Durchhalten??? Bitte Eure Meinung

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von hexetrauer 01.12.09 - 12:14 Uhr

Wir stecken derzeit (wieder) in einer Krise. Letztes Jahr waren wir für ein halbes Jahr getrennt, denn mein Mann hatte sich in eine gemeinsame Freundin "Verliebt", ich habe recht schnell auch jemand neues gefunden gehabt. Letztendlich haben sich beide Affären als Strohfeuer rausgestellt und wir sind Weihnachten vergangenes Jahr wieder zusammengekommen und auch wieder zusammengezogen. Jetzt habe ich das Gefühl, wir sind wieder am gleichen Punkt und hatten gestern abend ein sehr offenes Gespräch darüber. Er sagt zwar, er bezweifelt (diesmal) nicht, dass er mich nicht mehr lieben würde (so wie im vergangenen Jahr), aber es ist momentan einfach wieder weniger und schiebt es jedoch auf seine Unzufriedenheit mit sich selbst. Denkt sogar darüber nach, ob er eine Midlife-Crisis hat (das wäre mir ja noch am Liebsten, damit könnte ich eher umgehen, als alles persönlich auf mich zu ziehen...)
Ich weiß aber einfach nicht (mehr) wie ich mich verhalten soll.
Mit Sicherheit fehlt uns einfach die Abwechslung im Alltag. Alles ist so festgefahren, er ist ein Workaholic, ich nicht die Mutter, die mit "Nur" Kind und Haushalt glücklich ist und in der Phase des Sparens, wird halt auch am Ausgehen, Essen gehen, Babysitter, etc. gespart. Dabei würde uns das sicherlich gut tun.
Ich selbst zweifel auch oft daran, ob ich ihn noch liebe oder nicht, oder ob es vielleicht auch eher Angst vorm Wieder allein sein ist bzw. zuzugeben, dass ich/wir in unserer Ehe gescheitert sind und mein Traum es doch immer war, als glückliche (verliebte) Eltern da zu stehen, wenn unser Sohn evtl. mal heiratet (ihr wisst, was ich meine).
Aber wenn wir dann solche Gespräche wie gestern abend führen, dann denke ich, dass ich ihn schon noch liebe, weil es mir weh tut. Er widerum hatte heute morgen richtig gute Laune. Als ich ihn darauf angesprochen habe, hat er gesagt, dass er dieses "nötige" Gespräch schon seit Tagen mit sich herumträgt und es ihm nun einfach besser geht, wo es raus ist!!
Mir fällt es schwer damit umzugehen, auf der anderen Seite, weiß ich auch nicht, was mir lieber wäre bzw. welche Vorstellung ich habe, wie er sich sonst verhalten sollte.
Ich glaube, dass ich meine Liebe anzweifle, weil von seiner Seite einfach so wenig kommt. Er ist eh nicht der Mensch, der gerne und viel in den Arm nimmt und kuschelt, aber die letzten Wochen war noch weniger davon, von dem was er kann und das lässt mein Liebesbarometer immer weiter fallen:-(

Eine Ehetherapie würde uns vielleicht gut tun, denn wenn ich lese, dass sich eine Ehe eben dadurch festigt, dass man Krisen bewältigt, dann glaube ich da auch ganz stark dran und möchte es unbedingt schaffen!!

Geht oder ging es Euch schon mal ähnlich? Wie habt ihr Euch verhalten?
Es tut einfach gut, sich darüber auszutauschen und ich danke Euch schon mal dafür!!!

Beitrag von frauke131 01.12.09 - 12:30 Uhr

Wir hatten letztes Jahr 2 schwere Krisen, die letzte führte zur vorübergenden Trennung. Bei der ersten haben wir, wie ihr, den Fehler gemacht, einfach da weiterzumachen, wo man aufgehört hatte. Man fühlte sich frisch verliebt und erlebte einen Aufschwung in der Beziehung- und wir flogen damit ein 3/4 Jahr später richtig auf die Schnauze! Die gleichen Probleme, der gleiche Ablauf bei Streitigkeiten, wir waren wieder da, wo wir schonmal waren!

Macht eine Therapie/Beratung, werdet Euch über Eure Probleme, Wünsche und Ziele klar! Wir heben es geschafft, den Kreislauf zu durchbrechen. Ohne die Paarberatung, wären wir jetzt getrennt. Es war teilweise unangenehm, was da an nicht ausgesprochenen Groll zutage kam, aber es war auch gut so!

Alles Gute.