Ist das gut? Tochter 22 Monate

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von aleona 25.09.08 - 05:30 Uhr

Meine Kleine ist in den letzten Wochen absolut anstrengend

Sie will immer ihren Willen durchsetzten und schafft sie das nicht, ist das Gebrüll groß

Jetzt habe ich mir ein paar Strategien entwickelt, bin mir nicht sicher, ob das ok ist

Lest einfach mal

1. sie bekommt viele Aufgaben, muss mir bei allem, was ich tue, "helfen". Dafür wird sie natürlich gelobt und dann freut sie sich. Inzwischen kennt sie ihre Aufgaben, gestern z.B. sagte ich ihr, dass wir spazieren fahren, da sagte sie "Mama, Ponys füttern!" - und richtig, die mussten abends noch gefüttert werden
Sie freut sich immer sehr, wenn ich sie lobe und ihr sage, wie groß sie schon ist, und will mir noch mehr helfen.

2. wenn sie ihre Anfälle hat, kommt sie entweder ins Laufställchen oder ins Nebenzimmer. Dort schreit sie dann erst einmal mächtig rum, nach ca 5-10Minuten kommt aber "Mama, lieb!" und dann hat sie sich wieder beruhigt

3. wenn sie diese Wutanfälle in den Geschäften bekommt (übrigens: seitdem sie immer dort etwas tragen muss, ist das weniger geworden!), gehe ich 2 Regale weiter und beobachte sie. Meistens steht sie danns chnell wieder auf, sucht mich und ist dann auch wieder lieb

Meine Freundin meinte, ich sei eine Rabenmutter, ich würde mein Kind psychisch schädigen und außerdem würde ich sie mit den vielen Arbeiten überfordern und ihr die Kindheit kaputt machen.
Sie hat übrigens keine Kinder.....
Trotzdem hat sie mich verunsichert.

Was meint ihr dazu?

Wie macht ihr das mit euren kleinen Zicken?

Beitrag von jove 25.09.08 - 07:35 Uhr

Hallo,

"Sie will immer ihren Willen durchsetzten und schafft sie das nicht, ist das Gebrüll groß"

Das Durchsetzen des eigenen Willens gehört zu einer gesunden Entwicklung.
Stell dir mal vor, sie hätte keinen eigenen Willen, würde nichts ausprobieren wollen. Wie sollte sich ein Kind entwickeln? Wie sollte es etwas lernen? Wir würden denken, dass das Kind unnormal ist.
Also, es ist OK, dass die Kleinen eigenen Willen haben und versuchen sich durchzusetzen. Die Frage ist wie man damit umgeht.
"wenn sie ihre Anfälle hat, kommt sie entweder ins Laufställchen oder ins Nebenzimmer" #schock Das tust du wirklich?
In solchen Situationen nehme ich meine Tochter ins Arm, rede mit ihr, versuche sie abzulenken.

Unsere Tochter ist auch 22 Monate alt und hat auch ihren Willen und ich würde sie niemals Zicke nennen.

lg:-)

jove

Beitrag von mamavonyannick 25.09.08 - 09:51 Uhr

Also wenn mein Sohn einen Anfall bekommt, kann ich auch mit der Wand reden. Das hat die selbe Wirkung. Beide hören mir nämlich nicht zu;-)
Ich mache es ähnlich wie die TN und bringe meinen Sohn in ein anderes Zimmer mit den Worten, wenn er sich wieder beruhigt hat, kann er wieder kommen. Die Türen bleiben dann allerdings auf.
Es dauert keine Minute, dann kommt er wieder mit "wieder gut" und DANN rede ich mit ihm.


Und auch ich würde meinen Sohn nicht "Zicke" nennen, aber Zickenbock - das trifft es manchmal. Weiß gar nicht, was daran so schlimm ist?#kratz Wenn ich jetzt Arschl... zu meinem Kind sagen würde oder ihn als Dummkopf bezeichnen würde... Aber so, ist es ja eher eine liebevolle Bezeichnung nach dem Motto: "Komm her meine kleine Zicke!"

LG, Katrin

Beitrag von jove 25.09.08 - 15:00 Uhr

"Und auch ich würde meinen Sohn nicht "Zicke" nennen, aber Zickenbock - das trifft es manchmal. Weiß gar nicht, was daran so schlimm ist?"

Neee, ist nicht schlimm. Ich weiss, dass dieses Begriff weit verbreitet ist und ein Trotzverhalten so gennat wird.
Nur weil man egenen Willen hat und es durchsetzen will ist man Zicke? Und wenn du, im erwachsenen alter, etwas durchsetzen willst, bist du auch eine Zicke?
Jeder Mensch will sich behaupten und seinen Willen zeigen, groß oder klein und deswegen ist man keine Zicke.

Es kann sein, dass ich mit dem Begriff einfach ein Problem habe und dieses Posting etwas am Thema vorbei war, nur ich ... würde meine Tochter so nicht nennen.;-)

lg:-)

jove

Beitrag von ck160181 25.09.08 - 07:36 Uhr

Hallo,

Rabenmutter bist du sicher keine, aber deinem Kind jetzt schon feste Aufgaben zu geben, finde ich auch etwas früh. Wenn dein Kind von sich aus mithilft, ist das in Ordnung.
Bei uns sind so Dinge wie Geschirrspühler ausräumen oder Tischdecken Aufgaben, die unser Kind an manchen Tagen gerne macht und an den anderen Tagen muss er noch nicht.
Das ein Kind in diesem Alter "Anfälle" bekommt ist ein ganz normaler Teil der Entwicklung.
Sie muss ihre Grenzen austesten und ihr Persönlichkeit entwickeln.
Wenn mein Sohn anfängt zu schreien, dann lasse ich ihn entweder in ruhr, weil er das gerade braucht, oder ich nehme ihn in den Arm bis er sich wieder beruhgt hat.
Wegsperren würde ich ihn nicht.
Oder im Supermarkt weglaufen.

Gruß Conny

Beitrag von guldamar 25.09.08 - 08:29 Uhr

Hallo,

mich stört bei deinem Beitrag nur, daß du "brav" mit "lieb" gleichsetzt. Und loben ist natürlich gut, aber nicht immer. Das Kind ist ja kein Hund.
Dein Kind hat in dem Alter das RECHT auch mal wütend zu werden und zu trotzen. Das gehört in dem Alter dazu. Das hat nix damit zu tun, daß die Kleine nicht lieb ist oder du sie nicht lieb hast. Nimm sie auch mal in den Arm und erzieh sie nicht zu einem Hund, der nur sein Leckerli bekommt wenn er brav Männchen macht.
Nicht sie muß "Mama lieb" sagen, sondern DU mußt ihr immer und immer wieder sagen, daß DU sie sehr lieb hast, und das hängt nicht mit brav sein zusammen. Du hast sie in jeder Situation lieb!

LG
Gul Damar

Beitrag von nityanandi 25.09.08 - 21:44 Uhr

bravo!

Beitrag von galeia 25.09.08 - 08:57 Uhr

Das klingt wie gut gemeint aber nicht gut gemacht. So schematisch/durchdacht, als ob du nicht in der Lage bist, auf wechselnde Situationen auch mit angemessenen verschiedenen Mitteln zu reagieren.

Deine Tochter muss ihren Willen entdecken. Ich habe in solchen Situationen immer konkret überlegt: Geht das oder geht das nicht und dann entschieden. Mit 22 Monaten habe ich mein Kind nie ins Zimmer oder in den Laufstall gesetzt, das mache ich selbst jetzt nur selten und ungern und meine Tochter ist bereits 4 Jahre alt.

Mit den kleinen Aufgaben denke ich mal, du meinst das nicht so 100%ig ernst, oder? Spielerisch ist das ok, mehr aber auch nicht.

LG H. #klee

Beitrag von marion2 25.09.08 - 10:08 Uhr

Hallo,

meine Zicken sind etwas jünger als deine Zicke. Für gewöhnlich bekommen sie ihre Anfälle unterwegs. Wenn möglich, setze ich sie den Kinderwagen und schnalle sie an. Manchmal schwierig, weil eine loslaufen könnte, wenn die andere rumzickt. Wenn sie drinnen zicken, sperre ich sie hin und wieder auch in ihr Zimmer - je nach Situation scheint dies eine sinnvolle Variante zu sein.

Meine Kinder arbeiten auch schon. Sie bringen die Windeln in den Müll, leeren ihre Töpfchen,... ;-)

LG Marion

Beitrag von shajenn2 25.09.08 - 10:15 Uhr

Hallo,
ich weiß ja nun nicht was du mit Willen durchsetzten meist bzw was das für spezifische Situationen sind.
Also gehe ich jetzt über Beispiele.
Paulina will unbedingt dei Knöpfe am TV drücken
das will ich logischerweise nicht
half ablenken immer sehr gut
so in etwa komm lass mal den Fernseher wir räumen die Waschmaschine aus
wahrscheinlich das was du mit Aufgaben meinst.
Bei Anfällen die sie in dem Alter noch nicht so sehr hatte, habe ich einfach daneben gesessen. Anfassen oder ansprechen hat das einfach verschlimmert.
Heute noch, wenn sie wütend ist geht sie in ihr Zimmer von allein und ist die ersten Minuten bis zu 15 manchmal nicht ansprechbar.
Im Laden helfen lassen war nicht möglich, weil die alles anschleppte was nicht niet und nagelfest war, ich habe die Variante im Einkaufswagen sitzen genommen und häufig dabei gesungen. Sieht zwar bekloppt aus hatte aber den gewünschten Effekt.
Heute ist sie 3,5 Jahre und da klappt das meiste über Erklärungen.
Gruß Ulrike

Beitrag von tauchmaus01 25.09.08 - 10:39 Uhr

Meine Kinder haben altersgerecht Aufgaben, die Große bringt ab und an den Kompost in den Garten und hilft mal den Tisch mit abzuräumen, sie bringt ihren Teller selber zur Spüle und soll abends ihre Sachen etwas aufräumen, fertig!
Die Tiere sind MEINE Aufgabe und sie können füttern wenn sie mögen, sonst nicht!

DIe KLeine ist 3 und hat noch nicht so viele Aufgaben, sie räumt die Spülmaschine gerne mit aus und räumt auch schon ihren Teller weg, fertig.

NIEMALS würde ich auf die Idee kommen mein Kind wegen eines "Trotzanfalls" in einen Babylaufstall zu sperren, das fin ich ehrlich gesagt erniedrigend fürs Kind, unmöglich, echt!

Das was Dein Kind erlebt und wie sie sich verhält ist absolut normal und du solltest sie statt mit wegsperren oder fortschicken mit einer dicker Umarmung und mehr Verständnis auf diesem WEge unterstützen.


Mona

Beitrag von schnuffikatze 25.09.08 - 11:36 Uhr

Hallo,

also ob du jetzt richtig oder angemessen reagierst, kann ich dir auch nicht sagen. es kommt immer auf die Situation und natürlich auf das spezielle Kind an. Jeder ist anders.

Meine Tochter ist jetzt fast 21 Monate und ich reagiere in gewissen Situationen hin und wieder ähnlich wie du. Aber nicht immer, da es mir nicht immer angemessen scheint.

Es kommt immer darauf an.

Aber eine Rabenmutter ist m. E. nichts Schlechtes? Die Mütter der Raben ziehen ihre Jungen liebevoll auf und schubsen sie, wenns Zeit wird liebevoll aus dem Nest, damit sie fliegen lernen. Wo ist das Problem?

ICh bin gerne eine Rabenmutter.

Beitrag von aureliana 25.09.08 - 19:50 Uhr

Hallo die Damen, meinen Senf könnt ihr gerne auch zu diesem Thema haben ;-)

Also ich, ich finde die Idee mit den Aufgaben ja richtig supi. Mein Sohn ist auch etwas stressig und ihm dann so kleine Aufgaben zu übergeben, natürlich nur das, was er auch körperlich bewältigen kann, find ich echt super. Ich lass dann extra den Geschirrspüler voll bis er mal stresst und dann mach ich die Klappe auf und er kann bissel was ausräumen. Das Besteck nehm ich natürlich raus sowie Sachen die leicht zerbrechen. Aber Becher und seine Plasteteller kann er nehmen und er macht es gerne.

Oder wenn ich sauge, er hat meist Angst davor, da lass ich ihn halt mit anfassen. Am Ende will er dann selbst das Rohr halten und schiebt es durch die Wohnung.

Von daher, wo es angepasst ist, können die Kleinen ruhig kleinere Aufgaben übernehmen, ist doch nicht schlimm. So lernen sie und freuen sich noch daran.

LG
Ines

Beitrag von aleona 26.09.08 - 00:26 Uhr

danke für eure Antworten

nein, ich versklave mein kind nicht, aber ich denke, wenn sie aufgaben bekommt und diese auch natürlich erledigen kann, ist sie stolz und ich denke, dass dies den trotz mindert, der entsteht, wenn sie etwas von sich aus machen will, was nicht geht

versteht ihr, was ich meine?

die trotzanfälle haben sich seitdem wirklich reduziert, also kanns so falsch nicht sein

sie ist ein liebes kind, meistens

nur wenn sie dann doch diese anfälle bekommt, bringt kein reden etwas

und ich umarme mein kind nicht, wenn es mit sachen nach mir schmeisst, ganz sicherlich nicht! egal was hier geschrieben wird

es ist aber beruhigend für mich zu lesen, dass es anderen auch so geht, vor allem danke für die ehrlichkeit trotz der gefahr des zerissen werden....

mein mann grad:
was machst du da?

ich:
ich hab geschrieben, ob ich eine rabenmutter bin und soll ich dir was sagen? ich bin es

und er:
du machst das schon alles richtig, unsere kleine entwickelt sich prima

#herzlich#herzlich#herzlich

Beitrag von heike74 29.09.08 - 17:35 Uhr

Raben sind sehr fürsorgliche Eltern.;-)

Ich finde, Du machst das sehr gut, denn deiner Tochter scheint es offensichtlich zu mehr Ausgeglichenheit zu verhelfen. Was ist an Ponys füttern denn schlimm? Sie wird ja wohl nicht allein in die Box gehen und ausmisten. Vor allem: Warum sollen Küchenhilfsarbeiten (Geschirrspüler einräumen) besser sein als ein Lebewesen zu versorgen? Wenn es Hasen wären, wären alle Muttis hier völlig zufrieden mit Dir.:-p

Bei meinen Zicklein (die Große war/ist eher pflegeleicht, aber die Kleine hat das Temprament der Großen gleich noch mit dazu bekommen) hat das immer gut geholfen, wenn sie eben auch Sachen machen durften, die in ihren Augen richtig schwierige Arbeiten für "Große" waren.

Wenn sie einen Trotzanfall hatten, habe ich sie auch immer an einen sicheren Ort gesetzt und sich ausbocken gelassen. Daneben setzen, anfassen gar oder zutexten war nur kontraproduktiv. Wenn man das weiß, dass das eigene Kind so ist, tut man ihm keinen Gefallen, wenn man (nur weil es bei Urbia die Ansicht der Mehrheit ist) sich daneben setzt.

LG, Heike