Ehemann mäkelt ständig an meiner Erziehung (Stieftochter)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von rabbit71 29.09.08 - 11:26 Uhr

Vielleicht kann mir Jemand seine Meinung zu dem Thema sagen. Ich bin mittlerweile echt verzweifelt und stelle unsere Beziehung in Frage.
Wir sind seit 2,5 Jahren ein Paar und ich habe eine 9 Jährige Tochter aus vorheriger Ehe.
Ich habe fast 6 Jahre mit meiner Tochter gerne alleine gelebt und wir haben versucht mit den Wunden zu leben, die uns die Trennung zum Kindsvater gebleiben sind. Es war nicht leicht, aber wir waren ein gutes Team.
Liebe und Zuwendung wurden für mich immer groß geschrieben und ich habe meiner Tochter auch einige Wünsche erfüllt.
Mein jetziger Partner sieht es jedoch so, dass ich meine Tochter hemmungslos verwöhne und sie sei faul und würde sich nur mit Süßigkeiten vollstopfen.
Er selber wurde sehr streng und auch mit Schlägen erzogen.
Nun gibt es immer häufiger Ärger, da er sich in die Erziehung einmischen möchte. Das sieht z. B. so aus, dass er alles kommentiert was ich erlaube oder tue.
Im Beisein meiner Tochter!!
Ich habe ihm erklärt, dass es ok ist, wenn wir darüber sprechen, jedoch habe ich die endgültige Entscheidung
was die Erziehung betrifft.
Nun ist das eingetreten was ich befürchtet habe, eine Tochter will das er wieder auszieht, weil es zu streng zu ihr ist und ich habe schon gar keine Lust mehr mit beiden in die Stadt zu gehen, weil ich mich für jedes Eis
oder Spielzeug rechtfertigen muss:-[
Ich muss dazu sagen, dass ich im 5. Monat schwanger bin und sowieso nicht die Nerven habe, mich ständig
damit auseinanderzusetzen.....ich möchte Ruhe und Frieden.
Wie soll das erst werden, wenn das zweite Kind da ist?

Ich muss dazu sagen, dass meine Tochter zwar etwas verwöhnt ist, aber sie ist sehr liebevoll und hat meinen Partner mit offenen Armen empfangen...jedoch wendet
sich jetzt auch bei ihr das Blatt.

Ach, ich weiß echt nicht weiter!

#hasi

Beitrag von Aha ... 29.09.08 - 11:33 Uhr

Hallo,

ihr habt nicht die geringsten Übereinstimmungen was Erziehung angeht, aber du bist schwanger? Aha, muss ich nicht verstehen, oder?! Wie hast du dir denn gedacht, wird es mit dem gemeinsamen Kind laufen? Ganz plötzlich dreht er sich um 180 Grad und ihr habt die gleichen Erziehungsmethoden? Sorry, aber das ist wohl mehr als naiv.

An deiner Stelle würde ich mich auf den Status alleinerziehend mit zwei Kindern einstellen. Dann hast du deine Ruhe, traurig ist es nur für das zweite Kind.

lg

Beitrag von rabbit71 29.09.08 - 11:41 Uhr

Ja diese Entwicklung sehe ich auch mit Sorge!!!
Bisher hat er vermutlich seinen Groll runtergeschluckt,
jedoch seitdem ich schwanger bin knallt es ständig wegen der Erziehungsfrage.
Beim Abendessen heißt es die ganze Zeit, setz dich gerade hin, Hand auf den Tisch usw.
oder in nervt das sie zu laut ist oder ein paar Spielsachen rumliegen lässt....
Gestern ist mir dann der Kragen geplatzt.....
wir wollten ins Kino, als kleine Entschädigung, da wir nicht in unseren Kurzurlaub fahren konnten wegen meiner Schwangerschaft und da wurde schon die Bratwurst kommentiert.....das Geschenk, dass ich für ihren Geburtstag kaufen wollte usw.
Ich will doch kein dressiertes Kind.....da kann ich mir einen Hund kaufen!!

Gibt es denn keine Möglichkeit da auf einen Nenner zu kommen?
#hasi

Beitrag von agostea 29.09.08 - 11:39 Uhr

>> Ich habe ihm erklärt, dass es ok ist, wenn wir darüber sprechen, jedoch habe ich die endgültige Entscheidung <<

Finde ich nicht ok. Seid ihr nun eine Familie, oder seid ihr es nicht? Da sollte dein Partner schon gleichwertig behandelt werden in Erziehungsfragen.

Kein Wunder, das ihr Konflikte habt, wenn er eh nix zu melden hat.

Gruss
agostea

Beitrag von rabbit71 29.09.08 - 11:48 Uhr

Er hat in vielen Dingen etwas zu "melden".
Jedoch motzt er an meiner Tochter rum und das Ergebniss ist, dass sie bitterlich weint und nichts mit ihm zu tun haben will.
Das kann es ja wohl nicht sein!
Selbst Bekannten fällt der schroffe Ton auf!!
Eine Familie heißt für mich, dass JEDER seinen Raum hat zu leben und nicht das schwächste Glied schikaniert wird. Und genauso empfinde ich den Umgang zwischen den Beiden!!

Und als Mutter werde ich immer dafür Sorgen, dass es meinem Kind gut geht....dass ich meine Verantwortung.

Beitrag von agostea 29.09.08 - 12:05 Uhr

Dann solltest du ergründen, woher sein Verhalten rührt. Vielleicht mag er sie nicht? Dann würde ich über eine Trennung nachdenken...

Gruss
agostea

Beitrag von asimbonanga 29.09.08 - 20:25 Uhr

Nein, das finde ich nicht.
Die endgültige Entscheidung hat die Mutter - es ist viel zu früh dem Partner hier Kompetenzen zu übertragen -

in diesem Fall würde ich das überhaupt nicht tun.

Ich fürchte das wird Nichts - vor diesen Erziehungsversuchen wüßte ich mein Kind zu schützen - das wird nicht besser.
Dann lieber Alleinerziehende mit 2 Kindern.





Beitrag von xyz74 29.09.08 - 18:25 Uhr

errinnert mich etwas an meinen Stiefvater.
Der hat auch so gedacht.
Meine Mutter hat sich so verhalten wie Du.
Wenn ich ganz ehrlich sein soll.
Heute, wenn ich so 20 Jahre zurückblicke, kann ich verstehen, dass mein SV oft angenervt war.
Einerseits lebten wir alle zusammen unter einem Dach und waren sowas wie eine Familie aber letztendlich gehört er nie wirklich dazu.
Er hat sich sicher nicht sonderlich geschickt angstellt in der damaligen Situation und das macht dein Partner momentan wohl auch nicht.
Versuch Dich einfach mal in seine LAge zu versetzen.
Für ihn ist das alles sicher auch nicht einfach.
Ihr bekommt ein gemeinsames Kind und er weiß nicht so rehct wo er hingerhört.
Ob er überhaupt Teil der Familie ist.
Allein ist es sicher nicht einfach aus einer so verfahrerenen Situation heraus zu kommen.
Hast Du schon nmal darüber nachgedacht, Dich an einen Familientherapeuten z.b bei Pro Familia zu wenden, der euch hilft euch als Familie neu zu definieren?
OFt ist es sehr hilfreich eine fachliche Meinung von außen einzuholen.
Hatte selber in einer schweren Lebensphase mal einen Coach und würde das jederzeit wieder machen.
Hat mir damals unglaublich geholfen, Situation neu und anders zu betrachten.

Beitrag von gwen01 29.09.08 - 18:34 Uhr

Hallo Rabbit71,

tut mir wirklich leid was bei Dir zu Hause gerade passiert.
Natürlich seid Ihr nun eine Familie und solltet Entscheidungen gemeinsam treffen, aber Deine Tochter sollte nicht darunter leiden. Du hast bisher die Dinge so gehandhabt, wie Du es tust, daher kann das auch nicht über Nacht geändert werden. Solche Gespräche sollten auch nicht vor ihr geführt weden, sondern erst wenn sie im Bett ist und ihr etwas Ruhe habt.
Vielleicht kannst Du Deinem Partner ja auch in einer ruhigen Atmosphäre erklären, wie er in diesem Moment auf Dich wirkt. Evtl. würde es auch helfen sich an eine Beratungsstelle zu wenden, damit eine Psychologin ihm/Euch erklären kann, was da gerade Falsch läuft und Ihr Euch auf einen gemeinsamen Erziehungsweg einigen könnt. Schliesslich bekommt Ihr zusammen noch ein Kind und eine Trennung wäre ja auch keine wirkliche Lösung.
Du kannst mich gerne über Vk anschreiben, wenn Du möchtest.

Beitrag von manavgat 29.09.08 - 19:34 Uhr

Aus der Ferne kann das sicher keiner beurteilen, ob er übertrieben streng ist oder Du die Kleine bedüddelst.

Spontan würde ich eine Familientherapie vorschlagen!

Gruß

manavgat