IQ-Test, Hochbegabung, Lernprobleme, hat jemand ähnliche Erfahrungen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von sidonie 29.09.08 - 09:28 Uhr

aufgrund diverser Verhaltensauffälligkeiten wurden wir mit unserem Sohn zu einer Kinderpsychologin (Schule/Vorschulklasse) geschickt, die dann wenig später einige Test an unserem Sohn durchgeführt hat.....Das war im März 2007. Laut EEG hatte er eine sehr leichte Reifungsverzögerung (Wahrnehmungsverzögerung) und der Test lag bei 105...so war das wohl, kann mich nicht mehr genau erinnern. Ich weiß nur dass die Psychologin sagte, dass das Testergebnis auch seine extreeeeme langsame Arbeitsweise einkalkuliert.

Im Sommer 2007 kam er dann in die 1. Klasse......und wieder extreme Verhaltensauffälligkeiten. ER tut sich jetzt (Anfang der 2. Klasse) immer noch schwer mit dem Schreiben und Lesen...(Lese-Rechtschreib-Schwäche kann noch nicht zuverlässig getestet werden) und seit dem gehen wir wieder zur Ergo (die hatte er bereits ab dem 3. LJ bis 04.2007) und Logo.

Jetzt in der 2. Klasse, also nach fast 5 Jahren Ergo und einem Jahr Logopädie ist immer noch keine Besserung eingetreten. Nach einem Gespräch mit der Sonderschulpädagogin (ich dachte vor dem Gespräch, endlich jetzt bekommt er einen besonderen Status und somit die entsprechende besondere Förderung für lernschwache Kinder....ja denkste, seit diesem Gespräch bin ich ganz wuschig...Sie meinte, wir sollten nochmals einen Test machen lassen, bei ihrem Sohn könne eine Hochbegabung vorliegen. Und zwar den Underachievement#kratz.....Also ich gegoogelt, ne Hochbegabung fängt bei 130 an...hatte ja mein Sohn nicht...was soll denn jetzt 2 Jahre später an dem Testergebnis anders sein? ja, klar die typischen Symptome des Underachievement stimmen bis auf 3 Positionen überein. Aber nur aufgrund dieser Tatsache soll unser Kind hochbegabt sein? Und wenn das so ist, was ändert sich dann? Und ganz objektiv betrachtet: unser älterer Sohn müsste anhand einiger Symptome ebenfalls hochbegabt sein.....und er würde dann rein theoretisch zum Achiever gehören:-p

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Was würdet ihr denn machen. Wir haben jetzt schon so viel Termine wegen der ERgo und Logo.......danke fürs Lesen....

Beitrag von uliku 29.09.08 - 09:46 Uhr

Hallo Sidonie,
wenn man das HB-Testergebnis in der Hand hat, ändert sich erstmal gar nichts. Man hat einfach nur einen Zettel mehr zum Abheften...
Du hast dich ja schon ein wenig schlau gemacht, deshalb erzähle ich dir hier nicht über die Probleme, die oft mit Hochbegabung eingehergehen. Aber da dein Sohn offensichtliche Probleme hat (ob nun einhergehend mit HB oder nicht, ist erst mal egal), gebe ich dir folgende Tips:
Du schreibst selbst - 5 Jahre Ergo waren für die Katz. Schlussfolgerung: Weg mit der Ergo! Gelegentlich kann Ergo etwas bringen, viel häufiger könnte man die selben Ergebniss auch zu Hause erzielen. Du weißt doch sicher, was dein Sohn so in der Ergo macht. Wenn du das in euren Alltag mit einbindest (z.B.Tischdecken, kneten, Knobelblätter, Ballspiele...), kannst du die Ergo sausen lassen. Ein Jahr Logopädie hätte eigentlich eher fruchten müssen. Macht ihr eure Hausübungen einigermaßen regelmäßig?
Um in der Schule intensivere Förderung zu bekommen, müsst ihr einen Antrag auf einen Integrationsplatz stellen (über die Beratungslehrerin), gefühlte 100 Seiten Papierkram ausfüllen mit Diagnose/Therapieberichten der Ärzte/Therapeuten usw. und etwa ein Jahr Geduld üben.
Und lass dich nicht wuschig machen, nichts ändert sich von heute auf morgen und alles wird gut.#blume
(nichts aus den Fingern gesaugt, alles selbst durchgemacht)
Gruß,Ulrike

Beitrag von sidonie 29.09.08 - 09:56 Uhr

Hallo Ulrike,

wir machen zu Hause schon etwas...aaabbbeerrr; da wir eigentlich immer nur mit dem Nacharbeiten des Unterrichtsmetrial beschäftigt sind, bleiben die Hausis und weitere Lernübungen fürs Wochenende übrig. tägliches Lesen, so um die 10 Minuten ist fast immer dabei.......Bei der Ergo macht er ausschließlich das Schreiben und die Konzentration. Das phänomenale ist, dass er dort nicht den Anschein einer Lernschwäche zeigt. Macht immer alles brav mit.....Und weil seine therapeutin auch Linkshänderin ist wie mein Sohn, bietet es sich an weiter zu machen. Ich stelle mich als Rechtshänderin sowas von blöd an ihm beim Linksschreiben zu helfen#schein....

was 100 Seiten Papierkram????#schmoll. Naja, dann kommt noch erschwerend hinzu, dass die Lehrerin meint, ich würde ne zu "große Welle" machen.

Vielleicht ist es sogar so...aber wenn ich bei anderen Eltern immer höre wie toll alles läuft, so unproblematisch.....dann mach ich mir schon sorgen.

Was meinst du denn mit Beratungslehrerin, ist das die Sonderschulpädagogin? Ich werde mal morgen hinfahren und das abklären mit dem Antrag. Danke jedenfalls......

Beitrag von uliku 29.09.08 - 11:29 Uhr

Hallo Sidonie,
hier (Freistaat Sachsen) gibt es an jeder Schule eine sog.Beratungslehrerin. Sie ist eine ganz normale Lehrerin, hat aber eine recht umfangreiche und solide Zusatzausbildung. Sie hilft bei Schulproblemen jeder Art, beobachtet das Kind ggf. über einen längeren Zeitraum (z.B.Hospitation) und berät die Eltern zu Förderungsmaßmahmen usw. Auch die Kinder können sich an sie wenden, wenn sie irgendein Problem schulischer Art haben. So etwas gibt es doch sicherlich bei euch auch, evtl unter anderem Namen.
Gruß, Ulrike

Beitrag von elternzeit-papa 29.09.08 - 09:55 Uhr

Hallo,

es kommt hier entscheidend auf die Schlussrichtung an.

Wenn ein Kind hochbegabt ist, dann kann es zu den Under-Achiver-Symptomen kommen (ich glaube, in ca. 1/3 der Fälle, vor allem bei Jungen).

Umgekehrt stimmt der Zusammenhang viel seltener: Die meisten Kinder, die Lernprobleme haben, haben diese tatsächlich, und nicht wegen einer nicht erkannten Hochbegabung. Ich als Lehrer werde da aufmerksam, wenn z.B. ein eher "schwaches" Kind gelegentlich sehr kluge Sachen macht, oder wenn ein Kind trotz sehr schlechten Arbeitsverhalten trotzdem noch ganz gut mitkommt usw.

An Testergebnissen kann sich in dieser Altersgruppe aber noch viel ändern. Lass ruhig nochmal testen, dann siehst Du klarer und kannst Deinem Kind evtl. besser helfen. Wenn sich das Ergebnis von 105 (also um die 100) bestätigt, dann liegt Dein Kind da voll im Durchschnitt und ist eben nicht hochbegabt. Dann braucht es andere Unterstützung als bei einer Hochbegabung.

Du hast jedenfalls völlig recht: Aus der Tatsache, dass Dein Kind Probleme in der Schule hat, kann man nicht folgern, dass es hochbegabt ist.

Gruß,

ez-p

Beitrag von sidonie 29.09.08 - 10:06 Uhr

Oh du bist Lehrer, wie gut....dann kann ich ja nochmal was hinzufügen....

2 Monate bevor die großen Ferien angefangen hatten, rief mich die Lehrerin an und wollte mir nur nochmal bestätigen, dass das mit den Tabletten richtig gut klappt. Unser Sohn ist schnell, konzentriert, macht alles richtig.....also das ganze Gegenteil von dem was ich geschrieben habe. Ich habe dann der Lehrerin gesagt, dass er weder Tabletten noch sonst irgendetwas bekommt. Wir waren alle sehr überrascht. Jetzt nach den Ferien....genau das gleich Dilemma wir vor der "guten Zeit"

Merkwürdigerweise war unser Sohn jetzt 2 mal Rechenkönig (mündlich) aber sobald er schriftlich diese Matheaufgaeben splitten soll, hat er Schwierigkeiten...Wenn er aber ganz normal rechnet 40+18 oder Minus geht das ohne Probleme. Hast du das auch schon mal in deiner Klasse erlebt??? Wie bist du damit umgegangen.....

Mach ich mir evtl. zu viele Sorgen, die Lehrerin sieht das alles gelassen und meint, wenn wir wollen dass er nächstes Jahr in die 3. Klasse kommt, müssen wir halt alles zu Hause nacharbeiten/aufholen.

Würde ich über eine kurze Stellungnahme freuen.....

Beitrag von elternzeit-papa 29.09.08 - 10:11 Uhr

Ganz kurz (muss weg): Ich bin Gymnasiallehrer und kann Dir Deine Frage daher nicht sinnvoll beantworten.

Liebe Grüße,

ez-p

Beitrag von barbarelle 29.09.08 - 10:51 Uhr

Liebe Sidonie,

weiter unten (Klassenkasper?) kannst du von meinen Sorgen mit meinem HB-chen lesen. Gerade in Mathe hat uns der Psychologe, welcher den Test damals durchgeführt hat, vorbereitet könnte es zu Problemen kommen, wenn sie nicht die Rechenwege die in der Schule aufgezeigt werden annimmt.

Meine Tochter hatte schon immer einen Zahlen- und Mengentick. Das kleine 1 x 1 hat sie sich mehr oder weniger beigebracht und weisst du wie sie drauf kam? Durch das Pippi Langstrumpf Lied. Sie kam ganz entsetzt aus ihrem Zimmer um mit mitzuteilen, daß Pippi falsch rechnet...tja...ab da ging es los.

Lange rede kurzer Sinn. NOCH habe ich mit den Lehrern nicht gesprochen, sollte es jedoch zu Problemen, gerade in der Mathematik kommen, werde ich es ansprechen.

Dein Kind rechnet "anders". Meine Tochter auch.
Mach doch einen weiteren Test. Was hast du zu verlieren? Es gibt in jeder Region Hochbegabtenbeauftragte. Wenn dein Sohn in diese Kategorie fällt, dann kann so ein Beauftragter mit der Schule und den Lehrern vermitteln. In unserer Region ist es der Rektor einer Grundschule mit selbst 2 HB-chen.

Kannst mich auch gern per PN kontaktieren wenn du noch Fragen hast.

LG
Barbarelle

Beitrag von lena10 29.09.08 - 18:46 Uhr

Hallo!

Ich bin Grundschullehrerin.

Zuerst einmal: Wenn(!) der IQ-Test damals vorschriftsmäßig und professionell durchgeführt wurde, dann glaube ich nicht, dass dein Sohn hochbegabt ist. Zwar ändern sich die Werte in dem Alter durchaus, aber aus einem "normal" begabten Kind wird nicht plötzlich ein hochbegabtes.

Dann: Es ist völlig normal, dass Kinder auf verschiedenen Wegen rechnen! Ein Weg kann für ein Kind gut, für das andere aber völlig unverständlich sein! Ich stelle den Kindern in meinem Unterricht immer alle gängigen Möglichkeiten vor (so dass sie diese mitunter auch einmal schriftlich durchführen müssen), lasse sie aber danach ihren eigenen Weg nehmen - so lange er sinnvoll ist (d.h. z.B. nicht doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt...) und zum richtigen Ergebnis führt.

Was die Veränderung vor den Ferien angeht: Das klingt wirklich seltsam! Überlege einmal, ob in diesem Zeitraum irgendetwas anders als gewohnt war, vielleicht zu Hause, im privaten Umfeld, im Freundeskreis, in der Schule, etc. Evtl. wirken sich bei deinem Sohn solche Veränderungen so drastisch aus?!

Zu Ergo würde ich auch sagen, dass man es auch lassen kann, wenn sie in 5 (!) Jahren keine Erfolge erzielt hat!
Logo finde ich dagegen extremst wichtig und würde ich absolut konsequent durchziehen!

LG Lena

Beitrag von larasma 29.09.08 - 14:02 Uhr

Ich würde dir raten deinen Sohn mal auf ADS testen zulassen. Einige der von dir beschriebenen Punkte treffen ziemlich genau auf ADS- Kinder zu (vorallem das sehr langsame Arbeiten, vorallem bei schriftlichen Aufgaben und die Lese- /Rechtschreibschwäche). Das ADS Kinder immer hyperaktiv sind, ist nämlich auch ein Vorurteil.
LG

Beitrag von sidonie 29.09.08 - 14:59 Uhr

ADS hat er nicht!!!! Zumindest hat es bisher keiner der Therapeuten erwähnt, weder die Psychologin, noch die Ergo oder Logo......Es wurden auch etliche Tests (5 Stück) gemacht, aber im Detail kann ich nicht sagen was für welche.....Wenn er ADS hätte, gehe ich doch mal davon aus, dass mir das jemand mal im Ansatz gesagt hätte, oder???? Gibt es denn für ADS spezielle Testverfahren????

LG

Beitrag von marion2 29.09.08 - 19:16 Uhr

Hallo,

#aha das ist ja mal ein interessanter Ansatz.

Das erinnert mich irgendwie an unsere Klassenlehrerin, die neulich sagte, mein Sohn scheine unter seinen Möglichkeiten zu arbeiten. Keine 3 Monate, nachdem sie ihm schon prophezeite, aus ihm würde kein Professor werden.

Mir ist es schnurz, ob er Professor wird. Aber, dass er mehr kann, #bla#bla#bla ich seit der Einschulung.

Mein Sohn hat kein ADS, keine Hochbegabung, kein LRS, keine Dyskalkulie, kein Garnix. Er ist ein ganz normaler Junge, der ein bisschen zu viel träumt und seine Aufmerksamkeit nur auf Dinge richtet, die ihn interessieren.

LG Marion