Frage ,wegen Behindertenausweiß

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von goodmorning2007 25.09.08 - 21:24 Uhr

Ich hätte mal ne Frage,mein Doc meinte ,ich soll mal einen Antrag ,wegen so einen Ausweiß stellen ,wegen starker Steilhüfte!
Hm jetzt habe ich Angst ,das sich das Negativ auswirkt im Berufsleben oder sonstiges!
Ich denke ich bekomme,wenn überhaupt ja nur 30%!
Bringt das überhaupt was?
Was für Vorteile hätte man dadurch?Oder soll man es lieber lassen?
Eigendlich ging es darum ,das ich wegen dem gehen ,auf dem Parkplatz parken darf,aber ich glaube,da brauch man wohl 80 % und das bekomme ich nie im Leben!
Also,wäre froh ,wenn jemand Ahnung hat und mich mal aufklärt!
Danke

Beitrag von accent 25.09.08 - 22:44 Uhr

Hallo,
also so ein Behinderten-Ausweis schadet Dir beruflich absolut nicht, denn Dein Chef bekommt keinerlei Informationen darüber.
Nachteile bringt Dir so ein Ausweis auch nicht, die Vorteile liegen oft nicht gleich auf der Hand.
Du hast ja nix zu verlieren. Schreibe an Dein zuständiges Amt für Versorgung und Familienförderung und beantrage formlos die Anerkennung einer Behinderung. Nenne den Grund und die behandelten Ärzte und aus. Dann bekommst Du nach einer gewissen Zeit entweder die Ablehnung oder eben die Bescheinigung, dass Du den Ausweis bei Deiner Gemeinde abholen kannst. Ob Du ein "G" bekommst, glaub ich eher nicht. Das wird sehr selten vergeben. Aber ein Versuch ist es doch allemal wert, oder? Wenn Du Hilfe brauchst, dann schreib mich über meine VK an. Ich habe übrigens 50% wegen meines Asthmas.
LG
Linda

Beitrag von arkti 25.09.08 - 23:57 Uhr

Seit wann erfährt der Chef es nicht??
Der muss es erfahren da Leute mit Behinderung ganz andere Auflagen haben.
Fängt schon bei den Urlaubstagen an und es gibt sogar Firmen die nur eine bestimmte Zahl an Behinderten einstellen dürfen, weiß aber nicht ob das gesetzlich geregelt ist.
Hatte aber eine Kollegin die dadurch bald Probleme bekommen hätte weil es erst im nachhinein rausgekommen ist das sie einen hat, sie hat dann freiwillig auf Zusatzurlaubstage verzichtet eben weil sie mit Behindertenausweis gar nicht eingestellt worden wäre, weil die Kapazität solcher Fälle erschöpft war.

Beitrag von accent 26.09.08 - 10:16 Uhr

Ich denke, das hängt vom Grad der Behinderung ab. Mit 30% hat man - soviel ich weiß - noch keinen Anspruch auf mehr Urlaubstage und auch sonst keinerlei Vergünstigungen. Steuerlich macht es sich lt. meinem Steuerberater erst ab 80% bemerkbar. Ich habe 50% (Asthma) und hab absolut keine Vorteile dadurch.
Linda

Beitrag von netflower 27.09.08 - 09:19 Uhr

das ist komisch?
Mein Sohn hat 40% und das macht einen zusätzlichen steuerlichen Freibetrag im Jahr von 480,-.
Das hat dein Steuerberater tatsächlich gesagt?

Gruß Rosi

Beitrag von uns_uwe 01.10.08 - 18:58 Uhr

Wieso haben Behinderte Auflagen.
Sie können Vorteile ausnutzen wenn sie wollen.

Ich denke Du verwechselst da was. Firmen müssen eine Mindestzahl an Behinderten beschäftigen nicht eine Höchstzahl. § 71 SGB 9
Du kannst in Deinem Betrieb auch ausschließlich Behinderte beschäftigen.

Freilich kann der Arbeitgeber sauer sein wenn er solche wichtigen Sachen nicht weiß. Aber er hat keinen Anspruch darauf es zu erfahren.

Beitrag von biene21083 26.09.08 - 11:35 Uhr

Hallo,

mein Sohn hat einen Ausweiss mit 70% und mein Schwager mit 50%.

Durch M. weiss ich, daass ab 50% du am Arbeitsplatz erschwert kündbar ist. Er hatte zuerst auch nur 30% bekommen und hat dann Wiederspruch eingelegt und dann 50% bekommen.

Die Parkplakette bekommst du nur bei aG

siehe: http://www.behinderte-kinder.de/sbaus.htm

und noch eine Seite, wo dich mal durchlesen kannst.

Lg Maja

Beitrag von rico24 26.09.08 - 14:46 Uhr

Hallo.
Ich habe einen Behindertenausweis, 100 % durch meine Schwerhörigkeit und es hat gar keine Nachteile, eher Vorteile, du sparst steuern und hast einen besonderen Kündigungsschutz.

Beitrag von uns_uwe 01.10.08 - 18:43 Uhr

Falls Dir der Schwerbehindertenstatus zuerkannt wird, dann hast Du auch arbeitsrechtliche Vorteile.
Zusatzurlaub von 5 Tagen und einen erweiterten Kündigungsschutz. Dies kannst Du natürlich nur in Anspruch nehmen, wenn Du es dem Arbeitgeber mitteilst.
Falls Du es nicht mitteilst dann weiß es der Arbeitgeber auch nicht. Du bist nicht dazu verpflichtet es mitzuteilen.
Das ist allein Deine Sache, Du kannst halt die genannten arbeitsrechtlichen Vorteile nicht geltend machen.

Es gibt auch einen Vorteil für den Arbeitgeber.
Je nach Anzahl der Mitarbeiter müssen Schwerbehinderte beschäftigt werden oder ansonsten eine Ausgleichsabgabe bezahlt werden.

Dein Arbeitgeber könnte es auch erfahren wenn Du einen Freibetrag für Behinderte in die Steuerkarte eintragen lässt. Aber auch das brauchst Du nicht machen. Diesen Freibetrag kannst Du auch ohne Eintrag in die Steuerkarte bei der Einkommensteuererklärung geltend machen.

Beitrag von hum157 05.10.08 - 10:42 Uhr

Hallo,

ich habe auch einen Ausweiß von 30 Prozent, habe mich aber somit beim Arbeitsamt auf einen 50 Prozentigen Gleichstellen lassen, das wird ohne Probleme gemacht.

Somit hast du dann auch einen 50 Prozentigen, hast die gleichen Rechte (auch der Arbeitgeber) außer du hast nicht den zusatz Urlaub. (Im öffentlichen Dienst gibt es aber trotzdem 3 Tage.)


Ein weiterer Vorteil ist auch noch, dass du dich bei irgendwelchen Schwierigkeiten an den Integrationsdienst wenden kannst und dieser dir bei Arbeitsplatzschwierigkeiten oder aber auch in der Arbeitslosigkeit auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz behilflich sind.

Mir haben sie schon zwei mal geholfen. Ich bin seit Juni wieder neu durch ihnen vermittelt und kann mich nicht beklagen. Mein Arbeitgeber hat dadurch dass er einen Schwerbehinderten eingestellt hat, für zwei Jahre immense Vorteile.

Falls du noch fragen hast, dann melde dich.

Gruß hum