Schutz des Kindes, Familiengericht kann früher eingreifen (Info)

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Forum: Erziehung

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Beitrag von suchender 25.09.08 - 12:38 Uhr

Als Info,
Gruß Uwe

Kinder sollen besser geschützt werden - Familiengericht kann demnächst früher eingreifen


Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat der Bundestag bereits Ende April des Jahres das „Gesetz zur Erleichterung familienrechtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ beschlossen.
Ziel dieses Gesetzes sei es den Familiengerichten in Zukunft frühzeitiger als bisher die Möglichkeit zu geben, zum Schutze vernachlässigter oder misshandelter Kinder einzugreifen. Neu an dem in Zukunft maßgeblichen Verfahren ist insbesondere, dass ein sogenanntes „Erziehungsversagen“ der Eltern als Voraussetzung für die Anrufung des Familiengerichts nicht mehr erforderlich ist.

Nunmehr kann das Gericht bereits dann tätig werden, wenn „das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern die Gefahr nicht abwenden können oder wollen“. Dazu reicht es nach dem neuen Gesetz bereits aus, dass ein Kind „erhebliche Verhaltensprobleme“ aufweist, deren Ursachen nicht eindeutig feststellbar sind. In diesen Fällen hat das Familiengericht nunmehr die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind. Hierbei wurde den Gerichten vom Gesetzgeber ein weitreichender Gestaltungsspielraum unterhalb der letzten Konsequenz, dem „Entzug des Sorgerechts für die Kinder“, eingeräumt.

So können Eltern z. B. nunmehr durch das Gericht verpflichtet werden, Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen, z. B. eine „Erziehungsberatung“ oder auch ein „Anti-Gewalttraining“. Selbst die Verpflichtung der Eltern, demnächst einen Kindergartenplatz für das Kind in Anspruch zu nehmen, kann nunmehr von den Gerichten angeordnet werden. Am besten sei es allerdings insbesondere auch im Interesse des Kindes es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Wenn Eltern oder auch alleinerziehende Väter oder Mütter das Gefühl hätten, mit dem Kind oder der Erziehung „nicht mehr klar zu kommen“, sei es auch in eigenem Interesse dringend angeraten, bereits im Vorfeld von gerichtlichen Maßnahmen Hilfe zu suchen und auch in Anspruch zu nehmen.
Auf „Familienrecht“ spezialisierte Anwältinnen und Anwälte könnten in der Regel Einrichtungen empfehlen, die je nach Problem für eine Hilfestellung in Fragen kommen.

Beitrag von clazwi 25.09.08 - 18:00 Uhr

...für den Artikel.
Den habe ich mir gleich mal unter meinen Favoriten abgespeichert, denn meistens spukt in den Köpfen herum, dass die "bösen Jugendämter" an Allem Schuld sind, wenn ein Kind nicht rechtzeitig herausgenommen wird.

Dass das aber eine Entscheidung des Familienrichters ist, wissen nur wenige.

Von daher habe ich in Zukunft eine wunderbare Argumentations"hilfe", wenn das Thema mal wieder zur Sprache kommen sollte ;-).

Claudia

Beitrag von suchender 25.09.08 - 21:47 Uhr

Hallo clazwi,
fand diesen Artikel heute morgen und dachte an die vielen Artikel über Todesfälle und verwahrloste Kinder.
Ich finde es gut wenn du ihn gebrauchen kannst.
Gruß Uwe