Ist das bei euch auch so?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von twokid83 25.09.08 - 10:16 Uhr

Huhu,

wie ihr bestimmt durch meine Zahlreichen Beiträge wisst, ist mein Sohn Entwicklungs und Sprachverzögert und geht seit letztes Jahr August in den Integrationskindergarten.

Seit Anfang des Jahres haben wir jetzt auch Logopädie und unser Logopäde war von Anfang an der Meinung (auch wenn man das jetzt 100% noch net sagen kann), dass unser Sohn in eine normale Schule später kann. Selbst der Kita sagte uns das er bessere Fortschritte macht als sie je gedacht haben#augen

So und jetzt kommt der Witz daran, letzten Freitag sprach ich mit Jerry´s Erzieherin so über die Zukunft, vorallem da wir grad überlegten den Kleinen nächstes Jahr auch dort hinzugeben, auf einen Regelplatz.
Wir unterhielten uns über sein Windelproblem und auch über die Schule und da sagte ich zu ihr dass wir als Eltern und auch der Logopäde eher der Meinung sind er könnte auf eine normale Schule gehen, da er ja gute Fortschritte macht.

Anscheind gab es deswegen ne Aufregung im Kita, dass die Erzieherin den Logopäden angerufen hat und gemeint hätte Jerry würde nicht auf einen normalen Platz kommen etc.

Jedenfalls wurde mein Mann heute morgen damit überrascht, dass der Kita wohl der Meinung ist, unser Sohn wäre nicht gut genug. Was der Logopäde schon super fand;-)

Ich weiß ja nicht ob unser Kita ne Quote haben muss, denn die Kids werden im Allgemeinen in eine Schule gesteckt und anscheind darf man als Eltern nicht mehr wählen.
Aber find es schon krass, dass die sich so derbe darüber aufregen, obwohl er noch 1,5 Jahre im Kita ist#kratz

Uns wurde nämlich am Anfang des Kitas schon behinderten gerechte Schulen nahe gelegt, weil der Kita der Meinung war, Jerry würde sich in den 3 Jahren nicht bessern#kratz.

Irgendwie hab ich das Gefühl sie wollen ihn da hindrücken, egal wie gut er wird.

Ist das bei euch auch so?


Lg Jule

Beitrag von visilo 25.09.08 - 12:24 Uhr

Bei uns ist es andersrum#schein. Der Kiga meint Lukas soll normal eingeschult werden ( allerdings I-Klasse in den ersten 1-2 Jahren) und der Logopäde und der Kinderarzt raten ehr zu einer Sprachheilschule. Am Anfang war ich bei dem Wort Sprachheilschule recht geschockt. Aber nun bin ich der Meinung das das besser wäre wie ein Platz in einer Integrationsklasse.

Eine Bekannte vom Spielplatz hat gerade ihren Sohn in eben diese Klasse einschulen müssen, beide sind totunglücklich darüber. in dieser Klasse sind "nur" 25 Kinder ( sonst 30) davon aber 8 mit Entwicklungsproblemen ( meist geistig und alle schon 1 Jahr zurück gestellt) und 2 Lehrer, sie wollte ihren Sohn gerne auch auf die Sprachheilschule schicken aber dafür hat es nicht gereicht, ihr wurde gesagt er ist geistig auch nicht so fit wie vergleichbare Kinder und er wird wahrscheinlich die Hauptschule kaum bewältigen. Um auf der Sprachheilschule angenommen zu werden darf er ausschließlich Probleme im sprachlichen Sektor haben, sonst muß alles "normal" sein. Damit schwinden wohl auch unsere Chancen, Lukas ist wohl geistig sehr fit aber er hat zu den Sprachproblemen ja noch Wahrnehmungsstöhrungen und das wird ihn wohl den Platz an der Sprachheilschule kosten.
Ich war am Anfang auch total gegen eine Sonderschule aber nun bin ich der Meinung etwas besseres könnte Lukas nicht passieren, die Klassen sind viel kleiner ( soviel ich weiß nur 12 Schüler auf 1-2 Lehrer) und ein Wechsel an eine Regelschule ist in den ersten 4 Jahren problemlos möglich. Ich glaube in so einem Rahmen ist es für die Kinder am anfang einfacher. Ich habe Angst das mein Sohn an einer Regelschule einfach untergeht ( so wie es mit ihm schon im regelkiga war) weil einfach zu viele Kinder und zu wenig Lehrer da sind und seine, manchmal etwas speziellen Bedürfnisse, nicht beachtet werden können.

Uns wurde aber gesagt nur wir als Eltern können entscheiden wie unser Kind eingeschult werden soll, Kiga hat da keinerlei Mitspracherecht.

LG visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von twokid83 25.09.08 - 13:58 Uhr

Huu Visilo,

abgesehen dass ich es sowieso schwachsinnig finde, sich jetzt schon drüber aufzuregen, wo das Kind hin soll;-)

Bin ich auch deiner Meinung, es ist doch unsere Entscheidung und nicht deren.

Frag mich bitte net was die schon wieder geritten hat?!

Wir hatten vor einiger Zeit ein Gespräch mit dem Logopäden, damals war Jerry noch schlechter als jetzt und da fragten wir ihn wegen Sprachheilschulen, die es anscheind hier oben nicht gibt oder er sie nicht kennt.
Ich mein ich hab nichts gegen diese Schulen, aber finde es reichlich komisch dass der Kita so darauf besteht, Jerry in diese eine Schule zu schicken obwohl es eben noch 1,5 Jahre hin ist.
Verstehe ich nicht?! Werd ich wohl auch nie verstehen oder?

Jerry hat wie Lukas vorallem Sprachprobleme und ein paar motorische fehlende Fähigkeiten und noch ein Windelproblem, aber ehrlich wage ich zu Bezweifeln, dass er sorry so doof ist, wie der Kita ihn manchmal hinstellt.
Unser Logo sagt selber von seinem Verständnis für Zahlen und Buchstaben her, wäre diese Schule her nichts für ihn und die anderen Probleme kann man eben in diesen 1,5 Jahren in Griff kriegen, weil viel mit der Sprache zutun hat.

Aber muss man deswegen den Logopäden zusammen falten?

Lg Jule

P.s. die Angst wegen der Regelschule kann ich verstehen, ich mach Jerry (leider;-)) öfters bißchen schlechter als er ist, lustigerweiße haut mir da der Kita und die Therapeuten gern auf die Finger und sagen ich soll es mal ausprobieren und dann klappt es meistens auch;-)
ABER wir haben noch bißchen Zeit oder?

Beitrag von visilo 25.09.08 - 22:43 Uhr

Hallöchen Jule,

unser Kinderarzt meinte die Integrationskigas sind bemüht so viele I-Kinder wie möglich normal einschulen zu lassen damit sie besser dastehen ( sonst könnte man ja denken die ganze Integrationsmasche hat nichts gebracht:-p)

Ich denke auch wir sollten uns erstmal darüber noch keine Gedanken machen, wir wollen Lukas eh 1 Jahr zurückstellen lassen denn mit nicht mal 6 Jahren würde er die 1. Klasse sicher nicht packen und dann sehen wir weiter. Ich würde ihn gerne mit knapp 6 in eine Vorschule mit Schwerpunkt Sprachentwicklung bringen aber die Plätze sind rar und bei meinen Arbeitszeiten wird das wohl wieder nichts werden.

LG
visilo+Lukas der nun endlich den Buchstaben "F" aussprechen kann ( wenigstens am Anfang eines Wortes#schein) und dem damit nur noch 9 weitere Buchstaben fehlen ( SCH usw rechne ich da noch nicht mal dazu#schwitz)

Beitrag von twokid83 26.09.08 - 07:24 Uhr

Huhu,

bei uns ist das so lala jedenfalls wenn ich jetzt an die 2 Jahre denke (also dieses und letztes Jahr) mit den Einschulungen.

Aber wie gesagt, es wird irgendwie immer in die eine Schule nur geschickt.
Meine Bekannte hat gesagt, dass sie das net wundert. Deren Tochter geht nächstes Jahr in die Schule und der Kita hat ihr falsche Citrotest Ergebnisse gegeben, wo die Tochter schlechter ist als es stimmt#kratz
Damit das Kind dort eingeschult wird, aber wird se net;-) und die Mutter bekam die Orginalunterlagen ja per Post.

Lg Jule

Beitrag von tinaxx 26.09.08 - 20:12 Uhr

Hallo!

Der Kiga entscheidet doch nicht darüber, in welche Schule die Kids gehen!

Wenn fraglich ist, ob ein Kind sonderpädagogsichenFörderbedarf hat, dann wird das (zumindest in Niedersachsen) vom Gesundheitsamt und einem Sonderschullehrer überprüft. Das Verfahren ist einheitlich festgelegt (bestimmter Ablauf, bestimmte Termine), der Kiga und evtl. die Therapeuten des Kindes werden angehört.
Mag sein, dass das bei euch anders läuft, aber dass der Kiga allein entscheidet, kann ich mir wirklich nicht vorstellen!

LG und viel Geduld,
Tina.

Beitrag von twokid83 26.09.08 - 20:53 Uhr

Huhu Tina,

nee bloß net, himmel dann würd ich glaub ich vorher mein Kind da raus nehmen.

Die dürfen nur entscheiden ob Kids die Kann-Kinder sind zu diesen Test dürfen oder nicht. Ansonsten nichts, deswegen verstehen wir die Aufregung ja auch net, vorallem weil es eben noch über ein Jahr hin ist.


Lg Jule

P.s. unser Logopäde steht ja auf unserer Seite, passt dem Kita wahrscheinlich net so;-)

Beitrag von tinaxx 28.09.08 - 13:16 Uhr

Hallo!

Na, ihr scheint ja nicht an den besten Kiga geraten zu sein...

Wenn eh noch so viel Zeit ist, dann lass die Kiga-Leute doch reden und denk dir deinen Teil (ist manchmal echt schwer, ich weiß!).

LG und schönen Sonntag noch,
Tina.

Beitrag von twokid83 28.09.08 - 15:10 Uhr

Huhu Tina,

ja weiß schon was du meinst, trotzdem hab ich so das Gefühl, wenn sie sich deswegen schon aufregen, dass sie irgendwas verbergen wollen oder zu ihren Gunsten drehen möchten.

Halt ein ungutes Gefühl.

Irgendwann dieses oder nächstes Jahr werden wir ja das nette Entwicklungsgespräch haben und da werden wir denen ordentlich die Meinung geigen und auch mal nachfragen was das soll.


Wünsche dir auch noch einen schönen Sonntag


Lg Jule

Beitrag von juju277 26.09.08 - 22:19 Uhr

Genau so ist es! Weder der Arzt, noch der Logopäde oder der Kiga entscheiden über die Beschulung.
Es wird ein sonderpädagogisches Gutachten zur Erhebung des Förderbedarfs erstellt und die Schulaufsicht entscheidet anhand dessen über den Schulort. Der Elternwunsch hat dabei auch ein gewisses Gewicht.
Also lass dir von niemandem was einreden und warte erstmal ab, es ist ja eh noch lange Zeit.

LG Juju (zu deren Aufgabenbereich die Erstellung von genau solchen Gutachten gehört)

Beitrag von twokid83 27.09.08 - 07:33 Uhr

Huhu Juju,

das weiß ich, wie gesagt deswegen verstehen wir nicht, wieso sich der Kita so aufregt???!!!

Es kommt uns halt vor, als wollen sie unseren Sohn in die Schule drängen und denken er entwickelt sich nicht mehr etc.

Für mich ist es unnormal, dass sich ein Kita eben diese 1,5 Jahre vorher aufregt, wegen was, was die nichts angeht. Vorallem, weil die wissen, dass es sein kann das Jerry nicht mal hier in der Stadt in die Schule kommt, also noch weiter aus ihren Möchtegerneinflussbereich dann ist.
Ist halt Sinnlos und typisch für diesen Kita, bei wichtigen Dingen schweigen die sich aus und Eltern dürfen zusehen wie sie damit leben und bei unwichtigen Dingen (jedenfalls ist es momentan für mich unwichtig wo er hinkommt) machen sie einen Aufstand sobald es in eine andere Richtung geht, als wie sie es gerne wünschen.

Lg Jule