Wer hat festen Arbeitsplatz gekündigt, wegen Kind?

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Beitrag von 0815babe 26.09.08 - 09:43 Uhr

Guten Morgen ihr Süßen,

heute ist mal wieder einer der Tage, die ich liebendgeren aus dem Kalender streichen würde!

Könnte einfach nur losheulen....! Irgendwie ist der Tag für mich schon gelaufen, bevor er überhaupt angefangen hat!
Und dann jedes Mal diese "Zukunftsängste" und ob man alles richtig macht und wie es finanziell weiterlaufen soll, wenn das Kind da ist und ob man dem Kind alles bieten kann....!

Und dann kommt immer der Gedanke...."ich habe einen liebevollen Partner, gesundheitlich gehts uns gut, habe einen festen Arbeitsplatz....aber nach einem Jahr gibts kein Geld mehr und ich kann mein Kind nicht betreuen, weil ich ja keine Unterstützung bekomme, wegen der festen Arbeit und vom Gehalt bleibt dann nichts mehr über, weil die Kinderbetreuung für Kids unter 3 ja echt kostspielig ist!!"

Und wisst ihr, was das Schlimmste daran ist?
Man ist froh, dass man feste Arbeit hat und kommt dann trotzdem auf die total blöde Idee "Hey, kündige deinen Job, beantrag Arbeitslosengeld, dann hast du Zeit für dein Kind!" Absurd oder????

Aber ich denke, ich steh damit nicht alleine da und vielen von euch geht es auch so?!

Ich könnte mich ehct ohrfeigen dafür, dass ich grade so denke!

Wer von euch hat es wahr gemacht und seine feste Arbeitsstelle gekündigt, um nach dem Elterngeld "Staatsgeld" zu bekommen und für das Kind da zu sein?

Beitrag von galeia 26.09.08 - 09:48 Uhr

Soll ich DIR mal sagen, was das Schlimmste daran ist? Dass du dir Sorgen um etwas machst, von dem du keine Ahnung hast und deine Sorge deshalb völlig unbegründet ist!

Warum willst du deinen Job kündigen nach einem Jahr Elternzeit? So ein Quatsch! Du nimmst ggf. 3 Jahre Elternzeit und nachdem das Elterngeld ausgelaufen ist, hast du Anspruch auf erg. ALG2, sofern dein Partner nicht genug verdient. Du musst nicht "arbeitslos" sein, um ALG2 zu beziehen, es reicht, wenn du in Elternzeit bist.

Weißt du denn, was ein Krippenplatz bei euch kostet? Ich habe 160 € dafür im Monat gezahlt, habe 30 Stunden gearbeitet und rund 1500 € verdient. Das lohnt sich schon!

Lass es doch erstmal durchrechnen, bevor du dich selbst wild machst.

LG H. #klee

Beitrag von 0815babe 26.09.08 - 09:55 Uhr

Versteh ich jetzt nicht.... mir hat man gesagt, dass ich kein ALG bekommen kann, weil ich im festen Angestelltenverhältnis bin und ja die Möglichkeit habe, arbeiten zu gehen!? Zumindest war das die Aussage vom Amt.

Ein KiTa-Platz kostet bei uns etwas mehr als 300 Euro im Monat und wenn ich wieder arbeiten gehe (30 Std.) krieg ich grade mal die Hälfte von dir!
Davon dann 300 Euro KiTa-Geld abgezogen und Fahrtkosten von 250 Euro......!

Trotzdem Danke für dein Feedback.

LG Babe

Beitrag von galeia 26.09.08 - 10:09 Uhr

Bring bitte nicht ALG1 (Versicherungsleistung) und ALG2 (die ehemalige Sozialhilfe) durcheinander. Auf ALG1 hast du nur Anspruch, wenn du arbeitslos bist und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. Es nutzt also gar nicht, den Job zu kündigen! Du müsstest auch noch eine Betreuung für dein Kind nachweisen können um ALG1 zu erhalten, welches übrigens dann nach 12 Monaten auch schon wieder ausläuft.

ALG2 wird nur bei Bedürftigkeit gezahlt, wenn also das Familieneinkommen nicht ausreichend ist. ALG2 ist unabhängig davon, ob man arbeitslos ist oder ob man Betreuung hat.

Du hast ja offenbar einen Mann der Geld verdient, reicht sein Einkommen denn nicht für 1-2 Jahre für die ganze Familie?

LG H. #klee

Beitrag von siebzehn 26.09.08 - 09:51 Uhr

Soweit ich weiß, muss man, um Arbeitslosengeld zu beziehen, dem Arbeitsmarkt auch zur Verfügung stehen - somit hättest Du evtl. doch keine Zeit fürs Kind.

Du kannst das Elterngeld doch auf zwei Jahre splitten, nach den zwei Jahren gehst Du wieder arbeiten und alles ist in Butter.

Beitrag von sittichgirl 26.09.08 - 10:10 Uhr

Hi

Ich kann deine Sorgen zum Teil verstehen, aber zum Teil auch garnicht.

Du hat mit deinem Partner entschieden ein Kind zu bekommen und erstmal solltet ihr beide gemeinsam in der Lage sein euer Kind zu versorgen mit Liebe, Geld und allem was ein Kind sonst noch braucht.

Und nach einem Jahr Elterngeld (wenn du splittest auch 2) kannst du immer noch in Elternzeit gehen und bist kostenlos Kranken- und Rentenversichert, es sein denn du bist privat Krankenversichert. Das spart auch jeden Monat ein paar hundert Euros.

Kinderbetreuung kostet Geld, aber in vielen Kommunen gibt es schon gute Hilfen und Zuschüsse. Einfach fragen was es wirklich kosten würde.

300€ sind für einen Kitaplatz sicher auf den ersten Blick viel Geld, aber auf der anderen Seite hast du auch den ganzen Tag eine zuverlässige Betreuung. Und wenn es zu teuer ist und du nur ein paar Stunden arbeiten willst/kannst ist vielleicht eine Tagesmutter billiger.

Ansonsten ist dir glaube ich der Unterschied zwischen ALG 1 und ALG 2 nicht klar. Wenn du keine Arbeit hast kannst du ALG 1 beantragen. Aber du bekommst es nur für die Stunden die dein Kinder nachweislich fremdbetreut ist. Du musst die 300€ für die Kita also trotzdem aufbringen. Und wenn du selbst kündigst bekommst du eine Sperrzeit, da du das Problem ja selbst verursacht hast.

Sollte dein Mann zu wenig verdienen könnt ihr versuchen Wohngeld, Kinderzuschlag oder ALG 2 ergänzend beantragen. Dass hat aber nichts damit zu tun ob du eine Arbeit hast oder nicht.

Ich würde einfach genau rechnen. Was kommt im Monat netto von deinem Mann + 154 Kindergeld + evt. dein Einkommen und dann alle Kosten die ihr habt abziehen. Und das gleiche Spiel dann nochmal wenn du arbeitest. Dann siehst du ob es sich "lohnt".

Und sei froh, dass du einen festen Job hast, das ist nämlich ein riesen Vorteil. Mit Kind findet man nämlich sehr schwer gute und vor allem unbefristete Stellen. Und ohne Job keine Elternzeit. Ich durft daher zum Beispiel durch private Krankenvericherung jeden Monat 450€ zahlen als ich nicht arbeiten konnte nach der Geburt unserer Tochter. Daher war ich sehr froh schnell wieder eine Stelle zu finden und in die GKV zurück zu kommen.

Wünsche dir viel Glück

sittichgirl

Beitrag von 0815babe 26.09.08 - 10:20 Uhr


Ich glaube, ich bringe das jetzt momentan alles "ein wenig" durcheinander.....! #schmoll

Also werde ich einfach die komplette Rechnung noch einmal aufmachen und alles genaustens prüfen (lassen), damit ich mir nicht ggf selber noch ein Bein stelle und hinterher weniger habe, als jetzt schon!

Trotzdem lieben Dank für eure Infos.

LG Babe

Beitrag von goldtaube 26.09.08 - 12:03 Uhr

Wie bereits geschrieben wurde darfst du ALG I nicht mit ALG II verwechseln. ALG I bekommst du nur, wenn du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst.

ALG II bekommt man, wenn man mit seinem Einkommen unter dem ALG II Bedarf liegt.
Wenn das Baby da ist läge euer Bedarf bei 2x 316 Euro + 211 Euro + angemessene Miete + Heizkosten

Vom Bruttoeinkommen deines Partners wird ein Freibetrag berechnet und vom Nettogehalt abgezogen. Das was da dann übrig bleibt wird angerechnet auf das ALG II. Ebenso das Kindergeld und der Teil des Elterngeldes der über 300 Euro liegt. Der Sockelbetrag von 300 Euro ist frei. Sonstiges Einkommen wird ebenfalls angerechnet.
Ist euer gesamtes anzurechnendes Einkommen weniger als euer ALG II Bedarf so gibt es die Differenz als ergänzendes ALG II.


Beitrag von aggie69 26.09.08 - 10:25 Uhr

Ich würde nie meinen festen Arbeitsplatz kündigen, um mehr Zeit für mein Kind zu haben.
Wir als Eltern sind dafür verantwortlich unsere Familie zu ernähren und nicht der Staat. Es ist zwar gut, daß der Staat in Notfällen einspringt und dafür sorgt, daß niemand verhungern muß aber ich finde es furchtbar, daß die Menschen das als selbstverständlich sehen und viele sagen: ich spiele lieber den ganzen Tag mit meinem Kind und laß die Allgemeinheit unser Leben finanzieren.
Wo sind wir da nur gelandet?
So viel ich weiß, wird die Kita-Betreuung nach dem Einkommen der Eltern berechnet. Wer weniger verdient, zahlt auch weniger. Wenn Du in Deinem jetzigen Job nicht genug verdienst, hast Du doch die ganze Elternzeit über Zeit, Dir was anderes zu suchen.

Man muß einem Kind auch nicht ALLES bieten können. Liebe, Geborgenheit , ein schönes Zuhause und genug zu Essen sind schon eine ganze Menge, was man auch mit wenig Geld finanzieren kann.

Ich verdiene noch weniger, als Du und habe keine Angst vor der Zukunft. Es gibt immer einen Weg und ich werde mich jetzt nicht mit Problemen belasten, die ich in zwei Jahren oder auch nie haben werde.

Beitrag von manavgat 26.09.08 - 11:24 Uhr

Ich würde das nicht machen.

Stell beim Jugendamt einen Antrag auf (teilweise) Kostenübernahme der Betreuung.

Sollte das nicht gehen, dann kannst Du die Betreuungskosten von der Steuer absetzen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von aggie69 26.09.08 - 11:45 Uhr

Wer ganz wenig verdient, zahlt keine Lohnsteuer - man kann also nichts absetzen.

Für solche Geringverdiener würde ich kostenlose Betreuung der Kinder vorschlagen - aber leider hört niemand auf meine Vorschläge.

Beitrag von manavgat 26.09.08 - 11:57 Uhr

besser lesen.

Wer wenig verdient, bekommt Hilfe vom Jugendamt. Wer hierfür zuviel hat, der kann von der Steuer absetzen.

Die Betreuungskosten können beide Elternteile absetzen. Hier ist es wohl so, dass der Mann auch verdient.

Gruß

manavgat

Beitrag von kati543 26.09.08 - 11:39 Uhr

Warum. Du hast nicht wirklich Ahnung, wovon du hier sprichst, oder? Du hast nur halbe Informationen und malst dir dann die Wahrheit in schrecklichen Farben aus. Viele Mütter managen das auch so. Du bist nicht die erste.
1. ALG1 bekommst du nicht, wenn du parallel dein Kind betreuen willst, sondern nur, wenn du eine Betreuung nachweisen kannst. ALGF1-Empfänger werden auch öfters mal in eine MAßnahme gesteckt und haben dann keine Zeit für irgend etwas. Maßnahmen gehen nämlich auch 8 Stunden/Tag. Vergiß das "Staatgeld" - es ist im übrigen eine Versicherungsleistung und keinesfalls ein Geschenk vom Staat.
2. Krippenplätze sind sehr teuer, weil sie in den allermeisten Städten/Gemeinden nicht gefördert werden. Allerdings gibt es für BERUFSTÄTIGE Eltern einen Zuschuß. Den kannst du beantragen beim JA oder der Gemeinde/Stadt.
3. Krippenplätze sind sehr rar. Daher kannst du dein Kind auch von einer Tagesmutter betreuen lassen. Das würde auch bezuschußt werden.

LG
Katrin

Beitrag von kaltesherz0907 26.09.08 - 12:59 Uhr

also ich verstehe dich nicht, du hast doch das was viele andere sich wünschen und willst es hinschmeißen ????

Könne wir tauschen??? meine halbe stelle (befristet) mit Kinderbetreuung (erstattet vom JA) gegen deine feste Stelle ????

wenn ihr zu wenig Geld habt, werdet ihr bezuschusst, falls nicht, müsst ihr mit weniger klarkommen...so ist es halt.

Beitrag von kaltesherz0907 26.09.08 - 13:01 Uhr

PS: du würdest dich wundern, wie eintönig und ermüdend es sein kann, länger als ein Jahr den ganzen Tag Zuhause rumzuhocken....das bringt einem persönlich nicht viel!

Beitrag von 96kati 26.09.08 - 14:03 Uhr

Hallo!

Wer seine feste Arbeitsstelle kündigt um für sein Kind da zu sein, der denkt nur von 12 bis Mittag (blöder Spruch, aber is' was Wahres dran)!

Klar, wer es sich erlauben kann nie mehr arbeiten zu müssen - okay! Aber das scheint ja bei dir nicht der Fall zu sein!

Schlau wäre es übrigens gewesen, seine finanzielle Situation VOR der Kinderplanung zu durchdenken. ;-)

Es kommt übrigens häufig vor, dass Mütter fast nur für die Kinderbetreuung arbeiten gehen. Aber das ist nur für eine begrenzte Zeit und sie sichern sich damit ihren Arbeitsplatz.

Viele Grüße
Kati

Beitrag von marion2 26.09.08 - 16:52 Uhr

Hallo,

ich hab mal nen Arbeitsvertrag wegen meines Kindes gekündig. Die Arbeitszeiten wären gut mit den Betreuungszeiten vereinbar gewesen - wären da nicht die vielen Überstunden gewesen.

Wegen "eventuell" oder "vielleicht" würde ich niemals kündigen - nur bei konkreten Schwierigkeiten.

LG Marion