Es ist so schwierig

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber schwarz, sorry 29.09.08 - 19:59 Uhr

Guten Abend!

Ich bin seit 1,5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Ich habe eine 2jährige Tochter, die nicht sein leibliches Kind ist. Vor einem Jahr bin ich für ihn aus meiner Heimatstadt 500 km weg in ein anderes Land gezogen. Nun habe ich ziemlich Heimweh. Und das macht gerade alles total schwierig :-(

Wir haben vor einigen Monaten eine neue größere Wohnung gefunden, in die wir demnächst umziehen. Mein Partner sucht nach einer Arbeitsstelle, bei der er mehr verdient - damit ich weniger arbeiten muss und mehr Zeit mit der Kleinen hab (obwohl sie nicht seine leibliche Tochter ist).

Ich selbst habe Depressionen, seit meine Tochter und ich hier her gezogen sind (die fingen schon vorher an, wurden aber jetzt schlimmer). Und ich weiß gerade nicht, wie ich hier aus den Depressionen raus kommen soll. Ich bin in psychologischer Behandlung und nehme Johanniskraut-Tabletten. Aber ich habe immer wieder Rückfälle.
Die Depressionen sind denke ich auch der Grund, warum ich das Heimweh vorher verdrängt habe und überhaupt eine neue Wohnung hier gesucht habe.

Für meinen Partner wäre es total schwierig, mit uns zusammen in meine Heimat zu ziehen. Er hat hier zwar keine Familie in der direkten Umgebung und auch nicht wirklich ein soziales Netz. Aber er engagiert sich ehrenamtlich für einen Verein, der ohne ihn wohl aufhören würde zu existieren. Und es wäre finanziell ein großer Nachteil, nach Deutschland zu gehen. Er müsste viel mehr arbeiten, damit wir genug Geld haben - hier würde eine Dreiviertel-Stelle reichen.

In Deutschland hätten wir meine Familie und meine Freunde.

Ich find es gerade total schwierig. Ich habe Angst, dass unsere Beziehung daran zerbricht :-(

Beitrag von agostea 29.09.08 - 20:07 Uhr

Verfahrene Situation, an der du nicht unschuldig bist. Warum kennt man einen Mann erst ein halbes Jahr, um so radikal seine heimatlichen Zelte abzubrechen um an den Arsch der Welt zu ziehen?

Verstehe ich nicht.

Gruss
agostea

Beitrag von lieber schwarz, sorry 29.09.08 - 20:09 Uhr

Hallo Agostea

wir kannten uns schon 3 Jahre, bevor wir zusammen kamen. Ich weiß auch, dass ich daran nicht unschuldig bin.

Beitrag von agostea 29.09.08 - 20:12 Uhr

Was macht dich denn jetzt so unglücklich? Das du dort kein soziales Netz hast (Freunde etc.) ? Bist du einsam?

Siehst du null Perspektive dort? Und wenn ja - warum? Und...hättest du das nicht vorher genauer abchecken können, wie sich das Leben dort gestaltet?

Hm....

Beitrag von lieber schwarz, sorry 29.09.08 - 20:22 Uhr

Du triffst es ziemlich auf den Punkt. Ich vermisse meine Familie, meine Freunde, das Gefühl zuhause zu sein.

Mit meinem Partner habe ich häufig Schwierigkeiten, weil wir oft aneinander vorbei reden. Er macht total viel für uns, aber kann auch ziemlich verletztend sein. In Zeiten, in denen die Partnerschaft nicht rund läuft, fühle ich mich dann sehr einsam. Durch die Depressionen fühle ich mich auch nicht so wohl mit mir selbst.

Ich sehe schon die Möglichkeit, mich hier noch einzuleben. Wenn ich nicht mehr Vollzeit arbeiten muss und mehr mit der Kleinen unternhemen kann, lerne ich vielleicht (hoffentlich) neue Leute kennen. Aber die Menschen hier sind eher zurückhaltend.

Vielen Dank für Deine Antworten.

Beitrag von agostea 29.09.08 - 20:26 Uhr

Es ist erst ein Jahr vergangen.

Gib dir und euch noch ein wenig Zeit, euch einzufinden. Dein Kind wird grösser, es wird alles etwas leichter und Kontakte entwickeln sich irgendwann zwangsläufig.

Aber eben nicht von heute auf morgen.

Für deinen Partner ist es sicher auch nicht einfach...zu wissen, das es dir im Grunde nicht gut geht, du auch noch mitarbeiten musst, weil er es Kohletechnisch nicht vernünftig gestemmt bekommt etc. etc.

Alles in allem nicht einfach.

Aber bedenke: Du hast dich darauf eingelassen - und das ursprünglich sicher gerne. Dann arbeite auch daran und wirf es nicht weg. Denn das kannst du immer noch. Aber nicht nach gerade mal einem Jahr.

Alles Gute!

Beitrag von lieber schwarz, sorry 29.09.08 - 20:30 Uhr

#danke für Deine Ratschläge. Es hat mir gut getan, mit Dir zu schreiben. Dir auch alles Gute!

Beitrag von annamama08 30.09.08 - 21:53 Uhr

Also,
ich kann nur sagen mir ging es genau so... alles war gut, nur ich hatte heimweh... und es waren keine 500km sonder 3000km... USA!
trotzdem habe ich es meinem mann gesagt, er hat seine tochter und seine ganze familie verlassen und ist mit mir nach Deutschland, weil ich sonst den verstand verloren hätte und das wäre ja auch nicht sinn der sache...
wir sind dann nach D und ich bin glücklich... endlich!


GEH HEIM!!