Mein Sohn (4) hat Probleme mit Besucherkindern

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hanna_h 26.09.08 - 19:11 Uhr

Hallo,

ich habe schon lange nicht mehr in diesem Forum gelesen oder geschrieben, aber heute bin ich mal so richtig fertig und denke, ich könnte den Rat anderer Mütter gebrauchen.

Also, ich habe einen 4-jährigen Sohn, der eigentlich wenig Probleme macht - solange wir alleine sind!!!

Sobald ein anderes Kind (egal ob Junge oder Mädchen) bei uns zu Besuch ist, flipp mein Sohn nach kurzer Zeit regelrecht aus. Er "sucht" förmlich nach Situationen, in denen er der "Bestimmer" sein kann. (Soweit warscheinlich nicht ungewöhnlich). Gelingt ihm das jedoch nicht, fängt er an zu schreien (ist dabei nicht mehr ansprechbar) und steigert sich immer mehr ins Heulen und Schreien rein bis er schließlich anfängt, das andere Kind zu attakieren.

Heute musste ich mal wieder den Spielnachmittag vorzeitig beenden. Allerdings hat mein Sohn dies nicht zulassen wollen und versuchte mich daran zu hindern indem er mit hochrotem Kopf schreiend mich und das Telefon angegangen ist. (Was die Mama am anderen Ende der Leitung auch nicht wirklich lustig fand).

Mein Sohn hat sich erst wieder beruhig als das Besucherkind weg war.

Leider geht das jetzt schon seit ca. einem 3/4 Jahr so und wird immer schlimmer. Ich befürchte schon, dass uns bald kein Kind mehr besuchen will und darf (was ich auch nachvollziehen kann).

Ich fühle mich auch den anderen Müttern gegenüber richtig unfähig, denn es ist eine furchtbare Situation, wenn eine Mutter ihr Kind bei uns abholt und zusieht, wie ich verzweifelt versuche meinen Sohn zu beruhigen der gleichzeitig auf das andere Kind losgeht.

Ich kann mir das Verhalten meines Sohnes wirklich nicht erklären, da er sonst wirklich ein liebes, eher ruhiges Kind ist.

Hat jemand Ähnliches erlebt und kann mir einen guten Tipp oder vielleicht eine Erklärung dafür geben!?!

Viele Grüße

Hanna

Beitrag von kuri 26.09.08 - 20:27 Uhr

Hey Hanna,

mein Söhnchen ist auch so einer, der an Besuchstagen dermaßen ausflippt. Nicht ganz so schlimm wie bei dir aber doch auffällig. Er ist aber auch so, eher wild und extrm lebhaft.

Aber wenn wir Besuch haben will er immer im Mittelpunkt stehen und hüpft die ganze Zeit um das Besuchskind herum und macht jede Minute was anders. Habe mich inzwischen damit abgefunden denn er war schon immer so.
Und meist gehen wir zu Freunden da ist er ganz normal. Irgendwie hab ich das Geühl, wenn er in seinem "Revier" ist, muss er das zeigen und will alles bestimmen und zeigen. Ich gebe ihm dann immer einen Vorschlag an Spielzeug oder Beschäftigungen und dann läßt er sich meist drauf ein. Oder einfach rausgehen hilft bei uns meist auch.

Also helfen konnte ich dir sicherlich nicht aber du siehst, daß es anderen auch so geht.

LG
Tina;-)

Beitrag von hanna_h 26.09.08 - 21:29 Uhr

Hallo Tina,

erst mal vielen Dank für Deine Antwort!

Ja, es tut gut zu lesen, dass es anderen auch so geht.

Also, die Sache mit dem Revierverhalten sehe ich ähnlich. Auch ich habe das Gefühl, das mein Sohn alles zeigen muss und - was noch viel wichtiger ist - alles bestimmen muss?

Ich habe für uns jetzt erst mal entschieden, etwas kürzer zu treten, d. h. mal eine längere Pause in punkto Kinderbesuch zu machen. Die Frage ist nur, ob er so lernen kann, mit solchen Situationen umzugehen?
(Oder "ist er einfach noch nicht so weit"?)

Aber es ist jetzt fast meine letzte Idee, denn alles Andere (z. B. rausgehen, ablenken etc.) hatte wenig erfolgt.

LG Hanna

Beitrag von gussymaus 27.09.08 - 13:30 Uhr

wir hatten das bisher nur phasenweise und nicht ganz so hesftig...

geholfen hat es immer am besten wenn ich ihm klar machte, dass die anderen kinder bei uns ebenso spielen dürfen wie er. wenn ihn jemand quält wird derjenige aus dem spiel genommen, und genauso ging es ihm dann auch. nur weil das kind hier nicht zu hause ist bekommt es die selben "grundrechte" wie er zugesprochen... also wer haut, knaift, beißt, wegnimmt oder was immer fliegt raus. das im kleinen angewendet hat immer schlimmeres vermieden... ich nehme an weil er wusste dass er kein extrawürstchen bekommt.

wenn er seinen besuch so vergrault (bzw dich dazu bringt das bsucher kind schützen zu müssen) kann man keine kinder mehr einladen und muss alleine spielen... wil er das wirklich oder meint er das nur?
ich habe meinem sohn auch mal klar machen müssen, dass wenn er niemanden besucht ihn auch keiner besucht und der gedanke war ihm doch unangenehm, denn immer alleine spielen wollte er doch nicht und so ging er dann auch die ersten male zu seinem freund, was er eigentlich nicht besonders mag, er ist lieber mit gast oder alleine zu hause...

Beitrag von hanna_h 27.09.08 - 16:26 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich finde deine "Methode " mit dem Problem umzugehen sehr interessant ("nur weil das kind hier nicht zu hause ist bekommt es die selben "grundrechte" wie er zugesprochen... also wer haut, knaift, beißt, wegnimmt oder was immer fliegt raus"), zumindest bin ich dadurch auf den Gedanken gekommen, dass ich mit meinem Sohn viel kritischer umgehe und von ihm eine gewisse "Gastfreundschaft" erwarte, was sicherlich von einem 4-jährigen zuviel verlangt ist. Vielleicht bekommt mein Sohn da eher zu wenig Extrawürstchen und ich provoziere seine heftige Reaktion!??

LG Hanna

Beitrag von gussymaus 30.09.08 - 15:27 Uhr

kinder provozieren sich gegenseitig.. das ist das normalste der welt. die frage ist nur, wie man diese konflikte löst.

da unser großer ganz eigen ist mit seinem zeug räumt er weg was er nicht von anderen bespielt haben will, denn da würde ihn u.U. ein ausprobieren durch das fremde kind schon zum ausrasten bringen...

treffe mit deinem sohn doch mal eine absprache was er will und was nciht. wenn er mit freunden spielen will gehört es dazu auch die eigenen sachen zu teilen (im kIgA ist keiner alleiniger eigentümer, deshalb geht das da meist besser) für diese zeit. also muss er das besuchskind damit spielen lassen, aber das besuchskind muss die sachen auch pfleglich behandeln sodass ncihts kaputt geht...

diesen stress "der spielt das vielleicht gleich kaputt" oder "ich kann MEIN spielzeug jetzt nicht beuntzen weil ER es hat" auszuhalten muss man auch lernen... ist nicht einfach, aber die situation nur zu beenden in dem der besuch geht (gehen muss) ist auf dauer auch keine lösung...

kannst du ergründen was so die auslöser sind bei euch? manchmal reicht ja shon genaues hingucken und denken wie ein kind dann erklärt sich vieles und man kann die probleme schon im vorfeld beseitigen...

Beitrag von hanna_h 30.09.08 - 17:07 Uhr

Hallo,

ich habe den Hinweis Deiner letzten Mail (siehe Extrawurst) bereits aufgegriffen und mal versucht, meinen Sohn etwas mehr Rückhalt zu geben wenn Besuch da ist.

Er musste diesmal nicht ständig alles abgeben und teilen, sonder durfte auch mal etwas behalten....

Und siehe da, er fing an freiwillig sein Spielzeug zu teilen. Ich glaube ich habe dadurch die geladene Spannung etwas herausgenommen. Er hat diese Situationen dann auch gar nicht mehr provoziert!!

Ich bin richtig happy!!

Mal sehen, ob das weiterhin so gut klappt!

LG Hanna

Beitrag von gussymaus 05.10.08 - 05:01 Uhr

klasse, das freut mich ja echt für euch!

als das zum ersten mal hörte dachte ich: ich soll meinem kind sein eigenes wegpacken lassen? dann meint er ja erst recht alles für sich alleine beanspruchen zu können! da das bei meiner freundin aber gut klappte machte ich es bei meinen kindern ebenso und so kam das problem auch nur ganz selten auf... meist wenn wir vergessen hatten drüber zu sprechen...

gestern GEburtstagsfeier: alle waren draußen, das lego blieb alleine oben - gut so. der große hätte bitterlich geweint wenn ihm jemand (wenn auch aus versehen) im trubel sein gebautes kaputt gemacht hätte. jetzt hat er vor alle auch mal einzeln einzuladen damit sie mal lego spielen können... mit 2 kindern ist das ja was anderes als mit 7gästen... letztes jahr hätte ich ihn nicht auf die idee gebracht, da wa lego (er hatte nur wenig davon) "privatspielzeug" ohne besuch, und ohne kleinen bruder in meinem büro für die stunde wo er noch wach n der kleine schon im bett war.

de-eskalation ist wirklich ein zauberwort in dem alter... mein kleiner beherrscht das überhaupt nicht #schwitz da bin ich auch (noch?) oft gefragt!

schön dass es so schnell geklappt hat! geh weiter immer mal wieder auf suche was ihn in rage bringen könnte und überleg dir einen weg das zu vermeiden. ich meine nicht das kind in watte zu packen, sie müssen schon lernen konflikte zu lösen und auszuhalten, aber allzuviele kleine konflikte können ja schonmal den großen knall heraufbeschwören... und neue brennpunkte kommen ja immer... das spielzeug wird kleiner und empfindlicher, die spielwünsche spezieller usw. also möglichkeiten zum streiten lernen gibts immer, da braucht man sich doch eher wenig sorgen machen, gell ;-)