Kreditkartenbetrug - Erfahrungen ?

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Beitrag von hsicks 26.09.08 - 07:54 Uhr

Hallo,

gestern mussten wir feststellen, dass jemand irgendwie während des Urlaubs ( ansonsten nutzen wir unsere Karten nie , sondern sie sind unzugänglich und sicher verwahrt ) unsere Visa-Karten-Daten ermittelt hat ( am Bankautomaten ? ) und seit 3 Tagen auf den Philippinen ( wo wir nie im Leben waren ) Geld von unserem Konto abhebt.

Natürlich haben wir sofort das Konto sperren lassen , aber es ist ein für uns sehr erheblicher Betrag bereits weg .

Hat jemand von Euch ebenfalls eine solche Erfahrung gemacht und kann berichten, wie es ausging ?

Bin natürlich völlig fertig, denn ich habe die Karte immer, auch im Urlaub, sicher verwahrt und sie auch nie zur Abrechnung aus der Hand gegeben, sondern selbst in den jeweiligen Abrechnungsterminal gesteckt. Allerdings wurde in Neuseeland überall nach dem PIN gefragt ( habe beim Eintippen immer die 2. Hand über die Tastatur gehalten ) , während ich in Schottland fast immer unterschreiben musste.

LG,
Heike

Beitrag von tiffylie 26.09.08 - 09:07 Uhr

Hallo Heike,

ich arbeite in einer Kreditkartenausgebenden Bank und auch in der entsprechenden Fachabteilung.
Bei uns ist es so, dass die Kunden voll über uns versichert sind, dass heisst wenn du den Betrug entsprechend mitteilst fordern wir in erster Linie Belege an. Am Automaten werden grundsätzlich Fotos bei der Entnahme des Betrags gemacht. Im Normalfall ist es so das die Unternehmen dazu verpflichtet sind deinen Personalausweis zu fordern um die Unterschrift und Foto abgleichen zu können. Leider handhabt das kaum jemand so... Das bedeutet allerdings auch, dass das Unternehmen bei entsprechendem Betrug auf dem Betrag sitzen bleibt und selbst haftet.
Bis Ende 2010 soll alles 'besser' und vorallem sicherer werden. Vielleicht sagt dir SEPA was, wurde in den Medien bereits drüber berichtet. Das ist ein einheitliches Zahlungssystem für ganz Europa. Du wirst dann in Zukunft einen Chip auf deiner Karte haben und kannst überall nur noch in Verbindung mit deiner Geheimzahl bezahlen.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!
Solltest du noch fragen haben, ruf am besten direkt deine Bank an, die haben in der Regel eine entsprechende Betrugsabteilung und können dir kompetente Antwort geben.

LG Steffi

Beitrag von hsicks 26.09.08 - 22:30 Uhr

Hallo Steffi ,

die Bargeldabhebungen wurden auf den Philippinen getätigt, während wir nachweislich daheim waren. Wir geben auch jederzeit wahrheitsgemäß eine eidesstattliche Erklärung ab, dass wir unsere Kreditkarte niemals an Dritte weitergegeben haben.

Die Bank sagte uns, man müsse das alles jetzt erst einmal überprüfen - ich hoffe, dass auch auf den Philippinen Fotos beim Geldabheben gemacht werden. Ansonsten meinte der Sachbearbeiter, wir sollten zunächst mal die Lastschrift über die Kreditkartenabhebungen von unserer Hausbank zurückholen lassen, was aber nur einen Teilbetrag des Schadens ausmacht, denn auf dem Kreditkartenkonto war ein Guthaben zum Zeitpunkt der ersten Transaktion und das ist jetzt natürlich auch zunächst mal weg. Insgesamt beläuft sich unser Schaden auf über 1300 Euro.

SEPA sagt mir momentan wenig, aber ich habe auch im Augenblick wenig Lust , mit Plastikgeld zu bezahlen...verständlich !

Danke für Deine nette Hilfe !

LG,
Heike

Beitrag von frosch1969 26.09.08 - 09:21 Uhr

Hallo Heike,

ich durfte Anfang des Jahres die nette Erfahrung machen, dass jemand mit meinen VISA-Daten im Internet für über € 800 eingekauft hat. Ich habe daraufhin meine Bank (DKB) informiert. Die haben sofort die Karte gesperrt und mir eine neue zugesandt. Dann mußte ich noch bei der Polizei eine Strafanzeige gegen Unbekannt stellen und der Bank/VISA gegenüber eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass ich die Umsätze nicht getätigt habe und meine Karte bzw. die Daten nicht an Dritte weitergegeben habe.
Ich mußte den Schaden nicht tragen und bis auf diese bürokratischen Dinge hatte ich auch wenig Ärger. Schlimmer war das Gefühl, dass jemand mit meinen Daten herumjongliert. Entweder hat sich nämlich jemand in meinen Rechner eingewählt (meine Kontoauszüge sind dort gespeichert) oder ein Zahlungsvorgang im Internet wurde ausgespäht. Aber eigentlich bin ich froh, dass jemand meine Kreditkarte und nicht die EC-Karte mißbraucht hat. Kreditkarten sind nämlich besser abgesichert.

Wünsche Dir viel Glück, dass Du auch keinen Schaden haben wirst.

Liebe Grüße

Sabine

Beitrag von hsicks 26.09.08 - 22:38 Uhr

Hallo Sabine,

Du machst mir Mut und eine Anzeige und eine eidesstattliche Erklärung sind ja kein großer Aufwand.

Unser VISA-Konto ist natürlich seit Entdeckung des Schadens gestern gesperrt und ich habe auch gar keine Lust, jetzt eine Kreditkarte zu nutzen.

Im Internet haben wir seit vielen Monaten nichts über VISA laufen lassen, aber wir waren in Neuseeland und Schottland und haben dort natürlich überwiegend mit Karte bezahlt - Gelegenheit zum Ausspähen hätte es am ehesten am Bank-Cashpoint gegeben.

Ich fühle mich aber auch ganz mies in dem Wissen, dass trotz stetigen Mitführens direkt am Körper im Urlaub, sicherer Aufbewahrung daheim, niemals Weitergabe an Dritte und immer vorsichtiger PIN-Eingabe so etwas erstmals nach 14 Jahren Besitz der VISA-Card passierte.

Danke für Dein Feedback und liebe Grüße,
Heike