abstill drama - hilfe

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von beany 27.09.08 - 22:27 Uhr

hallöchen ihr lieben,

...ich bin am ende. ich habe hanna (16 Monate) sehr gerne gestillt. nun habe ich mich entschlossen seit 1 woche sie abzustillen. (sie hat auch nur noch die abend-brust zum einschlaf-nuckeln) bekommen. ich habe mich dazu entschieden, da ich keine milch mehr hatte, und ich seit einiger zeit schmerzen beim stillen habe. (sie hat 12 zähnchen) außerdem zappelte sie immer nur rum und fand in den letzten wochen trotz brust kaum in den schlaf.

sie nimmt weder nucki, noch flasche. schon immer.

die ersten 2 abende verlief es ganz gut. ich habe sie ne halbe stunde in den schlaf gewiegt, gesungen, gesummt, mich zu ihr ins bett gelegt, habe sie auf meinen bauch gelegt. das es nicht ganz ohne theater geht, habe ich mir natürlich gedacht. aber heute war es die krönung. sie haut mich seit étwa 3 tagen, tagsüber wie auch nachts. sie ist auch noch erkältet, fieber hat sie keines, wohl fühlen tut sie sich nicht, das ist mir klar, aber ich habe auch in der situation den entschluß gefasst das abstillen durchzuziehen. ich gebe ihr nähe und körperkontakt. das einschlafenn zieht sich jetzt immer über 1- 1 1/2 stunden.

gerade habe ich sie im bettchen sitzen lassen, weil sie mich andauernd geschlagen hat. sie hatte einen tobssuchtsanfall vom feinsten, das habe ich noch nie erlebt, danach hat sie mich wieder geschlagen.

ich bin am ende. ich verbringe den ganzen abend mit einem schreienden, tobenden, schlagenden kind. obwohl ich versuche sie so gut wie es geht zu trösten, zu kuscheln....

kennt das jemand, wird das wieder????
ist dieses schlagen ein "grenzen austesten"?

danke, anja

Beitrag von elanor 27.09.08 - 22:42 Uhr



Grenzen austesten???

du hast dich entschlossen, Eure Stillbeziehung zu beenden

sie ist vielleicht noch nicht so weit

darüber hinaus geht es ihr gesundheitlich nicht gut

sie bekommt nicht, was sie möchte und vielleicht auch braucht - und da sollte sie nicht wütend werden???

finde das eine ganz normale und gesunde Reaktion

es ist deine Sache, wenn du nicht mehr stillen magst, finde ich - aber du solltest deinem Kind seine Wut zugestehen

LG Elanor

Beitrag von landmaus 27.09.08 - 22:51 Uhr

Hallo,

ich kann mich gut in Eure Situation reinversetzen. Ich hab unsere Tochter 18 Monate gestillt, bis in die zweite Schwangerschaft rein. Wenn ich Deine Zeilen so lese, bist Du wirklich ziemlich ko, oder? Vielleicht kann Dein Mann Dich ein bisschen in den Arm nehmen und Dir wieder Kraft geben.

Was Deine Kleine angeht, würde ich vorschlagen dass Du Dir vorzustellen versuchst, wie es ihr gerade geht. Mamas Brust war immer verfügbar, hat Milch, Liebe, Wärme und Nähe gegeben und sie aus dem stressigen Tag ganz sanft in die Nacht gebracht. Jetzt ist das weg. Sie wehrt sich und weil sie nicht mit Dir reden kann, haut sie Dich. Es geht ihr schlecht, weil sie diese spezielle Art der Zuwendung vermisst und dazu kränkelt sie noch rum und fühlt sich zusätzlich blöd. Sie versucht Die dazu zu kriegen, ihr wieder eine Brust zu geben.

Dazu kommt wahrscheinlich noch ein klassisches Misverständnis. Während Du weisst, dass Du nicht mehr willst, obwohl das für sie eine große Umstellung ist, denkt Deine Kleine wahrscheinlich, dass Du einfach nicht verstehst, was mit ihr los ist. Den in ihrer Logik, würdest Du ihr ja sonst "helfen". Deine ganze Zuwendung und Liebe, kommt möglicherweise gar nicht an, weil Du sozusagen das falsche Loch stopfst.

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht für unsere Tochter auszusprechen, was sie nicht artikulieren kann. Also in EUrem Fall so etwas wie: "Jetzt bist Du traurig und wütend, weil Du nicht an der Brust trinken darfst, oder. Das kann ich sehr gut verstehen, aber Mama will das nicht mehr. Statt dessen können wir jetzt kuscheln wenn Du magst."In dem Alter haben wir solche Sachen noch häufig wiederholt, damit unsere Tochter auch den Sinn der Worte langsam verstehen konnte. Wenn ihr dann klar wurde, dass wir zwar verstanden haben, was sie will, aber selber etwas anderes wollen und nach reiflicher Überlegung ihren Willen nicht erfüllen, dafür aber ihre Reaktion nachempfinden können, war das Problem meist überstanden und sie hat einfach nur noch ihre Traurigkeit und Frustration bei uns weg geweint.

Ich weiss, das ist nicht jederfraus Sache, aber vielleicht versuchst Du es Mal. Wenn es nicht klappt, hast Du Dir aber immerhin nichts vergeben.

Ich wünsch Euch jedenfalls, dass Ihr bald wieder ein ruhiges und neues Abendritual findet.

LG

Beitrag von kaleema 27.09.08 - 22:52 Uhr

Huhu!

Grenzen austesten, das scheint mir ohnehin weitestgehend ein Mythos. Deine Tochter ist wütend. Und sie entdeckt gerade, dass es Wege gibt, diese Wut und ihre Hiflosigkeit auszudrücken. Sie kann Dir nicht erklären, dass sie sich nach etwas sehnt, dass sie krank ist und dass sie damit nicht zurecht kommt. Noch hat sie nicht verstanden, dass sie nicht schlagen darf - sie weiß nicht, dass sie anderen damit weh tun kann.

Ich glaube, alle Kinder schlagen irgendwan. Dann beißen sie eine Weile und später entdecken sie, dass sie spucken können. Alles geht irgendwann wieder vorbei, wenn sie verstehen, das sie das nicht einfach machen können - selbst, wenn sie wütend sind.

Im Moment kannst Du ihre Wut und ihre Verzweiflung also nur aushalten. Du kannst ihr Sicherheit geben, indem Du ihr zeigst und sagst, dass ihr zwar nicht mehr stillt und dass das jetzt doof ist, dass Du aber trotzdem für sie da bist und das gemeinsam mit ihr durchstehst. Gerade fühlt sich die Situation für Dich vielleicht so an, als würde das ewig so bleiben, wie es jetzt ist - wird es nicht. Bei uns haben solche Verändeungen drei, vier Tage gebraucht. Ich habe ihm übrigens ersatzweise immer wieder den Schnuller angeboten, das hat uns geholfen, obwohl er den Schnuller sonst nie haben wollte.

Alles Gute, Kali.

Beitrag von joulins 28.09.08 - 00:17 Uhr

Hallo Anja,

ich habe beide Kinder anderthalb Jahre gestillt - und abgestillt hat beide Male mein Mann, weil mir das Weinen das Herz zerissen hat. Er hat das ziemlich gut gemacht. :-)

Könnte es bei dir nicht auch dein Mann übernehmen? Wenn dein Kind dich am Bettchen sieht und einfach nicht bekommt, was es will, obwohl du doch da bist, dann versteht es die Welt nicht mehr. Ich denke, die Väter haben es da leichter.

Joulins