Ist es schon zu spät für´s umgewöhnen? Tochter fast 2 Jahre

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie euer Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von peppels29 30.09.08 - 21:52 Uhr

Hallo allerseits,

meine Tochter wird am 8.10.2008 2 Jahre alt.
Leider ist es mit der Zeit, eigentlich von Geburt an, größtenteils wegen Krankheit, Zahnen und Koliken zur Gewohnheit geworden das ich mich immer zu ihr legen muss wenn sie schlafen geht, mittags und abends. Das kann manchmal 1 Stunde dauern.

Ich würde sie aber gerne umgewöhnen. Sie hinlegen und aus dem Zimmer gehen damit sie alleine einschläft.
Ich habe das auch schon mal versucht, aber es war eine Katastrophe.

Sobald ich rausgegangen bin fing das Geschrei an. Sie hat sich regelrecht in Rage geschrien. Und wenn ich zu ihr ins Zimmer ging um sie zu beruhigen und wieder raus gehen wollte, hat sie umso mehr geschrien.

Das Ende vom Lied war, das sie sich übergeben hat. Sie hat sich so reingesteigert mit dem weinen und schreien, alles war vollgekotzt (entschuldigt bitte den Ausdruck).

Die Kinderärztin hat mir geraten ich soll sie schreien lassen, ich soll sie in ihr Bett legen und aus dem Zimmer gehen und nicht mehr reingehen. Und wenn sie sich übergibt, dann soll ich sie sauber machen und dann wieder rausgehen. Nach ein paar Tagen meinte sie, würde sie dann das kotzen (sorry nochmals) lassen und von alleine einschlafen.

Ich möchte nicht das sie sich so sehr reinsteigert das sie sich übergibt. Was kann ich denn tun damit das nicht passiert und sie von alleine einschläft?
Oder ist es bereits zu spät um was zu ändern weil sie fast 2 ist? Oder muss ich mich damit abfinden bis sie von sich aus alleine einschläft?

Über Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

LG peppels29 und Eda *8.10.2006

Beitrag von dodo0405 30.09.08 - 22:11 Uhr

Meine Tochter wird im Dezember 2 Jahre alt und sie schläft nicht alleine ein.
Mittlerweile habe ich eine Matratze bei ihr im Zimmer auf die ich mich lege und neben ihrem Bett ihre Hand halte, bis sie eingeschlafen ist. Dann schleiche ich mich leise aus dem Zimmer.

"Durch" hat sie so noch nie geschlafen, manchmal wird sie um 22 Uhr wach, manchmal um 3 Uhr, dann weint sie und ich hole sie zu mir ins Bett. Weil ich einfach nicht stundenlang nachts das mitmachen kann, weil ich am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder ausgeschlafen im Büro sein muss.

Ich kann dich verstehen, wenn einem die Umwelt stets einreden will, dass das nicht normal sei.
Bei unseren Kindern ist es eben so. Tipps wie "Lass sie mal schreien" finde ich wahnsinnig sinnvoll - DIE müssen ja nicht zuhören wie ihr Kind leidet.

Meine Tochter fängt jedes Mal das Nasenbluten an, wenn sie sich in Rage schreit. Und das nach nur 2 oder 3 Minuten. Was meinst du was ich beim 1. und einzigen Mal schreien lassen für ein Gefühl hatte als ich ins Zimmer kam und ihr Gesicht war voller Blut???

Nie wieder.
Nie nie wieder.
Irgendwann wird sie größer werden und meine Hand nicht mehr brauchen zum Einschlafen.

Bis dahin bleibe ich bei ihr. Sicher gibt es Kinder die vom 1. Tag an wach ins Bett gelegt werden und dann von alleine einschlafen. ALLE in meinem Bekanntenkreis haben solche Kinder.
Ich nicht.
Du auch nicht.
Das freut mich, ich bin nicht allein.

Kopf hoch und ich drück dir die Daumen

Dodo

Beitrag von peppels29 30.09.08 - 22:42 Uhr

Ach Dodo, bei deiner Nachricht ging mir schon das Herz auf muss ich sagen.

Ja, du und ich, und bestimmt auch noch andere, sind nicht allein wenn es darum geht die Hand zu halten oder sich dazuzulegen bis das Kind einschläft um dann leise aus dem Zimmer zu schleichen.

Bei meinem Bekanntenkreis ist das auch so das ALLE von alleine einschlafen. Und auch noch durchschlafen. Seit Eda´s Geburt hab ich auch noch keine einzige Nacht durchgeschlafen.

Ja, wie du es bereits geschrieben hast, irgendwann wird sie größer und braucht mich nicht mehr um einzuschlafen.

Lieben Dank für deine Nachricht, es hat mich sehr beruhigt zu wissen das auch du dasselbe mitmachst wie ich.

Viele liebe Grüße sende ich dir
peppels

Beitrag von bine3002 30.09.08 - 23:08 Uhr

Wenn Du vorher bei ihr gelegen hast und nun gleich rausgehst, halte ich das für einen großen Schritt. Zu groß.

Warum verkleinerst du diesen Schritt nicht, indem Du dich erstmal neben sie setzt. Mit 2 Jahren kannst Du z. B. auch das Bettgitter rausmachen und einen Rausfallschutz anbauen. Es gibt auch welche, die man hochschieben kann, wenn das Kind eingeschlafen ist. So kannst Du ihr nah sein, ohne dass Du neben ihr liegst. Versuch den Abstand so groß wie möglich zu halten. Also so groß, dass sie es gerade eben noch toleriert. Ich würde versuchen erstmal nur Händchen zu halten, erst beide Hände, dann nur noch eine. Kleiner Tipp: Halte ihre Hände in die Luft und nur relativ lose, so fallen sie einfach "ab", wenn sie fest genug eingeschlafen ist, dann kannst Du rausgehen. Und irgendwann entziehst Du ihr dann die Hand, kurz bevor sie einschläft. Frag sie, ob sie sie dir gibt.

Du kannst zwischendurch auch mal probieren, ihr zu sagen, dass Du mal kurz auf die Toilette gehst, aber gleich wieder kommst. "Toilette" ist etwas, von dem sie eine Vorstellung hat und abschätzen kann, wie lange das wohl dauert. Wenn es klappt, probier es ruhig zwie oder sogar drei mal pro Abend.

Und irgendwann hat sie dann die Sicherheit, dass Du wieder kommst. Unsere Tochter schickt uns mittlerweile sogar schon raus. Bei ihr hat das super geklappt und wir haben auch so angefangen, dass ich mit ihr im Kinderbett lag.

Bei uns hat es auch gut geholfen, das Zubettgehen selbstbestimmter ablaufen zu lassen. Java geht selbstständig ins Bett und sie sucht das Buch aus, was wir vor dem Schlafen noch anschauen. Anschließend legt sie es selber weg, macht das Licht aus und die Spieluhr an. Dann halten wir noch ganz kurz Händchen bis sie uns wegschickt.

Durchgeschlafen hat sie auch schon, daran hapert es im Moment leider wieder ein wenig. Aber das Einschlafen klappt traumhaft.

Beitrag von meggie39 30.09.08 - 23:28 Uhr

Hallo,

meine ältere Tochter ist immer allein eingeschlafen, seit sie ein Baby war. Aber seit sie zwei Jahre alt geworden ist, klappt es plötzlich nicht mehr. Abends muss sich immer einer von uns zu ihr legen, mittags manchmal. Und nachts wacht sie dann auch noch auf und will zu uns ins Bett.

Daraus schließe ich persönlich, dass es nicht nur um Gewohnheiten geht, sondern dass die Kinder einfach Phasen haben, wo sie die Schlafbegleitung brauchen. Und dann kommen vielleicht wieder Phasen, wo es auch anders geht.

Schreienlassen bis zum Erbrechen könnte ich nicht, insofern finde ich die "Methode" deiner Kinderärztin ziemlich grausam. Mein Rat wäre, es immer mal wieder zu versuchen, dass deine Kleine allein einschläft - am besten, wenn sie gut drauf und ausgeglichen ist. Vielleicht klappt es ja auch mittags besser als abends.

Ich mache das so, dass ich meiner Tochter ab und zu nach dem Einschlafritual sage, dass ich jetzt mal kurz raus muss und in drei Minuten wiederkomme und nach ihr gucke. Meistens schreit sie gleich los, dann komme ich halt sofort wieder. Aber manchmal klappt es auch, und sie ist eingeschlafen, wenn ich zurückkomme. Ich werte das schon jedes Mal als Erfolg, denn immerhin merkt sie so, dass sie auch allein einschlafen kann.

Viele Grüße
Meggie mit Paula (26 Monate) und Charlotte (11 Monate)