Wie reagiert ihr bei Trotzanfällen?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von mary31 26.09.08 - 09:09 Uhr

Hallo,
bei Tim (19 Monate) beginnt gerade die Trotzphase, ein Wutanfall jagt den anderen.

Jedesmal, wenn etwas seine Pläne durchkreuzt, legt er richtig los. Das ist zB. ein Riesentheater, wenn er in den Sitz vom Einkaufswagen soll (geht nun mal nicht anders, wenn ich allein einkaufen fahre mit ihm). Da gebe ich ihm dann einen Früchteriegel, damit er beschäftigt ist. Das geht ja noch, wenn er dann erstmal sitzt.

Ganz schlimm ist es, wenn wir zB draußen sind und er in die andere Richtung will als wir: Hinschmeißen, Schreien, Weinen., Beißen. Oder wenn er vom Spielplatz unbedingt auf die Straße weglaufen will: Das Gleiche.

Wir reagiert ihr auf solche Trotzanfälle? Einfach abwarten oder trösten oder erklären? Kind wegtragen und ablenken?

Bin gerade schweißgebadet wieder drinnen nach einem "Ausflug" mit dem Dreirad....#schwitz#schock

LG Mary

Beitrag von nightwitch 26.09.08 - 09:16 Uhr

Hallo,

es kommt ganz auf die Situation an.
Wenn Leandra z.b. auf die Straße rennen möchte, dann würde ich sie hochnehmen und meinetwegen strampeln etc pp lassen.

Ablenken - gerade mit was Essbarem oder sonstigem "schönen" halte ich für gefährlich. Eben weil der Nachwuchs dann weiss, wenn ich das mache, bekomme ich das.
Das wird wahrscheinlich recht schnell nach hinten los gehen.


Momentan sehen Trotzphasen so bei uns aus:
Leandra (12 Monate) will was, bekommt es nicht - fängt das brüllen und weinen an - sie wird neben mir auf den Boden gesetzt. Dort brüllt sie dann weiter, bis sie genug hat und dann plötzlich was zu spielen entdeckt.

Wenn ich Nein sage, dann sage ich das maximal 3x. Beim 2x Nein kommt der Zusatz, dass sie davon weggenommen wird (z.b. wenn sie irgendwo dran geht, wo sie nicht soll - nichts gefährliches, aber ich sehe es halt nicht ein, alles wegzuräumen).
Beim 3 Nein gehe ich zu ihr und setze sie in einige Meter Abstand wieder auf den Boden und gehe weg - zwar so, dass sie mich sieht, aber ich beachte sie nicht weiter.

Meist kommt sie dann zu mir gekrabbelt und zieht sich an mir hoch.
Ich sage dann in einem ruhigen Ton, dass sie jetzt aufhören kann zu weinen und nehme sie hoch.

Dann ist auch eigentlich alles wieder in Ordnung.

Momentan gehts noch so, ich befürchte aber, unsere kleine Maus wird sich noch teilweise zur Terrorzicke weiterentwickeln :-p

LG
Sandra

Beitrag von bessi 26.09.08 - 09:28 Uhr

Hi,

diese Trotzanfälle sind leider Teil der Entwicklung. Ich bin auch hin und wieder total genervt. MEine Maus ist inzwischen 2 1/2 Jahre und egal was man sagt, zuerst hört man immer "NEIN". Sehr anstrengend...

Wenn möglich versuche ich in solchen Situationen Kompromisse einzugehen. Z. B. einkaufen. Wenn Nea nicht im Wagen sitzen möchte, erkläre ich ihr: OK Du darfst laufen, aber es wird nichts angefasst. Wenn Du doch was anfasst, kommst Du sofort in den Wagen...

Thema andere Richtung...Das kenn ich auch noch...Zuerst würde ich Zeit einplanen. Es gehört dazu, dass die Kinder ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen. Wenn Du nicht in Zeitnot bist, ist es auch nicht so schlimm, wenn eine andere Richtung eingeschlagen wird. WEnn gar nichts geht erklären und ankündigen, dass Du bald den richtigen Weg nehmen musst, weil Du noch dies oder das erledigen musst. Wichtig ist, immer vorher etwas ankündigen oder sagen OK noch einmal und dann machen wir dies oder das...so haben die Kleinen Zeit sich darauf einzustellen.

Beim Thema auf die Strasse laufen, musst Du knallhart sein...das geht gar nicht...Sag ihm, wenn er so was nochmal tut, werdet ihr den Spielplatz sofort verlassen und nach Hause gehen. IN diesem Fall muss er sofort eine KOnsequenz spüren, damit er begreift, dass es total gefährlich ist.

Leider gibt es nicht für jeden Trotzanfall ein Patentrezept. ICh denke, da musst Du auf Dein Gefühl hören. Man sollte den Kleinen jedoch hin und wieder mal ein Triumpfgefühl gönnen. Das stärkt ihr Selbstbewußtsein, da wo es Dir wichtig ist, wäre ich auch konsequent. Manchmal nützt vieles Erklären nicht, vor allem dann nicht, wenn es die "Monster" ;-) eigentlich ganz genau wissen...da gehts dann nur ums Austesten - wer ist stärker...;-)

LG und viel Glück Bessi

Beitrag von yamie 26.09.08 - 13:25 Uhr

ooh das kenn ich zu gut!

thema einkaufswagen: wenn sie sich weigert, steif macht und ohrenbetäubend kreischt - RUUUUHIG bleiben und versuchen das kind irgendwie reinzubugsieren. ICH setz mich dann durch, kann zwar ne weile dauern... also wir kämpfen dann quasi miteinander, aber letztendlich hab ich mich bis jetzt immer durchgesetzt.

lässt sie sich irgendwo unterwegs fallen, lass ich sie liegen. vorausgesetzt es ist keine gefährliche oder schmutzige stelle. stell mich beiseite und waaaaarte ab...

will sie in eine andere richtung, wird nich lang gefackelt und sie kommt in den buggy.

kriegt jessi zu hause ihren bock, geh ich sofort in ein anderes zimmer. ignorieren hilft da echt am besten.

erklären wie-wo-was-warum-nicht auf jeden fall! auch wenn sies in dem alter noch nich sooo begreifen.
aber auf keinen fall kriegt jessi essbares von mir. wozu soll ich den trotzanfall auch noch belohnen?



lg
yamie mit jessica emily - 18 monate