Geburt unserer ersten Tochter

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von jacky80 24.09.08 - 23:03 Uhr

Unser Geburtsbericht

Schon zwei Wochen vor dem errechneten Termin (28.11.07) hatte ich regelmäßige Wehen. Teilweise alle 3 Minuten, aber nach ein paar Stunden legten sie sich wieder. Die Schmerzen waren erträglich, aber sie hielten mich doch oft vom Schlafen ab. Somit schwanden meine Kräfte schon bevor es „richtig“ losging. Am 26.11.07 kamen die Wehen auch mal wieder gegen 19.00 Uhr. Ich dachte mir nichts dabei, denn das kannten wir ja nun schon...
Die ganze Nacht über hielten sie an. Mein Mann fragte mich morgens (27.11.07), ob er zur Arbeit fahren soll und ich sagte, dass es sicher wieder ruhiger werden würde und er fahren soll.
Kaum war er weg, knackte es ganz fürchterlich und ich war mir sicher, die Fruchtblase wäre geplatzt. Es kam aber kein Tröpfchen. Dafür schlagartig „Hammerwehen“. Ich sofort meinen Mann wieder angerufen, der gerade beim Kunden angekommen war. Wir einigten uns darauf, dass er in einer halben Stunde wieder zuhause sein würde. Alles klar. Was tun? Mama anrufen, das hilft immer! Sie am Telefon alles andere als beruhigend „Kind, Du musst sofort ins Krankenhaus, so schnell und heftig wie Deine Wehen jetzt sind, waren meine kurz vor dem Pressen“ #schock
Sie wünschte mir alles Gute und ich sollte mich schnellstmöglich melden. Klar doch!!
Schwiegereltern angerufen. Sie drücken auch die Daumen. Meine gefühlten hundert Schwestern angerufen – sie denken an mich. Na, dann kann ja nun nichts mehr schiefgehen.
Duschen. Ja, das hatte ich gelesen. Macht man so. Klappte auch noch ganz gut.
Essen. Nee, essen ging gar nicht. Mein Mann kam wieder, ganz aufgeregt, aber ich habe mich selten so gefreut, ihn zu sehen!! Er aß noch schnell ein paar Cornflakes und dann machten wir uns auf den Weg ins Krankenhaus. Als wir dort ankamen war es ca. 9.30 Uhr. Aufnahme, CTG und dann die erste Untersuchung des MM, noch verschlossen. Puhh, dabei zwackte es nun doch schon seit einigen Stunden ordentlich. Tja, dann verbrachte ich liegend, laufend, sitzend wieder einige Stunden mit starken Wehen. Vor der nächsten Untersuchung lobte mich die Hebamme und sagte, sie wäre guter Dinge, dass wir ein großes Stück geschafft hätten – 1 cm #schwitz HILFE!
Ihr Vorschlag „ab in die Wanne“. Ich geschlagene 7 Stunden in der Wanne verbracht. Auch dort tat es sooo weh und ich hatte langsam das Gefühl, das etwas nicht stimmte...
Ich bekam leichtes Fieber und musste mich erbrechen. Mein armer Mann, aber er war tapfer und zielsicher mit seiner Schüssel #putz #schein Raus aus der Wanne zur nächsten Untersuchung. 4cm. Immerhin, aber doch enttäuschend! Die Hebamme, mittlerweile die zweite Schicht, riet mir zur PDA. Wollte ich eigentlich nicht. Aber da meine Kräfte doch sehr nachließen, willigte ich ein. Bis die PDA gelegt wurde, vergingen wieder zwei Stunden und es war nun etwa 22.00 Uhr. Das Setzen der PDA war ein Klacks, tat überhaupt nicht weh. Die Nachthebamme setzte sich zu mir ans Bett und wir kämpften Wehe um Wehe den MM auf. Das Fieber stieg an. Der Blutdruck erhöhte sich. Das CTG war immer super, meinem Mäuschen ging es also gut. Das war die Hauptsache. Mein Mann legte sich im Nebenzimmer ein wenig hin. Die nächste Untersuchung ergab 7cm. Da war es ca. 6.00 Uhr (28.11.07). Dann kam das Thema Fruchtblase, über die ich gar nicht mehr weiter nachgedacht habe. Jedenfalls war sie noch heil und die Ärztin wurde dazu geholt, weil sie gesprengt werden sollte. In der Hoffnung, dass das Baby runter rutscht und der MM sich vollständig öffnet. Das Sprengen erforderte einige Versuche, denn die Fruchtblase war sehr widerspenstig. Aber es gelang. Das Fruchtwasser war grün und die Hebamme wurde nervöser. Mittlerweile sah ich aus wie ein dicke, roter Gymnastikball. Ich quoll zusehends auf und lagerte Unmengen von Wasser ein. Starke Schwangerschaftsvergiftung. Super...
Dann fiel mir das laute Knacken ein, das ich kurz vor dem Einsetzen der starken Wehen gehört hatte und ich berichtete der Hebamme (wieder die, die mich schon am Vortag aufgenommen hatte) davon. Sie legte mir nahe, mich mit einem Kaiserschnitt anzufreunden, dann holte sie den Chefarzt. Ich rief nach meinem Mann. Völlig aufgelöst und unter dicken Tränen erzählte ich ihm von dem drohenden Kaiserschnitt. Das war genau das, was ich niemals wollte. Ich war so unendlich traurig...
Mama anrufen! Mama und der Rest unserer Familien machten sich große Sorgen, weil es nun schon so lange dauerte. Mama machte mir Mut und sagte, dass die Hauptsache sei, dass unsere Kleine gesund auf die Welt kommt. Recht hatte sie natürlich. Trotzdem ein Alptraum für mich!
Die nächste Untersuchung ergab 9 cm. Wow, fast geschafft. Aber das Köpfchen des Babys war noch immer nicht zu ertasten, es wollte nicht tiefer rutschen. Hebamme und Chefarzt berieten und untersuchten und waren der Meinung, dass sich das Köpfchen verkantet haben könnte oder mein Becken zu eng sei. Ausgerechnet mein Becken...
Beim nächsten CTG fielen die Herztöne unserer Tochter ab und dann ging es ganz schnell. Ab in den OP. Ich konnte mich wegen des Wassers kaum mehr bewegen und das Wohlergehen unserer Tochter stand zweifelsfrei an erster Stelle. Die PDA wurde aufgespritzt, mein Mann verkleidet und los gings. Mein Mann und ich bibberten hinter dem Tuch gemeinsam und dann kam der erlösende und unvergessliche erste Schrei. Wir weinten vor Glück. Doch sie wurde uns nicht gezeigt, sondern direkt zum Kinderarzt gebracht. Mein Mann lief hinterher. Er kam noch kurz wieder und fragte, wo er hin sollte und ich bat ihn, beim Baby zu bleiben. Der Kaiserschnitt sollte ja wohl unspektakulär zu Ende gehen. Oder nicht? Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, versagte die PDA oberhalb des Bauchnabels und ich spürte ganz plötzlich mich zerreißende Schmerzen und ich schrie. Zack, versetzten sie mich für kurze Zeit unter Vollnarkose. Ich erwachte aber noch wieder im OP und erinnere mich auch zum Glück noch an alles, was danach geschah. Ich wurde zurück in den Kreissaal geschoben, wo mich mein Mann mit meiner Tochter im Arm erwarteten. Nun war es 10.05 Uhr und ich hielt zum ersten Mal meine wunderschöne Tochter im Arm. Mein Mann rief unsere fast verrückt gewordene Verwandtschaft an mit den Worten „Das schönste Baby, das ich je gesehen habe, wurde soeben geboren“.

Helena

28.11.2007, Punktlandung
9.03 Uhr
3190g
53cm
35,5cm KU

In den ersten Wochen war ich oft noch sehr traurig, weil die Geburt so schlimm und enttäuschend für mich war. Deshalb habe ich es auch erst heute (24.09.2008) fertig gebracht, meinen Geburtsbericht zu schreiben. Wohl wissend, dass Helena mein ganzes Glück ist, schaffte ich es jeden Tag ein bisschen mehr, das Positive zu sehen und zu verarbeiten, dass ich eben keine „Traumgeburt“ hatte und ich trotzdem etwas „geschafft“ habe.

Gerne könnt Ihr Euch die kleine Maus in meiner VK anschauen. Dann wisst Ihr, dass ich die Strapazen jeder Zeit wieder auf mich nehmen würde ;-)

Viele Grüße,
Jacky

Beitrag von morgenstern66 25.09.08 - 08:09 Uhr

Weia......


VK zeigt keine Bilder :-(

Beitrag von jacky80 25.09.08 - 12:38 Uhr

Entschuldigung, hatte ich vor Längerem mal umgestellt...
Jetzt kannst Du sie sehen :-)

Beitrag von morgenstern66 25.09.08 - 12:44 Uhr

ui, was is die KLeine knuffig :-)

Beitrag von jacky80 25.09.08 - 12:49 Uhr

#danke

Beitrag von kaddi83 25.09.08 - 13:03 Uhr

Dein Bericht liest sich schön und ich konnte richtig mit dir mitfühlen.

Eure Helena isz ein gelungenes Wunder#herzlich

LG, Kaddi #blume

Beitrag von jacky80 26.09.08 - 21:01 Uhr

Dankeschön #huepf

Beitrag von -neugierig- 27.09.08 - 20:42 Uhr

Bin ganz gerührt von Deinem Bericht und gratuliere zu Eurer süßen Maus! Ganz viel Freude und genieße die Zeit!

LG -neugierig-

Beitrag von jacky80 28.09.08 - 20:58 Uhr

Vielen Dank!!!

Beitrag von mariiie 27.09.08 - 22:36 Uhr

ich weiß wie es ist einen kaiserschnitt zu bekommen...ich hatte bei meiner ersten tochter einen und habe lange damit zu kämpfen gehabt- habe zum glück 3 jahre danach eine *spontane* geburt erleben dürfen und wußte somit, dass ich es also auch *richtig* kann.

ich bin mächtig stolz auf dich, dass du das alles so gemeistert hast!!!

Beitrag von jacky80 28.09.08 - 20:59 Uhr

Danke sehr für Deine lieben Worte!