neuer Nachbar droht mit Jugendamt

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von pebles 29.09.08 - 12:48 Uhr

Hallo Mamas und vielleicht auch Papas,

bin im Moment etwas verzweifelt. Am Freitag hatten wir einen Brief von unseren neuen Nachbarn im Briefkasten. Sie verlangen von uns umgehend Umbaumaßnahmen, also dicker Teppich und Schallschutz an den Wänden.

Wie wohnen in einer Mietwohung und eigentlich ist sowas ja Vermietersache. Aber das nur am Rande.

Es scheint im ganzen Haus keinerlei Schalldämmung zu existieren. In der Nachbarwohnung scheint man alles von uns hören. Es geht ganz besonders um unseren Großen. Er ist 3 Jahre alt und rennt ganz gerne mal durch die Wohnung und krabbelt auch gerne mit unserem Kleinen (1 Jahr). Das scheint dann zu "donnern". Ich merke es schon, wenn ich ganz normal durch die Wohnung laufe. Man darf wirklich nicht mit der Ferse auftreten, das "donnert" schon ganz schön. Angeblich hören sie sogar, wenn wir unseren Großen ins Bett bringen. Das ist mir allerdings ein Rätsel, denn das ist ganz leise. Umziehen, vorlesen und kuscheln. Wo ist das bitte schön laut?

Sie wohnen erst seit 2 Monaten bei uns und wir haben von anderen Mietern keine Beschwerden erhalten.

Sie sind auch der Meinung, sich um unsere Kinder Sorgen zu machen. Angeblich hätten die Kinder keinerlei Kontakt zu anderen Kindern und kämen auch nie aus Wohnung, so dass sie deshalb so einen "Krach" machen würden.
Und deshalb überlegen sie, das Jugendamt einzuschalten, weil wir unsere Kinder nicht kindgerecht erziehen würden.

Mein Großer geht aber jeden Tag in den Kindergarten, zumindest Nachmittag und die Kinder gehen auf alle Fälle immer raus, außer es gießt in Strömen. Mit meinem Kleinen mache ich verschiedene Kurse, die angeboten werden, damit er auch Kinderkontakt hat.

Wie soll ich mich denn nun verhalten?
Wir wissen nur eins, umräumen oder umbauen kommt für uns nicht mehr Frage, weil wir in wenigen Monaten sowieso nach Hannover ziehen.

die depremierte und leicht verzweifelte Pebles

Beitrag von hibbelina 29.09.08 - 12:51 Uhr

Sag das doch einfach Deinem Nachbarn und dass Ihr Euch solange bemüht, leise zu sein. Dann sieht er ein Ende seines "Problems" und Du bist den Ärger los...

LG
Dani

Beitrag von crumblemonster 29.09.08 - 12:56 Uhr

Hallo,

ob und wie eure Kinder aus der Wohnung kommen, geht den Nachbarn schlichtweg nichts an.

Genauso ist es mit 'Kinderlärm'. Klar, man bemüht sich, die Kinder dazu anzuhalten, daß sie eben nicht durch die Wohnung toben. Aber es sind nun mal Kinder (und mit 3 Jahren oder jünger kann man sie nicht 'antackern', da rennen sie nun mal auch). Daß das Haus so laut ist, dafür könnt ihr nichts.

Ich würde versuchen, mit dem Nachbarn zu reden. Und wenn ihr sowieso umziehen wollt, würde ich weiter nichts machen. 'Kinderlärm' ist zu den normalen Zeiten hinzunehmen. Und wenn bei euch alles in Ordnung ist, dann laß den Nachbarn mit dem Jugendamt drohen, was soll denn das Jugendamt machen.....

Versuch mit ihnen zu reden und wenn das nichts bringt, dann laß es auf sich beruhen.

Drücke euch die Daumen, daß sich die Situation gut klären läßt.

LG

Beitrag von 96kati 29.09.08 - 12:57 Uhr

Hallo Pebles!

Lass' ihn doch seine Drohung wahrmachen. Schließlich habt ihr nix zu verbergen...

Nicht kindgerecht wäre es, wenn sich deine Kinder nur leise verhalten würden.

LG
Kati

Beitrag von knitschie 29.09.08 - 13:03 Uhr

hier ein paar gerichtsentscheide
__________________________________________
Spielplätze gehören zum Wohnen. Lärm, den diese Einrichtungen mit sich bringen, muss hingenommen werden (OVG Münster 11 A 1288/95, WM 87, 269).

Kinderlärm rechtfertigt keine (fristlose) Kündigung wegen Störung des Hausfriedens. Vermieter und Mitmieter müssen Lärmbeeinträchtigungen tolerieren soweit sie sich bei vernünftiger Betrachtung als Folge typischen, altersbedingten Verhaltens darstellen (LG Bad Kreuznach 1 S 21/01).

Eltern müssen darauf achten, dass Kinder die allgemeinen Ruhezeiten und die Hausordnung beherzigen (LG Hamburg 11 S 246/82, WM 83, 27).

Verursachen die Kinder übermäßigen und vermeidbaren Lärm, insbesondere währemd der allgemeinen Ruhezeiten (zum Beispiel durch Springen von Stühlen) kann für die übrigen Mieter im Haus eine Mietminderung gerechtfertigt sein (LG Köln 12 S 389/70, WM 71, 96).

Eine Hausordnung regelt ausschließlich das zwischen Vermieter und Mieter bestehende Mietrechtsverhältnis und ist nicht geeignet, unmittelbare Ansprüche zwischen den Mietern untereinander zu begründen. Geräusche, die typischerweise dem Bewegungs- und Spieldrang von kleinen Kindern entsprechen, sind von den Nachbarn als vertragsgemäßer Gebrauch der Wohnung hinzunehmen (AG Hamburg-Wandsbek, Az. 712 C 175/03).

Zur vertragsgemäßen Nutzung einer Wohnung gehört auch, dass Kinder entsprechend ihrem Spiel- und Bewegungstrieb spielen und lärmen. Auch lautere Ermahnungen der Eltern sind hinzunehmen (AG Oberhausen 32 C 608/00 WM 2001, 464).

Die Bewohner eines größeren Mietshauses müssen Lärm, wie Kindergeschrei, Kindergetrampel oder gelegentliches Fallenlassen von Gegenständen hinnehmen (AG Trier 5 C 194/00 WM 2001, 237).

Nachbarn müssen die Unruhe im Haus, die infolge des normalen Spiel- und Bewegungstriebes der Kinder entsteht, hinnehmen (AG Kassel 872 C 855/91, WM 91, 558).

Bei Kinderlärm ist eine erweiterte Toleranzgrenze angebracht, denn ein Mehr-Familienhaus ist kein Kloster, Kinder können nicht wie junge Hunde an die Kette gelegt werden (AG Neuss 36 C 232/88, WM 88, 264).

Die Mitmieter können dem Vermieter nicht verbieten lassen, einen Sandkasten aufzustellen (AG Aachen 14 C 318/86, WM 87, 83).

Ist der Garten mitvermietet, dürfen Mieterkinder und fremde Kinder hier auch spielen. Eine Schaukel darf aufgestellt werden (AG Darmstadt 33 C 172/85, WM 86, 211).

Lachen, Weinen und Schreien von Kleinkindern - auch nachts - muss von Hausbewohnern als natürliches Verhalten der Kinder geduldet werden (AG Bergisch Gladbach 26 C 14/82, WM 83, 236).

_____________________________________________

das würde ich dem mieter unter die nase halten. und wenn er zum jugendamt gehen möchte, frag ihn wann und sag das du gleich mitkommst.

leider gibt es immer wieder menschen die sich über lles und jedes aufregen müssen. sollte es denoch an den obliegenheiten des hauses liegen das zu laut ist, aufgrund fehlender trittschutzdämmung, kann der besagte mieter mietminerung einfordern beim vermieter.

mach dich nicht verrückt, wenn bei euch alles klar ist, habt ihr ja nichts zu verbegen.

lg
nadin

Beitrag von gunillina 29.09.08 - 19:22 Uhr

WOW, wo hast du denn das alles gefunden? Gibt es dafür extra Seiten? Das würde mich privast mal interessieren.
Danke!
Gunillina

Beitrag von babybaer4 29.09.08 - 13:04 Uhr

Hallo,

sag ihm das er den "Lärm"bis November aushalten muss,das er gerne das Jugendamt einschalten kann,wenn er ausgelacht werden will.
Es liegt keine Kindsverletzung vor und Kinderlärm müssen Nachbarn in gewissen Maßen ertragen.
Ausserdem seit ihr auch nicht für Umbaumaßnahmen der Wohnung zuständig.
Wir hatten auch so einen Nachbarn,irgendwann haben wir ihn nur noch Ignoriert.
Er hat 3 Kreuxe geschlagen als wir auszogen.Und was hat er bekommen.Unsere Nachmieter haben einen pubertären Jungen der gerne laut Musik hört und vor seinem Fenster stehen seine Freunde mit Mopets.
Nein ich bin kein bißchen Schadenfroh,ne,ne.

Lg Sabine

Beitrag von jessica7782 29.09.08 - 13:52 Uhr

Hallo

es gibt einfach menschen die nichts besseres zutun haben als sich immer zubeschweren .

lass dich nicht ärgern .

jessica

Beitrag von pebles 29.09.08 - 13:56 Uhr

Danke für eure beruhigenden Worte.
Mein Mann war gleich nach Erhalt des Briefes beim Vermieter(auch ein direkter Nachbar) und die sind aus allen Wolken gefallen.
Ich war auch gerade bei ihnen und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns mal zu sechst an einen Tisch setzen und nach einer Lösung suchen.

Es sieht wohl so aus, dass wir unser Schalfzimmer mit dem Kinderzimmer tauschen "müssen/wollen", so dass die Kinder halt nicht mehr direkt an seinem Schlafzimmer schlafen. Spielen tun sie sowieso fast ausschließlich im Wohnzimmer. Und das ist nun leider an seinem Wohnzimmer dran und das können wir auch nicht ändern.

Begeistert bin ich nicht von dieser Lösung. Wenige Monate vor einem Umzug noch in der Wohnung umräumen, dazu habe ich erstens keine Lust und zweitens müssten wir die Möbel fast alle auseinander bauen, um sie ins andere Zimmer zu bekommen. Und einige Möbelstücke werden ein zusätzliches Auseinander bauen nicht überstehen.
Ausserdem ist das jetzige Kinderzimmer das zweitgrößte in der Wohnung, deshalb habe ich mich dafür entschieden und es liegt direkt neben dem Wohnzimmer, so dass ich immer von der Stube ins Kinderzimmer gucken kann und sehen kann, was die zwei für Unsinn machen.

Ich weiß, man kann sich auch reinsteigern, aber ich schlafe deswegen schon viel schlechter, weil ich mir nur Gedanken mache, wie ich meine Söhne dazu kriegen kann, viel leiser zu sein. Gerichturteile sind was tolles, dienen aber nicht gerade dem Nachbarschaftsklima. Nicht dass ich eines Tages zum Kindergarten fahren will und ein riesiger Kratzer schmückt mein Auto oder die Luft ist aus den reifen wie aus Geisterhand verschwunden. Ich werde es mir aber ausdrucken und zu dem Treffen mitnehmen, mal sehen, was es bringt.

Pebles, die jetzt erst mal Kartoffelbrei und Spinat mit dem Jüngsten isst und das hoffentlich schön leise ;-)

Beitrag von bluehorse 29.09.08 - 17:48 Uhr

Hallo,

da ihr eh bald umzieht würde ich mich auf diese Tauscherei keinesfalls einlassen. Der Vermieter kann euch doch nicht vorschreiben, wie ihr eure gemietete Wohnung nutzt. Gerade wenn der "Umzug" dann auch noch mit einem großen Aufwand verbunden ist. Oder die sollen das übernehmen und gleich auch für eventuelle Schäden aufkommen. Sonst laßt die reden, machen können sie sowieso nichts. Ihr seit doch nicht für die Hellhörigkeit des Hauses oder die Empfindlichkeit der Nachbarn verantwortlich. Oder der Nachbar soll seine Zimmer tauschen, es stört ja schließlich ihn.

LG Tanja

Beitrag von nana141080 29.09.08 - 19:47 Uhr

auf gar keinen fall würde ich so einer frechheit nachgeben!
laß ihn doch reden!mensch ihr zieht eh um.haltet euch an die hausordnung und fertig!
laß dich nicht einschüchtern.

lg nana

Beitrag von nana141080 29.09.08 - 14:06 Uhr

hallo,
also ich habe in der jugendpflege und sozialamt früher gearbeitet.du brauchst dir keinen kopf zu machen.dir wird nichts passieren.wegen so etwas kommt keiner vom JA!

ignorier die nachbarn.sag kein hallo etc...

da ihr eh umzieht is es doch egal!
kinder sind kinder.ich würde nur auf die zeiten achten.also nicht vor 8h so ein lärm.nicht mittags und abends ab 19 uhr nicht!

lg nana

Beitrag von pebles 29.09.08 - 14:45 Uhr

Hallo Nana,

unser Jugendamt scheint da anderer meinung zu sein. Meine Freundin hatte auch schon unangekündigten Besuch vom Jugendamt. Ihre Tochter war schon immer sehr schlank, trotz dass die genug gegessen hat. Sie ging auch wöchentlich zum Arzt zum Wiegen. An Angagement ihrerseits hat es nicht gefehlt. Ein Nachbar (sie weiss bis heute nicht, wer) hatte damals beim Jugendamt angerufen und erzählt, sie würde nichts zu essen bekommen. Und die Fragen, die die beiden Damen damals gestellt haben, waren auch nicht ohne. Z.B. warum hängt denn diese Wäsche hier noch rum? Warum steht hier noch Geschirr? (das war nur das vom Frühstück)
Es gibt halt Tage, da komme ich kaum zur Hausarbeit, weil ich nut unterwegs bin. So wie ich meine Glück kenne, erwischen die gerade so einen Tag, wo nicht gesaugt wurde oder wo der Abwasch nicht gleich erledigt wurde.

Pebles

Beitrag von nana141080 29.09.08 - 19:43 Uhr

jetzt mal ganz ehrlich,das JA ist bestimmt nicht nur wegen ner beschuldigung:die kleine kriegt nix zu essen! zu deiner freundin gekommen.
davon abgesehen muß man keinen ohne gerichtlichen bescheid rein lassen!gar keinen!!!wenn die also vor deiner tür stehen sollten,wo ich dir brief und siegel drauf gebe das sie nicht kommen und schon gar nicht unangekündigt,dann ist es deine entscheidung ob du sie rein läßt.
aber,es sind auch nur menschen.wenn du dir nix zu schulden kommen läßt was wirklich verwahrlosung ist etc...dann hast du doch auch nix zu befürchten.
ich würde dann die nachbarn wegen verleumdung anzeigen.kannst du übrigens jetzt auch schon wenn sie das anderen so gesagt haben.

mach dir mal kein kopf.wenn du dir nix zu schulden hast kommen lassen,dann wird nix passieren!!!

lg nana

Beitrag von pebles 29.09.08 - 19:59 Uhr

Ich versuche auch schon abzuschalten und nicht mehr daran zu denken. Die Tante meines Mannes ist zum Glück Anwältin und wird dann wenn nötig auch eingeschaltet.

Ich bin erst einmal gespannt, wie der kommende Freitag, der "Aussprechtag" so abläuft.
Ich habe heute den Vermietern gesagt, dass wir in absehbarer Zeit umziehen, ich hoffe sie verlangen deshalb nicht, das wir in unserer Wohnung jetzt noch irgendwelche Zimmer tauschen. Da mein Mann nur noch am Wochenende da ist, würde die meiste Arbeit an mir hängen bleiben und das mit 2 kleinen Kindern. Ich weiß gar nicht, wie ich das anstellen sollte.

Ich danke dir.

Pebles

Beitrag von nana141080 29.09.08 - 20:23 Uhr

DIE können gar nix verlangen.ehrlich gesagt würde ich mit so intoleranten,frechen menschen nicht mal mehr reden!!!:-[

Beitrag von bambolina 29.09.08 - 21:35 Uhr

Warum bist du deprimiert und verzweifelt?

Als ich meine Pflegekinder bekam haben die sonst so netten (wohl kinderfeindlichen) Nachbarn ihr wahres ICH gezeigt.

Sie haben mir auch mit dem Jugendamt gedroht ich habe ihnen freundlich lächelnd die Nummer gegeben.

Mal ganz ehrlich, du hast nichts zu befürchten. Wegen Kinderlärm kommt keiner vom JA ;-)

lg bambolina

Beitrag von nika74 29.09.08 - 22:47 Uhr

Hallo,

ich schließe mich den Ausführungen der Vorrednerinen an.

Das Jugendamt hat andere Sorgen, als wegen Lärm bei Euch aufzutauchen.

Solange ihr Euch an die Ruhezeiten haltet kann er nichts gegen den"Kinderlärm" tun.

Sollte er Euch allzu sehr auf die Nerven gehen, kannst du ihm mit einer Ankündigung einer anwaltlichen Unterlassungserklärung, die er dann unterschreiben und auch bezahlen muß. Denn schon die höhstrichterliche Rechtsprechung des Bundsgerichtshofes sagt, daß Nachbarn normalen Kinderlärm ertragen müssen.

Die Drohung mit einer Anzeige beim Jugendamt ohne einer Grundlage naht an eine Drohung im strafrechtlichen Sinne. Die muss er unterlassen, ansonsten kannst du ihn wegen Verläumdung anzeigen.

Ich würde mir ehrlich gesagt nicht den Stress geben und die Zimmer tauschen. Soll er es doch machen!!

LG Nika