19 Monate alt, Frage zur Erziehung!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von essa202 26.09.08 - 11:41 Uhr

Hallo,

unser Sohn ist jetzt knapp 19 Monate alt.

Zur Zeit testet er alles aus und hört meist nicht die Bohne. Er macht sich einen Spass daraus.

Er isst zum Beispiel gerne Sand und Steine, wenn wir spazieren gehen. Ich kann ihm zig mal sagen, nicht die Steine essen, das ist ekelig oder gefährlich oder sonstwas. Er tut es weiter. Hätte ich die Karre mit gehabt, wäre er da rein gekommen, ich hatte aber nur das Bobby Car dabei, da konnte er ja ständig wieder runter und sich den nächsten Stein suchen.

Ebenso ist es beim Herd. Er geht ständig an den Herd, ich kann zig mal Sagen, geh da bitte nicht dran, das ist gefährlich. Er probiert es immer wieder.

Da ich ihm keinen auf die Finger geben möchte, ihm aber auch nicht zig mal ermahnen möchte, hätte ich gerne von euch einen Tipp.

ich glaube er versteht genau dass er nicht dran darf. Er guckt mich ja auch vorher an, grinst und sagt Nein. Also er weiß es.

Manchmal hört er auch, aber in der Regel eben nicht.

Gruß Petra

Beitrag von zwillima 26.09.08 - 12:05 Uhr

Hallo,
das macht er doch nur, weil Du dich so schön darüber aufregst.
Laß ihn den Sand essen und kümmer Dich nicht darum. Spätestens nach drei Versuchen, wird er es sein lassen.

Beim Ofen hat er wahrscheinlich noch nicht festgestellt, was "heiß" bedeutet. halt mal sein Händchen in die Nähe vom Dampf oder an sehr warmes Wasser. Dann wird er es merken.

L.G.
zwillima

Beitrag von mamavonyannick 26.09.08 - 12:10 Uhr

Also zu deinem ersten Beispiel: Ich hätte ihn ermahnt (Nein!) mit dem Hinweis, dass wir sonst nach hause gehen. Sollte er beim 3. Mal nicht hören, würde ich das durchziehen.
Und zum 2. Beispiel: Hier würde ich, wenn er beim 2. Mal nein nicht hört, nehmen und aus der küche bringen. Er müsste dann leider draußen bleiben, wenn er nicht hören kann.
Mein Sohn hört zur Zeit ganz gut (oh Gott- ich wills gar nicht beschreien . bin da irgendwie abergläubisch), aber auch er macht manchmal Sachen, die er eingenltich nicht darf. Zum Beispiel haut er, wenn er übermütig wird. Ich frage dann meist, ob er das darf? Er sagt dann meist das "erwartete" Nein und drückt mich bzw. pustet. (Das ist unsere Konsequenz, wenn er willentlich haut, d.h. Nein - Auszeit - entschuldigen)
Wichtig ist nur konsequent zu bleiben, auch wenn die ständigen Wiederholungen nerven.

LG, Katrin mit Yannick (2)


Beitrag von qayw 26.09.08 - 12:42 Uhr

Hallo,

zu dem Sand: entweder Du ignorierst es. Dann wird es wahrscheinlich schnell uninteressant.
Oder Du gehst nur noch mit Karre raus und packst ihn immer da rein, wenn er Sand oder Steine essen will.

Zum Herd: Ich glaube, es gibt kein Kind, was nicht mal auf den Herd gefaßt hat, bevor es begriffen hat, daß "heiß" heiß bedeutet... #schwitz
Vielleicht hilft es, wenn Du seine Hand mal so knapp über eine heiße Platte hältst, daß er die Hitze spürt, sich aber noch nicht verbrennt.

LG
Heike und Merle (16 Monate)

Beitrag von lisasimpson 26.09.08 - 13:56 Uhr

Hallo Petra

ich kann dir vielleicht kurz ein paar allgemeine Tips geben: Gibt deinem Kind eine Alternative und vermeide so gut es geht ein "mach die nicht", "nein", "hör auf das zu machen"- findet raus, was man mit Steinen und Sand sonst noch machen kann und wenn er möchte, kann er doch auch mal Sand probieren (sollte er extrem viel davon essen, würde ich mal abklären lassen, ober nen Mineralienmangel hat).
Mit "mach dies oder das nicht" lenkst du die Aufmerksamkeit genau darauf, was ja eigentlich unterbleiben soll.
Lenke die Aufmerksamkeit auf was anderes. gibt ihm Alternativen (er darf beim kochen helfen, wenn er am herd ist und du klärst ihn währenddessen auf, was alles gefährlich ist und was man alles darf am Herd,...
Binde deinen Sohn so gut wie möglich über all mit ein und er kläre imemr warum du was machst und warum was gerande gefährlich ist, und dhaer nicht gemacht wird.

Ach ja, versuche auf jeden Fall "Machtkämpfe" zu vermeiden, es sollte in der Beziehung zwischen Kindern und Eltern nicht um Macht gehen, sonst hat man genau das Porblem, dsa du schilders- kannst du deine macht ausspielen (Ihn in den Kidnerwagen "verfrachten") klappt es, bist du auf Kooperation angewisen klappt es nicht.
Kinder können nur Kooperation lernen, wenn wir mit ihnen kooperieren. das macht viele sachen anstrengender, es dauert alles länger und man muß sich auf Kompromisse einlassen, aber glaube mir ,es zahlt sich aus!

lisasimpson

Beitrag von silkew1976 26.09.08 - 14:50 Uhr

#pro
Du sprichst mir aus der Seele.....endlich mal jemand der Erziehung genauso sieht wie ich!!!!
Danke, mein Tag ist gerettet!!!!

liebe Grüße
Silke ( glückliche Mama von drei wunderbaren Kindern)

Beitrag von lisasimpson 26.09.08 - 16:46 Uhr

vielen Dank!
Habe dafür nur 5 Jahre Studium, 5 Jahre Familientherapeuten-ausbildung und 12 Jahre Praxiserfahrung gebraucht:)

Aber ich glaube das meiste habe ich in den letzten 19 Monaten von meinen Kids gelernt:))

lisasimpson

Beitrag von silkew1976 27.09.08 - 00:20 Uhr

Bitte, Bitte!!!!! Gute Beiträge müssen auch gelobt werden.

Habe gerade gelesen, daß Du noch einen ganz kleinen Wurm hast.......da kann ich dann noch HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH sagen.
Deine Zwei sind ja auch recht nah beieinander, naja meine drei ja auch.
Für die Kinder gibt es nichts Schöneres!

Alles Gute für Dich und Deine Familie!!!!

liebe Grüße
Silke

Beitrag von innchik 26.09.08 - 15:10 Uhr

eine super Antwort #pro

da hat wohl jemand Juul gelesen? ;-)

Beitrag von siriia 03.10.08 - 02:36 Uhr

Hallo du...

Ich gebe dir recht, was die Machtspielchen, dem Nein-sagen und Alternativen angeht, aaaaaber:

Ich finde man kann es mit dem ganzen "blabla" auch übertreiben!

"Binde deinen Sohn so gut wie möglich ÜBERALL mit ein und erkläre IMMER warum du was machst und warum was gerade gefährlich ist..."

Man kann Dinge auch "zerreden", weißt du das?? Ich glaube nicht, dass ein Kind dann noch zuhört oder zuhören kann, wenn man immer alles kleinlichts erklärt bzw. ausdiskutiert. Besonders nicht in DEM Alter. Man kann sein Kind nicht ÜBERALL miteinbinden! Ein Kind braucht auch keine "24-Stunden-Animation"! #augen

Mal ganz übertrieben: Sollen wir Mamas jetzt alle mit unseren Kindern zu einer Soz-Päd-Heititei-Generation mutieren, den Kindern dauernd hinterher laufen, weil wir sie nicht einfach in ihren Kinderwagen "verfrachten" dürfen? Sollen wir wirklich 15 mal das Gleiche zu unserem Kind sagen, bis es endlich beim 16. Mal gottseidank hört??? Oder beim 20.ten Mal immer noch nicht hört und wir Mamas schweißgebadet#schwitz, aber sicherlich immer noch gutgelaunt;-) unserem 1,5-jährigen immer noch stundenlang geduldig nachlaufen, und hoffen, es möge doch endlich aufhören?? Ist das Kooperation?? Ohne Grenzen??

Kinder sind doch keine kleinen Erwachsenen! Sie brauchen auch gewisse Grenzen. Und wenn ich mein Kind in den Kinderwagen setze, damit es keine Steinchen mehr isst, dient das doch nur seiner Sicherheit...

LG,
***SIRIIA (Erzieherin) & JANNIK (17 Mon.)***

Beitrag von lisasimpson 04.10.08 - 10:38 Uhr

Hallo Siriia,

Oh, da hast du mich aber gleich auf mehreren Ebenen falsch verstanden.
1.: Natürlich reiße ich mein Kind nicht aus dem Spiel um ihm zu erklären, was ich gerade mache. Wenn er aber Interesse zeigt, oder es mir wichtig ist, daß er was lernt (daß der herd heiß ist und nicht angefaßt werden darf), dann mache ich das so, daß ich ihn mit einbinde und ihm erkläre warum was jetzt wie läuft...

2.: Nein, Kooperation ist genau das Gegenteil von dem was du beschreibst als "Sollen wir wirklich 15 mal das Gleiche zu unserem Kind sagen, bis es endlich beim 16. Mal gottseidank hört???".
Wenn dein Kind erlebt, daß du kooperierst, wirst du nur sehr selten in diese Verlegenheit kommen (normale Trotzreaktionen mal ausgenommen).

3. Sicherheit geht immer vor! Nur muß auch da dem Kind klar sein, daß eine Grenze gesetzt wurde, die seiner Sicherheit dient und nicht meiner Bequemlichkeit!

4. NEIN- Oh GOTT NEiN- "Sollen wir Mamas jetzt alle mit unseren Kindern zu einer Soz-Päd-Heititei-Generation mutieren".
Ich hatte es in meinem Leben bisher ganz sicher vor allem deshalb so leicht, weil viele meiner Alterskohorte so erzogen wurden (Maul halten, In den Kinderwagen setzten, wenn sie was unbequenmes machen, Grenzen setzten, die nie erklärt wurden und ab und an mal nen Klaps auf´n Hintern oder ne Ohrfeige "hat doch niemandem geschadet").
Nicht nur in Schule, Studium und Beruf fehlt mir aufgrund dieser fehlenden Erfahrungen die Angst und das Retadieren in Kleinkindverhalten wenn der Lehrer, Prof oder Vorgesetzte anfängt zu maßregeln, auch privat gehen mir die groben Selbstzweifel, der niedrige Selbstwert, das Gefühl die eigene Meinung zähle nicht oder ich als Person genüge nicht, doch ziemlich ab.
http://www.ph-heidelberg.de/wp/steinbre/docs/texte/adorno_schnecke.pdf

Natürlich wünsche ich mir all das auch für meine Kinder- und mal ganz abgesehen davon, daß ich beruflich davon lebe, daß Kinder massive Schwierigkeiten zeigen, so wird es auch für meien Kinder erheblich viel leichter sein, wenn sie mit den "geklapsten" und "verfrachteten" konkurrieren müssen und nicht mit Selbstbewutßten, selbständig denkenden, kreativen und ausgeglichenen Menschen...

Also von daher- wer damit gut fährt. nur weiter so!!

***lisasimpson (Dipl.Päd., Sonderpädagogin, Familientherapeutin) + Boys (19 Monate und 4,5 Wochen)

P.s. Natürlich kannst du den misanthropischen Teil als ironisch verstehen

Beitrag von marion2 27.09.08 - 10:13 Uhr

Hallo,

ich gehe nie ohne Wagen aus dem Haus.

Mehr als 2 Pfund Sand am Tag sind ungesund. Achte darauf, dass er diese Menge nicht überschreitet und lass es gut sein.

Wenn ihr nur das Bobbycar dabei habt, klemm ihn dir notfalls unter den einen Arm und das Bobbycar unter den anderen Arm.

Der Herd sollte das nächste Mal heiß sein, wenn du sagst, er wäre gefährlich. Und sag nicht immer gefährlich.

Steine machen AuaBauch

und

Herd ist heiß - aber nur, wenn Herd heiß ist.

LG Marion

Beitrag von elanor 27.09.08 - 23:59 Uhr



hallo,

das mit dem Austesten ist doch mittlerweile überholte Theorie, kann mich Lisa S. nur komplett anschließen: vermitteln, was du möchtest

und empfehle dir zu der Thematik Juul: Das kompetente Kind

LG Elanor

Beitrag von 400 28.09.08 - 05:52 Uhr

Hi,

*kicher* also mit den Steinen und dem Sand - da regst du dich über Sachen auf, die es nicht wert sind. Daß Sand nicht eßbar ist, merken die Kleinen selber. Meiner hat irgendwann mal so viel gegessen, daß er gek*t hat. Danach nie wieder. Mit Steinen dasselbe. Eine Zeitlang hat er das gemacht, ich immer wieder ermahnt, weil ich Angst hatte, daß er sich verschluckt. Irgendwann wurde es mir zu blöd und habe gar nichts mehr gesagt. Er hat mich noch eine Weile frech angeguckt, provozierend Steine in Nähe des Mundes verfrachtet und gewartet. Nach ein paar Tagen war auch das vorbei.

Bei solchen Sachen: je weniger Aufhebens du machst, desto eher geht das weg.

Herdplatte - das ist natürlich das größere Problem, ich habe einfach die Knöppe entfernt, wenn ich den nicht brauchte.

LG Susan

Beitrag von siriia 03.10.08 - 02:11 Uhr

Heheee... *lach* das kenne ich doch irgendwoher??? :-p
Meiner macht das auch: Steinchen auf dem Spielplatz "essen" und an den Schaltern vom Herd drehen, wenn ich in der Küche stehe und das Gitter nicht zu gemacht habe ;-)

Lösung: Türgitter in die Küchentür einbauen und schließen!!!

Und das mit den Steinchen gibt sich auch wieder! Unser Jannik (17 Monate) grinst mich immer ganz lieb-frech an und spuckt die Kieselsteinchen auch wieder aus, bevor ich panisch in seinem Mund herumfummeln kann! #schock Er weiß auch ganz genau, dass er das nicht machen soll! Aber ausprobieren wenn etwas verboten ist, ist halt doch interessanter..... das kennen wir doch alle #schein

Lieben Gruß,
***SIRIIA & JANNIK ***