Lillian - unsere anstrengende Entbindung

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von sabrina1984cb 29.09.08 - 12:27 Uhr

Hallo

nun habe ich auch etwas Zeit, um schnell unseren Geburtsbericht zu schreiben.

Am Montag den 15.09.2008 ging es bereits schon etwas los, wie ich vermute. Hier mal der dazu gehörige Thread: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=2&tid=1669938&pid=10760343
Am Dienstag, den 16.09.2008 ging es dann richtig los. Hier nochmal der Thread dazu: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=2&tid=1671639&pid=10770862

Sorry wegen der Links, aber bin etwas faul alles nochmal zu schreiben #hicks

Also nachdem kurz vor halb 6 die Blase gerissen ist, wurden die Wehen halt unangenehmer. Wir wollten Abend essen, aber ich bekam kaum was runter. Nicht vor Aufregung, sondern eher vor Übelkeit #augen
Ich schickte meinen Mann ins Bett, mit dem Vermerk, das wir heute noch ins Krankenhaus müssen und er sich bis ich ihn rausschmeiße ausruhen solle. Ich telefonierte dann mit meiner Hebamme und sie meinte, solang ich mich wohl fühle könne ich noch da bleiben, aber nicht mehr zu lange, da meine Blase ja vermutlich gerissen sei.
Ich legte die Beine hoch und schaute mir Dr. House und Monk an, suchte nebenbei die Telefonnummer der Taxizentrale raus und schmiss meinen Mann gegen 23 Uhr aus dem Bett, damit er sich fertig machen und nochmal mit dem Hund vor die Tür gehen kann.
Gegen 23.30 Uhr waren wir dann im Kreissaal und wurden erstmal ans CTG angeschlossen, wo wir dann 1,5 Stunden dran blieben. Sie waren dort unterbesetzt und hatten 2 Notfälle reinbekommen, daher unsere Verweildauer am CTG. Alle 5 Minuten hatte ich Wehen und konnte schon nicht mehr liegen, aber das CTG-Gerät zeichnete keine einzige Wehe auf. Ich wollte meinen Mann heim schicken, der schon etwas entnervt war wegen der Warterei.
Dann kam Dr. Sägner und entschuldigte sich, das wir solang warten mussten und dann wurde ich untersucht. Der Muttermund war gerade mal 2 cm auf und das bei schon den ganzen Tag Wehen (wenn es danach geht) und der Gebährmutterhals hatte noch 0,5 cm :-( #augen
Er sagte, das Fruchtwasser abgegangen sei und abgeht und das es ein geburtreifer Befund sei. Ich meinte noch zu meinen Mann, da hätten wir ja doch noch zuhause bleiben können, weil ich etwas geknickt war, aber der Doc sagte, nee nee gut so.
Weiter ging es in das Entbindungszimmer. Wir hatten eins mit einer Badewanne, die ich leider nicht mehr ausprobieren konnte. Ich wollte mir eine PDK geben lassen, weil ich die Wehen schon jetzt sehr unangenehm empfand und mir die noch kommenden grausig vorstellte. Also wurden die Blutwerte abgenommen und dann hieß es abwarten.
Die Hebamme, die Nachtdienst hatte war äußerst entnervt und dementprechend brutal. Sie machte mir einen Einlauf und ich klemmte die Beine zusammen so gut es geht, danach sollte ich duschen gehen und mein Becken wurde vermessen. Sie bohrte das Gerät in mich hinein, wo ich grad wieder eine Wehe hatte, nicht grad angenehm. Dann ging es zurück ins Zimmer. Eigene Kleidung dürfte ich nicht anziehen, da mir gleich zu Beginn ein OP-Hemd gegeben wurde, was ich anziehen sollte. Ich musste wieder ans CTG und lag rum und veratmete die Wehen. Mein Mann versuchte etwas zu schlafen.
Gegen 2 Uhr kam die Hebamme wieder rein und untersuchte meinen Muttermund, der immernoch bei 2 cm war. Die ganze Schwangerschaft über hatte ich keinerlei Blutungen, nach ihrer Untersuchung blutete ich wie Sau, weil sie in mir mit ihren langen künstlichen Fingernägeln herumbohrte. Sie verletzte mich zudem an den Schamlippen #aerger
Dann kam eine Ärztin, die nochmal einen Ultraschall machte. Meine Kleine lag tief im Becken, was auch gut so war, aber sie war dennoch nicht tief genug, weil man sie kaum von unten tasten konnte. Die Ärztin schätzte ihr Gewicht auf 3600 gr #schock, wie auch schon mein Gynäkologe zuvor bei der letzten US-Untersuchung #schock
Dann wurde erstmal Antibiotika angehängt, weil die Fruchtblase ja schon so lange auf war #schein
Gegen 4 Uhr kam dann eine Anästhesistin, mit der die Verständigung nicht grade einfach war, weil sie nur gebrochen und wenig deutsch sprach. Sie stach 4 mal. 3 Mal lag sie daneben und beim 4. Mal lag sie dennoch nicht richtig und dies war aber die entgültige. Ich hatte von da an, wo sie mich stechen begann das Gefühl mich übergeben zu müssen, aber es kam nichts. Der Wehentropf wurde angehangen, damit alles ein wenig vorwärts geht. Die PDK wirkte nicht und so waren die kommenden 1,3 Stunden die Hölle. Ich wusste nicht wohin mit den Wehen und versuchte mich auf sie einzulassen, auch wenn es schwer fiel. Dann war endlich Schichtwechsel, ich wollte unbedingt aufstehen, musste auf die Toilette, dringend. Die Hebamme (Ines) machte mich vom Tropf ab und bat meinem Mann einen Kaffee an. Sie war ein Segen im Gegensatz zur Nacht-Hebamme. Ich dürfte auf die Toilette und wurde von meinem Mann belgeitet. Ich war bereits da schon am fluchen und wollte einfach nicht mehr. Wie sagte Ines? Das ist ein gutes Zeichen :-) *lol*
Ich fand es zu dem Zeitpunkt nicht so witzig, aber konnte dennoch quatschen und scherzen *lol*
Ich dürfte mich endlich hinsetzen und mich bewegen, wie ich will. Die ganze Nacht habe ich schon gelegen und war aufgrund des CTG's und der Anordnungen der Nachthebamme ans Bett gefesselt. Im sitzen ging es mir besser.
Gegen viertel acht kam der OA Schulze, der mich untersuchte. Mein Mann sollte raus gehen, da der OA eine Eipollösung vornehmen wollte, meine Blase war ja nur angerissen. Mein Muttermund war aufgrund des Wehentropfes bereits auf 5 cm geöffnet *puuh* :-) .
Die Eipollösung machte der OA unter einer Wehe und es tat weh, jawoll ... es war wirklich unangenehm. Dann lief es nur noch und die Wehen wurden richtig heftig. Ich hätte nicht gedacht, das Fruchtwasser so glibberig ist #schock
Ich war nur noch so am auslaufen. Langsam setzten die Presswehen ein, das war gegen dreiviertel acht #schock
Ines untersuchte mich und mein Muttermund war bei 8 cm. Gegen kurz nach 8 sagte Ines zu mir, als sie wieder nach uns schaute, das ich klingeln solle, wenn ich das Gefühl hätte, ich müsste auf Toi wegen Stuhlgang. Ich sagte ihr, das ich bereits auf Toi gehen könne und ich mir gleich in die Hosen mache #schein#hicks
Sie untersuchte mich wieder, das war gegen 8:20 Uhr und meinte, das nur noch ein kleiner Saum vom Muttermund übrig sei und sie den Saum bei der nächsten Wehe entferne. Gesagt getan, es tat weh und ich sagte ihr auch, das sie mir weh tut *lol*
Ich wusste dann nichtmehr wohin mit mir, ich konnte nicht mehr liegen, wollte sitzen. Ines brachte den Gebährhocker. Darauf konnte ich nicht lange sitzen und sollte dann den 4-FüßlerStand ausprobieren. Das war auch irgendwann wirklich unangenehm und mit einer Wehe schoß ich mit dem Kopf in den Schritt meines Mannes #hicks
Mittlerweile war ich splitternackt, weil ich schwitzte wie ein Tier. Ich machte ein Fenster auf und Ines machte es zu, als sie wieder herinkam. Ich genoss also nur für Minuten den leichten Durchzug, die frische kühle Morgenluft.
Die beiden mussten lachten und schmissen Witze, was die Stimmung etwas auflockerte. Ich bekam aber nicht allzuviel davon mit #schein
Wir wollten es schaffen, die kleine zu viertel zehn zu bekommen, damit wir noch frühstücken können :-p
Die Presswehen wurden nicht grad weniger. Eigentlich wollte ich keine Geräusche von mir geben, aber ich war der reinste Schreihals, bzw. Stöhnhals #hicks
Irgendwann meinte Ines, das das Köpfchen schon guckt. Ich so wie ich bin: das stimmt nicht, das dauert noch Stunden und ich will nicht mehr. Sie nahm meine Hand und ich fühlte einen Spalt, wo das Köpfchen guckte mit Haaren :-D aber was sagte ich? Das ist ja noch war nichts *lol* ...
Ines fragte meinen Mann, ob ich immer so pessimistisch sei, ich daraufhin nur: Unter Schmerzen schon #gruebel
Mitterlweile war es kurz vor halb zehn und ich meinte nur, wir haben unser ziel verfehlt *lol* ... unser nächstes Ziel war um 10 Uhr.
Irgendwann waren dann heftige Schmerzen untenrum, andauernde Schmerzen. Ich dürfte dann mal nur hecheln und dann wieder pressen. Das Köpfchen wurde geboren. Ich sollte veratmen, aber das ging kaum, ich musste pressen. Meine Kleine wurde herausgezogen, das Gefühl war bombastisch und auch seeehr komisch #kratz Man merkte, die die Gliredmaßen da herausflutschten.
Mein Mann weinte vor Glück. Er hat die ganze Zeit an meinem Becken gestanden und mit zugeschaut #schein
Ich hatte meine Maus in der Seitenlage geboren, weil ich nicht auf dem Rücken liegen konnte. Es war eine gute Entscheidung, denn so konnte ich mich besser zusammen ziehen. Ich sollte mich auf den Rücken drehen, ich begriff alles noch gar nicht gleich. Mir wurde meine Kleine Maus auf die nackte Brust gelegt, ich war immernoch spliiternackt #hicks und in der Zwischenzeit schauten Ärztin und Hebamme unten nach. Mein Mann küsste unsere Maus gleich auf den Kopf und es war einfach nur ein herrlicher Moment. Mein Mann dürfte unsere Maus abklemmen und dann auch abnabeln.
Dann kam die Ärztin mit einer Spritze und ich dacht schon, es muss genäht werden und wollte schon das nächste Theater anzetteln. Hatte so einen Bammel gerissen oder geschnitten worden zu sein, schon vor der Geburt hatte ich Bammel davor. Sie hatte aber nur Ocytoxin in der Spritze, was sie mir über die Flexüle gab. Dann zog die Hebamme an der Nabelschnur und holte somit die komplette Nachgeburt aus mir heraus.
Ich fragte sie, was denn mit der Fruchtblase passieren würde, ob der Körper sie resorbiert oder ob sie mit rauskommt. Dann hielt die Hebamme das ganze Paket an der Nabelschnur in die Luft, so das ich schauen konnte #schock#huepf schaute schon komisch aus. Sie zeigte uns das Loch, wo unsere Maus herauskam (das Loch in der Fruchtblase).
Dann wurde ich untenrum untersucht. Ines und die Ärztin schauten zeitlich alles an. Ich war zum Glück weder gerissen noch hatte ich andere Verletzungen davon getragen #huepf
Die einzigste Verletzung bekam ich durch die Nachthebamme, eine Schürfwunde an den Schamlippen.

Mein Mann ging dann mit unserer kleinen mit zur Untersuchung und ich lag allein im Zimmer um mich zu erholen. Zugedeckt war ich nur mit dem großen Handtuch und ich zitterte dann irgendwann nicht mehr vor Adrenalin, sondern weil mir merklich kalt wurde #hicks
Dann dürfte ich mich waschen gehen und wir kamen in ein anderes Kreissaalzimmer (Partnerzimmer mit großem Doppelbett) und dürften da unsere ersten 2 gemeinsamen Stunden verbringen.
Ich entschuldigte mich noch bei der Hebamme für mein Verhalten, weil ich ja eigentlich keine Töne von mir geben wollte. Sie meinte, das das ok gewesen sei und eigentlich nur mein Kontra gestört hatte, mein Pessimismus #hicks ... sie verzieh es mir #hicks

Es war der schönste Moment unseres Lebens und alle Schmerzen waren es wert, wenn ich unsere kleine Maus ansehe.
Achso, geboren wurde sie um 9:49 Uhr ... also noch vor 10 Uhr #huepf
Sie hatte auch keine 3600 gr, wie alle sagten. Sie wog "nur" 3020 gr und war 47 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 34 cm.
Eine kleine zarte Lillian.

Uns geht es gut und leben uns immernoch ein.
Sie ist unser Sonnenschein.
Bilder sind in meiner VK.

Wenn es bei euch mal heißt, Wehentropf ... macht euch nicht so verrückt, man hält auch das aus und die Zeit im kreissaal verfliegt wirklich, auch wenn es einen ewig vorkommt.

gglg, Sabrina + Lillian *17.09.2008, die langsam wieder aufwacht

Beitrag von sabrina1984cb 29.09.08 - 12:29 Uhr

Achso, im Geburtsbericht steht 16 P. ... ich denke mal, das es 16. Presswehen waren, was hinkommen könnte.

gglg, Sabrina

Beitrag von snoopy86 29.09.08 - 13:41 Uhr

Ein sehr sehr schöner Geburtsbericht. Aber auch ein langer Weg.

Wünsche euch eine tolle Babyzeit.

glg Kristina mit Simon (der nach der Geburt nicht bei mir bleiben durfte)