Unterhalt im Krankheitsfall

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von foximaus 24.09.08 - 21:21 Uhr

Hi, ich bin geschieden, habe 2 Kinder und ich erhalte keinen unterhalt von meinem exmann. nun bin ich erkrankt und die kinder müssen für einige zeit( 3 monate) bei ihm bleiben.nun verlangt er unterhalt für die kinder+ das kindergeld.
aufgrund meiner erkrankung erhalte ich aber nicht mehr soviel gehalt.

wer kann mir in dieser frage helfen?



Beitrag von mel1983 24.09.08 - 22:04 Uhr

Wenn du durch Krankheit nicht zu Zahlen im Stande bist, musst du auch nicht zahlen.

Desweiteren finde ich es eine riesen Sauerei, dass er jahrelang keinen Unterhalt zahlt, aber für 3 Monate verlangt er welchen. Riesen Depp!

Zur Not einen Anwalt befragen.

LG Mel

Beitrag von cynja 25.09.08 - 09:49 Uhr

Hallo Mel!

Ich hab das Posting der TE so verstanden, dass sie für sich selber keinen Unterhalt bekommt, aber für die Kinder.

Kann mich natürlich auch irren, und ich hab deinen Beitrag falsch verstanden #gruebel

LG
Tascha

Beitrag von mel1983 25.09.08 - 12:07 Uhr

Hhhmmm,

ich hab es so verstanden, dass sie für sich und die Kids keinen Unterhalt erhält. Jetzt muss der Vater gesundheitlich bedingt 3 Monate die Kids nehmen, verlangt aber Unterhalt.

Vielleicht hab ichs falsch interpretiert.
Schade, dass sich die TE nicht nochmal meldet.

LG Mel

Beitrag von cynja 25.09.08 - 12:15 Uhr

Ja, dass sie die Kinder für 3 Monate zum Vater geben muss und das er nun dafür Unterhalt von ihr, für die Kinder, verlangt, hab ich auch so verstanden.

Na, ,mal abwarten... Sie wird sich sicher nochmal melden.

LG
Tascha

Beitrag von foximaus 25.09.08 - 20:56 Uhr

Ich bekomme keinen unterhalt, dass ist richtig. für die kinder schon. nun bin ich krank und er verlangt den unterhalt nun von mir..

das ist die frage.

aber vielen dank erst einmal für diese antwort.

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 00:32 Uhr

Wenn die Kinder bei ihm sind hat er auch einen Unterhaltsanspruch, genauso wie du diesen ( für die Kinder ) hast wenn diese bei dir sind, auch das Kindergeld steht ihm dann zu.

Wenn deine Kinder über 3 sind ist er auch dir gegenüber nicht unterhaltspflichtig.

Beitrag von mel1983 26.09.08 - 00:36 Uhr

"Wenn deine Kinder über 3 sind ist er auch dir gegenüber nicht unterhaltspflichtig."

So pauschal ist das wohl nicht mehr zu sagen. Julia hatte letztens ein neues Gerichtsurteil gepostet dazu.

Dabei ging es aber nicht um Unterhaltsverpflichtungen gegenüber der Mutter weil sie krank ist, sondern aufgrund Betreuung der Kinder.
Ausserdem wissen wir ja nicht, ob sie verheiratet war.

Wenn sie für die 3 Monate unterhaltspflichtig für die Kinder ist (was ich auch schon verstehen kann), kann sie (bzw sollte sie) prüfen lassen, ob sie überhaupt zu zahlen in der Lage ist.

Dennoch es ist und bleibt eine Frechheit.

Kindergeld meine ich gelesen zu haben, bekommt der Elternteil, wo die Kinder gemeldet sind. Weiss ich aber nicht genau.

Aber auch hier, wir sprechen von 3 Monaten. Der Vater muss sonst sicherlich fast nie Geld für die Kids ausgeben, ausser den Unterhalt. Von daher würde es doch (moralisch) reichen, er zahlt die 3 Monate keinen Unterhalt.

Naja, manche Menschen sind echt komisch.

Ich würd zu einem Anwalt gehen (insofern gehen aufgrund der Erkrankung überhaupt möglich ist, bzw die Zeit für einen Anwalt da ist).

LG Mel

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 01:34 Uhr

Also sorry aber ich finde es nur recht und fair das in diesen drei Monaten der Vater das Kindergeld bekommt.
Immerhin hat sie ja sonst keine Ausgaben für die Kinder in dieser Zeit und DAFÜR ist das Kindergeld gedacht.

Was das mit "moralisch" zu tun hat verstehe ich nicht, außerdem ist die TE knapp 40 die meisten haben da schon Kinder im Alter von ca. 10 Jahren, da müsste der Mann ja bis die Kinder 18 sind für die Mutter auch zahlen.

Doch wir wissen ob sie verheiratet war: sie ist geschieden und das kann man nur sein wenn man verheiratet war.

Beitrag von mel1983 26.09.08 - 08:06 Uhr

Nein Carrie, du hast mich völlig falsch verstanden.

Guten Morgen erstmal ;-)

Mit dem Betreuungsunterhalt über das 3. Lebensjahr hinaus, wollte ich dir nur sagen, dass man das so nicht mehr pauschalisieren kann. Das es bei der TE allerdings nicht zu trifft. Also nur zur Info.

Ich denke was Unterhalt und Kindergeld betrifft, haben wir verschiedene Auffassungen bzw Meinungen.

Da ich aber auch nicht weiss, wie es gesetzlich geregelt ist, oder sonstwas, schrieb ich , dass ich zum Anwalt gehen würde, auch schon wegen der Prüfung, ob sie überhaupt in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen. Ist sie das nicht, hat der Vater Pech.

Desweiteren, wenn sie verheiratet war, gilt die Regelung "Unterhalt für Mutter bis Kind 3 Jahre ist" doch erstrecht nicht. Denn Ehepartner müssen doch Versorgungsausgleich oder irgendsowas (das weiss ich nicht genau) zahlen. Denn da geht es doch auch um Unterhalt für die Frau über das 3. Lebensjahr des Kindes hinaus.

Naja wie auch immer, du hast es falsch aufgefasst :-)

LG Mel

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 01:47 Uhr

Übrigen was heisst es würde reichen er müsste in den drei Monaten keinen Unterhalt zahlen?

Soll er vielleicht noch Unterhalt zahlen wenn die Kids sowieso bei ihm sind#schock, ne also sorry aber DAS wäre eine Frechheit.
Der Elternteil bei welchem die Kinder sich nicht aufhalten ist unterhaltspflichtig und das ist nur Recht und Billig so.

Sei mir jetzt nicht böse, aber wenn der Vater die Kinder ganz aufnehmen sollte, würde es dann auch reichen dass er halt an die Mutter keinen Unterhalt mehr zahlt?

ne so ganz verstehe ich deine Einstellung gerade nicht und er hat ein Recht darauf das sie finanziell die Kinder mitversorgt, so wie sie dieses auch hat wenn die Kids wieder bei ihr sind.

Beitrag von mel1983 26.09.08 - 08:12 Uhr

"Übrigen was heisst es würde reichen er müsste in den drei Monaten keinen Unterhalt zahlen?

Soll er vielleicht noch Unterhalt zahlen wenn die Kids sowieso bei ihm sind, ne also sorry aber DAS wäre eine Frechheit.
Der Elternteil bei welchem die Kinder sich nicht aufhalten ist unterhaltspflichtig und das ist nur Recht und Billig so. "

Das steht durchaus ausser Frage. Aber denk bitte nochmal nach, warum er die Kinder nehmen soll. Weil die TE krank ist. Deswegen wäre es (wenn er weiss wieviel bzw wiewenig er bekommt) das einfachste, es abzutun. So hat sie übelste Rennerei und muss eventuell (das wissen sie und er besser) garnicht zahlen, weil sie nicht fähig ist.

Naja, wie auch immer. Ich seh das vielleicht nicht so eng, weil ich mit dem KV ein recht gutes Verhältnis hab.

Aber natürlich akzeptiere ich deine Meinung :-)

LG Mel #blume

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 14:22 Uhr

Wieso sie kann ihm das Kindergeld zb doch einfach für die drei Monate überweisen, da hat man doch keinerlei Rennereien.

Für mich würde das außer Frage stehen, meinem Mann das Kindergeld ( in unserem Fall Familienbeihilfe) zu überweisen.

lg carrie

Beitrag von mel1983 26.09.08 - 00:37 Uhr

Hab weiter unten carrie nochmal geantwortet.

LG und viel Glück und gute Besserung
Mel

Beitrag von amely_09 26.09.08 - 09:30 Uhr

was ihr ja in der ganzen Diskussion um Unterhalt hin oder her völlig vergessen zu haben scheint:

Selbstverständlich steht dem Vater eigentlich das Kindergeld in der Zeit zu. Auch hat er einen theoretischen Anspruch auf KU.

ABER: irgendjemand meinte, die Mutter habe ja in der Zeit durch die Kinder keine Kosten. Das ist doch mal einfach falsch!

Sollte mein Sohn aus welchen Gründen auch immer eine gewisse Zeit bei seinem Vater wohnen, dann zahle ich hier doch noch immer die Miete für eine Wohnung, die ich mir für mich ganz alleine, oder mit Besuchskindern alle 2 WE, so nie geleistet hätte. (Abgesehen von den Nebenkosten, der Vermieter wird sich nur schwer auf ein Spielchen einlassen, wo für die 3 Monate plötzlich nur 1 Person berechnet wird... meiner zumindest nicht)

Ich würde auch weiterhin Unfallversicherung, Zahnzusatzversicherung, Vereinsbeiträge.... zahlen.

Nur weil das Kind mal für einen Monat nicht da ist, heißt das doch nicht, dass alle monatlichen Kosten plötzlich wegfallen!

Deswegen sollte man nicht unbedingt so schnell mit dem pauschalisieren sein, was hier fair ist und was nicht...

in diesem Sinne mit vielen Grüßen,

Amely

Beitrag von mel1983 26.09.08 - 10:04 Uhr

Hallo Amely,

das ist durchaus richtig.

Das würde auch das bestätigen, was ich mal irgendwo gelesen hab. Nämlich das das Kindergeld der Elternteil bekommt, wo die Kinder gemeldet sind.

Ich persönlich verstehe den Hickhack nicht. Die Frau ist krank, er soll nur für 3 Monate mal die Kids nehmen. Ich finde seine Forderungen einfach frech. Aber das ist meine Meinung.

LG Mel

Beitrag von amely_09 26.09.08 - 10:13 Uhr

Sehe ich genauso! Natürlich muss er in der Zeit keinen KU an die Mutter zahlen. Aber man sollte auch ihre Kosten nicht außer Acht lassen.

Problematisch finde ich es halt auch, dass sie ja in einer wirklichen Krisensituation ist. Da hört dann auch das normale Hick-Hack (Wer muss was leisten) meiner Meinung nach auf.

Wenn sie so ernsthaft erkrankt ist, dass sie für die nächsten 3 Monate ausfällt und ihre Kinder nicht mehr betreuen kann, dann sollte man ihr vielleicht einfach die Zeit zum Genesen geben? ! #augen

Irgendwann geht es ja nicht mehr nur darum, was rechtens ist und was fair wäre, sondern auch darum, was menschlich und human ist...

Beitrag von foximaus 26.09.08 - 13:57 Uhr

hi..gefühlsmäßig würde ich das ja bejaen, doch wo steht das explizit?

es geht ja nicht darum, was man denkt und will, sondern was man muß..

leider weiß ich das immer noch nicht.

das kindergeld würde ich ja überweisen, doch unterhalt?

ich denke eher nicht.

vielleicht bleibt da doch nur der weg zum anwalt..

lg

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 15:13 Uhr

Unterhalt kommt immer darauf an was du verdienst bzw. dann verdienen wirst.
900 Euro Selbstbehalt stehen auch dir zu, genauso wie einem unterhaltspflichtigen Vater.

Abgesehen davon geht es doch um eine sehr überschaubare Zeit, oder?
Wie wäre es wenn du, bevor du Geld für den Anwalt ausgibst, mal beim Jugendamt nachfragst?

Immerhin ist die Beratung dort gratis.

Beitrag von amely_09 26.09.08 - 22:40 Uhr

ich kann dir wirklich auch nur raten, mal zum Jugendamt zu gehen... Es ist eine ganz verzwackte Situation, aber sie könnten dort wohl wirklich am allerbesten einen etwaigen Unterhaltsanspruch des Vaters überprüfen.

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 14:23 Uhr

Miete würdest du sowieso zahlen, du möchtest doch auch wo wohnen.
Du zahlst weniger Warmwasser, weniger Lebensmittel und keinerlei andere Dinge in dieser Zeit.

Beitrag von amely_09 26.09.08 - 22:34 Uhr

Aber die Mutter kann ja kaum für 3 Monate in eine kleinere Wohnung ziehen.

Ich geb dir nur mal ein kleines Beispiel: Mein Mehrbedarf an Miete und Nebenkosten durch meinen Sohn ist knapp 250 Euro! Die fallen an, ob er hier ist oder nicht.

Und wie ich schon geschrieben habe, Versicherungen und Beiträge laufen ja auch weiter, die kann man ja auch nicht eben mal für die Zeit kündigen...

Ja, Lebensmittel sind weniger, eventuell auch Strom, und in meinem Fall Wasser (das wird direkt mit dem Anbieter abgerechnet). Auf weniger Heizkosten wird sich der Vermieter nicht einlassen, nur weil das Kinderzimmer vielleicht nicht so geheizt wird.

Ganz so einfach ist das nun nicht, oder?

Beitrag von carrie23 26.09.08 - 22:56 Uhr

Sorry ich wohne von anfang an in einer größeren Wohnung, von daher habe ich immer die gleichen Mietkosten und das Kindergeld könnte sie im sowieso überweisen für die Zeit.

Es fallen in dieser Zeit kosten für Lebensmittel, Kleidung, Wasser, Strom, Schulbedarf für die Kinder weg und DAS macht das meiste an Kosten aus.

Abgesehen davon könnten wir da stundenlang weiter diskutieren, die einen haben eine Meinung ICH ne andere und das ist doch gut so sonst hätten wir nix zum diskutieren;-)

Beitrag von mel1983 27.09.08 - 09:49 Uhr

Hey Carrie,

ich hab mich gestern mal mit dem KV meiner Tochter unterhalten und ihn gefragt.

Er sagte zB das er den Unterhalt, den er mir für unsere Tochter zahlt einfach behalten würde (also nicht zahlen würde für die Zeit) um diesen Unterhalt (den er sonst eh IMMER bezahlt) für das Kind in der Zeit aufzuwenden.

Das Kindergeld würde er hälftig teilen. Das ich weiterhin die Kosten für den "Mehraufwand" durchs Kind hab (Fixkosten) und er den laufenden Bedarf wie zB ein paar Schuhe, decken kann.

Ich war erstaunt, und auch froh, dass er so eine Einstellung hat ;-)

Ich meine, was muss denn ein Vater, der lediglich 3 Monate seine Kinder hat, schon groß kaufen, ausser mehr Lebensmittel zB. Sachen haben die Kinder, Spielzeug auch, das Schulzeug haben sie eh schon beisammen. Da bleiben eben nur Kleinigkeiten wie ein paar Schuhe, oder mal ein Malbuch (als Beispiel).

ICH muss ja dann, wenn die Kids wiederkommen irgendwann wieder neue Sachen und so Kram kaufen. Und dafür ist ja das Kindergeld. Also, um es auch aufzusparen für Neuanschaffungen wie Kleidung im Gesamten, wenn das Kind einen Wachstumsschub hatte usw.

Ich meine, wir reden von NUR drei Monaten.

Naja, mir bliebe zum Glück der Gang zum Anwalt erspart.

LG Mel
(das war kein Angriff an dich, nur die Schilderung der Sicht eines KV :-) )