Eine nicht populäre Frage...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von houtbay0815 29.09.08 - 08:56 Uhr


... verfolge dieses Forum eigentlich nicht wirklich... weil ich bei der Kindererziehung (bis JETZT) immer noch eigene Ideen und genug Energie hatte, um den "Job" über "die Runden" zu retten...

Hab nur mal ne ganz pauschale und vielleicht blöde Frage an Euch alle...

Lebe jetzt in einer Patchworkfamilie, mit permanent 2 (12,14J) und an Wochenenden und Ferien bis zu vier (1,12,14,15J.) Kindern...

Alles in allem klappt es gut, aber IMMER kurz vor den Ferien kommt es zu "Eskalationen", die mich (UND meinen Mann!!) an einen Punkt kommen lassen, an dem wir uns fragen, ob wir überhaupt (jemals) was richtig gemacht haben und machen UND vor allem an einen Punkt, an dem wir die Kinder am liebsten nur noch von hinten sehen und unsere Ruhe haben wollen...

Die Frage: Geht es irgendjemandem auch so... anderes gefragt: Ist das NORMAL oder sind wir kinderfeindlich (wie wir uns auch schon sagen lassen mussten, wenn wir Freiräume einfordern, bzw. die Einhaltung von Regeln einfordern...

Kleiner Zusatz: Wir wünschen uns noch ein gemeinsames Kind und das von Herzen... nur an solchen Tagen, denke ich: Oh, je, vielleicht ist das keine gute Idee, wenn wir nicht im Irrenhaus landen wollen...

Noch eine Frage ( um mich entgültig unbeliebt zu machen): Ist Intelligenz in der Kindererziehung ein Fluch??

Freu mich über Eure (auch gern kritische) Meinung,

lieben Gruß, Anja

Beitrag von nityanandi 29.09.08 - 09:37 Uhr

ich glaube, intelligenz ist ein segen! mit ihrer hilfe könnte man u.a. ergründen, weswegen die situation immer genau vor den ferien eskaliert.

vielleicht versteh ich die frage auch nicht?

Beitrag von gh1954 29.09.08 - 10:47 Uhr

Wo liegt dein Problem, WAS eskaliert vor den Ferien?

Ob IHR etwas richtig gemacht habt, ist schwierig zu beurteilen, ihr habe die vier Kinder nicht gemeinsam erzogen.

Beitrag von knitschie 29.09.08 - 11:59 Uhr

ohje ich denke das wird wieder so eine endlos diskussion werden indem jedes deiner wote auf die goldwaage gelegt wird.;-)


also ich habe zwar keine erfahrung mit patchworkfamilien, aber ich möchte dir denoch antworten.

ich glaube das es in jder familie früher oder päter mal einen tag gibt wo man seine familienplanung ein wenig in frage stell und sich auch mal nach etwas uhe und evt. zeit für sich selbst sehnt;-) da muss man sicher nicht gleich die gesamte erziehung in frage stellen, oder noch schlimmer sich selbst. auch wenn man zwar mutter oder vater ist, ist man immer noch ein eigenständiger mensch mit eigenen ansichten, bedürfnissen und wünschen.

ich denke be euch prallen gleich enorme altersunterschiede der kinder aufeinander und damit wird sicher auch die freizeitgestaltung schwieriger.liegen darin die auseinandersetzungen? oder wo liegen die schwierigkeiten?

du schreibst das ihr gern noch ein gemeinsamen kind möchtet. da liegt sicher die vermutung nahe das es dann zu mehr konflikten kommen wird und ihr wahrscheinlich auch etwas überfodert werdet mit der situation. ich kann zwar verstehen das ihr gern ein gemeinsames kind möchtet, aber manchmal ist es sicher besser sich auf die kinder zu konzentrieren die bereits da sind.

liebe grüße
nadin

Beitrag von houtbay0815 29.09.08 - 12:57 Uhr

Danke für Deine offene und ehrliche Meinung!!#pro

Lieben Gruß, Anja

Beitrag von golm1512 29.09.08 - 13:19 Uhr

Hallo!
Auch ich habe keine Patchwork-Erfahrung, aber zwei kleine Söhne im Alter von 3 und 5 Jahren. Ich bin verheiratet und das nicht unglücklich, aber mein Mann ist viel unterwegs und ich fühle mich oft alleinerziehend. Und dadurch bin ich auch DIE Bezugsperson für meine Kinder, da wir hier keine Familie haben.
Durch einen nötigen KiGa-Wechsel und blöd gelegte Schließungszeiten hatten wir fast 9 Wochen "Sommerferien". Und deshalb:
JA! JA! JA! Man braucht Freiräume!! Ich liebe meine Kinder, hätte sie aber an die Wand tackern können. Die klebten an mir! IMMER! Ich habe dann öfter mal unseren Babysitter mobilisiert. Einfach, um mal allein sein zu können. Martin war leider trotzdem unterwegs.
Wenn Martin doch mal da war, habe ich sie zu ihm geschickt, oft unter Protest. Noch lieber wäre mir mehr Zeit als Ehepaar, aber das ist echt schwer zu organisieren.....
Ob Intelligenz in der Erziehung schadet? Na ja, Intelligenz schadet erst mal nicht. Schwierig wird es nur, wenn man Gefühl und Instinkt der Intelligenz unterordnet und nicht mehr als gleichwertig betrachtet. Man kann nun wirklich alles hinterfragen, aber manchmal muss man eben schnell aus dem Bauch heraus entscheiden. Und manchmal ist man eben doch nur Mensch und reagiert emotional. Jedenfalls geht es mir so. Hinterher sagt mir meine "Intelligenz", dass es vielleicht soch nicht so toll gewesen ist, aber meine Kinder können mich meist ganz gut einschätzen. Aber nur über den Kopf klappt das mit der Erziehung meiner Meinung nach nicht.
Ich finde, du solltest dir weiter ein gemeinsames Kind wünschen. Auch das wird nerven, aber irgendwie wächst man mit seinen Aufgaben! Außerdem schätze ich, dass du mit eurer Situation nicht generell und immer unzufrieden ist, oder?
Viele Grüße
Susanne

Beitrag von houtbay0815 30.09.08 - 07:32 Uhr

Liebe Susanne,

ich hoffe, Du liest diese Antwort noch... denn ich möchte mich von Herzen für diese bedanken... !!

Ich bin froh, dass jemand mein Posting verstanden hat und die Einschätzung, die ich habe teilt...

Nein, ich bin überhaupt nicht generell unzufrieden... es herrscht seit Tagen (und VIELLEICHT gerade weils "geknallt" hat!) wieder eine super Stimmung und wenn wir morgens um 6.30 h mit unseren drei Teenagern (12,14,15J.) am Tisch sitze, lachen wir in der halben Stunde beim Frühstück wahrscheinlich mehr als andere Familien die ganze Woche...;-)

Ich liebe Kinder... aber ich hasse sie gelegentlich auch... und das (um zurück zu meiner Überschrift zu kommen) ist unpopulär das auszusprechen, obwohl ich glaube, dass ganz viele Eltern so DENKEN!!!

Nochmal DANKE auch für die Ermutigung zu einem weiteren Kind...

Ich wünsch Dir auch alles Gute, da ich anderthalb Jahre eine WE-Beziehung geführt habe, weiß ich wie es Dir geht, es ist "alleinerzehend" dreimal so schwer, in vielerlei Hinsicht, man macht alles allein UND kann sich nicht austauschen!!

Dir viel Kraft und liebe Grüße, Anja

Beitrag von marion2 29.09.08 - 19:35 Uhr

Hallo,

erste Frage:

IMMER vor den Ferien wirkt mein Sohn ausgebrannt und wird unausstehlich. Ich frage mich allerdings nicht, ob ich was falsch gemacht habe, weil jeder normale Mensch mal seine "Phasen" hat.

zweite Frage:

Bezieht sich das auf deine Intelligenz oder auf die der Kinder?

Ich glaube, dass es schwerer fällt schlaue Kinder zu dressieren. ;-)

LG Marion

Beitrag von houtbay0815 30.09.08 - 07:42 Uhr

Liebe Marion,

das mit der Intelligenz war eher eine Art "Scherzfrage"... ;-) ich wollte damit klarmachen, dass es vielleicht schwieriger ist, wenn man sich SO viele Gedanken macht (die Dummheit kennt keine Sorge...).

Schön, dass Du das Phänomen auch kennst, wollte nur mal situativen Zuspruch an einem (der wenigen) völlig verzweifelten Tage... ;-)

DANKE, Anja

Beitrag von shalyda 29.09.08 - 21:46 Uhr

Hallo,

ob Intelligenz ein Segen ist, kommt immer drauf an wie man diese subjektiv misst.

Es ist nicht Kinderfeindlich wenn man sich als Eltern Freiräume schafft und /oder die Einhaltung von Regeln fordert. Das Leben ist kein Ponyhof und Kinder müssen lernen, dass es ohne Regeln nicht geht. Weder jetzt und schon gar nicht später im Leben.

Die Frage, was ihr falsch gemacht habt, ist hier nicht zu beantworten, da Du nicht beschreibst in wie fern die Situation vor den Ferien regelmäßig eskalliert.

Für eine Familie in dieser Größe empfiehlt es sich einen "Ferienplan" zu erstellen für alle. Sprich Daten fest zu legen, an denen gemeinsame Ausflüge stattfinden, an denen jeder tun kann was er möchte (sprich wie im Alltag) und auch Daten an denen die Kinder entsprechend anders Betreut werden.

So einen Plan kann man an einem Abend vor den Ferien im "Familienrat" besprechen und so unstimmigkeiten gemeinsam in Ruhe besprechen, Kompromisse finden usw.

Shalyda

Beitrag von houtbay0815 30.09.08 - 07:46 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort,

dass mit dem Plan ist eine super Idee, die aich zwar auch schon mal im Kopf hatte, bisher aber nicht umgesetzt habe... Familienrat findet bei uns schon immer jeden Sonntag statt.

Ich glaub so eine Situation ist völlig normal, es hat sich auch längst wieder beruhigt... es war halt nur einer dieser "die Welt ist ein Irrenhaus und hier ist die Zentrale- Tage" und ich brauchte mal die Gewissheit, dasses anderen auch so geht ;-)

Danke, Anja