Wozu braucht ein Kind Gealtspielzeug?!?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von manyatta 27.09.08 - 16:35 Uhr

Hallo!

Ich muss mal etwas Frust ablassen und gleichzeitig eine Frage in den Raum stellen, die mich echt ein wenig aufregt.

Warum gibt es "Gewaltspielzeug"? Warum gibt es sonen Scheiß?

Wir waren heut früh auf einem Fest und mein Sohn angelte fleißig Entchen. Er war tota stolz darauf wieviele er in kurzer Zeit geangelt hatte und freute sich natürlich auf seinen Preis.
So, was bekam er zur Auswahl?! Nen Buddel-Bagger, ne Pistole oder nen Schwert.
Er war total enttäuscht und hat den Bagger genommen, um ihn seinem kleinen Bruder zu schenken.

Wozu braucht ein Kind ein Schwert oder sonstiges in dieser Richtung?! Was kann man damit spielen, was irgendwie förderlich ist oder Spaß macht?

Mein Sohn weiß, was man mit dererlei Dingen tut, er kennt die Realität. Aber genau deswegen lehnt er solch Spielzeug auch ab, was natürlich auch meine Meinung/Erziehung ist.

Wir haben uns noch kurz darüber unterhalten und er meinte echt: "Mama, ich weiß gar nicht was ich damit spielen soll." Es wiederstrebt ihm damit rumzuschießen, wozu auch. Erschießen will er niemanden, auch nicht im Spiel. Mit nem Schwert kämpft man, was natürlich genau das gleiche ist.

Mag sein, dass ich in dieser Beziehung mal wieder für spießig gehalten werde aber ich blick da einfach nicht hinter. Was bringt einem Kind solch Spielzeug? Ich würde dies nichtmal als Spielzeug bezeichnen, denn in meinen Augen spielt man mit sochen Gegenständen nicht. Ich mag es nicht haben, dass mein Sohn im Spiel jemanden absticht oder erschießt.

Oder? Seh ich das zu verbissen?
Schreibt mir mal eure Meinung dazu, ich würd gern mal wissen wie andere Mamas das sehen.

LG

Beitrag von nisivogel2604 27.09.08 - 17:07 Uhr

Hallo,

also ich habe gegen diese Plastikpistolen was, wo diese kleinen Kugeln rauskommen. Die können nämlich wirklich weh tun.
Ich denke auch Kinder sollten grundsätzlich wissen, das gewalt fuchtbar ist.

Auf der anderen Seite hat man doch auch vor 30 Jahren schon Räuber und Gendarm bzw. Cowboy und Indianer und so gespielt. Und da gab es ja auch schon Pistolen. Eben mit diesen Plättchen, die knallen und Rauch machen. Und das hat ja nun auch nicht jedem geschadet, der damit gespielt hat.
Und auch Ritterkämpfe hat es früher bestimmt schon im Spiel gegeben.
Ich bin da wirklich etwas zwiegespalten.

LG denise

Beitrag von monaeaush 27.09.08 - 17:08 Uhr

Man muß doch nicht immer den verhaßten Mord- und Totschlag spielen mit solchen Sachen.

Mein Sohn hat auch ein Schwert. Damit spielt er Ritter oder Piraten. Mit der Wasserspritzpistole werden imaginäre Wildschweine und Hasen geschossen. Na und?

Ich habe als Kind McGyver gespielt und versucht Bomben zu basteln #hicks


LG Mona

Beitrag von juniorette 27.09.08 - 17:28 Uhr

Hallo,

es gibt sicher "pädagogisch wertvolleres" Spielzeug als eine Pistole oder ein Schwert, ohne Frage.

Trotzdem habe ich als Kind ebenfalls gerne Cowboy und Indianer, Räuber und Gendarm oder Pirat gespielt.

Mein Vater hat mir sogar aus einem Holzbrett ein Schwert geschnitzt (es war vorne stumpf, und man konnte damit keinen verletzen) und ich hatte riesigen Spaß damit.

Schon mal was von Rollenspielen gehört? Bevor mir mein Vater ein Schwert geschnitzt hat, habe ich halt mit einem Ast aus unserem Garten "Schwertkämpfe" gespielt, aber mit einem "richtigen" Schwert war es schöner.

Wo bei mir auch der Spaß aufhörte (wo mir eher kotzübel wurde), war, als ich in Toys'R'Us Spielzeug-Tellerminen (!!!!!) gesehen habe *würg*. Sowas ist echt das Letzte, und die Eltern, die ihren Kindern so was kaufen, können nicht ganz dicht sein.

LG,
J.

Beitrag von siriia 27.09.08 - 17:47 Uhr

Hallo Manyatta!

Ich bin Erzieherin und mein Sohn ist erst 17 Monate alt.
Trotz allem mache ich mir natürlich auch über dieses Thema Gedanken. Mein Sohn muss nicht unbedingt mit Pistolen und Gewehren spielen, denn ich finde sowas auch nicht gerade toll. Einen Förderungscharakter haben diese Dinger meiner Meinung nach auch nicht. Aber mal abwarten, was so im Laufe der Zeit kommt. Komischerweise finden unsere lieben Kleinen bekanntlich immer Mittel und Wege, um solch Spielzeug kennenzulernen und damit zu spielen. Aber fördern werde ich seinen Umgang damit nicht. Ich sehe es zwar nicht so eng wie du, denn man muss wirklich nicht immer gleich "Gewaltverherrlichung" damit verbinden. Aber wie meine Vorrednerin schon sagte: es gibt auch "Indianer & Cowboy" oder "Räuber & Gendarm"-Spiele, die meiner Meinung nach die Kreativität und Phantasiewelt der Kids auch bereichern können. Sie sollten nur wissen, was evtl. echte Waffen anrichten können und darüber aufgeklärt sein. Man kann seine Kinder meist NICHT davon fernhalten. Und verbieten finde ich sowieso idiotisch. Irgendwann kommen sie mit Spielzeugwaffen sowieso in Berührung - ich sage nur Karneval/ Fasching!

Diese Teile üben eben eine gewisse Faszination bei den meisten Jungs aus - das muss man als Mutter oft nicht mal ausdrücklich "fördern". Mein Kleiner ist zB. totaler Auto-Fan! Ohne dass ich ihn jemals so typisch jungenmäßig in Richtung Autos getrimmt hätte: er ist fasziniert von den rollenden Kleinspielzeugen und auch von großen Autos..... obwohl er auch eine Puppe im Zimmer hat #hicks
Naja und ich meine auch, dass Jungs immer Wege finden, doch mit "Waffen" zu spielen - und sei es nur ein Stock, den sie als Pistole umfunktionieren. Übrigens haben ja auch Polizisten eine Pistole, um sich zu verteidigen. Das lernen sogar schon unsere Kids im KiGa, wenn wir mal wieder einen Ausflug zur Polizei machen. ;-)

Bei Schwertern und Säbeln finde ich das etwas übertrieben, sich drüber aufzuregen. Geschichten über Ritter und Piraten sind für kleine Kinder sehr spannend. Warum sollten wir ihnen denn verbieten, die Geschichten nachzuspielen? Sie verarbeiten damit nur das Gehörte und/oder Gesehene. Rollenspiele sind für ihre Entwicklung eine Bereicherung - oder sollten unser Jungs denn auch (nur) "Mutter-Vater-Kind" spielen, wenn es um Rollenspiele geht?

Also, nichts für ungut. Sieh es einfach gelassen.... Schön, wenn dein Sohn von sich aus nicht mit Spielzeugwaffen spielen will. Finde ich super, da hat man die ganze Diskussion um das Thema nicht. Aber dein kleiner Sohn ist vielleicht anders.... bereite dich darauf lieber schon mal vor #schein

Liebe Grüße,
***Siriia #sonne & Jannik #baby ***

Beitrag von babybaer4 27.09.08 - 17:58 Uhr

Hallo,

nein du hast begrenzt recht.
Ich finde es auch nicht toll ,aber irgendwie haben meine beiden Intresse daran.
Pistolen kriegen sie nicht,ausser Karveval.
Aber was soll ich sagen,dann suchen sie sich eben Stöcke oder bauen aus Duplo sich Waffen .
Aber aus Erfahrung weiß ich das Intresse daran verliert sich wieder.


Lg Sabine

Beitrag von tauchmaus01 27.09.08 - 21:35 Uhr

Kinder spielen all das nach, was sie im Alltag erleben und was sie beschäftigt. Sie lesen Bücher über Cowboys und INdianer, sehen evtl. mal was im Fernsehen oder hören was im Radio.

Um diese auch schlimmen Geschehnisse des Alltags verarbeiten zu können, spielen sie eben auch schießen.

Ich hab zwar 2 Mädchen aber auch die spielen schon mal "tot sein"!

Erziehung hin oder her....ich bin auch kein Fan davon, aber hab schon oft genug gesehen, das da´nn eben ein Stock zur Knarre wird.

Ich hatte auch damals als Kind einen Revolver mit Knallringen...und fand das toll mit meinem Kumpel Räuber und Gendarm zu spielen...das war eine Phase und gut ist!

Mona

Beitrag von gunillina 27.09.08 - 23:56 Uhr

Mein Sohn liebt Ritter. Sie faszinieren ihn. Er malt Burgen, er hat sich einen Pappschild gebastelt und ein Schwert aus Holz. Auf einem Mittelalterfestival hat er sich eine Streitaxt ausgesucht. Mit diesem Spielzeug spielt er Ritter, Räuber etc. Kinder spielen kämpfen. Ich habe ihm das nicht aufgedrängt, er interessiert sich einfach dafür. "Wer ist der Stärkere" ist ein Urtrieb, den wir Menschen in uns tragen. Dabei geht es dem Kind nicht ums töten, auch wenn sie sagen "Jetzt bist du tot!" Was der Tod bedeutet, stellen Kinder erst mit der Zeit fest. Wobei für mich letztlich der Tod zum Leben gehört, allerdings schließe ich da den gewaltsam herbeigeführten Tod na klar aus...
So weit so gut.
Gegen Panzer und Pistolen habe auch ich gehörig etwas, so paradox das jetzt klingt. Nie würde ich meinen Kindern einen Spielzeugpanzer kaufen, nie würden sie "harmlose" Camouflagehosen tragen oder eine Plastikkalaschnikov zum Geburtstag bekommen...;-)
Und warum? Weil dies für mich die Waffen der heutigen Kriege und Morde sind. Sicher werden immer noch Menschen mit Äxten erschlagen, aber eine Streitaxt bedeutet für meinen Sohn nicht Mord und Totschlag, sondern Abenteuer (Ritter und Piraten halt). Den Bezug zur Realität stellt er nur bedingt her, das sind Dinge, die aus der Vergangenheit stammen. Die anderen Waffen (Gewehre, Pistolen etc.) sind aktuelle Waffen, mit denen im Irak, in Afghanistan, in Amerika und Finnland, Deutschland und überhaupt überall Menschen erschossen werden.
Klingt das plausibel?
Ich denke, Kinder sollten lernen, dass Gewalt keine Lösung ist, aber letztlich scheint es, als seien besonders Jungen davon fasziniert, ihre Kräfte im Kampf zu erproben. Das zu unterdrücken, ist sicher keine gute Idee. Vielmehr würde ich versuchen, die Kinder dazu zu bringen, Grenzen zu akzeptieren, spielerisch zu kämpfen und letztlich ihre Augen und den Kopf offen zu halten, für die Bedeutung von Krieg, Mord und Blutvergießen (hach, wie theatralisch).
Ich erkläre Rasmus, was ein Soldat so macht und was ihm mit großer Wahrscheinlichkeit passieren kann, wenn er in den Krieg zieht. Ich hoffe, er zieht daraus die für mich richtigen Schlüsse und verweigert später mal den Kriegsdienst. Aber spielerisch oder sportlich kämpfen soll er dürfen (Judo ist z.B. auch eine Kampf(sport)art).
Auch ich hätte keinen Panzer als Mitgebsel akzeptiert. Das ist für mich respektlos und kriegsverherrlichend.
Und einige finden es sicher sehr komisch, dass ich gegen Schwerter nix habe, Gewehre aber nicht erlaube.
Tja, so ist es.:-)
L G
Gunillina, mit Ritter, Wikinger und Pirat Rasmus (und Mia spielt immer das Pferd...#augen:-))

Beitrag von zwillima 28.09.08 - 07:41 Uhr

Hallo,

meine Kinder haben Schwerter und auch einige Pistolen. Sie haben sehr viel Spaß damit, insbesondere wenn sie die Möglichkeit haben, in einer größeren Gruppe damit zu spielen.

Ich möchte Dir mal ein kleines Erlebnis schildern:
Vor einigen Wochen waren wir auf dem Spielplatz, meine Kinder hatten Schwerter dabei. Es waren noch 6 oder 7 andere Jungen in dieser Altersgruppe da und alle sind heim und haben sich ebenfalls ihre Schwerter genommen, bzw. sich mit Stöcken "bewaffnet". Es war ein wunderbarer Nachmittag für alle beteiligten Kinder. Sie haben Pirat gespielt, sich im Gebüsch versteckt, gegeneinander "gekämpft", ein Piratenschiff aus Ästen gebaut usw.
Diese Zusammenspiel bringt einem Kind unglaublich viel. Es lernt das Miteinander. Es lernt, andere nicht zu verletzen und Rücksicht zu nehmen. Und das allein dadurch, dass es ein Holzschwert in der Hand hält.

Die Waffe gehört einfach zum Zubehör. Ich denke, man sollte das nicht zu eng oder verbissen sehen.

L.G.
zwillima

Beitrag von qayw 30.09.08 - 13:37 Uhr

Hallo,

wir haben früher auch Indianer, Pirat, Star Wars und mit Masters of the Universe-Figuren gespielt. Es hat weder uns noch sonst wem geschadet.
Auch die Generationen vor uns haben "Gewaltspiele" gespielt.

Der Punkt ist, den Kindern klar zu machen, was Spiel und was Realität ist.

Die gewalttätigen Jugendlichen sind nicht so, weil sie früher Spielzeugschwerter und -pistolen hatten, sondern weil sich keiner für sie und ihre Probleme interessiert.

Meine Tochter darf später mit Schwertern und Pistolen spielen, wenn es ihr Spaß macht.

LG
Heike und Merle (17 Monate)

Beitrag von marion2 01.10.08 - 14:37 Uhr

Hallo,

man braucht ein Schwert um die Prinzessin zu retten. Steht in "Dornröschen" alles drin. Lies mal nach. ;-)

Ich bin ganz sicher keine Mutter, die ihrem Kind Panzer fürs Kinderzimmer kaufen würde, aber gegen ein Schwert hab ich nichts.

Pistolen knallern - zu mehr brauchte mein Sohn seine nicht. Und die brauchte er UNBEDINGT zu seinem Faschingskostüm dazu. Gaaaaaaanz wichtig - Papa ist weich geworden und hat ihm eine gekauft.

Mir ist letztens im Kindergarten ein 3jähriger aufgefallen. Er sagte zu mir "#bla #bla #bla Schützenpanzer #bla #bla #bla" Schützenpanzer war das einzige Wort, das ich verstanden habe. Da hörts dann auch bei mir auf. Das versteh ich wirklich nicht.

LG Marion