Geburtshaus oder Klinik

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von svenjam1980 29.09.08 - 22:46 Uhr

Guten Abend!

Ich bin mit meinem zweiten Kind schwanger (25. SSW). Meine Tochter Frederike kam im Mai 2006 mit einer sekundären Sectio zur Welt. Grund hierfür ist lt. Mutterpass: vorzeitiger Blasensprung, Geburtsstillstand in der Eröffnungsphase und relativem Missverhältnis. (Ich selber bin 158 cm groß und habe während der SS 19 kg zugenommen, meine Tochter wog 4.105 g bei 55 cm und einem KU von 36 cm - falls das wichtig sein sollte). Der Kaiserschnitt war sehr traumatisch, ich habe eine Verhaltenstherapie und eine Körperpsychotherapie gemacht.

Wie gesagt, nun bin ich wieder schwanger und habe Panik, dass es wieder eine Enttäuschung wird. Ach ja: stillen konnte ich damals auch nicht, obwohl ich (wie auch in dieser SS) ab der 18 SSW Stilleinlagen brauchte, weil meine Brust ständig tropfte... Beides war und ist sehr belastend für mich.

Nun bin ich in einem Geburtshaus und habe zu Anfang der SS gleich gesagt: ich geh nicht wieder in eine Klinik. Nun ist es jedoch so, dass ich eine Vorder-und Seitenwandplazenta auch im Bereich der Uterutomie (Narbe) habe. Der FA meinte zwar, dass sie sich noch hochziehen könnte, aber ich hab da nicht viel Hoffnung, weil mein Bauch unterhalb des Nabels schon sehr groß ist und ich davon ausgehe, dass der Bauch eher oberhalb des Nabels noch zulegt. Jedenfalls ist die Plazenta auf der Narbe ein Ablehnungsgrund im Geburtshaus. Der FA hatte auch B-Streptokokken festgestellt, die ich aber dank Sitzbädern im Teesud und Teebaumöltampons wegbekommen habe (hab vorhin gerade das negative Testergebnis im GH gesehen!!! Very Happy )

Nun ist es auch so, dass es hier in der Gegend (ich wohne Landkreis Fürth) ein Krankenhaus gibt, welches von KS nichts hält und eine gute KS-Rate hat. Die Re-Sectio-Rate liegt bei 25 % und die Statistik (von 2006 glaub ich) besagte, dass von 200 Frauen nach einem KS 75% dort das zweite Kind spontan entbunden haben. Auch haben sie eine BEL-Spontangeburtenrate von 65 %.

Nun weiß ich nicht, wie ich mich entscheiden soll. Mein FA hat diesbezüglich irgendwie keine Meinung. Weder für eine Klinik noch gegen eine Geburtshausgeburt (ihn hat nur gewundert, warum eine auf der Narbe liegende Plazenta ein Ablehnungsgrund ist). Er selber hat Erfahrungen mit Spontangeburten nach KS, ist glaub ich, jedoch kein Belegarzt.

Ich habe in der 36 SSW (Anfang Dezember) ein Schwangerenvorsorgegespräch in der besagten Klinik. Ich will auch nochmal mit den Hebis vom GH sprechen, bis wann ich mich entschieden haben MUSS. Neben dem GH ist auch ein KH, jedoch meinte eine Hebi, dass dort auch schnell geschnitten wird (wie halt in fast jedem KH auch)...

Naja, ich hoffe, dass sich mein Kind noch richtig hin dreht (derzeit kann er sich nicht zwischen BEL, SL und QL entscheiden Rolling Eyes ) Außerdem mache ich die Verhaltenstherapie weiter, mache auch noch bei einer Heilpraktikerin die Körperpsychotherapie und werde bei dem Ehemann einer der Hebis (er ist Masseur) Fußreflexzonentherapie machen und mein blockiertes Becken freistreichen lassen (er hat festgestellt, dass ich dort eine Blockade habe)

Mich macht die Ungewissheit im Moment etwas verrückt, ich kann ja im Moment nichts tun als abwarten... Leider hab ich auch das Vertrauen in meinen Körper verloren und hab Angst, dass mein Körper wieder streikt (allerdings bekam ich trotz unzureichender Wehen eine PDA), bzw. die Narbe aufreißt. Sie macht mir ja jetzt schon etwas Probleme...

Wer hat Ähnliches erlebt, bzw. hatte nach einem KS und einigen "Problemchen" eine schöne Spontangeburt??

Beitrag von buzzelmaus 30.09.08 - 10:08 Uhr

Hallo,

ich hab gerade Deinen Thraet gelesen und fand ihn sehr traurig!

Erstmal wollte ich Dir sagen, dass ich Deine Energie und Kraft einfach toll finde! Du meisters die ganze Situation wirklich sehr gut. Mach Dich aber bitte nicht zu verrückt!

Leider kann ich Dir nicht mit eigenen Erfahrungen dienen, aber ich hab schon sehr, sehr oft gelesen und auch gehört, dass nach einer Sectio einer normalen Geburt nichts im Wege steht.

Im Moment bist Du in der 26. Woche und ich würde mir im Moment nur wenig Gedanken über die Geburt machen. Schau Dir die Krankenhäuser an. Sprich mit dem Personal - wenn es sein muss auch 2x! Geh nochmals ins Geburtshaus und sprich auch dort nochmal mit den Hebammen.

Gesrpäch sind in Deiner Situation das A und O, denn Du musst Vertrauen fassen, egal, ob im Geburtshaus oder im Krankenhaus mit vielen oder wenigen Sectios.
Es ist nicht hilfreich, wenn Du Dich für das Geburtshaus entscheidest, obwohl Du weißt, dass die dortigen Hebammen es eigendlich nicht gut finden. Ich hätte dann ein ungutes Gefühl! Ausserdem besteht immer die Gefahr, dass Du letztendlich doch in ein Krankenhaus musst und dann würde ich es mir lieber von vorneherein selbst aussuchen wollen.

Bei meiner Emily war es damals so, dass sie ab der Hälfte der Schwangerschaft nicht mehr optimal versorgt wurde. Meine FÄ sagte immer, dass sie wohl eher kommen wird oder geholt werden muss. Ich war immer froh um jede Woche, die wir geschafft hatten.
Ich selbst hatte mir ein Krankenhaus etwas weiter weg ausgesucht. Das lag schön und wurde mir von einer Freundin empfohlen! Doch bei uns in der Nähe war ein größeres Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik. Ich hab mich dann für dieses große Krankenhaus entschieden, weil ich die Kinderklinik in der Nähe haben wollte, wenn Emily doch eher geholt werden musste. So würde uns beiden ein Transport erspart bleiben.

Natürlich ist Deine traumatische Erfahrung der ersten Geburt ein wichtiger Baustein bei der Entscheidung für den Geburtsort. Hinzu kommt aber auch noch Deine körperliche Verfassung und die Deines Kindes. Auch in Deinem Fall würde ich persönlich in ein Krankenhaus gehen und deshalb mit dem Personla von beiden Häusern das Gespräch suchen - auch mehrmals!

Das ist aber nur meine persönliche Meinung, da ich mich leider nur bedingt in Dich einfühlen kann.

Ich wünsch Dir auch weiterhin viel Kraft und diesmal eine wunderschöne Geburt - egal, ob spontan oder nicht! Think positiv!

Alles Gute

Susanne + Emily Fiona *05.08.05

Beitrag von doris72 30.09.08 - 12:12 Uhr

Hallo,

Du machst dir viel zu viele negative Gedanken.
Jede Geburt kann anders verlaufen. Auch positiv...
Ein Geburtshaus ist kein Garant für eine tolle Geburt, genauso wie ein KH.
So wie Du jetzt schon psychisch drauf bist, würde ich in jedem Fall das KH vorziehen.
Dort kannst Du dich nach der Geburt noch ein paar Tage erholen. Du hast ja auch noch ein kleines Kind zu Hause, welches deine Aufmerksamkeit möchte.
Außerdem bist Du dort in den besten Händen, falls wieder Komplikationen eintreten.
Das wichtigste ist doch, daß dein Kind und Du die Geburt gut überstehen.

Ich habe 3 mal spontan im KH entbunden und hatte noch nie einen KS. Das heißt nicht, daß alle Geburten traumhaft und schön waren. Auch die normalen Geburtsschmerzen muß man verarbeiten.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und eine tolle Geburt (ohne Komplikationen)!!!
Das wird schon werden!!!!

LG von Doris und Paulchen (heute 6 Wochen alt)

Beitrag von gussymaus 30.09.08 - 16:00 Uhr

ich hab das jetzt nicht alles genau gelesen...

aber: ich werde nur ins KH gehen, denn sollte doch was sein, ist man schneller im OP oder beim kinderarzt.

sollte unter der geburt was schief gehen muss man mich ja erst ins KH buchsieren und es geht evtl unnötig zeit verloren...

gehts dem kind nicht gut wird nur das kind ins KH gebracht und ich darf dann auf der kinderstation campieren oder täglich hinfliegen, denn als wöchnerin wird mandann nciht mehr aufgenommen wenn es nciht medizinisch notwendig ist und man außer haus entbnden hat...

wenn ich nicht eine absolut risikofreie geburt erwarte geh ich NUR in en KH mit kinderstation... und wirklich risikofrei gibts ja nicht...

gerade wenn du dir nicht sicher bist nimm lieber die möglichkeit mit viel fachpersonal um dich herum, dann kannst du beruhigter an die sache ran gehen...

Beitrag von ira_l 30.09.08 - 17:02 Uhr

Hallo,

also, ich habe im GBH entbunden und fand es super schön. Kann es also nur empfehlen, vor Allem eben, weil du absolut selbstbestimmt gebähren kannst und die Hebis eben kennst und sie dich.

Aber sowieso, ob KH oder GBH ich würde immer meine eigene Hebi wollen. Bei uns ist das so, dass die im KH sich kaum trauen, nen KS vorschnell zu machen, wenn ne Hebi ausm GBH dabei ist. Du hast quasi nen "Anwalt" dabei, sodass nichts über deinen Kopf hinweg entschieden wird. Das war meine größte Angst.

Ich würde die empfehlen, im GBH zur Vorsorge zu gehen und mit den Hebis zusammen zu sehen, obs dort geht oder nicht. Die gehen auf jeden Fall kein Risiko ein!

Alles Gute!
Ira mit Nikolas#baby 10 Wochen

Beitrag von elanor 30.09.08 - 20:57 Uhr



hallo,

ich habe nicht etwas so trauriges erlebt sondern durfte im Geb.haus eine wunderschöne Wassergeburt erleben

und mein Kind hatte auch einen KU von 36cm und ich bin auch so ne kleine Zierliche - das hat nicht viel zu sagen - waren beide ganz unverletzt

nur du kannst entscheiden, wo du dich besser fühlst!!!

grundsätzlich verlegen die Hebammen im Geb.haus ja sehr frühzeitig oder lehnene eine zu risikoreiche Geburt von vornherein ab

was sagt denn dein Mann? er sollte das ja auch mittragen

ich würde mich immer auf mein Gefühl verlassen - habe mich erst im Mutterschutz für das Geb.haus entschieden, weil ich bei den Krankenhäusern kein gutes Gefühl hatte (zu viele Geräte, unpersönlich, zu wenig selbstbestimmt, Schichtwechsel...)

ich würde das vielleicht auch ein bisschen ruhen lassen, drüber schlafen

mit meinem Mann reden, mit den Hebis, was sie empfehlen und in Ruhe schauen

wenn du dich für eine Klinik entscheidest, würde ich mir in jedem Fall eine Beleghebamme organisieren!!!! und zu der vorher ein gutes Verhältnis aufbauen! das ist sooo wichtig

und dann mach dir nicht zu viele Sorgen: es kann etwas im Kh passieren, im Geb.haus oder daheim - man weiß es leider nie vorher

ich war bis zum Schluss nie ganz sicher, ob das Geb.haus das richtige ist, kann man ja auch gar nicht

wünsche dir alles liebe und ein besseres Erlebnis!!!

LG Elanor

Beitrag von hotandspicy1975 01.10.08 - 01:23 Uhr

Hallo, wenn ich damals im geburtshaus entbunden hätte, wär mein Sohn jetzt wahrscheinlich tot. Oder geistig behindert. Wirkte alles normal, am Ende wurds hektisch, er hat nicht geatmet bei der Geburt. War ihn der Uniklinik, da wurde er gleich beatmet und in die Tür nebenan auf die Säuglingsintensiv gebracht. Vielleicht denkst du mal an sowas, was eben alles schiefgehen kann, und dann kann man dir ohne Arzt im geburtshaus nicht wirklich helfen.
Ich hab lieber ne traumatische Geburt als ein totes Kind, sorry ...

Beitrag von silkew1976 01.10.08 - 07:59 Uhr

Einem Menschen der psychisch angeschlagen ist hilft Deine Antwort wohl wenig weiter! Einfühlungsvermögen hast Du ja gleich Null!
Jeder Mensch ist anders und wenn Du eine traumatische GEburt super verarbeiten kannst, bitte, anderen geht es vielleicht anders, daran solltest Du mal denken, SORRY......

Eine Hebamme die im GH arbeitet würde niemals ein unnötiges Risiko eingehen, daran solltest Du auch mal denken!!!! Geburt ist etwas SChönes, etwas Normales, das wird heute leider allzu oft vergessen. Warum denn? Weil es im KH so viele Auflagen gibt die erfüllt werden müssen, dass dieser natürlich Prozess oft gar keinen Platz mehr hat! Schade diese Entwicklung!!!!!

Beitrag von elanor 01.10.08 - 21:33 Uhr



vielleicht wäre es im Geb.haus nicht hektisch geworden?

wer weiß das schon

und im Geb.haus gibt es auch Sauerstoff

zudem sind viele - so wie meines - an Kliniken angeschlossen

LG Elanor