Umgangsrecht, Namensänderung, ...

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von bicky2510 29.09.08 - 16:29 Uhr

Hallo,

wer hat einen Rat oder Tipp für mich?

Ich habe mich im letzten Sommer von meinem Ex getrennt und seitdem kommen wir gar nicht mehr zurecht, was ja nicht tragisch wäre, wenn da nicht unsere gemeinsame Tochter wäre.

Ursprünglich hatten wir vereinbart, dass er unsere Tochter weiterhin alle 2 Tage aus dem Kindergarten abholt und wir uns bezüglich dem Unterhalt einigen, da wir noch einen gemeinsamen Kredit abzuzahlen hatten, den sich keiner von uns alleine leisten konnte.
Aber kaum hatte er eine neue Freudin war es mit unserer Vereinbarung aus.
Ein-zwei mal hat er die Kleine aus der Kita abgeholt ohne vorher Bescheid zu sagen, bis er dann irgendwann einmal meinte er hole sie nicht mehr ab, da es ihr nicht bekomme würde - was auch immer er damit meinte.
Zwischenzeitlich sagte er dann auch mal einige seiner Wochenenden so ein bis zwei Tage vorher einfach ab.
Im April offenbarte er mir dann er nähme unsere Tochter gar nicht mehr und wolle auch auf das gemeinsame Sorgerecht verzichten.

Laut dem Jugendamt ist es zwar möglich eine Vereinbarung in schriftlicher Form mit Stempel und allem
zu hinterlegen, aber wenn der Kindsvater das Kind dann doch nicht nimmt, hat das keine Konsequenzen für ihn.
Also habe ich es mehr oder weniger so hingenommen.

Inzwischen ist ihr Vater im Juni nochmals Vater einer Tochter geworden.
Meine Püppi hat bis heute ihr Geschwisterchen noch nicht mal gesehen, obwohl sie (im Übrigen seit April!) einmal für 3 Std. bei ihrem Vater war.

Die Problematik besteht darin, dass seine Freundin wohl im letzten Jahr 2 Suizidversuche hatte und nach der Geburt an Wochenbettdepressionen litt, woraufhin deren Kleine für Wochen bei ihrer Schwester untergebracht war. Der Vater befindet sich (zwangsläufig) seit Juli im Elternjahr und seine Freundin, die er im Oktober auch heiraten wird, angeblich in einer Tagesklinik, was wohl auch der Grund ist weshalb er laut Jugendamt nicht mehr unterhaltzahlungsfähig für meine Tochter ist.
Laut Bekannten kann sie unsere Tochter auch nicht als sein Kind akzeptieren und behandle angeblich meine Tochter auch dementsprechend.

Jetzt habe ich zu allem Unglück noch erfahren, dass er den Namen seiner Freundin annehmen möchte. Meine Tochter hat seinen Nachnamen und es würde ja keinen Sinn mehr machen, wenn sie einen Namen trägt, der weder zur Mutter noch zum Vater passt.
Beim Rechtsamt sagte man, dass das kein wirklicher Grund für eine Namensänderung wäre.???

Meine Nerven liegen so langsam in Betracht meines Ex blank und habe das Gefühl, dass ich damit alleine stehe und das Jugendamt mir nicht helfen kann oder will.
Jeder erzählt mir, er hat mit dem Sorgerecht Rechten und Pflichte. Er übt keine Pflichten aus - und das ganze konsequenzlos.

Er glaubt mir nicht, wenn er mal eine Unterschrift leisten muss, z. Bsp. für den Hortantrag für die Schule. Nach etlichen Nachfragen kam er dann mal vorbei.
Zu diesem Zeitpunkt hat meine Maus ihren Vater 2 Monate nicht gesehen gehabt, und diese eine Stunde hat gereicht, danach hat die Kleine richtig abgedreht mit Eifersuchtsszenen gegenüber meinem Freund und Papa ist so toll, ...
(Ich muss dazu sagen, als sie noch halbwegs regelmäßig an allen 2 Wochenenden bei ihrem Vater war, wollte sie da gar nicht hin und wenn nur für eine Nacht.)

Ich bin schon fast verzweifelt.
Ich arbeite vollzeit, habe jeweils eine Stunde Fahrt und so schon kaum Zeit für meine Maus. Und die verbleibende Zeit verbringe ich dann teils noch erfolgslos beim Jugendamt oder Familienberatungsstellen (na ganz so schlimm ist´s nicht, aber momentan bin ich ganz schön ausgelaugt, da ih auch noch am umziehen bin).

Weiß jemand, ob ich unter diesen Umständen ist, dass alleinige Sorgerecht zu erhalten? Wie sieht es mit Kosten aus? Könnte dem Kindsvater auch etwas auf erlegt werden (aktuell wahrscheinlich weniger)?

Das so ein Antrag auf Namensänderung bis zu 1.000 EUR kosten kann, habe ich scho erfahren. Aber wie stehen in der Regel die Erfolgschancen aus?

Würde mich über Ratschläge und Tipps oder einfach nur Erfahrungsaustausch sehr freuen.



Beitrag von nuckelspucker 29.09.08 - 16:46 Uhr

hey,

ich hab leider keinen tipp für dich, außer den, dich an eine/n fachanwältinfachanwalt für familienrecht zu wenden.

lg claudia

Beitrag von ina_ragna 29.09.08 - 17:11 Uhr

Hallo!

Da er auf das gemeinsame Sorgerecht verzichten möchte, hast Du gute Chancen, dieses übertragen zu bekommen. Hierzu musst Du jedoch ein Sorgerechtsverfahren vor dem zuständigen Amtsgericht anstrengen.

Zur Namensänderung kann ich Dir meine "Geschichte" erzählen:

Mein Ex-Mann war mit der Änderung einverstanden und hat mir das auch schriftlich gegeben. Damit habe ich beim hier zuständigen Landkreis einen Antrag gestellt und auch meine Einkommensverhältnisse wegen der Gebühren offen gelegt.

Das Amt hat soweit ich weiß, meinen Ex-Mann nicht mal mehr angehört, sondern aufgrund des schriftlichen Einverständnisses (nach fast einem Jahr) entschieden, dass mein Sohn meinen Namen annehmen darf. Gekostet hat mich das Verfahren dann 150,00 €.

Ohne Zustimmung des Vaters hat man so gut wie keine Chancen, den Namen ändern zu lassen.

Am allerbesten ist wirklich, Du lässt Dich von einem guten Familienrechtler beraten und gegebenenfalls auch vertreten.

#blume

LG
Ina

Beitrag von dilldappe 29.09.08 - 18:39 Uhr

Die Antwort ist korrekt. Namensänderungen gegen den Willen des Kindesvaters (oder der Kindesmutter) sind nurdann möglich wenn dies "erforderlich" d.h NOTwendig ist. Das wäre etwa dann der Fall wenn eine psychische Beeinträchtigung gegeben wäre, wenn das Kind den Namen des Vaters weiter behalten würde. Früher genügte es wenn die Namensänderung "förderlich" für die Entwicklung des Kindes war. Da waren Namensändeungen einfacher durchzusetzen.
Der Vater deiner "Maus" scheint ja nicht mehr das größte Interesse an seiner Tochter zu haben, von daher solltest du einen Antrag auf Abänderung der elterlichen Sorge stellen. Natürlich bleibt dein Ex- weiterhin unterhaltspflichtig. Unterhalt für sie bekommst du sechs Jahre lang von der Unterhaltsvorschusskasse des Jugendamts, so lange deine "Maus" noch nicht 12 Jahre alt ist.

Beitrag von leni75 30.09.08 - 19:52 Uhr

Hallo,

so, nun hoffe ich mal Licht in das Dunkel zu bekommen.

Wenn du für deine Tochter wieder die alleinige Sorge hast, kannst du auf deine zuständige Namensänderungsbehörde gehen (entweder bei deinem zuständigen Landratsamt oder wenn du in einer kreisfreien Stadt wohnst, in dieser Stadtverwaltung). Dort stellst du einen Antrag auf behördliche Namensänderung. Der Antrag, kostet Gebühren. Hier kommt es auf deine montlichen Einkommen an, da sich die Gebühren daraufhin berechnen.

Ich selbst arbeite im Standesamt einer kreisfreien Stadt, die Namensänderungsbehörde ist bei uns mit angegliedert. Ich bin überzeugt, dass in diesem Fall der Bescheid positv ausfallen und du deine Tochter auf deinen Namen bekommst.

Den Antrag kannst du aber erst stellen, wenn du die Alleinige Sorge - ganz wichtig - hast, denn sonst wird der Kindesvater angeschrieben und muss diesem Antrag zustimmen!!!!

Wenn du noch Fragen hast, kannst du mir gerne unter meiner VK eine Nachricht schicken.

Das Namensrecht ist sehr kompliziert. Wir im Standesamt raten genau aus diesen Gründen immer von der Namenserteilung zum Familiennamen des Vaters ab - Leider ist es oft so, dass unsere jungen Eltern nicht so richtig auf uns hören wollen - dass war jetzt nicht böse gemeint. Ich wollte dir nur sagen, dass ich sehr oft mit Mamis wie dir zu tun habe - und ich versuche immer, den Mamis zu helfen!

Also, Liebe Grüße, das wird schon alles gut!

Liebe Grüße Nadine