Studium plus Baby die zweite

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Beitrag von liacle 25.09.08 - 10:44 Uhr

Hallo!
Habe vor einigen Monaten hier schonmal geschrieben. Damals ging es um die Frage "mit 4 Monate altem Baby studieren oder warten, bis er 10 Monate alt ist?".
Und es haben einige von Euch mir gute Anstöße gegeben, danke nochmals! Meine Entscheidung war dann pro weiteres Urlaubssemester, sprich jetzt im Oktober ginge das Studium weiter.

Ist eigentlich schon alles durchgeplant und sollte kein Problem sein.

Wenn ich aber nun meinen Tagesablauf mit meinem Kleinen so betrachte, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wann ich meine Studienvorbereitung vornehmen soll.
Hier mal in Kürze, was mich beschäftigt:

1) Studienort 100km weg
2) 3 Tage pro Woche Studium
3) Masterstudium mit echt übel hohen Anforderungen
4) Ich studiere Musik, d.h. mit Vorbereitung während Babyschlaf wird nix
5) Der Kleine geht um 21 Uhr ins Bett, also ich habe nie den ganzen Abend zur freien Verfügung
6) keine Omas/Opas in der relativen Nähe
7) Vorbereitung in Anwesenheit meines Sohnes klappt maximal 20 min 2mal am Tag (reicht nicht).
8) habe jetzt schon nicht das Gefühl, dass ich den Haushalt "ganz locker" schmeiße
9) Habe fast nur Einzelunterricht, d.h. freie Wahl "gehe ich in die Vorlesung oder nicht" stellt sich ebensowenig wie die Möglichkeit, bis zur Prüfungszeit sich das Lernen frei einzuteilen - jede Woche werden 100 % im Unterricht verlangt

Ich komm mir schon komisch vor, dass ich jetzt kurz vorm Studium so unsicher bin.
Ich weiß, dass ich das Studium schaffen kann von meiner Fähigkeit ("Talent" oder wie man es nennen will) und es würde mir auch Spaß machen. Aber oben genannte Punkte vermiesen mir grad den Spaß und die Zuversicht.
Es ist echt was anderes, ob man Französisch oder BWL oder so an der Uni studiert und dann halt in Vorlesungen sitzt - ohne das abwerten zu wollen (habe auch Französisch studiert und kenne das daher).

Meine Frage an Euch...diejenigen von Euch, die studieren mit Kind...wieviel effektiver Zeitaufwand pro Woche könnt/sollt Ihr Euch fürs Studium nehmen? Wo ist Euer Kind währenddessen?

Danke, dass Ihr bis hier unten durchgehalten habt und ich wäre sehr erfreut über Antworten!!!!

LG lia

Beitrag von vonnimama 25.09.08 - 11:03 Uhr

Hallo Lia,

ich bin damals kurz vor Abschluss meines Grundstudiums (Lehramt Primarstufe) schwanger geworden. Habe dann das Grundstudium inkl. Praktikum erfolgreich abgeschlossen. Danach sind wir 600 km (berufsbedingt durch meinen Mann) weggezogen. Dort gab es andere Leistungsmerkmale für den Studiengang. Habe dann 4 Semester unterbrochen. Sind wieder zurückgezogen in die Heimat (Ruhrgebiet) und hab mich wieder eingeschrieben.

Ich habe Respekt vor Leuten, die es mit Babys oder Kleinkindern schaffen zu studieren und zu lernen. Ich hab es leider nicht geschafft, worauf ich auch echt nicht stolz bin. Vielleicht beende ich irgendwann mal den Studiengang, aber hab mich vor 2 Jahren exmatrikuliert. Hab in der Zwischenzeit auch noch einen kleinen Stammhalter bekommen und nun ist alles noch schwieriger und brasseliger von der Organisation.

Der einzige Unterschied: Ich war mit nie sicher, ob ich zufrieden mit meinem Studiengang war. Wahrscheinlich nicht, denn sonst hätte ich es leichter schaffen können, denn Dinge, hinter die man steht, die schafft man auch :-) Versuche irgendwie, es hinzubekommen. 100 km sind natürlich nicht von schlechten Eltern. Bei mir waren es nur 5 km. Wenn du es nicht versuchst, wirst du es irgendwann bereuen.

Ich habe Gott sei Dank noch eine abgeschlossene Berufsausbildung inkl. 5 Jahre Arbeitserfahrung als zweites Standbein, worüber ich echt froh bin.

LG Yvonne

Beitrag von liacle 25.09.08 - 11:14 Uhr

hallo Yvonne
Danke Dir!!!
das mit dem bereuen ist ganz klar ein Argument, das ich mir auch immer wieder sag.
Ich hab halt Angst, dass ich es nicht schaff. Gleichzeitig sag ich mir "mensch, stell Dich nicht so an, so schwer ist das nicht, andere können das auch".
Die Berufsaussichten sind halt total schlecht in dieser Branche und das motiviert auch nicht grad!!!

liebe grüße

Beitrag von kyrilla 25.09.08 - 12:20 Uhr

Hallo Lia,

ich studiere auch mit Kindern, d.h. ich habe jetzt fast zwei Jahre Pause gemacht und steige ebenfalls im Oktober wieder ein.
Nächstes Jahr um diese Zeit habe ich hoffentlich mein Examen fast in der Tasche!

Hast Du eine gute Kinderbetreuung? Was kann Dein Mann Dir alles abnehmen?

Ich finde es leichter, die Vorbereitungen fürs Studium in der Uni zu erledigen, hier zu Hause komme ich grundsätzlich zu nichts, weil einfach zu viel hier zu erledigen ist.

Meine Jungs gehen in eine Krippe, der Große bald in den Kiga.
Ich veranschlage ca. 15-20 Stunden pro Woche für das Studium, einen Teil dieser Zeit muss mein Mann aufbringen, er ist relativ frei was seine Zeiteinteilung am Nachmittag angeht.

Ich wünsche Dir viel Erfolg
Kyrilla

Beitrag von liacle 25.09.08 - 12:27 Uhr

Hallo Kyrilla
danke für Deine Antwort!
Sind die 15-20 Stunden inklusive Vorlesungen/Seminare oder ohne? Hab das nicht ganz verstanden...
Mein Mann nimmt sich 1 Tag frei pro Woche, an dem ich dann studieren geh. Den 2. Tag kommt meine Schwiegermutter (auch 150 km weg) und den 3. Tag haben wir eine Kinderbetreuung. In die Krippe will ich meinen Sohn noch nicht geben (er ist 9 Monate alt).

Freie Zeiteinteilung hat mein Mann gar nicht, er arbeitet 8 Stunden pro Tag und hat mit der Änderung seines Arbeitsvertrages, damit er eben 1 Tag frei hat, auch einigen Stress (Elternzeit hätte er natürlich nehmen können, sein Arbeitgeber hat ihm aber zu verstehen gegeben, dass das nicht gern gesehen ist).

In der Hochschule hab ich echt kaum Chance, was vorzubereiten, da erstens tagsüber bis 20 Uhr die KLavierräume rar sind und zweitens mein Stundenplan so straff ist, dass ich kaum freie Zeit zwischen den Unterrichten habe. Und da ich an 2 Tagen eh schon um 7 hier weg muss und an 1 Tag dann erst um 20 uhr wieder daheim bin - no way, noch länger an der Hochschule zu bleiben.

Wünsch Dir nen guten Start und viel Erfolg!!! Mein Abschluss ist dann - wenn ich alles schaff - in 2 Jahren...

LG


Beitrag von carstella 26.09.08 - 12:48 Uhr

Hallo Lia,

ich bin zwar nicht mehr ganz Studentin - aber fast. Jurastudium ist fertig aber ich stecke mitten im Referendariat und habe noch das zweite Staatsexamen vor mir.

Ich hatte geplant ein Jahr zuhause zu bleiben, dann wieder anzufangen und eventuell - bei Bedarf - kurz vor dem Examen noch einmal Elternzeit zu nehmen. Lara sollte dann in die Kita. Der Plan steht noch, aber leider sieht das mit den Kitaplätzen gar nicht gut aus. Sollte ich ab Januar keinen Kitaplatz bekommen, werde ich noch länger Pause machen. Alle "halben" Lösungen sind mir irgendwie nix. Ich möchte in Ruhe und mit einem guten Gefühl mit dem Referendariat weitermachen. Ich habe zwar mittlerweile gar keine Lust mehr und möchte den Sch... endlich hinter mir haben, aber das Examen muss auch noch gut werden, da ich gerne als Richter arbeiten würde und nach einem glücklicherweise recht gutem 1. Examen sogar noch gute Chancen hätte. Aber eben nur, wenn das zweite vergleichbar wird. Ich möchte aber auch nicht, dass meine Kleine zu kurz kommt. Die Nachmittage nach der Kita und die Wochenenden sollen ihr gehören. Die einzige Lösung ist dann also mir länger Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Und mein Gott - ob ich nun 2009 oder 2010 fertig bin ist dann auch egal. Ich musste halt meine Prioritäten setzen und das bedeutet im Ergebnis, dass ich noch ein wenig länger mit dem Druck eines bevorstehenden Examens klarkommen muss und auch das Geschwisterchen noch ein wenig warten muss, was eigentlich das Schlimmste ist ;-). Sonst geht es mir aber mit dieser Einstellung super!

Übrigens: was machste denn für Musik? Ich mach auch viel Musik - bin halt keine "professionelle" Musikerin - also nicht studiert... Komme aber aus einer Musikerfamilie und mache also seit ich denken kann Musik vorrangig in verschiedenen A cappella Formationen. Zur Zeit singe ich in einem Jazzchor und habe nebenher mit vier weiteren Sängern ein A cappella Jazzquintett. Wir sind zwar noch ganz frisch, arbeiten aber ganz hart daran in der vocaljazz Szene Fuß zu fassen. Da in dem Quintett auch professionelle - also studierte - Sänger dabei sind, und der Anspruch auch professionell ist, kann ich Deine Situation gut nachvollziehen. Lara ist daran zum Glück ganz gut gewöhnt. Sie ist bei allen Proben dabei. Und mittlerweile kann sie sogar super abends (ein)schlafen, wenn wir direkt neben ihrem Zimmer proben, natürlich mit Mikros und PA #cool - ich könnt bei dem Krach nicht eine Minute schlafen! Das große Problem ist aber, was wir mit ihr machen, wenn wir Abends Auftritte haben (mein Freund singt auch mit in der Band)... Erst recht weil sie zur Zeit ganz schlimm fremdelt. Beim Chor nehme ich sie mit auf die Bühne, beim Quintett gehts leider nicht. Gestern musste ich sie weinend und mit nach mir ausgestreckten Armen meiner Freundin, die Lara eigentlich gut kennt, geben und auf die Bühne gehen. Es hat mir echt das Herz gebrochen!

OK... sorry für das belanglose Gequatsche. Du wirst schon die richtige Entscheidung treffen und KLAR WIRST DU DAS STUDIUM SCHAFFEN !!! Auch mit Kind... Das haben schon ganz andere geschafft - warum Du nicht?!?!?

liebe Grüße
carstella