Wie verhalten? (lang)

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von seraphimchen 30.09.08 - 20:54 Uhr

Hallöchen ihr lieben,
ich stecke seit einiger zeit in einer (für mich) heiklen dauersituation.
Meine Tochter (2 1/2 Jahre) bekommt ganz fiese wutausbrüche, wegen den banalsten kleinigkeiten.

bestes beispiel, gerade eben passiert: ich habe sie zu bett gebracht, und auf dem weg in ihr zimmer werden immer die 3 lieblingskuscheltiere eingesammelt und auch hingelegt. sie legt einen großen wert darauf, die selbst zu tun. heute sollte ich ihren eisbären Abbey in ihr bett legen.
ich das dann auch getan, und schon ging es langsam los, sie fing anzu schreien, ich soll Abbey auf eine andere seite im bett legen. das ganze ging ca 5 mal so, sie wurde immer hysterischer, wollte aber weder, dass sie es selbst macht, noch dass sie mir genau zeigt, wo das vieh hinsollte.
sie steigerte sich immer mehr hinein, fing an mich zu hauen und wie am spieß zu kreischen (habe jedes mal angst, was die nachbarn denken), schmiss sich auf den boden.
ich hab sie (auch wie fast immer) nicht beruhigt bekommen, egal was ich versucht habe. ich hab ihr gut zugeredet, versucht sie in und auf den arm zu nehmen, versucht sie abzulenken, mit ihr geschimpft und am ende (weil ich echt nicht weiter wusste, ging da schon ne halbe stunde) habe ich ihr gedroht, das tier darf nicht mit ins bett, wenn sie so weiter macht.
das hat mein freund mitbekommen und dann auch versucht sie zu beruhigen. erfolglos.
dann, nach 45 minuten wollte sie auf meinen arm und ließ sich sehr schnell beruhigen und zu bett bringen, wo sie dann ganz friedlich eingeschlafen ist.
solche situationen habe ich seit ca 2-3 wochen mindestens 3 mal täglich. ungefähr so lange will sie mittags auch nicht mehr schlafen, obwohl wir es täglich noch versuchen.
jedes mal platzt mir fast der kragen und ich zweifel an meinen mütterlichen fähigkeiten.
ich weiß nicht wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, weil ich das gefühl habe, das echt nichts mehr hilft. weil ansonsten (abgesehen von diesen "aussetzern") wirklich alles gut läuft und wir sehr harmonisch miteinander umgehen.

gibt es vielleicht jemanden hier, der mir einen tipp geben kann, wie ich das am besten händel?

Danke fürs lesen,
LG, Seraphimchen

Beitrag von bine3002 30.09.08 - 21:01 Uhr

Also ich mache es so (und es klappt bei uns sehr gut):

Ich setze mich kurz in die Nähe. Java wälzt sich derweil auf dem Fußboden und kreischt oder (häufiger) liegt stumm am Boden und schmollt. Nach ein paar Minuten (je nachdem) steige ich über sie. Ein/zwei Mal. Dann muss sie meistens lachen und ich bin einen Schritt weiter.

Wenn ich sie nicht zum Lachen kriege (auch nicht durch Anpusten), dann gehe ich kurz raus. Meist ist das Toben ganz schnell vorbei, wenn es keine Zuschauer mehr gibt. Wenn dann also Ruhe ist, gehe ich wieder rein und meistens ist sie dann schon ruhiger.

Dann gehe ich zu ihr und helfe ihr beim Aufstehen. Dann frage ich sie, wo denn jetzt eigentlich das Problem war (meistens ist die Ursache ja nicht so ganz klar wie in Eurem Fall). Und dann können wir das meistens klären.

Solche Anfälle dauern bei uns keine 5 Minuten. Es wäre natürlich möglich, dass wir da einfach großes Glück haben.

Ich habe schon mal von einem Kind gelesen, dass mehrmals täglich 45minütige Anfälle hatte. Das ist dann natürlich echt heftig und man kommt zu gar nichts mehr. Der Mutter hat eine Erziehungsberatungsstelle wohl sehr gut helfen können. Vielleicht wäre das was für dich, wenn Du wirklich sehr verzweifelt bist. Es ist ja keine Schande, Hilfe anzunehmen... im Gegenteil.

Beitrag von chris1067 30.09.08 - 21:02 Uhr

Hallo, ich kann dir leider keinen Tipp geben, vielleicht hilft es dir, dass du nicht allein bist. Unser Vinzent macht das auch. Gestern hat der Papa aus Versehen in seinem Kaba gerüht (das darf niemand außer ihm) und er hat so einen Wutanfall bekommen, dass wir das Geschirr in Sicherheit bringen mussten, er hat versucht den Tisch abzuräumen. Heute bin ich nicht hinter ihm die Treppe runter gegangen, sondern hab ihn überholt (helfen darf ich ja eh nicht, also bloß nicht an der Hand halten) - dasselbe. Ich finde es auch extrem anstrengend im Moment.

Er schläft auch sehr spät mittags, heute wars halb drei. Ich hab ihn auch nur eine Stunde schlafen lassen, sonst geht er abends nicht mehr ins Bett. Vor 2 Wochen noch hat er mittags 3 Stunden geschlafen. Alles ändert sich im Moment. Ich versuche, ruhig zu bleiben (nicht leicht, wenn die Nerven schon blank liegen) und ihn evtl aus der Situation nehmen, wenn er sich gar nicht beruhigt.

Ich hoffe eigentlich, dass es bald wieder vorbei ist.

Christiane und Vinzent 2,5, Jahre

Beitrag von michi0512 30.09.08 - 21:05 Uhr

hm.. also ich machs ganz kurz: teddy pennt auf couch. fertig. keine diskussion. natürlich vorher androhen.

wenn meiner sonen anfall bekommt darf er alleine wüten, treten, kreischen und machen was er will - ich geh raus (lasse tür offen). sage ihm: wenn wieder alles gut ist darfste kommen.

dann kommt er meist : wieder alles gut.

sollte er aber weiter bocken oder wieder anfangen gehts sofort wieder ins zimmer. dann wird gedroht die tür zu zumachen wenn er weiter durchdreht. wenn er dann wieder kommt hat er sich meist fest im griff. solche spielchen wie "ich such den platz fürs bärli" gibt es bei uns nicht. entweder er zeigt oder sagt was er wo will - oder er macht es selbst :-)

ist nett dass dein freund versucht hat sie zu beruhigen - aber ich finde es in dem fall nicht wirklich gut. DU und SIE haben ein problem. und er kommt dazu und "mischt" sich ein (nicht böse gemeint)

irgendwann folgt dann: mama hat nein gesagt aber papa lässt es durchgehen. mama hat geschimpft - ich geh zu papa. verstehst du was ich meine? haben wir alles schon durch.

wenn leif mit papa stress hat müssen die beiden das klären. habe ich stress mit ihm klären wir es. reingefunkt wird da nicht. aber der partner darf jeweils auch nicht strafen. (zb. leif tritt mich - ich kläre es. mein freund darf zwar sagen wenn leif hinkommt "war nicht okay", darf ihn aber dafür nicht bestrafen)

ich kann dir das buch "jedes kind kann regeln lernen" empfehlen. stehen einige tolle tipps drin.

wünsche dir starke nerven :-) #klee

glg

Beitrag von anibur 01.10.08 - 03:48 Uhr

du sprichst mir aus der seele. das selbe wollte ich auch raten.
ich lass mir das hin und her auch nicht gefallen. wenn meiner rumbockt ignoriere ich ihn.
mittlerweile reichts schon wenn ich frage: willst du in dein zimmer? dann hört er sofort auf.

man kann ja liebevoll mit seinen kinder umgehen aber man muss sich nicht auf der nase von ihnen rumtanzen lassen.

Beitrag von seraphimchen 30.09.08 - 22:04 Uhr

Danke für eure Tipps, es ist schön zu wissen, dass es anscheinend ein "normales" Phenomän ist, mit dem auch andere Eltern zu kämpfen haben.

Ich werde eure Ratschläge ausprobieren, und mir den Buchtipp zu Gemüte führen, in der Hoffnung, dass etwas fruchtet und sich das ganze bald wieder legt.

#herzlich seraphimchen