"Wer sich keine Kinder leisten kann, sollte keine bekommen!"

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Beitrag von laracocker 24.09.08 - 19:49 Uhr

Hallo Forum,

diesen Satz lese ich hier öfters und ich finde ihn, nun sagen wir mal, interessant, vor allem, wenn man ihn zu Ende denkt.

Das heißt nämlich in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit bzw. Minijobs und Billiglöhnen, dass immer weniger Familien Kinder haben sollten.

Dann bleibt noch die gute alte Mittelschicht und die oberen Zehntausend, die den Kinderausfall wettmachen müssen (oh, aber ich vergaß, kinderreiche Familien sind in diesen Kreisen doch eher die Ausnahme).

Da frag ich mich mal, wie Deutschland in Zukunft aussehen wird, so ganz ohne kommende Generationen. Vermutlich ziemlich leer. Armes Deutschland.

Aber mal Ironie beiseite: Ich finde es wesentlich wichtiger, dass man seinem Kind Werte mitgeben kann (die wir auch dringend brauchen) und dass man auch gewillt ist, dem Kind und auch sich selbst ein einigermaßen normales Leben zu bieten (auch wenn Urlaub oder Markenklamotten vielleicht nicht immer oder kaum drin sind).

Nicht jeder, der Hartz IV bezieht, ist ein Schmarotzer, sondern, oft gerade mit Kind, in einer vorübergehenden Notsituation. Klar gibt es auch die "Bösen", die Kinder nur des Kindergeldes wegen in die Welt setzen (obwohl die Rechnung bestimmt nicht aufgeht), aber die stellen doch nicht den Hauptanteil der Hartz-IV-Empfänger dar.

Dieses Posting könnte noch länger werden, wenn man die momentane Veränderung der Gesellschaft, das Angebot von Krippen und Schulen, die fehlende Integration von vielen ausländischen Familien, die dauernde Flaute am Arbeitmarkt, die spezielle Lage der Frau usw. berücksichtigen würde, aber das würde zu weit führen.

Ich denke nur, dass man, bevor man den moralischen Zeigefinger hebt, erst mal darüber nachdenken sollte, ob man nicht selbst vielleicht mal in der Lage sein könnte, sich (finanzielle) Hilfe von außen holen zu müssen. Und dass man jeden Fall einzeln berücksichtigen und im persönlichen Kontext sehen muss.

So, und jetzt Steine in die Hand und los... :-p

Liebe provokative Grüße,

Jenny (und Marlon, 8 Monate alt)

Beitrag von cryingangel1 24.09.08 - 19:54 Uhr

Ich sehe das genauso. Man wird regelrecht schief angeguckt, wenn man jung Mutter wird. Und ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass wir es viel besser machen, als manch andere Mutter. Wir haben für nächstes Jahr übrigens schon Urlaub gebucht :-p;-)

Aber ich bin mir gaaaanz sicher, dass hier viele schon die Steine in der Hand halten. Warts ab, gleich gehts los #augen

LG
Sandy (die ihre Sache prima macht und dessen Sohn es an nix fehlt!!!)

Beitrag von cryingangel1 24.09.08 - 20:00 Uhr

hab noch was vergessen ;-)

In einigen Hartz IV Familien wird das Geld fürs Kind ja auch eher verjubelt, als das die Kinder davon etwas sehen. Aber das liegt dann wohl auch nicht am ALG II, sondern an den Eltern.
Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht auf Kinder, egal ob viel oder wenig Geld. Und dann immer die Aussage, es ist nicht der richtige Augenblick für ein Kind. Aber der kommt wohl nie #augen
Schließlich kann sich ja keiner sicher sein, dass er bis zur Rente arbeiten wird...

LG
Sandy

Beitrag von corinna1986 24.09.08 - 19:55 Uhr

Ich kann dir nur zustimmen...

Das manche Leute lieber keine Kinder bekommen sollten ist zwar wahr, aber sicher nicht des Geldes wegen... #aerger

Finds gut, das das mal ausgesprochen wurde...

LG Corinna

Beitrag von engelshexle 24.09.08 - 19:57 Uhr

Hi Jenny,

du hast vollkommen recht !!!! Wichtig ist Liebe, Vertrauen und bedingungsloses Füreinander Dasein...

Geld macht vielleicht vieles einfacher, aber Werte kann es nicht ersetzen !!!!!

Wichtiger als Geld finde ich, daß man nur ein Kind zeugt, wenn man dafür bereit ist und das Kind nicht als " Ersatz " für irgendwelche Mankos des eigenen Lebens sieht...

Grüßle vom engelshexle

Beitrag von stoka 24.09.08 - 19:59 Uhr

Sehe ich auch so!Ich hab seit ich 15 bin gearbeitet neben der Schule,im Studium dann 3 Jobs,seit einem Jahr fest...habe bei beiden Kindern Hartz 4 bezogen,beim zweiten aufstockend zum Elterngeld da es einfach nicht reichen würde,ich fühle mich auch nicht schlecht dabei,da ich weiß dass ich nach dem Jahr mir wieder den Arsch für den Staat wundackern werde,wie du sagst es ist nur eine vorrübergehende Stütze und ich zahle später genügend ein!

Beitrag von dekabrista 24.09.08 - 20:07 Uhr

Jeder, der nicht in diese Situation kommt, kann sich glücklich schätzen - da hast du zweifelsohne Recht.
Aber nicht jeder, der nicht in so eine Situation kommt, denkt auch so.
Es ist eigentlich vollkommen müßig, sich darüber aufzuregen. Es gibt genausoviele Schmarotzer wie besserwisserische (ich finde leider kein Wort dafür) Moralapostel (???).

Den persönlichen Kontext kennt nur jeder für sich. Hier läßt sich sowas gar nicht berücksichtigen, vor allem nicht im Forum. Und mal ehrlich - wer macht sich schon die Mühe. Mir kribbeln auch manchmal die Finger, fast beleidigende Sachen zu schreiben - aber da ich so toll bin, halte ich mich meistens zurück #schein

Steine bekommst Du von mir nicht ;-)

Beitrag von fraukef 24.09.08 - 20:08 Uhr

Ich sehe es ein klein wenig anders...

Vorweg - ich verurteile keine Hartz IV Empfänger - und bin erst recht nicht der Meinung, dass diese keine Kinder bekommen sollten.

Es geht auch nicht darum, ob jemand finanzielle Hilfe benötigt / bekommt - auch das ist legitim.

Aber es geht schon um ein "sich leisten können" bzw. auch ein "sich leisten wollen".

Ich glaub die wenigsten von uns sind in der Lage, dass sie alle Bedürfnisse des Kindes mal eben "aus der Portokasse" decken können - wir übrigens auch nicht. Das aber wiederum bedeutet, dass man bereit sein muss, hier und da zurückzustecken, um dem Kind was bieten zu können... Und ich meine damit keine Markenklamotten - aber die Klassenfahrt sollte schon drin sein...

Natürlich sind Werte, Geborgenheit, Liebe etc.pp. super wichtig - aber nur von Luft und Liebe kann man leider auch nicht leben...

Und was mir schon auffällt - und das durchaus auch negativ - ist dass die Anzahl der Kinder bei Leuten, die es sich eigentlich nicht ohne weiteres leisten können, steigt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt... ICh gebe Dir völlig recht - die Rechnung mit dem Kindergeld geht nciht auf - nur manchmal frage ich mich, ob die "Betroffenen" (oder die, die ich dafür halte) soweit auch rechnen...

Und ich plädiere wahrhaft nicht für eine Einkommensgrenze, um ein Kind bekommen zu "dürfen" - aber man muss sich darüber klar sein, dass Kinder Bedürfnisse haben. Und da ist es meiner Meinung nach die Verpflichtung der Eltern, zumindest die grundlegenden Bedürfnisse der Kinder zu befriedigen / befriedigen zu können... Ob dies mit oder ohne Hilfsleistungen geschieht, halte ich nicht für wichtig...

LG
Frauke mit Judith (*24.04.07) und #ei (37. SSW)

Beitrag von laracocker 24.09.08 - 20:30 Uhr

Hallo Frauke,

ja, ich bin auch der Meinung, dass soviel finanzieller Background da sein sollte, um das Kind in der Schule nicht als Außenseiter dastehen zu lassen. Klassenfahrten sollte schon drin sein (allerdings finde ich Klassenfahrten von über 100 Euro übertrieben, vor allem, wenn meine Famile mehrere Kinder hat!). Ich denke, dass besonders im Bereich der Schule sehr viel erreicht werden könnte, mit den entsprechenden Mitteln und die Familien vielleicht etwas entlastet werden könnten.

Mir ist auch aufgefallen, dass immer mehr Familien weniger Geld haben. Das liegt aber meiner Meinung auch an der wirtschaftlichen Situation. Die Rechnung ist ja ziemlich einfach: wenn jemand ca. 6 Euro die Stunde bekommt, so sind das bei 40 Stunden die Woche 960 Euro im Monat. Dann geht davon noch das Geld für Kita ab, also 330 Euro oder mehr und dann ist man, zumindest als Alleinerziehende, weit unter dem Existenzminimum. Und das, obwohl man normal arbeitet.

Das betrifft mich zwar nicht, aber solche Fälle gibt es unzählige. Ich finde, dass Familien mit Kindern auf jeden Fall Unterstützung bekommen müssen, und zwar nicht unbedingt mit höherem Kindergeld, sondern mit anderen Mechanismen (beispielsweise kostenfreie Kindergärten, bezuschusste Kinderbetreuung, kostenfreies gesundes Schulessen, kostenlose Hausaufgabenbetreuung, Einbindung in Vereine, Klassenfahrten durch Schulprojekte finanzieren usw.) Vielleicht kann man ja so einiges auffangen, was auf dem Arbeitsmarkt und in den Familien schiefläuft. Aber Kinder brauchen wir, und leider steigt halt die Zahl derer, die sie sich eigentlich nicht leisten können.

Liebe Grüße,

Jenny



Beitrag von schloisl 24.09.08 - 20:10 Uhr

absolut korrekt!

wer da nen stein in die hand nimmt, hat nicht nachgedacht. meinungsfreiheit in allen ehren - aber das sind fakten!!

Bin voll und ganz deiner Meinung#pro

Beitrag von ungeduldige81 24.09.08 - 20:14 Uhr

............endlich mal jemand der Herz und Verstand hat........ super Diskussion..........:-D

Leider ist es nun mal so, dass Geld die Welt reagiert und die Menschen durch die Medien ect. eine total schreckliche Moral und Wertvorstellung bekommen.


Aber............... die Liebe eines Menschen/ das Lächeln eines Kindes kann einem kein Geld der Welt bieten.


Früher hatten die Menschen auch kein Geld, aber dafür Familien, die noch zusammen gehalten haben!

Was braucht ein Kind mehr als eine Familie das es liebt???


Nadine + Lilli (4 Monate)

Beitrag von maschm2579 24.09.08 - 20:32 Uhr

Super Beitrag.. sollten sich viele mal zu Herzen nehmen.

Auch wenn es mir finanziell sehr sehr gut geht, ist es mir wichtig das hannah Werte und Menschen zu schätzen weiß.

#pro

lg Maren

Beitrag von kessita 24.09.08 - 20:42 Uhr

Hallo,

grundsätzlich gebe ich dir Recht,
aber:
Was mir definitv gegen den Strich geht sind Posts zum Thema:
- Wo kann ich für das (lang ersehnte Wunsch)kind die Erstausstattung beantragen?

Meine Frage: Warum kann man diese nicht ansparen gebraucht kaufen, oder sich schenken lassen...

- Was kriege ich wenn das Elterngeld ausläuft?
Meine Frage: Warum zur Hölle gehe ich eigentlich nach einem Jahr wieder arbeiten? - ich hätte doch einfach was beantragen können #paket

- nicht zu vergessen das ewige:
"Waaaaaas Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt?"
- Ja kann man nachlesen, steht auf jedem Antrag drauf und ging auch diverse Male durch die Medien....

Oder für mich auch schön:
"Ja klar habe ich einen Arbeitsplatz - aber ich bleibe jetzt erst mal 3 Jahre zu Hause, weil ich habe ja das Recht dazu und beantrage mal eben ergänzendes Alg2 - mein Mann verdient doch nicht zu viel oder?
Schließlich habe ich ja auch "jahrelang" eingezahlt ( alternativ: werde ich noch jahrelang einzahlen)."
Meine Antwort:
Klar, bleib zu Hause, das Sozialsystem in Deutschland ist als Bausparvertrag gedacht, als Topf aus dem sich jeder bedienen kann, wenn er mal nicht arbeiten " möchte".... *ironie off*

Ja, ich gebe zu in solchen Fällen frage ich mich häufig , wenn es da schon an Selbstverantwortung fehlt, wie dann die Erziehungsqualität der Poster aussieht!

Es gibt in Deutschland viele Leute die wenig verdienen, die sich dafür aber krumm und bucklig arbeiten ( Ich zähle mal eben ein paar niedrig verdienende Berufe auf: LKW- Fahrer, Krankenschwestern, Altenpfleger, Friseusen), diese sollen alle Hilfe bekommen und es leigt mir fern die Erziehungsqualität und die Emotionalität dieser Menschen zu beurteilen oder an ihrem Kontostand fest zu machen.

Sorry fürs #bla...

Musste einfach mal raus, wer es nicht verstanden hat ist herzlich eingeladen zum Nachfragen.

LG Kessita

Beitrag von laracocker 24.09.08 - 21:11 Uhr

Hallo Kessita,

lies dir bitte noch meine Antwort zu Fraukes Beitrag durch. Dann muss ich nicht immer dasselbe schreiben.

Danke und lieben Gruß,

Jenny

Beitrag von tapsitapsi 24.09.08 - 20:43 Uhr

Hey,

ich kann hier nur in wenigen Punkten zustimmen.

Ihr habt zwar Recht, dass es einem Kind schon gut geht, wenn es in einer heilen Familie geborgen und mit viel Liebe aufwächst.
Kein Zweifel und meine volle Zustimmung!

Aber dass man für ein Kind kein Geld braucht, da kann ich beim besten Willen nicht mitgehen!

Ich will doch meinem Kind auch was bieten können und nicht immer nur "Nein" sagen müssen "Dafür haben wir kein Geld".
So lange die Kinder noch klein sind, ist das alles auch kein Problem. Da kosten sie wirklich noch nicht die Welt: Klamotten gibt es günstig auf dem Flohmarkt usw.

Aber habt ihr mal weiter gedacht? Was ist, wenn das Kind in die Schule kommt? DANN kostet es Unmengen von Geld!

Meine Schwester hat sich das jetzt ausgerechnet. Eigentlich wollten sie im nächsten Jahr anfangen zu üben. Aber nun warten sie lieber noch 2-3 Jahre ab, weil sie sich erst einmal Geld zurücklegen wollen, um ein kleines Polster zu haben.
Und dabei drehten sich die Gedanken nicht um die Baby- bzw. Kleinkindphase, sondern um die Schulphase.

Es geht auch nicht um Markenklamotten etc. Vielmehr allein schon um Ausflüge. Allein ein Besuch im Phantasialand kostet für eine 4 köpfige Familie über 120 Euro nur an Eintritt.

Ich finde es auch super traurig, dass man sich hier in Deutschland solche Gedanken machen muss, ob man sich ein Kind leisten kann oder nicht. Ich finde, jede Familie hat doch ein Recht darauf 1-2 Kinder (oder mehr) zu bekommen. In Deutschland fehlt die passende Unterstützung. Es würde schon ausreichen, wenn die KITA-Plätze komplett frei wären, die Schulbücher entweder umsonst ausgeliehen werden könnten bzw. sehr günstig (neu) zu kaufen sind.

Sind wir doch mal ehrlich: Die "höhere" Schicht bekommt doch auch keine Kinder, weil sie die Karriere nicht vermiesen will bzw. Angst um den super Job hat!

LG Michaela & Charlotte (8,5 Monate)

Beitrag von laracocker 24.09.08 - 21:09 Uhr

Hallo Michaela,

schau dir bitte noch meine Antwort zu Fraukes Beitrag an (dann muss ich mich nicht wiederholen).

Ich hätte gern auch ein weiteres Kind, es ist aber finanziell nicht möglich. Schade, denn es würde gutes Rüstzeug für die Zukunft mitbekommen.

Liebe Grüße,

Jenny

Beitrag von tapsitapsi 25.09.08 - 18:06 Uhr

Hallo Jenny,

da sind wir uns ja einig!

Wie gesagt, ich finde es total (dieses Wort darf ich nicht schreiben) hier in Deutschland, dass man sich Gedanken machen muss, ob man sich ein Kind leisten kann oder nicht.

Leider bekommt man die lieben Kleinen nicht mit Liebe allein groß.

Ich bin Lehrerin. Wir haben uns letztens einen Katalog für Klassenfahrten angeschaut. Die Preise sind echt der Hammer. Allerdings mussten wir feststellen, dass 6 Tage Italien billiger sind als 3 Tage Köln. So etwas darf es doch auch nicht geben.
Ich werde auch am Ende des Schuljahres für 3 Tage auf Abschlussfahrt gehen mit "meinen" Kindern. Dafür sammeln wir jetzt jeden Monat schon 10 Euro ein, damit es die Eltern nicht mit einem Schlag trifft. Da hatten die Eltern und auch ich die gleiche Idee. Ich finde, dass 10 Euro im Monat nicht so auffallen, wie dann mit einem Mal 100 Euro.

LG Michaela

Beitrag von celi98 24.09.08 - 20:59 Uhr

hallo,

du hast schon recht, die herkunft eines kindes sagt nichts darüber aus, wie gut es ein kind hat.

leider gibt es aber sehr viele von diesen familien, von denen du oben schreibst. das kenne ich aus meiner arbeit als sonderschullehrerin. man muss sich kind nicht nur leisten können, sondern auch leisten wollen. und leider hatte ich bereits mit vielen eltern zu tun, denen ihre zigaretten wichtiger waren, als das gesunde schulbrot des kindes. die, obwohl arbeitslos komischerweise nie zeit für ihre kinder hatten (so dass ich teilweise mit den kindern zum arzt gegangen bin, weil es die eltern nicht auf die reihe bekommen haben. die ihre kinder dreckig zur schule geschickt haben (obwohl waschen ja nun wirklich nichts kostet). die, obwohl sie schon nicht genug geld für ihre 5 kinder hatten, trotzdem noch einen großen hund haben wollten, obwohl der ja nun wirklich viel kostet. die nicht bereit waren, ihren kindern vernünftige schulhefte zu kaufen, weil angeblich zu teuer, jedes dieser kinder aber einen eigenen fernseher hatte.

ich könnte noch den ganzen abend so weiterschreiben, aber das wird wohl zu lang.

schade finde ich, dass solche familie alle "armen" leute in ein schlechtes bild rücken, da gebe ich dir recht. und das fernsehen tut sein bestes, dass zu bestätigen.

liebe grüße

sonja und sarah (9.10.07)

Beitrag von juliejohanna 24.09.08 - 21:14 Uhr

Moin! :-)

Grundsätzlich gebe ich Dir Recht:

Aber:
Es ist oft (nicht immer!) so, dass die Kinder von "vollständigen" Alg2-Empfängern (ich meine also nicht diejenigen, die aufgrund eines geringen Gehalts ergänzende Hilfen vom Staat benötigen) ihren Lebensstil an ihren Nachwuchs weitergeben.
Soll heißen: Viele dieser Kinder werden oft jung Eltern (meist ohne Ausbildung) von meist mehreren Kindern und führen die Alg2-Karriere ihrer Eltern fort.

Und die teilweise mangelnde Integration von Zuwanderern liegt auch oftmals am mangelndem Willen der entsprechenden Klientel.

Als ehemalige Mitarbeiterin einer Agentur für Arbeit und einer ARGE habe ich leider in all diesen Bereichen entsprechende Erfahrungen gemacht.

Allerdings weiß ich auch von vielen fleißigen Menschen, die sich emsig bemühen, aus ihrer beruflichen Misere herauszukommen und von Zuwanderern, die freudig jedes Angebot zur Integration wahrnehmen.

Man kann, darf und sollte halt niemals pauschalisieren.


Alles Gute,
Juliejohanna :-)

Beitrag von laracocker 24.09.08 - 21:25 Uhr

Danke an alle für eure Beiträge. Schön, dass auch differenzierte Sichtweisen möglich sind.

Noch eine kleine Anmerkung meinerseits: Verantwortung sollte man als Eltern so oder so tragen können, ob in finanzieller oder erzieherischer Hinsicht. Und man sollte schon ein gutes Beispiel sein für seine Kinder. Nur leider stimmen diese Voraussetzungen nicht immer. Und dann überschneiden sich die Grenzen von "verantwortungloser Elternschaft" und "kein Geld haben", obwohl das im Grunde auch zwei Paar Stiefel sind. Denn viele Familien werden aufgrund ihrer Beschäftigung im Niedrig-Lohn-Sektor nie eine bessere Perspektive haben, die es ihnen erlaubt, Kinder zu bekommen. Da ist, meiner Meinung nach, ein Umdenken von Seiten des Staates nötig (siehe meine Antwort an Frauke).

Und wenn ich meine Situation betrachte (31 Jahre alt, promoviere, danach eventuell Referendariat), so kann ich mit einem sicheren Job frühestens mit 37 Jahren rechnen. Das wird knapp. Es gibt Frauen, bei denen es dann nicht mehr geklappt hat. Allerdings ist meine Zukunftsperspektive, verglichen mit einigen andern, wahrscheinlich sehr gut. Nur momentan stehe ich halt finanziell ziemlich mit dem Rücken an der Wand. Und ein weiteres Kind kommt deshalb erst mal leider nicht in Frage.

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch,

Jenny

Beitrag von yarina 24.09.08 - 21:30 Uhr

Ich glaube nicht, dass diese Aussagen generell gegen Hartz IV Empfänger geht.

Fakt ist, ein Kind benötigt Nahrung, Kleidung (keine Markenkleidung), Spielzeug, ein Dach über dem Kopf, ein Bett usw.

Wer diese Grundbedürfnisse schon nicht für sich alleine befriedigen kann, der sollte nicht auch noch Kinder in die Welt setzen, die dann letztendlich zur Arche (o. ä. Einrichtungen) gehen müssen, damit sie dort was zu Essen bekommen und zur Kleiderkammer, damit sie was zum Anziehen haben oder sogar verhungern und erfrieren müssen, weil die Eltern nicht auf die Kippen verzichten wollen und den Strom nicht bezahlen können.

Man muss weder Hartz IV Empfänger, noch reich sein, um seinem Kind Werte vermitteln zu können. Dafür muss man lediglich selbst die Werte erkennen und anerkennen.

Gruß Astrid mit Erik Chrischan (17 Monate) und Bauchmaus (14. SSW)

Beitrag von kitty0280 24.09.08 - 23:01 Uhr

Ich selber komme aus einer Arbeiterfamilie, meine Mutter war Hausfrau, mein Vater hat rund um die Uhr gearbeitet um und durchzubringen. Wir waren nie im Urlaub, wir hatten selten mal ein Markenteil, keinen Computer, keinen eigenen Fernseher, Spielkonsole oder ähnliches. Aber wir hatten was anderes: Selbstvertrauen! Wir waren glücklich, hatten an sich alles was man braucht, mußten nie hungern! Das größte war als ich mit 12 mal in ein Ferienlager konnte und später mal mit Oma und Opa mit in die Heimat fahren konnte.
Ich schwimme heute auch nicht in reichtum, mein Kind trägt gebrauchte Kleidung (auch ein paar neu sachen, das sollte drinen sein!), es bekommt täglich sein Essen und hat immer einen trockenen, sauberen Popo. Und es wir geliebt. Das ist für den anfang das wichtigste. Später wird es sicher mal eng werden, aber auch das werden wir schaffen, weil wir es wollen.
Ich persönlich sehe das problem, wenn Eltern nicht verzichten können. Wenn sie ihr altes Leben unbedingt genau so weiterleben können. Wenn ihre Kinder schön zum neuen Haus mit Garten und dem neuen Kombi passen. Weil es dem Mann bei der Karriere hilft wenn er Frau und Kind vorweisen kann oder weil ja alle Frunde auch Kinder haben. Das ist verlogen!
Ich denke das hat ansich nichts mit Arm und Reich zu tuen, sondern mit bereitschaft! Man muß sich ein stück weit aufgeben können.
Aussagen wie, ich Stille ja und spare soooooo viel Geld find ich immer was blöd, das Geld geht dann woanders hin oder spart das hier einer aufs Sparbuch fürs Kind? Man muß Kindern nicht jeden Materiellen Wunsch erfüllen, meines erachtens nach hat das ein stück weit was mit Erziehung zu tuen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Man soll sich nur Kinder anschaffen wenn man sie sich leisten kann!?? Nein- man sollte sich nur dann Kinder anschaffen wenn man soweit ist, sich zurückzunehmen und auch verzichten kann!

Lg

Nadine ( die für ihren Felix ihr letztes Hemd geben würde)

Beitrag von snow_white 25.09.08 - 10:19 Uhr

Hey,

also direkt vorneweg... natürlich kann man aus einer guten Situation heraus unverschuldet in ein finanzielles Debakel rutschen, aber als Grundvoraussetzung finde ich, dass man soviel Geld zur Verfügung haben sollte, dass man seinen Kinder auch ein gewisses Mass an "Luxus" bieten kann (und damit meine ich keine Cartier-Uhr).

Was "die Bösen" betrifft, die Kinder wegen des Geldes in die Welt setzen... ich denke ganz klar, dass sich viele Sozialschwachen einfach keine Gedanken darum machen, was Kinder brauchen (an Zeit, Geld, Aufmerksamkeit), ganz einfach weil ihnen oftmals auch der Intellekt fehlt. Die denken gar nicht soweit.

Die kriegen 6 Kinder, wo jedes größere auf das kleine aufpasst, praktisch, oder?

Die denken "Schwanger sein ist schön, da passen alle auf mich auf und ich kann alle 4 Wochen zum smalltalk zum Arzt gehen." ;-)

Ach... und was Markenklamotten betrifft. Ich habe einen 12 jährigen Sohn, der auf`s Gymnasium geht. Jeder Wandertag kostet mindestens 20,-, es werden dauernd neue Lektüren verlangt, die man zwischendurch nämlich nicht mit Lehrmittelgutscheinen bezahlen könnte, und wenn er mit "Pseudo-Chucks", anstelle von Converse, auflaufen würde, dann könnte ich ihn zu Hause vielleicht bestärken, dass das nicht wichtig ist, aber muss das sein?
Muss man einem Kind in dem Alter Grundsatzdiskussionen mit Gleichaltrigen und Nicht-Zugehörigkeit zumuten?
Ich denke nicht.

Wichtig ist, dass er wahre Werte kennt und sich nicht über Kleidung und co., definiert, aber richtig behaupten kann sich kein Kind in dem Alter nicht in dem Masse wie das ein Erwachsener kann.

Also, sch.... drauf.


LG


sw

Beitrag von kitty0280 25.09.08 - 12:40 Uhr

"Muss man einem Kind in dem Alter Grundsatzdiskussionen mit Gleichaltrigen und Nicht-Zugehörigkeit zumuten?
Ich denke nicht."


Doch!!! Weil ansonsten lernen sie es nie!

Beitrag von jedis 25.09.08 - 14:30 Uhr

Ich stimme dir vollkommen zu, nicht jeder der Hartz VI bekommt ist gleichzeitig ein " Schmarotzer".
Ich habe vor der Schwangerschaft auch gearbeitet zwar nur Mini Job , aber ist doch besser wie nichts . Das ich jetzt in der Hartz VI schiene gelandet bin wahr ganz sicherlich nicht meine Absicht . Ich hatte feste langjährige patnerschaft...
und und und ....
Es war halt alles Perfekt.
Aber ich wurde erst gestern hier im Forum ziemlich mit Steinen beworfen..
Ich denke : Die " Hartz VI empfänger ( Talk Show gänger ) , und die normalen nicht Schmarotzer werden viel zu oft auf die selbe Schiene gestellt...

ARMES DEUTSCHLAND

Man sollte nicht urteile machen wenn man

A : die Menschen nicht kennt, deshalb schonmal garnicht so zu Urteilen hat .

B : Einfach nicht die Hintergründe weiß, wieso und weshalb.


--> Und man sollte nie vergessen das man selber auch mal in die NOTLAGE kommen kann / könnte . Das kann so schnell passieren .

Liebe Grüße

Steffi ( 21 ) und Jamie- Lynn ( 4 1/2 mon. )