DEIN KIND eventuell im Laufe das Morgens dieses eine Kind auch geschubst hat ???? Und das war dann die - verspätete, Reaktion darauf. Irgendwas wird eventuell DEIN KIND gemacht haben, dass diesem Jungen nicht passte.

Wobei ich das nicht negativ auf dein Kind bezogen sagen will, sondern eben nur: auch dein Kind ist kein Engel. Und sowas kommt nunmal vor !!

Klar, wenn es um mein Kind geht werde ich bei sowas auch wütend. Aber man muss auch lernen schnell wieder auf den Boden zu kommen und die Sache abzuhaken. Und mehr gibts da nicht zu sagen - dein Kind hat ja keinen wirklich Schaden davongetragen.

Solltest du merken, dass der Junge dein Kind öfter so schubst kann du es ja mal der Erzieherin sagen.

LG
Mari

- das hört sich für dich wohl hart an, aber so ist die Realität nunmal -


Beitrag von juniorette 24.09.08 - 19:49 Uhr

Hallo Mari,

lies dir mal den gesamten Thread durch:
ich habe immer betont, daß mein Kind sicher auch kein Engel ist und daß er irgendwann derjenige ist, der grundlos ein anderes Kind schubst.
Und wenn ich das hautnah miterlebe, werde ich mich unaufgefordert bei dem Kind für das Verhalten meines Sohnes entschuldigen und wenn ein Elternteil da ist, auch bei dem Elternteil.

Allerdings habe ich den bis jetzt 11 Tagen Kindergarten immer gefragt, ob was vorgefallen ist, und komischerweise ist mein Kind noch nicht negativ aufgefallen (daß es irgendwann auch was anstellen wird, ist klar).

"... und wer sagt dir, dass nicht DEIN KIND eventuell im Laufe das Morgens dieses eine Kind auch geschubst hat ???? Und das war dann die - verspätete, Reaktion darauf. Irgendwas wird eventuell DEIN KIND gemacht haben, dass diesem Jungen nicht passte. "

Aha, und als verspätete Reaktion auf die Attacke von heute darf mein Sohn den anderen Jungen morgen würgen, treten, kratzen oder beißen, oder wie #kratz

So funktioniert es nun mal nicht. Ein Kind, das geärgert wird, darf sich in dem Moment ja gerne zur Wehr setzen (um die Attacke zu stoppen), aber nicht Stunden später, ohne ersichtlichen Grund.

Abgesehen davon bezweifle ich, daß ein 3 oder 4 Jahre altes Kind sich denkt "Boah, der hat mich vor einer halben Stunde geärgert, den schubse ich jetzt mal"
Kinder sind vieles, aber sicher nicht bewußt nachtragend.

Trotzdem danke für deine Antwort.

LG,
J.

Beitrag von smr 24.09.08 - 19:24 Uhr

Hallo Valentina!
Besser hätte ich es auch nicht schreiben können, danke!
LG
Sandra

Beitrag von smr 24.09.08 - 19:27 Uhr

Ja, ich kann es ja auch verstehen, auch, daß Du/man dann auch mal emotional werden kann, ist mir auch schon passiert, aber ich habe festgestellt, daß auch eine Gefahr dabei besteht: wenn Du Dich IMMER einmischen würdest, würde Dein Kind nicht lernen, für sich selbst einzustehen und gleichzeitig, wenn es mal in die Schule kommt, als Mamakind dastehen. Kinder sind da grausam......ist jetzt etwas vorgegriffen, aber ich wollte es loswerden.
Daß Du traurig und wütend bist, ist völlig klar und in Ordnung, schließlich bist Du ja auch noch nicht lange Kiga Mama, glaube mir, mit der Zeit wirst Du ruhiger.
LG
Sandra

Beitrag von robingoodfellow 24.09.08 - 19:53 Uhr

Hi,

mein Sohn ist schon älter, 4 seit gestern. Aber letzte Woche hat ihn ein Mädchen im Kindergarten so dermaßen geschubst das er ein bisschen geflogen ist und dann auf seinem Hintern gelandet ist. Und wenn 18 Kilo abheben war da ganz schön schmackes dahinter.
Mir tat die Seele da nicht weh, obwohl ein Regal daneben stand, ich war sauer auf die unfähige Tante dieses Kindes weil die nur doof daneben stand und gesagt hat. "War das die Bettina jetzt??" Öh, jaaaaa.
Ich war auf der anderen Seite sehr, sehr stolz auf meinen Zwerg weil er nicht mit den Fäusten auf besagtes Mädchen (das wirklich aus 'ner Ätzfamilie stammt) losgegangen ist sondern sie nur wüst angebrüllt hat sie solle das seinlassen und sich schleichen.
Entsetzt war ich da, dass die Erzieherin das Mädchen dann schimpfen musste weil die Tante es nicht auf die Reihe bringt.
Ich denke mal du warst aus der Situation heraus total aufgewühlt denn so einen Beitrag habe ich von dir noch nie nicht hier gelesen.

Im übrigen frage ich meinen Räuber auch immer erst nach bevor ich wüst das schimpfen anfange, ich bekomme immer die totale Wut wenn Mütter nicht fragen, sondern mal eben alles auf die anderen schieben. Aber gut, anderes Thema.

LG und hier, Baldrian rüberschieb

Puck