Umfrage: das Sorgerecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von kaltesherz0907 26.09.08 - 18:14 Uhr

basierend auf dem TS weiter unten möchte ich mal gern eine (relativ) objektive Umfrage starten.

Zumindest möchte ich mal erfahren, wie objektiv Mütter u. Väter dies sehen, mal ganz abgesehen von der Rechtssprechung:

Anfangen möchte ich so:

Einer Mutter wird von Geburt ihres Kindes an das Sorgerecht alleinig gewehrt. Sie bringt das Kind auf die Welt und ist daraufhin (hoffentlich) in der Lage sich auch so gut wie möglich um das Kind zu kümmern. Der Erzeuger hat hier noch kein Recht bis auf das Umgansrecht.

Waren Mutter und Vater NICHT verheiratet , hat der andere Elternteil KEIN Sorgerecht.

So, liebe Mütter und Väter, beantwortet mir mal bitte diese Frage: WARUM

in aller Welt---warum wird einem Elternteil das Sorgerecht zuerkannt (sei es freiwillig von der Mutter)...---oder gesetzlich durch Heirat---------wenn dieser sich diesem Sorgerecht in Zukunft NICHT würdig erweist???

Warum kann man es demjenigen NICHT wieder entziehen???

Bin ich wirklich der einzige Mensch auf der Welt, der findet, dass Ignoranz und Egoismus diesbezgl. bestraft gehört bzw dem jeweiligen Elternteil das Sorgerecht entzogen gehört, wenn er sich NICHT kümmert.........wenn DER JEWEILIGE PART es NICHT auf die Reihe bekommt, über seinen Schatten zu springen, dem Kind zu liebe ein Auto zu organisieren oder was weiß ich noch??? Wenn er DAS Kind monatelang (oh jahrelang hier schon gelesen) im Stich lässt, dann wieder munter auf der Matte steht und der fürsorgende Elternteil MUSS sich fügen???

Versteht das denn keiner, dass das zum Kotzen ist???

Sorry, aber das musste mal raus.

Beitrag von whitewitch 26.09.08 - 18:23 Uhr

Nun es gibt immer zwei Seiten, ich gehöre auf die, wo Frau sagen kann. Gott sei Dank hat der Erzeuger kein Sorgerecht. Denn ein Erzeuger ist erst dann ein guter Vater wenn er Kontakt hält, Unterhalt bezahlt und nicht nur seine Rechte einfordert sondern auch seine Pflichten erledigt. Macht er dies nicht gehört ihm auch das Sorgerecht aberkannt. In dem Wort steckt doch Sorge. Ein Mann des Kalibers wie ich beschrieben habe empfindet keine Sorge, also hat er auch keinen Anspruch darauf. Deshalb bin ich eben auch der Meinung dass ich meinem neuen Partner gar nicht erst das gemeinsame Sorgerecht einräumen möchte, weiß ich wie er sich im Falle einer Trennung verhält??? Nee dazu lese ich hier so oft, warum habe ich nur das Sorgerecht geteilt??!! Ausserdem bin ich ein gebranntes Kind und das scheut bekanntlich das Feuer.

Gruß Andrea

Beitrag von friendlyfire 26.09.08 - 18:45 Uhr

Jahrelang habe ich anders argumentiert, von wegen mehr Rechte für Väter...
Jetzt habe ich allerdings mit dem Vater meiner Tochter einige Erfahrungen machen müssen, die nich schön waren und mich davon überzeugt haben, dass ICH den Fehler niemals mehr machen würde...

Von daher hast du meine volle Zustimmung.

Lg friendly

Beitrag von nisivogel2604 26.09.08 - 19:13 Uhr

Hallo,

du sprichst mir und meiner Mutter aus der Seele. Wenn sich nicht immer so viele Frauen aus lauter Angst dem deutschen Staat fügen würden und ihre Kinder den Vätern aushändigen, obwohl diese sonstwas mit dem Kind anstellen, dann würde sich vielleicht auch mal was ändern. Sicherlich gibt es gute Väter, aber es gibt ja sogar Sachbearbeiter bei den Jugendämtern die meinen ein Kind muss dem gewalttätigen Vater zugeführt werden, weil das Kind ohne Vater einen knacks bekommt. Dabei kann im Prinzip jede männliche Person diese "Vaterrolle" übernehmen und dem Kind ein besserer Vater sein als der Erzeuger.

LG Denise

Beitrag von nick71 26.09.08 - 19:27 Uhr

Ich sehe das ähnlich...es lohnt aber definitiv nicht, sich darüber zu ärgern oder aufzuregen, weil die Gerichte im allgemeinen nun mal eine andere Auffassung dazu haben.

Ein Elternteil, der sich z.B. jahrelang nicht kümmert und dem plötzlich "einfällt", dass er ja noch ein Kind hat, wird der Umgang ermöglicht, weil man in der Regel davon ausgeht, dass dies dem Wohle des Kindes entspricht.

Beitrag von nisivogel2604 26.09.08 - 20:37 Uhr

Wenn sich aber mal mehr Leute darüber ärgern und aufregen würden und den Mut hätten das Kindeswohl vor dem gericht zu verteidigen, dann würde sich in dieser Hinsicht vielleicht irgendwann mal was ändern.

LG Denise

Beitrag von nick71 27.09.08 - 08:56 Uhr

Machen doch schon viele...gebracht hat es bei den meisten entsprechenden Klagen trotzdem wenig bis nichts. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung des Gerichts, z.B. den Kontakt zu einem Elternteil zu untersagen. Da müssen schon schwerwiegende Gründe vorliegen und das ist in den Augen der Richter halt eher selten der Fall.

Beitrag von nisivogel2604 27.09.08 - 09:04 Uhr

aber es fügen sich immer noch viel zu viele Frauen und ziehen keine Konsequenzen. In Deutschland müssen immer erst hunderte von Kindern misshandelt und getötet werden, bevor was passiert.

Hier prüft ja sogar das Jugendamt, ob man nicht dem Vater die Kinder geben kann, der mit dem Beil auf offener Strasse deren Mutter enthauptet hat. Weißt, du , sowas schockiert mich immer sehr.

LG denise

Beitrag von vw76 26.09.08 - 19:51 Uhr

Hi!

Versuch einfach gar nicht erst, das zu verstehen... Dann wirst Du wahnsinnig!

Genauso wahnsinnig wie ich werden würde, wenn ich versuchen würde den Erzeuger meiner Tochter zu verstehen. Aber er hat auch GOTT SEI DANK kein Sorgerecht. Naja, seine anderen Rechte nimmt er allerdings auch nicht war, hat meine Tochter nur ein Mal vor Gericht gesehen und angestrengt in eine andere Richtung geschaut...

Nimm's einfach so hin, sonst musst Du bald Pillen nehmen...;-)

Verena

Beitrag von ina_ragna 26.09.08 - 20:22 Uhr

Zu den genannten Fälle stimme ich Dir zu.

Mein Ex-Mann hat freiwillig auf sein Sorgerecht verzichtet. Das ihm andauernde Hinterherrennen und Rumbetteln wegen einer einzigen Unterschrift war für mich mehr als nur nervenaufreibend. Gleichzeitig hat er wohl auch für sich entschieden, dass sein Sohn in seinem Leben keinen Platz mehr hat, bis er eines Tages vor der Tür steht und lauthals nach seinen Rechten schreit, aber seine jahrelang vernachlässigten Pflichten schön unter den Teppich kehrt. Leider hilft da wirklich kein Rumärgern.

Für meine Tochter habe ich auch das alleinige Sorgerecht, obwohl mein Freund das gemeinsame gern gehabt hätte. Aber wie schon mal gesagt wurde... "gebranntes Kind"... :-)

#blume

LG
Ina

Beitrag von mellli-benni 26.09.08 - 21:13 Uhr

Kleine Gegenfrage:

Warum hat ein Vater bei einer Ehelichen Geburt sofort das geteilte Sorgerecht und bei einer unehelichen Geburt muss die Mutter zustimmen wenn sie es teilen will. Und wenn die Mutter nicht will hat der Vater pech gehabt. Warum haben nicht einfach Mutter und Vater immer das gemeinsame Sorgerecht? Und wenn sich dann ein Vater oder eine Mutter überhaupt nicht um sein Kind kümmert wir ihm dieses wieder aberkannt oder das alleinige kann bei der Geburt mir Zustimmung beider Elternteile erteilt werden.


Lg Melli

Beitrag von anyca 27.09.08 - 10:27 Uhr

Weil es ein Unterschied ist, ob ein Kind in eine stabile Beziehung geboren wird oder aus einer Affäre / einem One-Night-Stand stammt und die Eltern gar nicht die Basis haben, das Sorgerecht gemeinsam auszuüben. Und der Gesetzgeber geht eben erstmal nur bei Ehen von einer "wir planen, zusammenzubleiben" Beziehung aus. Hat ja Gründe, warum ein Paar (noch) nicht geheiratet hat.

Beitrag von kaltesherz0907 27.09.08 - 18:49 Uhr

das beantwortet es...genauso ist es!

Beitrag von 6dty3 27.09.08 - 13:44 Uhr

Hallo,

ich verstehe Dich sehr gut. Mein Ex will alle Rechte, aber dass zum Sorgerecht auch eine Sorgepflicht gehört, sieht er überhaupt nicht ein.

Folgenden Link finde ich ganz toll: http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Trennung_Scheidung/s_1121.html . Du auch?

Habe mir sagen lassen, dass es tatsächlich sogar Väter geben soll, die darum kämpfen, etwas von ihrem Kind zu haben. Wenn man nicht mit einem solchen Kindsvater "gesegnet" ist, muss man aufpassen, dass man nicht allzuschnell die eigenen Erfahrungen auf alle Väter überträgt.


VG

Beitrag von nisivogel2604 28.09.08 - 09:27 Uhr

Ich habe deinen Link mal angeklickt und das gelesen was da steht. Ehrlich gesagt finde ich es schlimm. Es scheitn einseitig und nach rechts oder links hat der Autor auch nicht geschaut. Bloß nicht vom Weg abweichen. Das es Kinder gibt, die tatsächlich vor ihren Vätern geschützt werden müssen, das es Mütter gibt, die um das Kindeswohl verzweifelt kämpfen müssen, das es Kinder gibt, die ihren Vater nicht mehr sehen wollen, weil die seelischen Narben zu tief sind all das gibt es hier nicht. Es gibt hier nur den kämpfenden vater, der sich jederzeit bessern kann. Können sich auch Männer, die schon 20 Jahre lang Gewalt gegen ihre Familie ausüben ändern? Ich glaube nicht daran. Ich habe diese gewalt erfahren und habe oft genug gehört "ich ändere mich, ich mach das nie wieder". Alles geschwätz. Wer einmal schlägt, dem glaub ich nicht.

LG Denise